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Kimono Beige – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Kimono Beige ist in Japan zuerst ein ungefärbter Kimono: Kinari bezeichnet die Naturfarbe der rohen Faser, ob Baumwolle, Hanf, Ramie oder Seide, und Shironeri das leicht cremige Weiß der entbasteten, aber nicht gebleichten Seide. Beige war damit über Jahrhunderte keine Modefarbe, sondern der Ausgangszustand jedes Gewebes vor dem Färben und zugleich die Farbe der Unterkleidung, der Arbeitskleidung und der handgesponnenen Tsumugi-Stoffe. Erst mit Kōzome, dem Färben mit Gewürznelken und anderem Räucherwerk, entstand in der Heian-Zeit ein bewusst gewählter, warmer Beigeton für Mönche und Hofdamen.

Dieser Text beschreibt die Farbwörter Kinari, Shironeri und Kōzome, die Beigetöne mit ihren japanischen Namen, die Ästhetik des Zurückhaltenden, die Gewebe Tsumugi, ungebleichte Baumwolle und Naturleinen, die Muster, die auf hellem Grund üblich sind, die Kombination mit dem Obi, Schnitte für Damen und Herren, Anlässe, Größen in Zentimetern sowie die Pflege heller Stoffe, die zum Vergilben neigen. Ein Vergleich mit Nagajuban und Michiyuki, häufige Fragen und ein Glossar ergänzen die Übersicht.

Kimono Beige: Kinari, Shironeri und die Farbe der ungefärbten Faser

Das japanische Wort Kinari setzt sich aus „roh“ und „werden“ zusammen und meint das, was aus der Faser von selbst entsteht: das gebrochene Weiß der Baumwolle, das Graubeige des Hanfs, das Gelbbeige der Rohseide. In der Textilsprache ist Kinari ein Zustand, kein Farbstoff, und deshalb variiert er von Ballen zu Ballen. Ein beiger Kimono aus Kinari-Gewebe zeigt oft feine dunklere Einschlüsse, Reste von Samenkapseln bei Baumwolle oder Bastfasern bei Hanf, die als Merkmal der Echtheit gelten.

Kinari: der beige Kimono aus roher Faser

Ungebleichte Baumwolle enthält Wachse und Pektine, die ihr den beigen Ton geben und sie zunächst wasserabweisend machen. Mit jeder Wäsche werden diese Stoffe ausgewaschen, das Gewebe wird weicher und heller. Ein Kimono Beige aus Kinari-Baumwolle verändert deshalb seine Farbe über die Jahre in Richtung Weiß, während gefärbtes Beige stabil bleibt oder ausbleicht. Diese Alterung ist gewollt und unterscheidet Kinari von industriell eingefärbtem Ecru.

Shironeri: entbastete Seide für den Kimono Beige

Rohseide ist von Sericin umhüllt, einem Eiweißleim, der sie steif und gelblich macht. Beim Neri, dem Entbasten in heißer Seifen- oder Aschelauge, löst sich der Leim, und die Seide wird weich und fast weiß. Dieses Weiß mit einem Rest Wärme heißt Shironeri und war die Farbe der weißen Untergewänder des Hofes sowie des Shiromuku, des weißen Brautkimono. Wird nur teilweise entbastet, bleibt ein deutlicheres Beige zurück, das Kinari-Seide genannt wird und für Tsumugi typisch ist.

Kōzome: der mit Räucherwerk gefärbte Kimono Beige

Kōzome bedeutet „Duftfärbung“. Gefärbt wurde mit Chōji, der Gewürznelke, gelegentlich unter Zusatz von Sandelholz und anderen Bestandteilen des Räucherwerks. Der Sud ergibt ohne Beize ein helles, leicht rötliches Beige, mit Eisenbeize einen dunkleren Graubraun. Die Stoffe behielten lange einen schwachen Duft, was am Hof geschätzt wurde. Kōzome war teuer, weil Gewürznelken aus Südostasien importiert wurden, und blieb Adel und Klerus vorbehalten. Ein beiger Kimono in Kōzome ist damit historisch ein Luxus, obwohl er unscheinbar wirkt.

