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Abaya Damen – Ratgeber & Wissenswertes

Eine Abaya Damen ist ein weites, langes Übergewand, das den Körper von den Schultern bis zu den Knöcheln bedeckt und über der übrigen Kleidung getragen wird. Ursprünglich stammt die Abaya von der Arabischen Halbinsel und aus den Golfstaaten; heute wird sie in vielen Ländern mit muslimisch geprägter Kultur getragen, ebenso von Frauen in Deutschland, die eine bedeckende, locker fallende Kleidung bevorzugen. Die Grundform ist schlicht: ein gerader oder leicht ausgestellter Körper, lange Ärmel und eine Länge, die meist bis knapp über den Boden reicht. Innerhalb dieser Grundform gibt es große Unterschiede bei Schnitt, Verschluss, Stoff und Verzierung.

Dieser Überblick erklärt die Herkunft der Abaya, grenzt sie von Kaftan, Jilbab und Kimono ab, beschreibt den Unterschied zwischen offener und geschlossener Form, stellt die gängigen Materialien wie Nida, Polyester, Chiffon und Satin vor und zeigt, wie sich die passende Länge aus der Körpergröße in Zentimetern ableiten lässt. Weitere Abschnitte behandeln die Kombination mit Hijab und Khimar, typische Anlässe vom Alltag bis zu Eid und Hochzeit, die Pflege sowie häufige Fragen und ein Glossar der wichtigsten Begriffe.

Abaya Damen: Definition und Grundform

Das Wort Abaya kommt aus dem Arabischen und bezeichnet einen weiten Umhang oder Mantel. Als Kleidungsstück ist die Abaya ein Übergewand: Sie wird nicht als einziges Kleidungsstück getragen, sondern über einem Kleid, einer Tunika mit Hose oder einem Unterkleid. Ihre Aufgabe ist es, die Silhouette des Körpers nicht nachzuzeichnen. Deshalb ist sie weit geschnitten, fällt locker von den Schultern und liegt weder an der Taille noch an der Hüfte eng an.

Typische Merkmale sind lange Ärmel, die mindestens bis zum Handgelenk reichen, eine Länge bis zum Knöchel oder bis knapp über den Boden und ein runder oder V-förmiger Halsausschnitt. Gesicht, Hände und Füße bleiben frei. Die Kopfbedeckung ist kein Teil der Abaya selbst, sondern wird als separates Tuch, etwa als Hijab oder Khimar, dazu kombiniert. In der traditionellen Form ist die Abaya schwarz; inzwischen sind auch Beige-, Grau-, Blau-, Grün- und Pastelltöne verbreitet.

Die Abaya für Frauen als Übergewand

Weil die Abaya über anderer Kleidung liegt, wird sie oft mit einem Mantel verglichen. Anders als ein Mantel dient sie aber nicht in erster Linie dem Kälteschutz, sondern der Bedeckung.

Herkunft und Geschichte der Abaya für Frauen

Weite, bodenlange Umhänge sind im Nahen Osten seit Jahrhunderten belegt. Sie schützten vor Sonne, Wind und Sand und entsprachen zugleich den Vorstellungen von bedeckender Kleidung. Die Abaya im heutigen Sinn entwickelte sich vor allem in den Regionen der Arabischen Halbinsel, im heutigen Saudi-Arabien, in Kuwait, Katar, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Oman. Dort wurde sie ursprünglich über den Kopf gelegt und mit der Hand zusammengehalten; die Form ähnelte eher einem großen, rechteckigen Tuch mit Armöffnungen.

Im 20. Jahrhundert wandelte sich die Abaya vom Umhang zum geschnittenen Kleidungsstück mit Ärmeln und Schulternähten. Die Kopfabaya, die auf dem Scheitel aufliegt, wurde zunehmend durch die Schulterabaya ersetzt, die wie ein Mantel auf den Schultern sitzt. Seit den 1990er- und 2000er-Jahren entstehen in den Golfstaaten, in der Türkei, in Malaysia und Indonesien sowie in Europa zahlreiche neue Varianten: farbige Abayas, offene Modelle im Kimonoschnitt, Abayas mit Gürtel und Modelle mit Stickerei. Die Grundidee, einen weiten und langen Schnitt über der Kleidung zu tragen, ist dabei gleich geblieben.

