Kimono Pyjama – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Kimono Pyjama ist Nachtwäsche im Schnitt japanischer Wickelgewänder: ein Oberteil mit überlappenden Vorderteilen, das mit Bändern statt Knöpfen geschlossen wird, gerade angesetzte weite Ärmel und ein flacher Kragenstreifen, dazu eine Hose mit Bund oder, beim Einteiler, ein knielanges bis knöchellanges Gewand mit Gürtel. Die japanischen Vorbilder sind der Jinbei, ein zweiteiliger Sommerhausanzug aus Jacke und kurzer Hose, der Samue, der Arbeitsanzug buddhistischer Mönche mit langer Hose, und der Nemaki, das einteilige Schlafgewand, das in Hotels und Gasthäusern bereitliegt. Typische Stoffe sind Baumwollgaze, Seersucker, Leinen und Hanf für den Sommer, Flanell und Jersey für den Winter, Seide und Satin für leichte Modelle.

Dieser Überblick beschreibt die drei japanischen Vorbilder und ihre Unterschiede, den Aufbau von Zweiteilern und Einteilern, die Abgrenzung zum Morgenmantel und zum Bademantel, die üblichen Materialien mit ihren Eigenschaften, Schnitte für Damen, Herren und Kinder, eine Größentabelle in Zentimetern, das Binden der Innen- und Außenbänder, die Pflege von Baumwollgaze und Seide sowie Jahreszeiten und Einsatzbereiche. Häufige Fragen und ein Glossar der japanischen Begriffe schließen den Text ab.

Was ist ein Kimono Pyjama?

Der Begriff fasst mehrere Kleidungsstücke zusammen, die den Wickelschnitt des Kimonos auf Nachtwäsche übertragen. Gemeinsam sind ihnen die überlappenden Vorderteile, der durchgehende Kragenstreifen (Eri), die geraden Ärmel ohne Bündchen und der Verschluss durch Bänder oder Gürtel. Anders als der Kimono selbst sind sie kurz, ungefüttert, aus waschbaren Stoffen und ohne Obi. Ein Kimono-Pyjama ist entweder ein Zweiteiler aus Wickeljacke und Hose oder ein Einteiler in Form eines knie- bis knöchellangen Schlafgewands. Im deutschen Handel werden dafür auch die Bezeichnungen Kimono Schlafanzug und Kimono Nachtwäsche verwendet; der Zweiteiler entspricht dem Schlafanzug, der Einteiler dem Nachthemd.

Jinbei, Samue und Nemaki: die japanischen Vorbilder vom Kimono Pyjama

In Japan gibt es kein Kleidungsstück, das wörtlich „Pyjama im Kimonoschnitt“ heißt. Was in Europa unter diesem Begriff verkauft wird, geht auf drei traditionelle Haus- und Arbeitsgewänder zurück, die sich in Länge der Hose, Stoffgewicht und Verwendung unterscheiden.

Jinbei: der zweiteilige Sommer-Kimono Pyjama

Der Jinbei besteht aus einer hüftlangen Wickeljacke mit kurzen oder dreiviertellangen Ärmeln und einer kurzen Hose, die knapp über oder unter dem Knie endet. Er wird aus dünner Baumwolle, Hanf oder Leinen gefertigt und im Sommer zu Hause, zum Schlafen und zu Sommerfesten (Matsuri) getragen. Ein Merkmal vieler Jinbei ist die offene Naht an Schulter und Seiten: Jacke und Ärmel sind mit einem gitterartigen Stich verbunden, durch den Luft zirkuliert. Der Jinbei gilt als Nachfolger des Jinbaori, einer ärmellosen Überjacke der Samurai; als Sommerhauskleidung ist er seit der Edo-Zeit belegt. Für Kinder ist der Jinbei in Japan die übliche Festkleidung im Sommer.

Samue: Arbeitskleidung der Mönche als Kimono Pyjama mit langer Hose

Der Samue ist die Arbeitskleidung zen-buddhistischer Mönche für Gartenarbeit, Putzen und Küchendienst (Samu). Er besteht aus einer Wickeljacke mit langen Ärmeln und einer langen Hose mit Tunnelzug und Bindeband, oft mit Bündchen an den Knöcheln. Der Stoff ist fester als beim Jinbei: dichte Baumwolle, Leinen-Baumwoll-Mischungen oder gesteppte Sashiko-Gewebe, im Winter auch Flanell oder Wollmischungen. Außerhalb der Klöster wird der Samue in Japan als Freizeit- und Hauskleidung getragen, von Töpfern und Handwerkern als Arbeitskleidung. In Europa dient er als Herbst- und Winterpyjama sowie als Hausanzug.

