Kimono Set – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Kimono Set bezeichnet ein zusammengehöriges Ensemble aus zwei oder mehr Kleidungsstücken der japanischen Bekleidungstradition, die aufeinander abgestimmt sind und gemeinsam getragen werden. Die bekanntesten Formen sind der Jinbei (Sommerzweiteiler aus Oberteil und kurzer Hose), der Samue (Arbeits- und Hausanzug aus Jacke und langer Hose), das Yukata-Set (Baumwollkimono mit Obi und häufig Sandalen) sowie das Hakama-Set (Kimono mit Hosenrock). Gemeinsam ist allen Varianten, dass Oberteil und Unterteil im selben Stoff, in derselben Farbe oder im selben Muster gefertigt sind und sich die Teile ohne zusätzliche Kleidung zu einem vollständigen Outfit ergänzen.

Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff für sehr unterschiedliche Produkte verwendet: vom traditionellen japanischen Zweiteiler über Schlafanzüge in Kimono-Form bis zu Kombinationen aus Kimonojacke und weiter Hose aus westlicher Fertigung. Dieser Text erklärt die Herkunft der einzelnen Set-Typen, ihre Bestandteile, die üblichen Materialien, das Anziehen, Größenangaben in Zentimetern sowie Reinigung und Aufbewahrung. Er grenzt das Kimono-Set außerdem von verwandten Kleidungsstücken wie Haori, Happi und dem einteiligen Kimono ab.

Was ist ein Kimono Set: Definition und Bestandteile

Der Kimono im engeren Sinn ist ein einteiliges, knöchellanges Wickelgewand mit geraden Nähten und rechteckigen Ärmeln. Er wird mit einem Obi (Gürtel) geschlossen und traditionell über einem Nagajuban (Unterkimono) getragen. Ein Kimono Set erweitert dieses Prinzip: Statt eines einzelnen Gewands besteht das Ensemble aus mehreren Teilen, die konstruktiv zusammengehören. Je nach Typ zählen dazu:

  • ein Oberteil in Wickelform mit T-förmigem Schnitt (Uwagi oder Jacke),
  • eine Hose in kurzer oder langer Form (Zubon), meist mit Gummibund oder Bindeband,
  • bei Yukata-Sets ein Obi, oft zusätzlich ein Koshihimo (Innenband) und ein Paar Geta oder Zori,
  • bei Hakama-Sets ein Hakama (plissierter Hosenrock) mit langen Bindebändern,
  • gelegentlich ein Haori (Überjacke) oder ein Tanzen (gefütterter Wintermantel) als drittes Teil.

Anders als der klassische Kimono braucht ein Zweiteiler wie Jinbei oder Samue keinen Obi: Das Oberteil wird mit innen und außen angenähten Bändern geschlossen, die Hose hält durch den Bund. Diese Konstruktion macht das Kimono-Set deutlich einfacher anzuziehen und ist der Hauptgrund für seine Verbreitung als Haus-, Freizeit- und Arbeitskleidung in Japan.

Geschichte des Kimono Set: Jinbei, Samue und Yukata

Die Bestandteile des heutigen Kimono-Sets entstanden zu unterschiedlichen Zeiten. Der Yukata geht auf das Yukatabira der Heian-Zeit zurück, ein Leinengewand, das beim Baden getragen wurde. In der Edo-Zeit wurde er zum Baumwollkleidungsstück für die Zeit nach dem Bad und schließlich zur Sommerkleidung für Feste. Der Jinbei entwickelte sich als leichte Sommerkleidung für Männer aus ärmellosen Westen der Edo-Zeit; die heute übliche Kombination aus kurzärmeligem Oberteil und kurzer Hose stammt aus dem 20. Jahrhundert. Der Samue ist die Arbeitskleidung von Zen-Mönchen, die ihn beim Samu, der körperlichen Arbeit im Kloster, tragen. Von dort verbreitete er sich als Alltagskleidung von Handwerkern, Töpfern und Köchen.

Jinbei: vom Männerkleidungsstück zum Kimono Set für alle

Bis in die 1960er-Jahre wurde der Jinbei fast ausschließlich von Männern und Kindern getragen. Seit den 1990er-Jahren gibt es ihn in Japan auch in Schnitten und Mustern für Frauen. Typisch bleibt die luftige Verarbeitung: Die Ärmel des Oberteils sind an der Schulter häufig nur mit einer lockeren Schnur (Kagari) statt einer geschlossenen Naht befestigt, damit Luft zirkulieren kann.