Regionale Unterschiede bei der Abaya für Frauen

In den Golfstaaten dominieren weiterhin dunkle Farben und fließende Stoffe wie Crêpe und Nida. In Nordafrika sind andere Übergewänder wie Djellaba oder Kaftan verbreiteter, während die Abaya dort vor allem als importierte Form gilt. In der Türkei hat sich eine eigene Mantelform, der Pardösü, entwickelt, die taillierter geschnitten ist. In Südostasien werden Abayas häufig in hellen Farben und leichten Stoffen getragen.

Abaya, Kaftan, Jilbab und Kimono im Vergleich

Im Deutschen werden mehrere lange, weite Kleidungsstücke oft verwechselt. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen. Sie beschreibt die übliche Grundform; im Handel verschwimmen die Grenzen, weil Mischformen verbreitet sind.

Kleidungsstück Herkunft Schnitt Verschluss Typische Trageweise
Abaya Arabische Halbinsel, Golfstaaten weit, gerade oder A-Linie, lange Ärmel geschlossen oder vorne offen als Übergewand über Kleid oder Tunika
Kaftan Persien, Osmanisches Reich, Nordafrika gerade, oft mit weiten Ärmeln und Schlitzen meist über den Kopf, teils Knopfleiste als Kleid oder festliches Gewand
Jilbab arabischer Raum, Südostasien sehr weit, oft mit integriertem Kopfteil geschlossen als vollständige Bedeckung inklusive Kopf
Kimono Japan T-Form aus geraden Stoffbahnen, angeschnittene Ärmel vorne offen, mit Obi gebunden links über rechts gewickelt
Abaya Kimono moderne Mischform Abaya-Länge mit Kimonoärmeln vorne offen, optional Gürtel wie ein Mantel über Kleid oder Hose

Abaya Kleid oder Kaftan?

Der Kaftan ist in vielen Regionen eher ein Kleid als ein Übergewand. Er wird oft allein getragen, hat häufig seitliche Schlitze und ist bei festlichen Anlässen reich bestickt. Die Abaya dagegen liegt über anderer Kleidung und ist in ihrer Grundform schlichter.

Damen Abaya und Jilbab

Der Jilbab ist ein Oberbegriff für weite, bedeckende Gewänder. In vielen Ländern bezeichnet er ein Kleidungsstück, bei dem Kopfteil und Körperteil zusammenhängen oder das bis über die Hüften reichende Kopftuch mit dem Gewand eine Einheit bildet. Die Abaya wird dagegen immer mit einem separaten Tuch kombiniert.

Frauen Abaya und japanischer Kimono

Der japanische Kimono folgt einer ganz anderen Schnitttradition, teilt aber mit der offenen Abaya die gerade, vorne offene Form. Aus dieser Verwandtschaft ist die Abaya Kimono entstanden, eine offene Abaya mit weiten, angeschnittenen Ärmeln. Wer die japanische Form genauer kennenlernen möchte, findet unter Kimono Damen einen Überblick über Arten, Stoffe und Trageweisen.

Damen Abaya offen oder geschlossen

Die wichtigste Unterscheidung beim Schnitt betrifft die Vorderseite. Grundsätzlich gibt es zwei Formen, die sich in Trageweise, Wirkung und Einsatz unterscheiden.

Geschlossene Abaya für Damen

Die geschlossene Abaya ist die klassische Form. Sie wird über den Kopf gezogen oder mit einer verdeckten Knopf-, Druckknopf- oder Reißverschlussleiste geschlossen, die meist vom Halsausschnitt bis zur Brust oder Taille reicht. Weil keine Vorderkanten sichtbar sind, wirkt sie ruhig und einheitlich. Darunter genügt ein leichtes Unterkleid oder eine einfache Hose mit Shirt, da die Abaya selbst den Körper vollständig bedeckt.

Offene Abaya für Frauen

Die offene Abaya ist vorne durchgehend geöffnet und wird wie ein Mantel oder eine lange Jacke getragen. Sie kann offen fallen, mit einem Gürtel in der Taille gerafft oder mit einzelnen Knöpfen oder Druckknöpfen geschlossen werden. Da die Kleidung darunter sichtbar ist, spielt die Wahl des Innenkleids eine größere Rolle. Offene Modelle lassen sich leichter an- und ausziehen und sind vielseitiger kombinierbar, zum Beispiel über einem langen Kleid, einem Rock oder einer weiten Hose.

Schnittformen der Abayas Damen

Neben der Frage offen oder geschlossen unterscheiden sich Abayas durch die Form von Körper und Ärmeln. Die folgenden Schnitte sind am weitesten verbreitet.