Nemaki: das einteilige Kimono-Schlafgewand

Der Nemaki ist ein knie- bis wadenlanges Wickelgewand mit schmalem Gürtel, das ausschließlich zum Schlafen und im Haus getragen wird. Historisch schlief man in Japan im Yukata; der Nemaki ist die vereinfachte, kürzere Form davon, mit Dreiviertelärmeln, ohne Beutelärmel und aus glatter Baumwolle oder Waffelpiqué. In Geschäftshotels ersetzt er den Yukata des Ryokan. Er ist der direkte Vorläufer des Einteilers im Kimonoschnitt, der in Europa als Nachthemd oder Schlafkimono verkauft wird.

Kimono Pyjama, Yukata, Jinbei und Samue im Vergleich

Merkmal Jinbei Samue Nemaki Yukata
Teile Jacke + kurze Hose Jacke + lange Hose Einteiler, knie- bis wadenlang Einteiler, knöchellang
Verschluss Innen- und Außenbänder Innen- und Außenbänder, Hose mit Tunnelzug Stoffgürtel Obi (Heko- oder Hanhaba-Obi)
Ärmel Kurz bis dreiviertel Lang, oft mit Bündchen Dreiviertel Lang, mit Ärmelbeutel
Stoff Dünne Baumwolle, Hanf, Leinen, Shijira Dichte Baumwolle, Sashiko, Flanell Baumwolle, Waffelpiqué, Gaze Baumwolle glatt, bedruckt
Flächengewicht (ca.) 100–160 g/m² 180–300 g/m² 120–220 g/m² 110–160 g/m²
Jahreszeit Sommer Herbst bis Frühling Ganzjährig Sommer
Verwendung in Japan Haus, Schlaf, Sommerfest Arbeit, Haus, Freizeit Schlaf, Hotel Haus, Fest, Ryokan
Entsprechung in Europa Sommerschlafanzug Winterschlafanzug, Hausanzug Nachthemd Sommerkimono

Der Yukata ist kein Pyjama, auch wenn er im Ryokan zum Schlafen getragen wird; er ist länger, wird mit Obi gebunden und ist für das Verlassen des Hauses geeignet. Eine ausführliche Darstellung steht unter Yukata.

Kimono Schlafanzug als Zweiteiler: Wickeloberteil und Hose

Der Zweiteiler ist die häufigste Form. Er folgt dem Aufbau von Jinbei und Samue: Das Oberteil ist eine hüft- bis oberschenkellange Wickeljacke, die Hose hat einen elastischen Bund oder einen Tunnelzug mit Band. Beide Teile sind aus demselben Stoff gefertigt; bei Sets für Paare unterscheiden sich Damen- und Herrenausführung in Gesamtweite, Ärmellänge und Hosenlänge. Wer Oberteil und Hose getrennt kombinieren möchte, findet Hosen im japanischen Schnitt unter Kimono Hose und aufeinander abgestimmte Kombinationen unter Kimono Set.

Das Wickeloberteil beim Kimono Pyjama: Bänder, Kragen, Ärmel

Das Oberteil hat zwei Verschlusspaare: ein Innenband, das das rechte Vorderteil an der linken Seitennaht innen fixiert, und ein Außenband, das das linke Vorderteil außen an der rechten Seitennaht hält. Diese doppelte Bindung sorgt dafür, dass die Jacke im Schlaf geschlossen bleibt, ohne dass ein Gürtel um die Taille läuft. Der Kragen ist ein 4 bis 6 cm breiter Streifen, der von Saum zu Saum um den Nacken führt. Die Ärmel sind gerade angesetzt; beim Jinbei kurz bis dreiviertel mit einer Saumweite von 25 bis 35 cm, beim Samue lang und oft mit Bündchen, damit sie bei der Arbeit nicht stören. Taschen sitzen aufgesetzt in Hüfthöhe oder als Brusttasche links.