Kōiro, Usukō und Kokikō: Abstufungen des Kimono Beige

Aus Kōzome entstand eine eigene Farbfamilie: Kōiro, die „Duftfarbe“, als mittleres Beige; Usukō, das „dünne Duft“, als hellstes Beige; Kokikō, das „dichte Duft“, als kräftiges Hellbraun. Alle drei erscheinen in den Farbschichtungen der Heian-Zeit und später in der Kleidung buddhistischer Mönche, für die Kōzome eine gedämpfte, regelkonforme Alternative zu Schwarz und Grau war.

Beigetöne des Kimono Beige: von Torinoko bis Shiracha

Die japanische Farbtradition unterscheidet Beige nach Herkunft und Unterton deutlich feiner als das Deutsche. Die Tabelle ordnet die wichtigsten Namen.

Japanischer Name Bedeutung Unterton Typische Verwendung
Kinari-iro Naturfarbe der Faser gelblich bis grau Baumwolle, Hanf, Tsumugi
Shironeri entbastete Seide warmes Weiß Untergewänder, Brautkimono
Torinoko-iro Eierschale hell, leicht gelb Iromuji, Frühling
Usukō helle Duftfarbe rosig Damen, Kasane no Irome
Kōiro Duftfarbe warm, rötlich Mönche, Hofkleidung
Shiracha weißer Tee hellbraun Edo-Zeit, Alltag
Namakabe-iro frischer Lehmputz grau Herren, Teezeremonie
Kitsune-iro Fuchs gelbbraun Herbst
Nerinuki-iro Seide mit rohem Kettfaden elfenbein Furisode, festlich

Kimono Beige und die Grenze zu Weiß und Braun

Im japanischen System gehört Shironeri noch zu den Weißtönen, Shiracha bereits zu den Brauntönen der Edo-Zeit. Beige im deutschen Sinn liegt dazwischen und umfasst Kinari, Torinoko, Usukō und Kōiro. Für die Abgrenzung nach oben und unten sind die Texte zu Kimono Weiß und Kimono Braun hilfreich.

Kimono Beige und die Ästhetik des Zurückhaltenden

Beige verkörpert zwei Begriffe der japanischen Ästhetik. Shibui bezeichnet das Herbe, Unaufdringliche, das erst bei längerem Hinsehen Tiefe zeigt; Wabi meint die Schönheit des Einfachen und Unvollkommenen, wie sie der Teemeister Sen no Rikyū im 16. Jahrhundert für die Teezeremonie festlegte. Rikyū bevorzugte ungefärbte oder gedämpfte Stoffe, grobe Gewebe und sichtbare Unregelmäßigkeit. Ein Kimono Beige aus Kinari-Tsumugi ist die direkte Umsetzung dieser Haltung: Er zeigt die Faser, den Faden und die Hand des Webers, aber keine Farbe, die von ihnen ablenkt. In der Teestube gilt Beige neben Grau und gedecktem Grün bis heute als angemessen, weil es die Teeschale nicht überstrahlt.

Beiger Kimono aus Tsumugi: Yūki, Shiozawa und Kinari-Gewebe

Tsumugi ist ein handgewebter Seidenstoff aus Fäden, die aus Seidenwatte (Mawata) von Hand gezogen werden. Die Seide stammt aus doppelten oder beschädigten Kokons, die sich nicht abhaspeln lassen. Der Faden ist ungleichmäßig, das Gewebe matt, leicht knotig und sehr haltbar. Ursprünglich war Tsumugi Bauernkleidung aus Resten der Seidenzucht; heute zählen die besten Stücke zu den teuersten Kimono überhaupt. Ungefärbtes Tsumugi ist von Natur aus beige, weil die Seidenwatte nicht vollständig entbastet wird.

Yūki-tsumugi: der bekannteste Kimono Beige

Yūki-tsumugi aus der Region um Yūki in den Präfekturen Ibaraki und Tochigi ist seit 2010 in der Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen. Der Faden wird ohne Zwirnen von Hand aus der Watte gezogen, das Gewebe auf einem Rückengurt-Webstuhl (Jibata) gewebt. Charakteristisch sind feine Kasuri-Muster in Indigo auf beigem oder weißem Grund und die Tatsache, dass der Stoff mit jedem Tragen weicher wird. Ein neuer Yūki-tsumugi gilt als steif; traditionell wurde er zuerst als Nachtkleidung getragen, bevor er als Ausgehkimono diente.