Samue: Mönchskleidung als Kimono Set im Alltag

Der Samue ist ursprünglich in gedeckten Farben gehalten: Indigoblau, Braun, Grau und Schwarz. Die Jacke reicht bis zur Hüfte oder zum Oberschenkel, die Hose ist knöchellang und am Bund mit Gummizug oder Band verstellbar. Da der Samue für körperliche Arbeit gedacht war, ist er aus fester Baumwolle gefertigt und robuster genäht als ein Jinbei.

Arten von Kimono Set im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet die gängigen Set-Typen nach Bestandteilen, Jahreszeit und typischem Anlass.

Set-Typ Bestandteile Jahreszeit Typischer Gebrauch
Jinbei Kurzärmeliges Oberteil, kurze Hose Sommer Zu Hause, Sommerfeste, Feuerwerk, Schlafkleidung
Samue Jacke mit langen oder dreiviertellangen Ärmeln, lange Hose Ganzjährig Handwerk, Gartenarbeit, Meditation, Hausanzug
Yukata-Set Yukata, Obi, oft Koshihimo und Geta Sommer Matsuri, Onsen, Ryokan
Hakama-Set Kimono oder Kimono-Oberteil, Hakama, Obi oder Bindegürtel Ganzjährig Zeremonien, Abschlussfeiern, Kampfkünste
Kimono-Pyjama Wickeloberteil, lange oder kurze Hose Ganzjährig Schlafkleidung
Kimono-Zweiteiler westlicher Art Kimonojacke, weite Hose oder Rock Ganzjährig Freizeit, Strand, Loungewear

Jinbei: das Kimono Set für den Sommer

Der Jinbei ist das am weitesten verbreitete Kimono-Set für warme Monate. Das Oberteil hat einen V-förmigen Wickelausschnitt, kurze Ärmel und wird mit zwei Bänderpaaren geschlossen: ein Paar innen an der rechten Seite, ein Paar außen an der linken Seite. Die Hose reicht bis knapp über oder unter das Knie und hat einen Gummibund mit zusätzlicher Kordel. Traditionell ist der Jinbei aus Baumwolle, Hanf (Asa) oder einer Mischung aus beiden; typische Webarten sind Shijira-ori mit leicht gekreppter Oberfläche und Chijimi mit feiner Struktur, die den Stoff von der Haut abheben.

Kimono Set aus Shijira-Baumwolle und Hanf

Shijira-ori stammt aus der Präfektur Tokushima. Durch unterschiedlich stark gespannte Kettfäden entsteht eine wellige, luftige Oberfläche. Hanfstoffe leiten Feuchtigkeit schnell ab und trocknen rasch, knittern jedoch stärker als Baumwolle. Für ein Kimono-Set, das häufig gewaschen wird, hat sich eine Mischung aus etwa 80 bis 85 Prozent Baumwolle und 15 bis 20 Prozent Hanf durchgesetzt.

Jinbei als Kimono Set für Kinder

Für Kinder wird der Jinbei oft in kräftigen Farben mit Goldfisch-, Feuerwerks- oder Wellenmustern angeboten. Bei einem Kimono Kinder-Set sollten die Bindebänder kurz gehalten sein und die Hose einen reinen Gummibund ohne lange Kordel haben.

Samue: das Kimono Set für Arbeit und Alltag

Der Samue unterscheidet sich vom Jinbei durch längere Ärmel, eine längere Jacke und eine lange Hose. Die Jacke wird ebenfalls mit Bändern geschlossen, hat aber häufig eine aufgesetzte Brust- oder Seitentasche. Die Hosenbeine besitzen am Saum manchmal ein Bündchen oder Bänder zum Zubinden, damit der Stoff bei der Arbeit nicht hängen bleibt. Übliche Stoffe sind Baumwolle in Leinwandbindung, Baumwollköper, Sashiko-gesteppte Baumwolle für den Winter und dünne Baumwoll-Leinen-Mischungen für den Sommer. Gefütterte Varianten aus Fleece oder wattierter Baumwolle werden in Japan als Winter-Samue verkauft.