  • Gerader Schnitt: Der Körper fällt von den Schultern gerade nach unten. Diese Form ist schlicht und passt zu nahezu jeder Figur.
  • A-Linie: Die Abaya wird zum Saum hin weiter. Das erleichtert das Gehen mit großen Schritten und ergibt einen weichen Fall.
  • Butterfly- oder Farasha-Schnitt: Ärmel und Körper sind aus einem großen Stoffstück geschnitten, sodass bei ausgebreiteten Armen eine Schmetterlingsform entsteht. Der Schnitt ist sehr weit und luftig.
  • Kimonoschnitt: Die Ärmel sind angeschnitten und fallen weit und gerade, die Vorderseite ist offen. Diese Form lehnt sich an den japanischen Kimono an.
  • Abaya mit Gürtel: Ein Bindegürtel oder ein angenähter Tunnelzug rafft die Weite in der Taille, ohne die Länge zu verändern.
  • Abaya mit Glocken- oder Trompetenärmeln: Die Ärmel werden zum Handgelenk hin deutlich weiter und bilden einen eigenen Blickpunkt.

Ärmel bei Abayas Damen

Die Ärmel einer Abaya reichen in der Regel bis zum Handgelenk oder etwas darüber hinaus. Bei weiten Ärmeln wird oft ein enger Unterärmel oder ein Shirt mit langen Ärmeln darunter getragen, damit der Unterarm beim Heben der Arme bedeckt bleibt. Manche Modelle haben elastische Bündchen oder Druckknöpfe am Handgelenk.

Materialien für Abaya Frauen

Der Stoff bestimmt Fall, Tragegefühl, Transparenz und Pflegeaufwand. Die meisten modernen Abayas bestehen aus Kunstfasern oder Mischgeweben, weil diese knitterarm und formstabil sind. Die folgende Tabelle vergleicht die gängigsten Materialien.

Stoff Faser Fall und Griff Blickdicht Jahreszeit Pflege
Nida Polyester matt, weich, fließend ja ganzjährig knitterarm, 30 °C
Polyester-Crêpe Polyester leicht gekörnt, mittelschwer ja ganzjährig knitterarm, 30 °C
Chiffon Polyester oder Seide sehr leicht, durchscheinend nein, Futter nötig Sommer Handwäsche
Satin Polyester oder Seide glänzend, glatt, schwerer Fall ja festliche Anlässe Schonwaschgang, bügeln auf links
Jersey Viskose oder Polyester mit Elasthan dehnbar, weich meist ja Alltag, Reisen 30 °C, liegend trocknen
Leinen oder Baumwolle Naturfaser fester Griff, atmungsaktiv je nach Dichte Sommer knittert, 30–40 °C

Abaya aus Polyester und Nida

Nida ist ein matter, leicht fließender Polyesterstoff, der in den Golfstaaten sehr verbreitet ist. Er ist blickdicht, knittert kaum und trocknet schnell. Polyester allgemein ist formstabil und pflegeleicht, nimmt aber weniger Feuchtigkeit auf als Naturfasern. An heißen Tagen kann eine Abaya aus dichtem Polyester daher wärmer wirken als eine aus Leinen oder Baumwolle.

Abaya aus Chiffon

Chiffon ist ein sehr leichtes, feines Gewebe mit leicht rauem Griff. Er ist durchscheinend und wird deshalb entweder mehrlagig verarbeitet, mit einem Futter versehen oder über einem blickdichten Kleid getragen. Chiffon-Abayas fallen besonders luftig und bewegen sich stark beim Gehen.

Abaya aus Satin

Satin ist keine Faser, sondern eine Bindungsart, bei der eine glatte, glänzende Oberfläche entsteht. Satin-Abayas werden häufig für festliche Anlässe gewählt, weil der Glanz im Licht deutlich sichtbar ist. Mehr zur Satinbindung und ihren Eigenschaften steht unter Kimono Satin Damen.

Abaya Damen: Länge und Körpergröße in cm

Die Länge ist bei einer Abaya das wichtigste Maß. Sie wird im Rücken vom höchsten Punkt der Schulter bis zum Saum gemessen. Üblich ist eine Länge, bei der der Saum 1 bis 3 cm über dem Boden endet, wenn Schuhe mit flacher Sohle getragen werden. Wer meist Absätze trägt, wählt eine etwas größere Länge. Viele Hersteller geben die Länge direkt als Größe an, etwa 52, 54, 56, 58 oder 60; diese Zahlen entsprechen der Länge in Zoll.