Kimono Beige aus Shiozawa, Ōshima und Ushikubi

Shiozawa-tsumugi aus Niigata ist feiner und glatter, oft mit kleinen Kasuri-Kreuzen auf Kinari-Grund. Ōshima-tsumugi von der Insel Amami ist meist dunkel schlammgefärbt, kommt aber als Shiro-Ōshima in Beige und Weiß vor. Ushikubi-tsumugi aus Ishikawa wird aus Doppelkokons gewebt und ist so reißfest, dass es „Nagelzieher-Tsumugi“ genannt wird. Alle drei werden als Alltags- und Ausgehkimono getragen, nie als formelle Kleidung, denn Tsumugi bleibt trotz seines Preises ein Gewebe der Kategorie Fudangi, der Alltagskleidung.

Kimono Beige aus ungebleichter Baumwolle

Baumwolle wurde in Japan erst ab dem 16. Jahrhundert in größerem Umfang angebaut und verdrängte Hanf und Ramie als Stoff des Volkes. Ungebleichte Baumwolle, Kinari-momen, war die Farbe der Arbeitskleidung, der Futterstoffe und der Hadajuban, der Unterhemden. Heute steht beige Baumwolle für Yukata, Sommerkimono westlichen Schnitts und Hauskleidung. Der Stoff ist saugfähig, atmungsaktiv und unempfindlich gegen Waschen, aber knitteranfällig und bei dünner Qualität durchscheinend. Ein Kimono Baumwolle Damen in Beige ist wegen seiner Neutralität das Modell, das sich am leichtesten mit vorhandener Kleidung kombinieren lässt.

Kimono Beige aus Baumwolle: Popeline, Musselin und Frottee

Popeline ist glatt und dicht, geeignet für Kimonojacken und Yukata. Musselin ist locker gewebt, weich und leicht, der Stoff für Strandkimono und Sommerjacken; wegen der offenen Bindung wirkt Beige hier heller und fast transparent. Doppelter Musselin (Double Gauze) ist blickdichter und der klassische Stoff für Kimono-Morgenmäntel. Frottee ergibt den Kimono-Bademantel, bei dem Beige den Vorteil hat, Wasserflecken und leichte Verfärbungen weniger zu zeigen als Weiß.

Kimono Beige aus Leinen, Hanf und Ramie: Asa, Jōfu und Bashōfu

Unter dem Sammelbegriff Asa fasst das Japanische Hanf, Ramie und Leinen zusammen. Vor der Baumwolle waren diese Bastfasern das Material aller Sommerkimono, und ihre Naturfarbe ist ein kühles Graubeige. Jōfu ist feinstes, handgesponnenes Ramie-Gewebe, etwa Echigo-jōfu aus Niigata, das im Winter auf Schnee gebleicht wird; die Bleiche auf Schnee hellt Kinari zu einem klaren Weiß auf. Bashōfu von den Ryūkyū-Inseln wird aus der Faser der Faserbanane gewebt und behält ein helles, leicht grünliches Beige. Ein Leinen Kimono westlichen Schnitts in Naturleinen ist das heutige Gegenstück: kühl im Sommer, mit sichtbarer Faserstruktur und Knittern, das zur Optik gehört.

Kimono Beige nach Jahreszeit

Beige ist die einzige Farbe neben Grau, die in der japanischen Kimono-Etikette keiner Jahreszeit zugeordnet ist. Die Saison ergibt sich allein aus dem Gewebe.

  • Oktober bis Mai: Awase, der gefütterte Kimono, aus Tsumugi oder Chirimen-Seide in Kinari, Torinoko oder Kōiro; Futter in Weiß oder hellem Rosa.
  • Juni und September: Hitoe, der ungefütterte Kimono, aus glatter Seide oder feiner Baumwolle in hellem Beige.
  • Juli und August: Usumono aus Asa, Ro oder Sha; hier ist Beige als Naturfarbe des Leinens die häufigste Farbe überhaupt.
  • Westliche Schnitte: Musselin und Leinen im Sommer, Baumwolle und Viskose in der Übergangszeit, Wolle und Cord im Winter.

Beige Kimono im Frühling und Herbst

Im Frühling wird Beige mit Weiß, Rosa und hellem Grün kombiniert und wirkt frisch. Im Herbst tritt es neben Rostrot, Moosgrün und Dunkelbraun und wirkt erdig. Derselbe Kimono Beige verändert seinen Charakter also allein über Obi und Accessoires, was ihn zu einer der vielseitigsten Grundfarben macht.