Wer eine Kimonojacke ohne dazugehörige Hose sucht, findet vergleichbare Schnitte unter den Kimonojacken für Herren; ein Samue-Set unterscheidet sich davon vor allem durch die im selben Stoff gefertigte Hose.

Yukata-Set mit Obi: Kimono Set für Feste und Ryokan

Das Yukata-Set ist streng genommen kein Zweiteiler, sondern ein Gewand mit Zubehör. Es enthält den Yukata selbst, einen passenden Obi und häufig Koshihimo, Geta und einen kleinen Beutel (Kinchaku). Der Yukata ist ein ungefütterter Baumwollkimono, der direkt auf der Haut oder über einem dünnen Unterhemd getragen wird. Für Frauen wird er mit einem Hanhaba-Obi (halbbreiter Obi, etwa 15 bis 17 cm breit, 350 bis 400 cm lang) gebunden, für Männer mit einem Kaku-Obi (etwa 9 bis 10 cm breit) oder einem weichen Heko-Obi. Weitere Informationen zum Gewand selbst finden sich in der Kategorie Yukata, zu den Gürtelarten in der Kategorie Kimono Gürtel.

Obi im Kimono Set: Hanhaba, Kaku und Heko

Der Hanhaba-Obi wird bei Frauen zur Bunko-Schleife (schmetterlingsähnlich) oder zum Kai-no-kuchi-Knoten gebunden. Der Kaku-Obi der Männer sitzt tief auf der Hüfte und wird zum flachen Kai-no-kuchi geknotet. Der Heko-Obi aus weichem Stoff wird locker zur Schleife gebunden und ist bei Kindern und im Ryokan verbreitet, weil er sich schnell und ohne Übung schließen lässt.

Hakama-Set: Kimono Set mit Hosenrock

Das Hakama-Set kombiniert einen Kimono (oder ein kurzes Kimono-Oberteil) mit einem Hakama, einem weit geschnittenen, plissierten Hosenrock mit sieben Falten. Der Hakama wird über dem Kimono getragen und mit vier langen Bändern um die Taille gebunden. Man unterscheidet den Umanori-Hakama mit geteilten Beinen und den Andon-Hakama in Rockform ohne Teilung. Im Alltag ist das Hakama-Set selten; üblich ist es bei Abschlussfeiern von Studentinnen, in der Teezeremonie, im Schrein und in Kampfkünsten wie Kendo, Aikido und Kyudo, wo ein Keikogi als Oberteil dient.

Kimono und Hakama richtig kombinieren

Der Kimono unter dem Hakama wird kürzer gebunden als ein normaler Kimono, damit sein Saum nicht unter dem Hakama hervorschaut. Bei Männern endet der Hakama am Knöchel, bei Frauen etwas höher. Die vorderen Bänder werden zuerst gebunden, dann das Rückenteil mit dem Koshi-ita (steife Rückenplatte) eingesetzt und die hinteren Bänder vorne verknotet.

Kimono Set als Zweiteiler: Oberteil und Hose

Außerhalb Japans wird unter einem Kimono-Set oft eine Kombination aus Kimonojacke und weiter Hose westlicher Fertigung verstanden. Das Oberteil übernimmt den geraden Schnitt, die fallenden Ärmel und den Wickelverschluss des Kimono, ist aber meist kürzer (Hüft- bis Oberschenkellänge) und wird offen oder mit Bindegürtel getragen. Die Hose hat einen elastischen Bund und ein weites, gerades oder leicht ausgestelltes Bein. Stoffe sind Viskose, Satin, Musselin, Leinen und leichte Baumwolle. Diese Sets gehören zur Freizeit- und Strandkleidung und folgen keiner japanischen Trageregel. Separat angebotene Hosen mit passendem Schnitt sind unter Kimono Hose zusammengefasst.

Kimono Set Oberteil: Länge, Ärmel und Verschluss

Das Oberteil eines Zweiteilers hat je nach Modell eine Rückenlänge von etwa 60 bis 90 cm. Die Ärmel sind entweder rechteckig angesetzt wie beim japanischen Vorbild oder als weite Fledermausärmel geschnitten. Als Verschluss dienen Innenbänder, ein Stoffgürtel aus demselben Material oder gar nichts, sodass die Jacke offen über einem Top fällt.