Körpergröße Empfohlene Länge (cm) Größenangabe in Zoll Hinweis
150–155 cm 128–132 cm 50–52 bei flachen Schuhen knöchellang
155–160 cm 132–137 cm 52–54 häufigste Länge im Handel
160–165 cm 137–142 cm 54–56 bei Absätzen eine Stufe länger
165–170 cm 142–147 cm 56–58 –
170–175 cm 147–152 cm 58–60 –
175–180 cm 152–157 cm 60–62 seltener erhältlich

Die Werte sind Richtwerte. Eine Faustregel lautet: Körpergröße minus etwa 20 bis 25 cm ergibt die passende Abaya-Länge. Offene Modelle im Kimonoschnitt werden teils etwas kürzer getragen, etwa wadenlang, wenn darunter ein bodenlanges Kleid sichtbar sein soll. Einen Vergleich der verschiedenen Längen bei langen Übergewändern bietet Kimono Damen Lang.

Abaya für Frauen richtig messen

Wer keine Abaya zum Vergleich hat, kann die passende Länge mit einem Maßband und einer zweiten Person ermitteln. Dabei sollten die Schuhe getragen werden, die später am häufigsten zur Abaya kombiniert werden.

  1. Aufrecht und mit geschlossenen Füßen hinstellen.
  2. Das Maßband am höchsten Punkt der Schulter neben dem Halsansatz anlegen.
  3. Senkrecht über den Rücken nach unten bis zum Boden messen.
  4. Vom Ergebnis 1 bis 3 cm abziehen, damit der Saum nicht am Boden schleift.
  5. Für die Weite den Brustumfang an der stärksten Stelle messen und mindestens 20 bis 30 cm Bewegungsweite hinzurechnen.
  6. Die Ärmellänge vom Schulterpunkt über den leicht gebeugten Ellbogen bis zum Handgelenk messen.

Beim Vergleich mit Maßtabellen ist zu beachten, dass manche Angaben die Länge ab Schulter, andere die Länge ab hinterem Halsausschnitt meinen. Der Unterschied beträgt meist 1 bis 2 cm.

Weite und Größen bei Abayas Frauen

Abayas werden häufig in Einheitsgröße oder in wenigen Weiten angeboten, weil der weite Schnitt viele Figuren abdeckt. Entscheidend ist die Brustweite des Kleidungsstücks, also der Umfang des fertigen Stoffs auf Brusthöhe. Für eine locker fallende Abaya sollte diese Weite mindestens 20 cm, besser 30 bis 40 cm über dem Brustumfang liegen. Bei Butterfly-Schnitten ist die Weite ohnehin sehr groß, sodass hier vor allem die Länge zählt.

Abaya für Damen in großen Größen

Für größere Konfektionsgrößen ist neben der Brustweite auch die Hüftweite wichtig, da sich die Abaya beim Sitzen nicht spannen sollte. A-Linien und offene Schnitte bieten hier mehr Spielraum als gerade, geschlossene Modelle. Hinweise zu Weiten und Schnitten für kurvige Figuren finden sich auch unter Kimono Große Größen.

Abaya Kleid: Was trägt man darunter?

Unter einer Abaya wird immer ein weiteres Kleidungsstück getragen. Was dafür infrage kommt, hängt vor allem davon ab, ob die Abaya offen oder geschlossen ist und wie durchscheinend der Stoff ist.

Abaya mit Kleid

Die häufigste Kombination ist die Abaya mit Kleid. Bei geschlossenen Modellen genügt ein schlichtes, langes Unterkleid aus Jersey oder Baumwolle. Bei offenen Abayas wird das Kleid sichtbar und bildet mit dem Übergewand ein Ensemble. Viele Hersteller bieten deshalb Sets aus Abaya und passendem Innenkleid an, oft im gleichen Stoff oder in abgestimmten Farben. Das Innenkleid ist meist ärmellos oder kurzärmelig und etwas kürzer als die Abaya.

Abaya für Damen über Tunika und Hose

Im Alltag wird die Abaya häufig über einer langen Tunika mit weiter Hose oder Jeans getragen. Diese Kombination ist praktisch, weil die Abaya drinnen abgelegt werden kann und die Kleidung darunter vollständig bleibt. Bei offenen Modellen sollte die Tunika mindestens bis zur Mitte des Oberschenkels reichen.

Abaya Kleider mit Unterkleid und Futter

Bei Chiffon oder anderen leichten Stoffen ist ein blickdichtes Unterkleid notwendig. Abaya Kleider aus Chiffon haben deshalb oft ein fest eingenähtes Futter. Ein separates Unterkleid lässt sich dagegen unabhängig waschen und unter verschiedenen Abayas tragen.