Muster auf dem Kimono Beige: Edo-komon, Kasuri und Yūzen

Ein heller Grund zeigt jedes Muster deutlich, weshalb Beige der bevorzugte Träger feiner und dichter Muster ist.

  • Edo-komon: mit Papierschablonen aufgebrachte Punktmuster, so fein, dass sie aus der Entfernung einfarbig wirken; auf Beige in Grau, Braun oder Indigo, formell genug für Empfänge.
  • Kasuri: vor dem Weben abgebundene und gefärbte Fäden, die verschwommene Kreuze, Pfeile oder Schildkröten ergeben; auf Tsumugi in Indigo auf Beige.
  • Yūzen: mit Reispaste reserviert und von Hand bemalt, Blüten und Landschaften in vielen Farben auf cremefarbenem Grund; Hōmongi und Furisode.
  • Shibori: abgebundene und gefärbte Stellen, die kleine helle Punkte auf farbigem Grund oder farbige Punkte auf Beige ergeben.
  • Sashiko: weiße oder indigofarbene Zierstiche in geometrischen Mustern auf beigem Baumwollgrund, ursprünglich zur Verstärkung.
  • Shima und Kōshi: Streifen und Karos aus beigen und braunen Fäden, typisch für Herren-Tsumugi und Yukata.

Kimono Beige ohne Muster: Iromuji und Muji-tsumugi

Der einfarbige Iromuji in Beige mit einem einzelnen Familienwappen ist die formellste Form des beigen Kimono und die klassische Kleidung für die Teezeremonie. Ohne Wappen und aus Tsumugi wird derselbe Farbton zum Alltagskimono. Die Formalität ergibt sich also aus Gewebe und Wappen, nicht aus der Farbe.

Kimono Beige mit Obi kombinieren

Beige ist eine neutrale Grundfarbe, die fast jeden Obi trägt. Das Risiko liegt nicht im Farbfehler, sondern in zu wenig Kontrast: Ein beiger Obi auf einem beigen Kimono lässt die Silhouette verschwimmen. Die folgende Tabelle nennt bewährte Kombinationen nach Wirkung.

Obi Obijime und Obiage Wirkung Anlass
Schwarz mit Gold- oder Silbermuster Weiß oder Gold klar, formell Empfang, Hochzeit als Gast
Indigo oder Dunkelblau Ziegelrot ruhig, klassisch Alltag, Stadt
Bengara-Rot oder Weinrot Moosgrün warm, herbstlich Theater, Restaurant
Moosgrün oder Matcha Karamell erdig, gedämpft Teezeremonie
Dunkelbraun oder Kogecha Rostrot oder Senf Ton-in-Ton mit Tiefe Herbst, Herren
Rosa oder Lachs Weiß hell, frühlingshaft Frühling, junge Frauen
Weiß mit Silber Hellblau sehr hell, kühl Sommer, nur mit farbigem Han-eri

Kimono Beige und der Kragen

Beim beigen Kimono übernimmt der Han-eri, der auswechselbare Kragen des Nagajuban, eine wichtige Rolle. Ein rein weißer Han-eri trennt das Beige vom Gesicht und lässt beides klarer wirken. Ein farbiger oder bestickter Han-eri in Rot, Blau oder Gold setzt einen Akzent direkt am Hals. Bei westlichen Kimonojacken erfüllt ein weißes oder schwarzes Top dieselbe Funktion.

Beiger Kimono und Teint: Kontrast am Kragen und am Obi

Beige liegt nahe an vielen Hauttönen, und genau darin liegt die Schwierigkeit. Ein Beige mit demselben Unterton wie die Haut lässt das Gesicht blass wirken, weil kein Kontrast entsteht. Als Faustregel gilt: Warme Hauttöne mit gelbem oder goldenem Unterton vertragen kühle, gräuliche Beiges wie Namakabe-iro oder Kinari aus Hanf; kühle, rosige Hauttöne vertragen warme Beiges wie Kōiro, Torinoko oder Kitsune-iro. Sehr blasse Haut braucht in jedem Fall einen dunklen Obi oder einen farbigen Kragen. Dunkle Haut wirkt vor hellem Beige besonders klar, weil der Helligkeitskontrast hoch ist. Wer unsicher ist, wählt ein Beige mit deutlicher Struktur wie Tsumugi oder Leinen, weil die Textur das Auge unabhängig vom Farbabgleich führt.