Kimono Set Hose: Bund, Weite und Länge

Die Hose eines westlichen Kimono-Sets hat üblicherweise einen 4 bis 6 cm breiten Gummibund, gelegentlich mit Kordel. Die Beinweite am Saum liegt bei weit geschnittenen Modellen zwischen 50 und 70 cm Umfang. Innenbeinlängen von 70 bis 80 cm entsprechen einer knöchellangen Hose bei einer Körpergröße von 165 bis 175 cm.

Kimono Set für Damen und Herren: Unterschiede im Schnitt

Traditionelle japanische Zweiteiler sind für Männer und Frauen ähnlich geschnitten, unterscheiden sich aber in Länge, Ärmeln und Farben. Ein Jinbei oder Samue für Frauen hat oft etwas längere Ärmel und ein längeres Oberteil, das über die Hüfte reicht; die Hose ist enger am Bund. Muster sind bei Frauen häufiger floral (Kirschblüten, Hortensien, Glockenblumen), bei Männern eher geometrisch (Streifen, Karos, Wellen) oder einfarbig. Bei westlichen Kimono-Sets ist der Unterschied stärker: Damenmodelle haben taillierte oder gekürzte Oberteile und Hosen mit hohem Bund, Herrenmodelle sind gerade geschnitten. Getrennte Übersichten geben die Kategorien Kimono Damen und Kimono Herren.

Materialien für ein Kimono Set im Vergleich

Das Material bestimmt, für welche Jahreszeit und welchen Zweck sich ein Kimono-Set eignet. Naturfasern dominieren bei japanischen Sets, Kunstfasern und Viskose bei Sets westlicher Herkunft.

Material Eigenschaften Typischer Set-Typ Pflege
Baumwolle (Leinwandbindung) Saugfähig, formstabil, leicht knitternd Samue, Jinbei, Yukata Maschinenwäsche 30–40 °C
Shijira-Baumwolle Gekreppte Oberfläche, liegt nicht auf der Haut Jinbei Schonwaschgang, nicht bügeln
Hanf / Leinen Kühlend, schnelltrocknend, knittert stark Sommer-Jinbei, Sommer-Samue Handwäsche oder Schonwaschgang
Baumwoll-Doppelgaze Sehr weich, luftig, wird mit jeder Wäsche weicher Kimono-Pyjama, Jinbei Schonwaschgang, liegend trocknen
Viskose / Modal Fließend, kühl, empfindlich bei Nässe Westlicher Zweiteiler Handwäsche oder Schonwaschgang 30 °C
Polyester-Satin Glänzend, knitterarm, wenig atmungsaktiv Kimono-Pyjama Maschinenwäsche 30 °C, Wäschenetz
Seide Temperaturausgleichend, empfindlich gegen Schweiß und Licht Kimono-Pyjama, Hakama-Set (Zeremonie) Handwäsche kalt oder Reinigung
Fleece / wattierte Baumwolle Warm, schwer Winter-Samue Maschinenwäsche 30 °C

Kimono Set nach Jahreszeit: Sommer, Übergang, Winter

In Japan ist die Wahl des Stoffs an den Kalender gebunden. Ungefütterte Baumwolle und Hanf (Hitoe) gelten für Juni bis September, gefütterte Stoffe (Awase) für Oktober bis Mai. Auf das Kimono-Set übertragen bedeutet das: Jinbei und Yukata-Set sind Sommerkleidung; Samue aus fester Baumwolle eignet sich für Frühjahr und Herbst; gesteppte oder gefütterte Samue sowie ein Tanzen als Überkleid decken den Winter ab. Ein Kimono-Pyjama aus Doppelgaze funktioniert ganzjährig, wenn im Winter ein Unterhemd ergänzt wird. Für westliche Zweiteiler aus Viskose oder Musselin gilt: Sie sind Frühjahrs- und Sommerkleidung, im Winter allenfalls als Hausanzug geeignet.

Kimono Set richtig anziehen: Schritt für Schritt

Ein Zweiteiler ist in wenigen Schritten angezogen. Die wichtigste Regel gilt für alle Wickeloberteile: Die linke Seite liegt außen über der rechten (hidari-mae). Die umgekehrte Wickelrichtung ist in Japan Verstorbenen vorbehalten und gilt bei allen Set-Typen als Fehler.