Frauen Abaya mit Hijab und Khimar kombinieren

Die Kopfbedeckung wird separat gewählt und bestimmt zusammen mit der Abaya das Gesamtbild. Die gängigsten Formen sind Hijab und Khimar; seltener werden Niqab oder Schayla getragen.

Abaya für Frauen mit Hijab

Der Hijab im engeren Sinn ist ein Tuch, das Haare, Ohren und Hals bedeckt und unter dem Kinn oder seitlich festgesteckt wird. Übliche Maße sind etwa 180 × 70 cm für rechteckige Tücher oder 110 × 110 cm für quadratische. Zur Abaya werden oft Tücher aus Jersey, Chiffon oder Viskose gewählt. Ein Untertuch, das sogenannte Bonnet, verhindert das Verrutschen.

Abayas für Frauen mit Khimar

Der Khimar ist ein weiter, kapartiger Überwurf, der Kopf, Schultern und Brust bis etwa zur Taille oder Hüfte bedeckt. Er wird über den Kopf gezogen und muss nicht gesteckt werden. In Kombination mit einer Abaya entsteht eine besonders ruhige Silhouette. Viele Sets bestehen aus Abaya und Khimar im gleichen Stoff.

Bei der Farbabstimmung von Abaya und Tuch sind drei Ansätze verbreitet: Ton in Ton, bei dem Tuch und Abaya dieselbe Farbe haben; Kontrast, etwa eine schwarze Abaya mit hellem Tuch; und Aufnahme einer Farbe aus der Stickerei oder dem Muster der Abaya. Bei gemusterten Abayas wird meist ein einfarbiges Tuch gewählt.

Abaya Kleidung im Alltag

Im Alltag steht die praktische Seite im Vordergrund. Gefragt sind knitterarme Stoffe, eine Länge, die beim Treppensteigen nicht hinderlich ist, und Ärmel, die beim Arbeiten nicht stören. Offene Abayas lassen sich schnell über andere Kleidung ziehen und in Innenräumen ablegen.

Für Arbeit, Studium oder Einkäufe eignen sich Nida, Crêpe und Jersey in gedeckten Farben. Wer viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist oder Fahrrad fährt, wählt eine Länge, die 3 bis 5 cm über dem Boden endet, und gegebenenfalls einen Gürtel, der den Stoff zusammenhält. Im Winter wird die Abaya über warmen Lagen getragen oder unter einem Mantel, der lang genug ist, um den Großteil der Abaya zu bedecken.

Abaya für Damen zu Eid und Festtagen

Zu den beiden großen muslimischen Festen, dem Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadan und dem Opferfest, ist es in vielen Familien üblich, neue oder besonders gepflegte Kleidung zu tragen. Für diese Tage werden Abayas häufig in helleren Farben, aus Satin, Crêpe mit Glanzeffekt oder mit Stickerei gewählt. Auch Sets aus Abaya, Innenkleid und Tuch in abgestimmten Tönen sind verbreitet.

Da an Festtagen oft lange gesessen, gegessen und Besuch empfangen wird, spielt die Bequemlichkeit weiterhin eine Rolle. Ärmel mit Bündchen oder Druckknöpfen verhindern, dass weite Ärmel beim Essen stören. Für das Gebet in der Moschee ist ein Stoff sinnvoll, der beim Knien und Aufstehen nicht verrutscht und nicht zu stark knittert.

Abaya Kleider für Hochzeiten und Einladungen

Bei Hochzeiten, Verlobungen und anderen Einladungen werden Abayas getragen, die sich durch Stoff, Farbe oder Verzierung von der Alltagsform unterscheiden. Häufig sind Satin, Seide, bestickter Tüll oder Chiffon über einem glänzenden Futter. Die Schnitte sind oft weiter, haben Schleppen oder lange, fließende Ärmel.

Als Gast wählt man meist eine Farbe, die nicht mit der Brautkleidung konkurriert; in vielen Familien gilt Weiß als der Braut vorbehalten. Bei Feiern im Freien, etwa im Sommer, sind leichtere Stoffe wie Chiffon angenehmer als schwerer Satin.