Kimono Beige nach Anlass: Teezeremonie, Alltag, Hochzeit

Die Anlässe für Beige reichen von der Arbeitskleidung bis zum Brautgewand, weil die Farbe selbst keine Aussage trägt und die Botschaft dem Gewebe überlässt.

  1. Teezeremonie: Iromuji in Torinoko oder Namakabe-iro, ein Wappen, Nagoya-Obi in Grün, Grau oder gedecktem Rot.
  2. Alltag und Stadt: Tsumugi oder Komon in Kinari, Nagoya- oder Hanhaba-Obi in Indigo oder Braun.
  3. Empfang und Hochzeit als Gast: Hōmongi in Cremebeige mit Yūzen-Blüten, Fukuro-Obi in Gold.
  4. Sommerfest: Yukata in Beige-Weiß mit Kasuri- oder Streifenmuster.
  5. Hauskleidung: Kimono-Morgenmantel aus Baumwolle oder Satin, Kimono-Bademantel aus Frottee.

Kimono Beige als Brautkimono

Der Shiromuku, der rein weiße Brautkimono, ist in Shironeri gehalten, also in einem warmen Weiß, das im Deutschen oft als Elfenbein oder Champagner beschrieben wird. Westliche Brautkimono und Überwürfe aus Spitze, Satin oder Seide greifen diese Palette in Ecru, Creme und Sand auf. Ein Braut Kimono in Beige gilt als Alternative zu reinem Weiß, wenn Kleid und Haut warme Untertöne haben.

Kimono Beige für Damen: Schnitte in Japan und im Westen

Der japanische Damenkimono ist unabhängig von der Farbe gleich geschnitten: gerade Bahnen aus einem Tanmono von etwa 36 bis 40 cm Breite, Länge gleich Körpergröße, Überschuss als Ohashori unter dem Obi. Beige tritt in allen Typen auf, vom Furisode mit 100 bis 115 cm langen Ärmeln über den Hōmongi bis zum Komon. In westlichen Verwendungen bezeichnet Kimono dagegen eine offene Jacke oder einen Überwurf mit weiten Ärmeln, ohne Obi und ohne Unterkimono.

Beige Kimono als Jacke, Mantel und Strandkimono

Als Kimonojacke aus Leinen oder Baumwolle reicht Beige bis zur Hüfte und ersetzt im Sommer Blazer oder Cardigan. Als Kimonomantel aus Wolle, Cord oder schwerem Leinen endet er an der Wade und wird mit oder ohne Gürtel getragen. Als Strandkimono aus Musselin oder Häkelspitze liegt Beige zwischen Sand und Haut und ist deshalb die häufigste Farbe dieser Kategorie. Beige Kimono in Boho-Schnitten mit Fransen, Stickerei oder Lochstickerei werden unter Boho Kimono beschrieben.

Kimono Beige als Kleid und Bluse

Kimonokleider mit Wickelfront und Gürtel sowie Kimonoblusen mit angeschnittenen Ärmeln nutzen Beige als Bürofarbe, weil es zu Schwarz, Marine und Weiß passt. Hier sind glatte Stoffe wie Viskose-Twill, Tencel oder Seidensatin üblich, die Beige einen leichten Glanz geben.

Kimono Beige für Herren: Tsumugi, Samue und Jinbei

Für Herren ist Beige eine der gebräuchlichsten Kimonofarben überhaupt, weil die Herrenpalette traditionell auf Naturtöne, Grau, Braun und Indigo beschränkt ist. Ein Herrenkimono in Kinari-Tsumugi mit einem Kaku-Obi in Dunkelbraun oder Schwarz und einem Haori in Grau ist die klassische Kombination für Herbst und Winter. Im Sommer tragen Männer Samue, die zweiteilige Arbeitskleidung der Zen-Mönche, und Jinbei, die kurze Sommerkombination aus Jacke und Shorts, sehr häufig in Naturleinen oder beiger Baumwolle. Der Herrenkimono wird ohne Ohashori getragen und ist etwa 25 bis 30 cm kürzer als die Körpergröße. Weitere Angaben unter Kimono Herren.

Kimono Beige für Herren: Streifen und Karos

Einfarbiges Beige ist bei Herren seltener als Beige mit feinen Streifen (Shima) oder Karos (Kōshi) in Braun, Grau oder Indigo. Diese Muster stammen aus der Edo-Zeit, als die Kleidergesetze auffällige Farben verboten und Kaufleute ihren Geschmack in der Feinheit der Streifen zeigten. Ein beiger Kimono mit haarfeinen braunen Streifen gilt bis heute als besonders geschmackssicher.