Die Hose beim Kimono Pyjama: kurz, dreiviertel oder lang

Beim Jinbei endet die Hose 5 bis 10 cm über dem Knie, bei manchen Modellen knapp darunter; der Bund ist elastisch oder mit Tunnelzug. Beim Samue ist die Hose lang, mit weitem gerade geschnittenem Bein und häufig mit Rippbündchen am Knöchel; der Bund kombiniert Gummizug mit einem Bindeband, das außen oder innen geknotet wird. Bei europäischen Sets ist eine Dreiviertelhose verbreitet, die zwischen beiden liegt. Die Schrittlänge ist beim japanischen Schnitt tiefer als bei westlichen Pyjamahosen, damit die Hose beim Sitzen auf dem Boden nicht spannt.

Kimono Nachtwäsche als Einteiler: Nachthemd und Schlafkimono

Der Einteiler folgt dem Nemaki: ein Wickelgewand in Knie- bis Wadenlänge mit Dreiviertelärmeln, einem Innenband und einem schmalen Stoffgürtel. Er wird auf nackter Haut oder über Unterwäsche getragen und ersetzt das Nachthemd. Gegenüber einem Nachthemd zum Überziehen hat er den Vorteil, dass er sich vorn vollständig öffnen lässt, was im Wochenbett, im Krankenhaus und bei eingeschränkter Beweglichkeit der Schultern von Bedeutung ist. Die Kimono Nachtwäsche in dieser Form wird aus Baumwollgaze, Batist, Jersey oder Seide gefertigt; Waffelpiqué ist die Hotelvariante. Vom Morgenmantel unterscheidet sich der Schlafkimono durch geringere Länge, schmaleren Gürtel und dünneren Stoff sowie dadurch, dass er nicht über weiterer Nachtwäsche getragen wird.

Kimono Pyjama oder Kimono Morgenmantel: der Unterschied

Beide teilen den Wickelschnitt, erfüllen aber verschiedene Aufgaben. Der Pyjama ist die Schicht, in der geschlafen wird: dünn, waschbar bei 40 bis 60 °C, mit Hose oder als kurzer Einteiler, mit Bändern, die im Liegen nicht drücken. Der Morgenmantel ist die Schicht darüber, für die Zeit zwischen Aufstehen und Ankleiden: länger, aus fließenderen Stoffen wie Satin oder Viskose, mit breiterem Gürtel und Taschen. Ein Zweiteiler aus Baumwollgaze und ein Morgenmantel aus Satin ergeben zusammen die vollständige Nachtgarderobe im japanischen Schnitt; die Ausführungen zum Morgenmantel stehen unter Kimono Morgenmantel Damen. Der Bademantel ist ein drittes Kleidungsstück: saugfähig, aus Frottee oder Waffelpiqué, für feuchte Haut nach dem Duschen, beschrieben unter Kimono Bademantel Damen.

Materialien für den Kimono Pyjama: Baumwollgaze, Shijira, Leinen, Seide

Nachtwäsche liegt direkt auf der Haut und wird acht Stunden am Stück getragen. Entscheidend sind daher Feuchtigkeitsaufnahme, Luftdurchlässigkeit und Waschbarkeit. Die folgende Tabelle nennt die üblichen Stoffe für Pyjamas im japanischen Schnitt.

Material Flächengewicht (ca.) Griff Jahreszeit Pflege Typisch für
Baumwoll-Doppelgaze (Musselin) 110–160 g/m² Weich, luftig, leicht gekreppt Frühling bis Herbst 40 °C, kein Bügeln nötig Jinbei, Nemaki, Kinder
Dreifach- und Vierfachgaze 170–240 g/m² Weich, wattig, wärmer Ganzjährig 40 °C Winter-Jinbei, Einteiler
Shijira-ori (Seersucker) 100–140 g/m² Gekräuselt, liegt nicht an Sommer 40 °C, kein Bügeln Jinbei
Leinen, Hanf (Asa) 120–200 g/m² Kühl, fest, knittert Sommer 40 °C Jinbei, Samue leicht
Baumwolle dicht (Popeline, Twill, Sashiko) 160–300 g/m² Glatt bis fest Herbst, Winter 40–60 °C Samue
Flanell (Baumwolle geraut) 170–220 g/m² Weich, warm Winter 40 °C Samue, Einteiler
Jersey, Modal 140–200 g/m² Dehnbar, weich Ganzjährig 40 °C Einteiler, Nachthemd
Seide, Satin 60–100 g/m² Glatt, kühl, fließend Ganzjährig 30 °C Handwäsche Zweiteiler, Nachthemd

Doppelgaze und Musselin beim Kimono Pyjama

Doppelgaze besteht aus zwei locker gewebten Baumwolllagen, die in regelmäßigen Abständen miteinander verbunden sind. Zwischen den Lagen bleibt Luft, wodurch der Stoff wärmer ist, als sein Gewicht vermuten lässt, und Feuchtigkeit schnell von der Haut wegführt. Nach dem ersten Waschen kräuselt sich die Oberfläche und wird weicher; Bügeln ist nicht vorgesehen. In Japan ist Gaze der übliche Stoff für Säuglingskleidung und Sommerschlafanzüge. Dreifach- und Vierfachgaze eignen sich für die Übergangszeit und für Menschen, die nachts frieren, aber keinen Flanell mögen.