Verzierte Abayas für Frauen: Stickerei, Perlen und Spitze

Verzierungen sind bei Abayas weit verbreitet und reichen von dezenten Paspeln bis zu großflächigen Stickereien. Die wichtigsten Techniken sind:

  • Stickerei: Motive aus Garn, oft an Ärmeln, Saum und Vorderkanten. Maschinenstickerei ist gleichmäßig, Handstickerei an kleinen Unregelmäßigkeiten erkennbar.
  • Perlen und Pailletten: Aufgenähte Zierelemente, die Licht reflektieren. Sie machen die Abaya schwerer und empfindlicher bei der Wäsche.
  • Strasssteine: Meist aufgeklebt oder aufgebügelt; sie können sich bei häufigem Waschen lösen.
  • Spitze: Als Einsatz an Ärmeln oder Saum, oft mit blickdichtem Futter darunter.
  • Kontrastbänder und Paspeln: Schmale Streifen in anderer Farbe entlang der Kanten, die die Form betonen.
  • Plissee: Dauerhaft gefaltete Stoffpartien, zum Beispiel an den Ärmeln.

Bei verzierten Modellen lohnt ein Blick auf die Innenseite: Saubere Rückseiten der Stickerei und ein Futter, das die Haut vor rauen Stellen schützt, erhöhen den Tragekomfort.

Farben der Abaya Damen

Schwarz ist die traditionelle Farbe der Abaya und bis heute die verbreitetste. Sie wirkt zurückhaltend, lässt sich mit jedem Tuch kombinieren und zeigt Flecken weniger deutlich. Zur Wirkung und Pflege dunkler Stoffe gibt es unter Kimono Schwarz weitere Hinweise. Daneben haben sich gedeckte Töne wie Marineblau, Anthrazit, Flaschengrün, Braun, Beige und Taupe durchgesetzt. Pastellfarben wie Altrosa, Salbei, Hellblau oder Lavendel sind vor allem im Frühling, im Sommer und zu Festtagen verbreitet.

Muster sind bei Abayas seltener als bei Kaftanen, kommen aber als Blumenmuster, grafische Drucke oder Farbverläufe vor. Bei offenen Modellen im Kimonoschnitt sind Drucke häufiger, weil sie als Übergewand wie eine lange Jacke gelesen werden.

Abaya Frauen im Sommer und im Winter

Die Abaya ist ursprünglich ein Kleidungsstück für heiße Regionen. Ihre Weite sorgt dafür, dass Luft zwischen Stoff und Körper zirkulieren kann. Im Sommer sind deshalb weite Schnitte aus leichten, luftdurchlässigen Stoffen wie Chiffon, leichtem Crêpe, Leinen oder Baumwollvoile angenehm. Helle Farben reflektieren mehr Sonnenlicht als Schwarz. Für den Strandurlaub greifen manche Frauen auf leichte, offene Übergewänder zurück, wie sie unter Strand Kimono Damen beschrieben sind.

Im Winter wird die Abaya in Deutschland meist mit mehreren Lagen darunter getragen: ein langärmliges Shirt, eine Strumpfhose oder Leggings und gegebenenfalls ein dünner Pullover. Dichtere Stoffe wie schwerer Crêpe, Wollmischungen oder Samt halten mehr Wärme. Darüber passt ein langer Mantel; alternativ gibt es gefütterte Winterabayas.

Abaya Damen richtig waschen und pflegen

Die richtige Pflege hängt vom Material und von den Verzierungen ab. Das Etikett im Kleidungsstück hat immer Vorrang. Für die meisten Abayas gelten folgende Grundregeln:

  • Bei 30 °C im Schon- oder Feinwaschgang waschen, bei Seide und stark verzierten Modellen von Hand.
  • Auf links drehen und in einem Wäschenetz waschen, um Stickerei und Perlen zu schützen.
  • Dunkle Abayas mit Colorwaschmittel oder Waschmittel für Schwarzes waschen, damit die Farbe nicht vergraut.
  • Nicht im Trockner trocknen; auf einem breiten Bügel hängend oder liegend trocknen lassen.
  • Nicht in praller Sonne trocknen, da dunkle Farben ausbleichen können.
  • Weichspüler sparsam verwenden; bei Funktions- und Mikrofasern ganz darauf verzichten.

Abaya Kleidung bügeln und dämpfen

Polyester und Nida knittern wenig; falls doch, reicht meist ein Dampfglätter oder das Aufhängen im Badezimmer nach dem Duschen. Satin und Chiffon werden auf niedriger Stufe von links gebügelt, am besten mit einem Tuch dazwischen. Stickereien werden von der Rückseite auf einem weichen Handtuch gebügelt, damit sie nicht flachgedrückt werden.