Kimono Beige, Nagajuban und Michiyuki: helle Schichten

Beige und Weiß begegnen einem beim Kimono nicht nur außen, sondern in jeder Schicht. Die Tabelle grenzt die Kleidungsstücke ab, die im Deutschen oft alle als Kimono bezeichnet werden.

Merkmal Kimono Nagajuban Michiyuki Haori
Funktion Oberkleid Unterkimono Mantel für draußen Jacke
Länge bis Knöchel knapp kürzer als Kimono Knie bis Wade Hüfte bis Oberschenkel
Verschluss Obi Koshihimo, Datejime Druckknöpfe, eckiger Ausschnitt Haori-himo
Typische Farbe alle, auch Beige Weiß, Shironeri, helles Rosa Beige, Grau, Dunkelblau Schwarz, Grau, Beige
Sichtbar ganz nur Han-eri am Kragen über dem Kimono, drinnen abgelegt über dem Kimono, drinnen behalten
Material Seide, Baumwolle, Wolle Seide, Polyester, Baumwolle Seide, Wolle Seide, Wolle

Kimono Beige unter dem Michiyuki

Der Michiyuki ist der Kimonomantel mit eckigem Ausschnitt, der über dem Kimono getragen und beim Betreten eines Hauses abgelegt wird. Beige ist seine häufigste Farbe, weil er zu jedem Kimono darunter passen muss. Ein beiger Michiyuki über einem Kimono in Indigo, Rot oder Grün ist die übliche Kombination für Reisen und Regenwetter.

Kimono Beige waschen: Vergilben, Schweiß und optische Aufheller

Helle Stoffe zeigen zwei Probleme, die dunkle nicht haben: Vergilben und sichtbare Flecken. Vergilben entsteht durch Licht, durch Schweiß und Hautfett am Kragen und unter den Armen sowie durch säurehaltiges Papier oder Holz bei der Lagerung. Seide vergilbt zusätzlich durch Sauerstoff und UV-Licht, unabhängig von Verschmutzung.

  • Baumwolle und Leinen in Kinari: Handwäsche oder Schonprogramm bei 30 Grad mit Waschmittel ohne optische Aufheller, sonst verschiebt sich das Beige zu einem kalten Blauweiß.
  • Leinen darf im Gegensatz zu Seide in der Sonne trocknen; das Licht bleicht Flecken aus und hellt Kinari auf.
  • Seide und Tsumugi: Textilreinigung. Kein Wasser auf Flecken, es bleiben Ränder.
  • Schweißflecken am Kragen sofort nach dem Tragen mit einem feuchten Tuch abtupfen; eingetrocknete Flecken oxidieren und werden erst nach Monaten als gelbe Ränder sichtbar.
  • Kein Chlorbleichmittel; für Baumwolle allenfalls Sauerstoffbleiche, für Seide gar keine.
  • Bügeln auf links, Leinen feucht, Seide trocken mit Tuch.

Flecken auf dem beigen Kimono

Make-up am Kragen ist der häufigste Fleck auf hellen Kimono. Bei Baumwolle hilft Gallseife vor der Wäsche, bei Seide nur die Reinigung. Der Han-eri wird deshalb abgenommen und separat gewaschen oder ersetzt; er ist mit wenigen Stichen angenäht, gerade damit der Kimono selbst seltener gereinigt werden muss. Stockflecken durch Feuchtigkeit lassen sich bei Naturfasern kaum entfernen; hier zählt die Vorbeugung durch trockene Lagerung.

Kimono Beige lagern: säurefreies Papier, Licht und Feuchtigkeit

Ein beiger Kimono wird flach in Tatōshi gelegt, Umschlägen aus Japanpapier, die Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Für helle Stoffe sollte das Papier säurefrei sein; billiges Papier gibt mit der Zeit Säure ab und hinterlässt gelbe Streifen an den Faltkanten. Plastikhüllen sind ungeeignet, weil sich Feuchtigkeit darin staut und Stockflecken begünstigt. Der Schrank steht nicht an einer Außenwand, nicht neben der Heizung und wird ein- bis zweimal jährlich gelüftet; traditionell geschieht das im Herbst beim Mushiboshi. Direkter Kontakt mit unbehandeltem Holz ist zu vermeiden, weil Harz und Gerbstoffe abfärben; in Japan dient Paulownienholz (Kiri), das harzarm ist und Feuchtigkeit reguliert. Mottenschutz aus Zedernholz gehört in ein Säckchen, nie direkt auf den Stoff. Der Kimono wird alle paar Monate an einer anderen Stelle gefaltet, damit sich Knicke nicht einprägen und vergilben.