Shijira-ori und Seersucker: der knitterfreie Kimono Pyjama für heiße Nächte

Shijira-ori ist ein Baumwollgewebe aus der Präfektur Tokushima, bei dem unterschiedlich gespannte Kettfäden nach dem Waschen eine dauerhaft gekräuselte Oberfläche erzeugen. Der Stoff liegt nur punktuell auf der Haut auf, lässt Luft zirkulieren und klebt bei Hitze nicht. Europäischer Seersucker erreicht dieselbe Wirkung mit Streifen aus gekräuselten und glatten Bahnen. Beide Stoffe müssen nicht gebügelt werden, trocknen schnell und sind deshalb für Jinbei und Sommernächte über 25 °C besonders geeignet.

Leinen, Hanf, Flanell und Seide beim Kimono-Pyjama

Leinen und Hanf (japanisch Asa) waren vor der Verbreitung der Baumwolle die Standardfasern für Sommerkleidung in Japan. Sie leiten Wärme gut ab, nehmen viel Feuchtigkeit auf und fühlen sich kühl an; sie knittern stark, was bei Nachtwäsche keine Rolle spielt. Flanell ist ein einseitig oder beidseitig aufgerautes Baumwollgewebe, das Luft im Flor speichert und für Winter-Samue verwendet wird. Seide als Zweiteiler ist glatt, kühl und leicht, verlangt aber Handwäsche und ist gegen Schweiß empfindlich; sie wird eher für Nachthemden als für Schlafanzüge zum Alltagsgebrauch gewählt. Weitere Angaben zu Seidenqualitäten stehen unter Kimono Seide Damen.

Kimono Pyjama Damen: Schnitt, Länge, Passform

Damenmodelle im Jinbei-Schnitt haben eine Jackenlänge von 60 bis 70 cm, die etwa auf Höhe des Oberschenkelansatzes endet, und eine Hose mit 30 bis 40 cm Innenbeinlänge bei kurzen Modellen. Die Gesamtweite der Jacke liegt 20 bis 26 cm über dem Brustumfang. Einteiler für Damen sind 95 bis 120 cm lang und haben Dreiviertelärmel. Die Taille wird bei Damenmodellen etwas höher angesetzt als bei Herrenmodellen; das Außenband sitzt auf Taillenhöhe. Unifarbene Gaze in Weiß, Grau, Salbei, Rosé und Indigo sowie kleinteilige japanische Muster (Kirschblüten, Wellen, Hasen) sind verbreitet. Ein Schlafanzug aus dünner Gaze ist im Sommer auch mit kurzer Hose blickdicht, sofern der Stoff mindestens zweilagig ist.

Kimono Schlafanzug Herren: Jinbei und Samue in Männergrößen

Ein Kimono Schlafanzug für Herren folgt in der Regel dem Jinbei oder dem Samue. Die Jacke ist 70 bis 80 cm lang und endet auf der Mitte des Oberschenkels, die Gesamtweite liegt 24 bis 30 cm über dem Brustumfang, die Ärmel sind beim Jinbei kurz bis dreiviertel, beim Samue lang. Die kurze Hose endet knapp über dem Knie, die lange Hose hat 75 bis 85 cm Innenbeinlänge und oft Bündchen. Herrenmodelle sind fast durchweg unifarben in Indigo, Marine, Anthrazit, Grau, Oliv und Naturweiß oder mit feinen Streifen und Karos (Ichimatsu) gemustert. In Japan tragen Männer den Jinbei im Sommer auch außer Haus, etwa zum Feuerwerk, und den Samue als Freizeit- und Arbeitskleidung; als Schlafanzug ist der Übergang fließend.