Abayas Damen richtig aufbewahren

Abayas werden am besten auf breiten Bügeln hängend aufbewahrt, damit sich an den Schultern keine Beulen bilden. Lange Modelle brauchen ausreichend Platz im Schrank, damit der Saum nicht auf dem Boden aufliegt. Verzierte Abayas werden in einer Kleiderhülle aus Stoff gelagert, damit sich Pailletten nicht in anderen Kleidungsstücken verhaken.

Muslimische Abaya Damen: Bedeutung und respektvoller Umgang

Für viele Musliminnen ist die Abaya Ausdruck persönlicher Überzeugung und religiöser Praxis. Der Koran enthält allgemeine Aussagen über bedeckende Kleidung, schreibt aber keine bestimmte Form vor. Welche Kleidung gewählt wird, hängt daher von persönlicher Auslegung, Familie, Region und Gemeinde ab. Die Abaya ist eine von mehreren Möglichkeiten; andere Frauen tragen lange Kleider, Tuniken mit Hosen oder gar keine religiös motivierte Kleidung.

Die muslimische Abaya für Damen wird zudem von Frauen getragen, die sie aus kulturellen oder praktischen Gründen schätzen, etwa wegen der bequemen Weite oder als Zeichen der Verbundenheit mit der Herkunft ihrer Familie. Auch Nichtmusliminnen tragen offene, lange Übergewände im Abaya-Stil, zum Beispiel auf Reisen in Länder, in denen bedeckende Kleidung üblich ist, oder beim Besuch einer Moschee. Ein respektvoller Umgang bedeutet, die Abaya als eigenständiges Kleidungsstück mit Geschichte wahrzunehmen und nicht als Kostüm.

Abaya für Frauen beim Moscheebesuch

Beim Besuch einer Moschee wird von Frauen in der Regel erwartet, Arme und Beine zu bedecken und ein Kopftuch zu tragen. Viele Moscheen stellen Besucherinnen Tücher und Überwürfe zur Verfügung. Eine Abaya mit Tuch erfüllt die üblichen Anforderungen; die Regeln der jeweiligen Gemeinde haben Vorrang.

Schöne Abaya Damen: objektive Auswahlkriterien

Ob eine Abaya als schön empfunden wird, ist Geschmackssache. Es gibt jedoch objektive Kriterien, an denen sich Verarbeitung und Alltagstauglichkeit ablesen lassen:

  • Blickdichte: Den Stoff gegen das Licht halten; bei Durchscheinen ist ein Futter oder Unterkleid notwendig.
  • Länge: Passend zur Körpergröße und zu den üblichen Schuhen, siehe Tabelle oben.
  • Nähte: Gleichmäßige Stiche, versäuberte Kanten innen, keine losen Fäden.
  • Saum: Ein gleichmäßig breiter, sauber umgeschlagener Saum sorgt für einen ruhigen Fall.
  • Ärmel: Ausreichende Länge auch bei gebeugtem Arm; bei weiten Ärmeln gegebenenfalls Bündchen.
  • Verschlüsse: Druckknöpfe und Reißverschlüsse sollten verdeckt und leichtgängig sein.
  • Pflege: Ein Pflegeetikett mit klaren Angaben; bei stark verzierten Modellen ist Handwäsche üblich.

Schöne Abayas Damen zeichnen sich damit vor allem durch einen gleichmäßigen Fall und eine passende Länge aus.

Häufige Fragen zu Abaya Damen

Was ist der Unterschied zwischen Abaya und Kaftan?

Die Abaya ist ein Übergewand, das über anderer Kleidung getragen wird und den Körper locker bedeckt. Der Kaftan ist dagegen meist ein Kleid, das allein getragen wird, oft seitliche Schlitze hat und besonders in Nordafrika zu Festen reich bestickt ist. Beide sind lang und weit, unterscheiden sich aber in Trageweise, Herkunft und Verarbeitung. Im Handel werden die Begriffe manchmal vermischt, weshalb ein Blick auf Schnitt und Verschluss hilft.

Welche Länge sollte eine Abaya für Damen haben?

Die Abaya sollte bei den üblicherweise getragenen Schuhen 1 bis 3 cm über dem Boden enden. Als Faustregel gilt: Körpergröße minus 20 bis 25 cm. Eine Frau mit 165 cm Körpergröße trägt demnach eine Länge von etwa 140 bis 145 cm, was im Handel meist den Größenangaben 55 bis 57 in Zoll entspricht. Bei Absätzen wählt man eine Stufe länger.

Was trägt man unter einer offenen Damen Abaya?