Kimono Beige: Größen und Maße

Japanische Kimono werden nach Körpergröße und Yuki bemessen, dem Maß von der Rückenmitte bis zum Ärmelsaum. Für Damen entspricht die Kimono-Länge Mitake etwa der Körpergröße; das Yuki liegt näherungsweise bei Körpergröße mal 0,4 plus 3 cm.

Körpergröße Damen Mitake (Länge) Yuki Hüftumfang bis Tanmono-Bedarf
150 bis 156 cm 150 bis 156 cm 63 bis 66 cm 94 cm 11,5 m
157 bis 163 cm 157 bis 163 cm 66 bis 68 cm 98 cm 12 m
164 bis 170 cm 164 bis 170 cm 68 bis 71 cm 102 cm 12,5 m
171 bis 176 cm 171 bis 176 cm 71 bis 73 cm 106 cm 13 m
über 176 cm Maßanfertigung 73 cm und mehr Maßanfertigung 13 m und mehr

Kimono Beige für Herren: Maße

Beim Herrenkimono gilt Mitake gleich Körpergröße minus 25 bis 30 cm, das Yuki liegt bei 70 bis 74 cm. Samue und Jinbei werden in Konfektionsgrößen M bis 3L angeboten; die Jacke endet an der Hüfte, die Hose des Samue am Knöchel, die Shorts des Jinbei am Knie.

Kimono Beige in westlichen Größen

Kimonojacken und Strandkimono werden in S bis XL oder als Einheitsgröße geführt. Entscheidend ist die Rückenlänge: 65 bis 80 cm für Jacken, 90 bis 110 cm für Midi, 120 bis 145 cm für Maxi. Bei Leinen und Musselin ist ein Einlaufen von 3 bis 5 Prozent bei der ersten Wäsche einzurechnen, sofern der Stoff nicht vorgewaschen ist.

Häufige Fragen zu Kimono Beige

Was bedeutet Kinari bei einem Kimono Beige?

Kinari ist die Naturfarbe der ungefärbten und ungebleichten Faser. Bei Baumwolle ist das ein gebrochenes Weiß, bei Hanf ein Graubeige, bei Seide ein Gelbbeige. Kinari ist kein Farbstoff, sondern ein Zustand; deshalb schwankt der Ton von Stoff zu Stoff und hellt sich bei Baumwolle mit jeder Wäsche etwas auf, weil Wachse und Pektine ausgewaschen werden.

Ist ein Kimono Beige formell oder für den Alltag?

Beides, je nach Gewebe und Wappen. Ein Iromuji aus glatter Seide mit einem Familienwappen ist formell genug für die Teezeremonie und Empfänge. Derselbe Ton als Tsumugi ohne Wappen ist Alltagskleidung, und als Baumwoll-Yukata gehört er zum Sommerfest. Die Farbe selbst legt den Formalitätsgrad nicht fest.

Welcher Obi passt zu einem Kimono Beige?

Fast jeder, solange er dunkler oder deutlich farbiger ist als der Kimono. Schwarz mit Gold für formelle Anlässe, Indigo oder Dunkelbraun für den Alltag, Bengara-Rot oder Moosgrün für Herbst und Teezeremonie. Ein beiger oder weißer Obi funktioniert nur mit farbigem Kragen und farbigem Obijime, sonst fehlt der Kontrast.

Warum vergilbt ein beiger Kimono und wie lässt sich das verhindern?

Durch Licht, Schweiß, Hautfett und säurehaltiges Papier oder Holz bei der Lagerung. Vorbeugung: Kragen nach dem Tragen abtupfen, Han-eri regelmäßig wechseln, säurefreie Tatōshi verwenden, keine Plastikhüllen, dunkel und trocken lagern, ein- bis zweimal im Jahr lüften und die Faltstellen wechseln. Leinen und Baumwolle dürfen zur Aufhellung in die Sonne, Seide nicht.