Kimono Pyjama für Kinder: Jinbei zum Sommerfest und zum Schlafen

Für Kinder ist der Jinbei in Japan die übliche Kleidung für Sommerfeste und zugleich der Sommerschlafanzug. Kindermodelle bestehen aus dünner Baumwolle oder Doppelgaze, haben kurze Ärmel und eine kurze Hose mit Gummizug und werden in Körpergrößen von 80 bis 140 cm angeboten. Die Bänder sind kurz, damit sie sich nicht lösen; bei Modellen für Kleinkinder ersetzen Druckknöpfe das Innenband. Muster für Kinder sind Goldfische, Windglöckchen (Furin), Feuerwerk, Wassermelonen und Dinosaurier. Ein Jinbei aus Gaze lässt sich bei 60 °C waschen und trocknet in wenigen Stunden, was ihn für Kindergarten und Reise praktisch macht. Weitere Kindermodelle im japanischen Schnitt stehen unter Kimono Kinder.

Größentabelle Kimono Pyjama in cm

Zweiteiler im japanischen Schnitt werden häufig in Unisex-Größen angeboten, bei denen Brustumfang und Körpergröße maßgeblich sind. Die Werte gelten für Jinbei- und Samue-Schnitte aus Baumwolle; Hersteller weichen um einige Zentimeter ab.

Größe Konfektion Damen / Herren Brustumfang Körper Körpergröße Jackenlänge Jackenweite gesamt Hose kurz (Innenbein) Hose lang (Innenbein)
XS 32–34 / – 78–84 cm 155–163 cm 62 cm 104 cm 30 cm 68 cm
S 36–38 / 44–46 84–92 cm 160–170 cm 66 cm 112 cm 32 cm 72 cm
M 40–42 / 48–50 92–100 cm 166–178 cm 70 cm 120 cm 34 cm 76 cm
L 44–46 / 52–54 100–108 cm 172–184 cm 74 cm 128 cm 36 cm 80 cm
XL 48–50 / 56–58 108–116 cm 176–190 cm 77 cm 136 cm 37 cm 83 cm
XXL 52–54 / 60–62 116–124 cm 178–194 cm 80 cm 144 cm 38 cm 85 cm

Wie fällt ein Kimono Pyjama aus?

Der Wickelschnitt ist weit und verzeiht Abweichungen; entscheidend ist, dass die Jacke im Sitzen und Liegen geschlossen bleibt, also mindestens 20 cm überlappt. Baumwollgaze und Shijira laufen beim ersten Waschen um 3 bis 6 Prozent ein, vor allem in der Länge; bei ungewaschener Ware ist die größere Größe zu wählen. Leinen und Hanf laufen 2 bis 4 Prozent ein, Jersey und Seide kaum. Bei Körpergrößen über 190 cm ist auf Modelle mit verlängerter Jacke (ab 78 cm) und langer Hose ab 85 cm Innenbeinlänge zu achten; japanische Originalgrößen fallen im Durchschnitt kürzer aus als europäische.

Kimono Pyjama anziehen und binden: Innen- und Außenbänder

  1. Hose anziehen und den Tunnelzug so binden, dass der Bund auf der Hüfte sitzt; der Knoten liegt vorn oder seitlich.
  2. Jacke überziehen, Kragen so legen, dass die Rückenmitte auf der Wirbelsäule sitzt.
  3. Rechtes Vorderteil an den Körper legen und das Innenband an der linken Seitennaht innen mit einer Schleife binden.
  4. Linkes Vorderteil darüberlegen (links über rechts, wie bei allen japanischen Wickelgewändern).
  5. Außenband an der rechten Seitennaht mit einer Schleife binden; die Schleife sitzt seitlich, nicht auf dem Bauch, damit sie im Liegen nicht drückt.
  6. Kragen glatt streichen; beim Einteiler zusätzlich den Gürtel in der Taille schließen.

Zum Ausziehen werden nur die beiden Außenschleifen gelöst. Wer Bänder im Schlaf als störend empfindet, wählt Modelle mit Druckknöpfen unter dem Außenband oder einen Einteiler mit Gürtel.

Kimono Pyjama waschen und pflegen

Nachtwäsche nimmt Schweiß und Hautfett auf und wird nach zwei bis vier Nächten gewaschen, im Sommer häufiger. Der Wickelschnitt ohne Knöpfe und Reißverschlüsse ist in der Maschine unproblematisch; die Bänder sollten vor dem Waschen locker verknotet werden, damit sie sich nicht um andere Wäschestücke wickeln.