Unter einer offenen Abaya wird ein sichtbares Kleidungsstück getragen, meist ein langes Innenkleid, ein Maxirock mit langärmligem Oberteil oder eine lange Tunika mit weiter Hose. Weil die Vorderseite offen ist, sollte das Innenkleid farblich zur Abaya passen. Viele Modelle werden bereits als Set mit passendem Kleid angeboten.

Ist eine Abaya für Frauen im Sommer zu warm?

Das hängt vom Stoff ab. Weite Schnitte aus Chiffon, leichtem Crêpe, Leinen oder Baumwolle lassen Luft zirkulieren und sind auch bei hohen Temperaturen angenehm. Dichte Polyesterstoffe und dunkle Farben speichern dagegen mehr Wärme. Im Sommer sind helle Farben, weite Ärmel und ein leichtes, ärmelloses Innenkleid sinnvoll.

Wie wäscht man Abaya Kleider mit Stickerei?

Verzierte Abayas werden auf links gedreht, in ein Wäschenetz gelegt und bei 30 °C im Feinwaschgang oder von Hand gewaschen. Anschließend werden sie nicht ausgewrungen, sondern liegend oder auf einem breiten Bügel getrocknet. Gebügelt wird von der Rückseite auf einem weichen Handtuch. Aufgeklebte Strasssteine vertragen häufiges Waschen schlecht.

Dürfen Nichtmusliminnen eine Abaya tragen?

Die Abaya ist ein Kleidungsstück, das nicht an eine Religionszugehörigkeit gebunden ist. Sie wird auch aus kulturellen oder praktischen Gründen getragen, etwa auf Reisen oder beim Besuch einer Moschee. Wichtig ist ein respektvoller Umgang: die Abaya als eigenständiges Kleidungsstück mit eigener Geschichte zu tragen und nicht als Verkleidung.

Welche Abaya passt zu einem Hijab?

Grundsätzlich passt jede Abaya zu einem Hijab. Bei gemusterten oder bestickten Modellen wird meist ein einfarbiges Tuch gewählt, bei schlichten Abayas kann das Tuch Farbe oder Muster ins Spiel bringen. Wer eine besonders ruhige Silhouette möchte, wählt einen Khimar oder einen Hijab im gleichen Stoff und Farbton wie die Abaya.

Was bedeuten die Zahlen 52, 54 oder 56 bei Abayas für Frauen?

Diese Zahlen geben die Länge der Abaya in Zoll an, gemessen von der Schulter bis zum Saum. Ein Zoll entspricht 2,54 cm. Größe 54 steht also für eine Länge von etwa 137 cm, Größe 56 für etwa 142 cm. Die Weite ist bei diesen Angaben meist nicht enthalten und wird separat oder als Einheitsgröße angegeben.

Glossar rund um die Abaya Kleidung

  • Abaya: Weites, langes Übergewand von der Arabischen Halbinsel, offen oder geschlossen.
  • Bisht: Traditioneller Männermantel aus dem Golfraum, oft mit Goldborten an den Kanten.
  • Djellaba: Langes Gewand mit Kapuze aus dem Maghreb, von Frauen und Männern getragen.
  • Farasha: Schmetterlingsförmiger Abaya-Schnitt, bei dem Ärmel und Körper eine Fläche bilden.
  • Hijab: Kopftuch, das Haare, Ohren und Hals bedeckt; im weiteren Sinn auch Oberbegriff für bedeckende Kleidung.
  • Jilbab: Sehr weites, bedeckendes Gewand, teils mit integriertem Kopfteil.
  • Kaftan: Langes, gerades Gewand, häufig als festliches Kleid getragen.
  • Khimar: Kapartiger Überwurf, der Kopf, Schultern und Oberkörper bedeckt.
  • Kimono: Japanisches Gewand in T-Form, vorne offen und mit einem Obi gebunden.
  • Nida: Matter, fließender Polyesterstoff, typisch für Abayas aus den Golfstaaten.
  • Niqab: Gesichtsschleier, der das Gesicht bis auf die Augenpartie bedeckt.
  • Obi: Breiter Gürtel, mit dem der japanische Kimono geschlossen wird.
  • Schayla: Langes, rechteckiges Tuch, das locker um Kopf und Schultern gelegt wird.

Die Abaya Damen ist damit ein Kleidungsstück mit klarer Grundform und großer Vielfalt: offen oder geschlossen, schlicht oder bestickt, aus Nida, Chiffon oder Satin. Entscheidend für die Wahl sind Länge, Stoff, Anlass und die Kombination mit Innenkleid und Tuch.