Was ist Tsumugi und warum ist ein Kimono daraus oft beige?

Tsumugi ist handgewebte Seide aus Fäden, die aus Seidenwatte von Hand gezogen werden. Die Watte wird nicht vollständig entbastet, deshalb bleibt ein natürliches Beige. Bekannte Herkünfte sind Yūki, Shiozawa und Ushikubi. Tsumugi gilt trotz hoher Preise als Alltagskleidung und wird mit jedem Tragen weicher.

Passt ein Kimono Beige zu jedem Hauttyp?

Nicht jedes Beige zu jedem. Warme Hauttöne wirken vor kühlem, gräulichem Beige klarer, kühle Hauttöne vor warmem, rötlichem Beige. Liegt das Beige zu nah am eigenen Hautton, hilft ein weißer oder farbiger Kragen und ein dunkler Obi. Strukturierte Stoffe wie Tsumugi oder Leinen sind unkritischer als glatte.

Kann ein Kimono Beige in der Maschine gewaschen werden?

Baumwolle, Leinen und Polyester ja, im Schonprogramm bei 30 Grad und mit einem Waschmittel ohne optische Aufheller, damit der Naturton erhalten bleibt. Seide, Tsumugi und alle gefütterten Kimono gehören in die Textilreinigung. Viskose und Musselin vertragen eine kurze Handwäsche und werden feucht in Form gezogen.

Glossar zum Kimono Beige

  • Asa: Sammelbegriff für Hanf, Ramie und Leinen.
  • Bashōfu: Gewebe aus der Faserbanane, Ryūkyū-Inseln.
  • Chōji: Gewürznelke, Farbstoff des Kōzome.
  • Edo-komon: sehr feines Schablonenmuster, aus der Ferne einfarbig.
  • Fudangi: Alltagskleidung, Kategorie des Tsumugi.
  • Han-eri: auswechselbarer Kragen des Nagajuban.
  • Iromuji: einfarbiger Kimono ohne Muster.
  • Jōfu: feinstes handgesponnenes Ramie-Gewebe.
  • Kasuri: Ikat, vor dem Weben gefärbte Fäden.
  • Kinari: Naturfarbe der ungefärbten Faser.
  • Kōiro, Usukō, Kokikō: mittleres, helles und dunkles Beige aus Kōzome.
  • Kōzome: Färbung mit Gewürznelken und Räucherwerk.
  • Mawata: Seidenwatte, Ausgangsmaterial des Tsumugi.
  • Michiyuki: Kimonomantel mit eckigem Ausschnitt.
  • Mushiboshi: jährliches Lüften der Kimono.
  • Nagajuban: Unterkimono, meist weiß oder hell.
  • Namakabe-iro: graues Beige, „frischer Lehmputz“.
  • Neri: Entbasten der Seide.
  • Shibui: herbe, zurückhaltende Schönheit.
  • Shiromuku: weißer Brautkimono in Shironeri.
  • Shironeri: warmes Weiß entbasteter Seide.
  • Tatōshi: Aufbewahrungsumschlag aus Japanpapier.
  • Torinoko-iro: Eierschalenbeige.
  • Tsumugi: handgewebte Seide aus handgezogenem Faden.
  • Wabi: Schönheit des Einfachen, Prinzip der Teezeremonie.
  • Yuki: Maß von der Rückenmitte bis zum Ärmelsaum.

Kimono Beige: das Wichtigste in Kürze

Ein Kimono Beige ist in Japan zuerst die Farbe der ungefärbten Faser, Kinari, und der entbasteten Seide, Shironeri, dann die bewusst gefärbte Duftfarbe Kōzome. Beige trägt keine eigene Jahreszeit und keine feste Symbolik; Gewebe und Wappen bestimmen Saison und Anlass. Tsumugi, ungebleichte Baumwolle und Naturleinen sind die typischen Stoffe, Edo-komon, Kasuri und Yūzen die typischen Muster. Am Obi braucht Beige Kontrast, am Kragen Weiß oder Farbe, und beim Teint einen Unterton, der sich von der Haut unterscheidet. Helle Stoffe vergilben durch Licht, Schweiß und Säure, weshalb Lagerung und Kragenpflege beim beigen Kimono wichtiger sind als das Waschen selbst. Für die verwandten Farben sind die Übersichten zu Weiß und Braun die passende Ergänzung.