Baumwollgaze und Shijira vom Kimono-Pyjama waschen

  • Bei 40 °C im Normal- oder Pflegeleichtprogramm, weiße Gaze bei Bedarf 60 °C.
  • Schleudern bei höchstens 800 bis 1 000 Umdrehungen, damit die Lagen der Gaze nicht verziehen.
  • Nach dem Waschen ausschütteln und in Form ziehen; Gaze und Shijira werden nicht gebügelt, die Kräuselung ist gewollt.
  • Trockner bei niedriger Temperatur möglich; Gaze wird dadurch weicher, läuft aber stärker ein.
  • Kein Weichspüler bei Gaze: Er senkt die Feuchtigkeitsaufnahme.

Seide und Leinen beim Kimono Pyjama pflegen

  • Seide: Handwäsche bei 30 °C mit Seidenwaschmittel, nicht wringen, liegend trocknen, auf links leicht feucht bügeln.
  • Leinen und Hanf: 40 °C, im Trockner nur antrocknen, dann aufhängen; bei Bedarf feucht bügeln.
  • Flanell: 40 °C auf links, damit der Flor nicht verfilzt; nicht zu heiß trocknen.
  • Indigogefärbte Baumwolle in den ersten Wäschen separat waschen; sie färbt ab.

Kimono Pyjama nach Jahreszeit

  • Sommer: Jinbei aus Shijira, Doppelgaze, Leinen oder Hanf mit kurzer Hose und kurzen Ärmeln; bei Nächten über 25 °C ist gekräuselter Stoff angenehmer als glatter.
  • Frühling und Herbst: Dreifachgaze oder Popeline mit Dreiviertelhose oder langer Hose; Einteiler aus Gaze in Wadenlänge.
  • Winter: Samue aus Flanell, dichter Baumwolle oder Sashiko-Gewebe mit langer Hose und Bündchen; darunter ein langärmeliges Unterhemd, darüber ein Haori oder Hanten, wenn das Schlafzimmer kühl ist.
  • Ganzjährig in beheizten Wohnungen: Jersey- oder Modal-Zweiteiler, die dehnbar sind und wenig Pflege benötigen.

Kimono Nachtwäsche im Alltag: Schlafen, Homeoffice, Krankenhaus, Reise

Der Wickelschnitt hat außerhalb des Schlafzimmers einige praktische Anwendungen. Im Homeoffice wird ein Samue aus dichter Baumwolle in Japan als Hausanzug getragen, der bei einem Videoanruf nicht als Schlafanzug auffällt. Im Krankenhaus, in der Reha und im Wochenbett erleichtert das vorn vollständig zu öffnende Oberteil Untersuchungen, das Stillen und das Anziehen bei eingeschränkter Schulterbeweglichkeit; einige Kliniken in Japan geben deshalb Nemaki statt Flügelhemden aus. Auf Reisen ist ein Jinbei aus Gaze mit 250 bis 350 g Gesamtgewicht platzsparend und trocknet über Nacht. Im Sommer wird Kimono Nachtwäsche im Jinbei-Schnitt in Japan auch auf dem Balkon, im Garten und zum Sommerfest getragen; in Europa entspricht das dem Tragen eines Leinenzweiteilers am Strand oder auf dem Campingplatz.

Farben und Muster beim Kimono Pyjama

Traditionell ist Indigoblau (Aizome) die Farbe von Jinbei und Samue, weil Indigo als insektenabweisend galt und Arbeitskleidung robust färbte. Daneben sind Naturweiß, Grau, Schwarz, Oliv und Braun verbreitet. Muster für Erwachsene sind klein und geometrisch: Schachbrett (Ichimatsu), Wellen (Seigaiha), Pfeilfedern (Yagasuri), Hanfblatt (Asanoha), feine Streifen (Shima) und Punkte (Mame-shibori). Für Kinder sind figürliche Motive üblich. Europäische Sets aus Gaze sind häufiger unifarben in Pastelltönen. Bei gemusterten Modellen ist auf die Druckart zu achten: Eingewebte Muster und Reservefärbungen halten länger als Pigmentdruck, der nach vielen Wäschen aufhellt.