  1. Hose anziehen und den Bund auf Hüfthöhe (Jinbei, Samue) oder Taillenhöhe (westlicher Zweiteiler) setzen; Kordel bei Bedarf verknoten.
  2. Oberteil überstreifen, die rechte Vorderseite an den Körper legen und das Innenband an der linken Seitennaht befestigen.
  3. Die linke Vorderseite darüberlegen und das Außenband rechts verknoten; der Ausschnitt soll ein flaches V bilden.
  4. Bei einem Samue die Ärmel gegebenenfalls einmal umschlagen und die Saumbänder der Hose schließen.
  5. Bei einem Yukata-Set den Saum auf Knöchelhöhe einstellen, mit dem Koshihimo fixieren, den Überschuss (Ohashori) glatt streichen und den Obi binden.
  6. Bei einem Hakama-Set zuerst den Kimono kürzer binden, dann den Hakama vorne, anschließend hinten schließen.

Kimono Set Größen: Tabelle in cm

Japanische Sets werden in den Größen S bis LL (bei Herren bis 3L) angegeben und orientieren sich an Körpergröße und Brustumfang. Westliche Sets folgen den üblichen Konfektionsgrößen. Die folgende Tabelle gibt Orientierungswerte für Jinbei und Samue; Abweichungen zwischen Herstellern von 2 bis 4 cm sind üblich.

Größe (JP) Körpergröße Brustumfang Oberteil Rückenlänge Hose Länge (Jinbei / Samue) Entspricht etwa (DE)
S 155–165 cm 80–88 cm 68–72 cm 50–55 cm / 92–96 cm 44–46 (Herren), 36–38 (Damen)
M 165–175 cm 88–96 cm 72–76 cm 55–60 cm / 96–100 cm 48–50 (Herren), 40–42 (Damen)
L 175–185 cm 96–104 cm 76–80 cm 60–65 cm / 100–104 cm 52–54 (Herren), 44–46 (Damen)
LL / XL 180–190 cm 104–112 cm 80–84 cm 63–68 cm / 104–108 cm 56–58 (Herren), 48–50 (Damen)
3L / XXL 185–195 cm 112–120 cm 84–88 cm 66–70 cm / 106–110 cm 60–62 (Herren), 52–54 (Damen)

Beim Yukata-Set entscheidet die Gesamtlänge (Mitake): Bei Frauen entspricht sie etwa der Körpergröße, weil der Überschuss zum Ohashori gefaltet wird; bei Männern liegt sie etwa 25 bis 30 cm unter der Körpergröße. Wer zwischen zwei Größen liegt, wählt bei Jinbei und Samue die größere, da Baumwolle beim ersten Waschen 2 bis 3 Prozent einläuft.

Kimono Set pflegen: Waschen, Trocknen, Bügeln

Da ein Kimono-Set aus mehreren Teilen besteht, gilt der Grundsatz: Oberteil und Hose immer gemeinsam waschen. Nur so verändern sich Farbe und Griff der Teile gleichmäßig, und das Set bleibt als Einheit erkennbar. Indigogefärbte Baumwolle färbt bei den ersten drei bis fünf Wäschen ab und wird separat gewaschen.

Kimono Set aus Baumwolle und Hanf waschen

  • Bänder vor dem Waschen locker verknoten oder das Oberteil in ein Wäschenetz legen, damit sich die Bänder nicht verdrehen.
  • Auf links drehen, 30 °C, Schonwaschgang, Flüssigwaschmittel ohne optische Aufheller bei dunklen Farben.
  • Nicht in den Trockner geben; Baumwolle und Hanf laufen sonst deutlich ein.
  • In Form ziehen und auf einem Bügel oder liegend trocknen, Hanf leicht feucht bügeln oder ungebügelt lassen.

Kimono Set aus Seide, Satin und Viskose pflegen

Seide und Viskose werden bei höchstens 30 °C von Hand oder im Wollwaschgang gewaschen, nicht gewrungen und liegend im Schatten getrocknet. Polyester-Satin verträgt Maschinenwäsche im Netz, sollte aber nicht heiß gebügelt werden. Sets mit Stickerei oder Kontrastpaspeln werden grundsätzlich auf links gewaschen. Weitere Hinweise zu Schlafsets stehen in der Kategorie Kimono Pyjama.