Kimono Pyjama auswählen: objektive Kriterien

  1. Form: Zweiteiler mit kurzer Hose (Jinbei), Zweiteiler mit langer Hose (Samue) oder Einteiler (Nemaki), je nach Jahreszeit und Schlafgewohnheit.
  2. Faser und Gewebe: Doppelgaze, Shijira, Leinen, Hanf, Popeline, Flanell, Jersey oder Seide; Flächengewicht in g/m².
  3. Lagenzahl bei Gaze: zwei Lagen für den Sommer, drei bis vier für die Übergangszeit.
  4. Verschluss: Innen- und Außenband, Druckknöpfe, Gürtel; Position der Schleife seitlich.
  5. Maße in cm: Jackenlänge, Jackenweite, Innenbeinlänge, abgestimmt auf Körpergröße und Brustumfang.
  6. Bund der Hose: Gummizug, Tunnelzug oder beides; Bündchen am Knöchel beim Samue.
  7. Waschtemperatur laut Etikett: 40 °C Standard, 60 °C für weiße Baumwolle, Handwäsche für Seide.
  8. Einlaufverhalten: vorgewaschen oder nicht; bei ungewaschener Gaze eine Größe mehr.
  9. Zertifikate wie OEKO-TEX Standard 100 oder GOTS, wenn Schadstoffprüfung oder Bio-Baumwolle gewünscht sind.

Kimono Pyjama, Kimono Schlafanzug, Kimono Nachtwäsche: Begriffe und Schreibweisen

Die drei deutschen Bezeichnungen überschneiden sich: Kimono Pyjama und Kimono Schlafanzug meinen in der Regel den Zweiteiler, Kimono Nachtwäsche ist der Oberbegriff, der auch Nachthemden und Schlafkimonos einschließt. Korrekt zusammengesetzt lautet das Wort Kimono-Pyjama beziehungsweise Kimono-Schlafanzug. Die japanischen Namen bezeichnen genauer: Jinbei (Jacke und kurze Hose, Sommer), Samue (Jacke und lange Hose, Arbeits- und Hauskleidung), Nemaki (einteiliges Schlafgewand). Nicht dazu gehören der Yukata (Sommerkimono mit Obi), der Haori (Überjacke), der Happi (Festjacke mit Aufdruck) und der Hanten (wattierte Winterjacke), auch wenn Hanten und Haori im Winter über dem Schlafanzug getragen werden.

Häufige Fragen zu Kimono Pyjama

Was ist ein Kimono Pyjama genau?

Nachtwäsche im Wickelschnitt des Kimonos: ein Oberteil mit überlappenden Vorderteilen, geraden Ärmeln und Bandverschluss, dazu eine Hose, oder ein einteiliges Schlafgewand mit Gürtel. Die Vorbilder sind der japanische Jinbei mit kurzer Hose, der Samue mit langer Hose und der Nemaki als Einteiler. Übliche Stoffe sind Baumwollgaze, Seersucker, Leinen, Flanell und Seide.

Worin unterscheiden sich Jinbei und Samue als Kimono Pyjama?

Der Jinbei hat kurze Ärmel und eine kurze Hose, besteht aus dünner Baumwolle, Hanf oder Shijira und ist Sommerkleidung. Der Samue hat lange Ärmel, eine lange Hose mit Bündchen und besteht aus dichterer Baumwolle, Sashiko-Gewebe oder Flanell; er stammt aus der Arbeitskleidung zen-buddhistischer Mönche und eignet sich für Herbst und Winter.

Ist ein Kimono Schlafanzug für den Winter geeignet?

Ja, in der Form des Samue: lange Hose mit Knöchelbündchen, lange Ärmel, Flanell oder dichte Baumwolle mit 180 bis 300 g/m². Dreifach- und Vierfachgaze sind eine Alternative für Menschen, die keinen Flanell mögen. In kühlen Schlafzimmern wird darüber ein Hanten oder Haori getragen. Der Jinbei mit kurzer Hose ist nur für den Sommer gedacht.

Wie wird das Oberteil beim Kimono-Pyjama gebunden?

Zuerst wird das rechte Vorderteil an den Körper gelegt und das Innenband an der linken Seitennaht innen verknotet. Dann kommt das linke Vorderteil darüber, und das Außenband wird an der rechten Seitennaht mit einer Schleife geschlossen. Die Schleife sitzt seitlich, damit sie im Liegen nicht drückt. Links liegt über rechts, wie bei allen japanischen Wickelgewändern.

Welches Material ist für Kimono Nachtwäsche im Sommer am besten?

Shijira-ori oder Seersucker, weil die gekräuselte Oberfläche nur punktuell auf der Haut aufliegt und Luft zirkulieren lässt, sowie Doppelgaze, Leinen und Hanf, die Feuchtigkeit schnell aufnehmen und abgeben. Glatte Baumwolle klebt bei starkem Schwitzen, Polyestersatin staut Wärme. Seide ist kühl, aber schweißempfindlich und pflegeaufwendig.

Kann ein Kimono Pyjama auch tagsüber getragen werden?

Jinbei und Samue sind in Japan Haus- und Freizeitkleidung und werden im Sommer auch außer Haus getragen, etwa zu Sommerfesten. Ein Samue aus dichter Baumwolle in dunkler Farbe unterscheidet sich optisch kaum von einem Leinenanzug und eignet sich für Homeoffice, Garten und Balkon. Dünne Gaze und Seide bleiben dagegen erkennbar Nachtwäsche.

Welche Größe beim Kimono-Pyjama für große Menschen?

Ab 190 cm Körpergröße sollte die Jackenlänge mindestens 78 cm und die Innenbeinlänge der langen Hose mindestens 85 cm betragen. Japanische Originalgrößen sind auf kleinere Durchschnittsgrößen ausgelegt und fallen kürzer aus; hier ist eine bis zwei Größen mehr zu wählen und die Weite über die Bänder anzupassen. Bei ungewaschener Gaze ist zusätzlich Einlaufen von 3 bis 6 Prozent einzuplanen.

Wie wird ein Kimono Pyjama aus Baumwollgaze gewaschen?

Bei 40 °C im Normal- oder Pflegeleichtprogramm, ohne Weichspüler, mit höchstens 800 bis 1 000 Umdrehungen geschleudert. Danach ausschütteln, in Form ziehen und hängend trocknen; Bügeln ist nicht nötig, weil die Kräuselung zum Stoff gehört. Weiße Gaze verträgt 60 °C. Der Trockner macht Gaze weicher, verstärkt aber das Einlaufen.

Glossar: Begriffe rund um den Kimono Pyjama

  • Jinbei: Zweiteiliger Sommerhausanzug aus Wickeljacke und kurzer Hose, aus Baumwolle, Hanf oder Leinen.
  • Samue: Arbeitsanzug zen-buddhistischer Mönche aus Wickeljacke und langer Hose; heute Haus- und Freizeitkleidung.
  • Nemaki: Einteiliges Schlafgewand im Kimonoschnitt, knie- bis wadenlang, mit Gürtel.
  • Yukata: Ungefütterter Sommerkimono aus Baumwolle, mit Obi gebunden.
  • Hanten: Wattierte kurze Winterjacke, über Schlafanzug oder Hauskleidung getragen.
  • Haori: Kurze, offen getragene Überjacke.
  • Samu: Körperliche Arbeit im Zen-Kloster, nach der der Samue benannt ist.
  • Eri: Der Kragenstreifen des Kimonos und seiner Ableitungen.
  • Himo: Bindeband; Innen- und Außenbänder am Jinbei und Samue.
  • Shijira-ori: Gekräuseltes Baumwollgewebe aus Tokushima, das japanische Gegenstück zum Seersucker.
  • Sashiko-ori: Festes, gesteppt wirkendes Baumwollgewebe, für Samue und Kampfsportjacken.
  • Asa: Sammelbegriff für Hanf- und Leinenfasern.
  • Aizome: Traditionelle Indigofärbung.
  • Asanoha: Hanfblattmuster aus sechseckigen Sternen, häufig auf Kinder- und Nachtwäsche.
  • Matsuri: Sommerfest, zu dem Jinbei und Yukata getragen werden.

Kimono Pyjama: Zusammenfassung

Ein Kimono Pyjama überträgt den Wickelschnitt japanischer Gewänder auf Nachtwäsche: als Zweiteiler nach dem Vorbild von Jinbei (kurze Hose, Sommer) und Samue (lange Hose, Winter) oder als Einteiler nach dem Nemaki. Das Oberteil wird mit Innen- und Außenband geschlossen, links über rechts, ohne Knöpfe und ohne Gürtel um die Taille. Baumwollgaze, Shijira, Leinen und Hanf sind die Stoffe für warme Nächte, Flanell und dichte Baumwolle für kalte, Seide für leichte Nachthemden. Bei der Auswahl zählen Form, Faser, Lagenzahl der Gaze, Maße in Zentimetern, Verschlussart und Waschtemperatur. Mit Wäsche bei 40 °C ohne Weichspüler und ohne Bügeln bleibt ein Kimono-Pyjama aus Gaze über viele Jahre weich und formstabil.