Kimono Set bügeln und glätten

Baumwolle wird bei mittlerer bis hoher Temperatur gebügelt, Hanf und Leinen feucht bei hoher Temperatur, Seide und Viskose auf niedrigster Stufe mit Bügeltuch. Shijira-Stoff und Doppelgaze werden nicht gebügelt, weil sonst die Struktur verloren geht; sie werden nach dem Waschen glatt gestrichen und hängend getrocknet.

Kimono Set aufbewahren und falten

Japanische Kleidungsstücke werden flach gefaltet und nicht auf Bügel gehängt, weil die geraden Nähte sonst ausleiern. Beim Falten eines Set-Oberteils werden zuerst die Seitennähte aufeinandergelegt, dann die Ärmel nach innen geklappt und das Oberteil auf ein Drittel der Länge gefaltet. Die Hose wird entlang der Bügelfalte gelegt und zweimal gefaltet. Beide Teile lagern übereinander in einem Baumwollbeutel oder in einem Tatoshi (Papierhülle) an einem trockenen, dunklen Ort. Seide und Wolle werden mit Zedernholz oder Lavendel gegen Motten geschützt; Mottenkugeln mit Naphthalin hinterlassen Gerüche und werden nicht direkt auf den Stoff gelegt.

Kimono Set als Schlafanzug und Hausanzug

Die Verwendung als Nacht- und Hauskleidung ist für den Jinbei die häufigste Nutzung in Japan. Als Schlafanzug bietet der Zweiteiler gegenüber einem Kimono-Bademantel den Vorteil, dass er sich beim Liegen nicht öffnet. Ein Kimono-Pyjama westlicher Art übernimmt den Wickelverschluss und die weiten Ärmel, verwendet aber Stoffe wie Satin, Baumwolljersey oder Doppelgaze. Für den Schlaf entscheidend sind Atmungsaktivität, flache Nähte und ein Bund ohne harte Kordel. Ein Samue als Hausanzug eignet sich für kühlere Wohnungen und für Tätigkeiten wie Kochen, Gartenarbeit oder Meditation, bei denen weite Ärmel nicht hinderlich sein dürfen; deshalb sind seine Ärmel kürzer und schmaler geschnitten als beim Kimono.

Kimono Set im Onsen und Ryokan: Trageregeln

In japanischen Thermalbädern und traditionellen Gasthäusern liegt auf dem Zimmer ein Yukata-Set bereit, meist ergänzt um einen Heko-Obi, einen Tanzen oder Haori für kühle Abende und Tabi-Socken. Es wird nach dem Bad angezogen und im gesamten Haus, beim Abendessen und in vielen Kurorten auch auf der Straße getragen. Der Yukata wird dabei über der Unterwäsche oder einem dünnen Unterhemd getragen, der Saum auf Knöchelhöhe eingestellt und der Obi bei Frauen in Taillenhöhe, bei Männern tief auf der Hüfte gebunden. Auch hier gilt die Wickelregel links über rechts. Das Set bleibt Eigentum des Hauses und wird nach jedem Gast gewaschen; wer ein eigenes Kimono-Set mitbringt, verwendet üblicherweise einen Jinbei oder Samue, weil beide ohne Obi auskommen und sich im Gepäck flach falten lassen.

Kimono Set nähen: Schnittteile und Stoffbedarf

Jinbei und Samue bestehen aus rechteckigen Schnittteilen, was sie zu einfachen Nähprojekten macht. Das Oberteil setzt sich aus zwei Rückenbahnen, zwei Vorderbahnen, zwei Ärmeln, einem Kragenstreifen (etwa 10 cm breit, doppelt gelegt) und vier Bändern zusammen. Die Hose besteht aus zwei Vorder- und zwei Rückenteilen mit Bundtunnel. Für einen Jinbei in Größe M werden bei 110 cm Stoffbreite etwa 3,5 bis 4 m benötigt, für einen Samue mit langer Hose 4,5 bis 5 m. Traditionell wird das Oberteil ohne Abnäher genäht; die Nahtzugaben liegen bei 1,5 bis 2 cm und werden mit Kappnähten oder eingeschlagen versäubert. Die Kagari-Schnüre am Jinbei-Ärmel entstehen, indem Ärmel und Schulter nur mit einem Zickzackstich aus Garn oder mit einer Kordel verbunden werden.

Kimono Set vs. Kimono, Haori und Happi

Viele Begriffe der japanischen Kleidung werden im Handel vermischt. Die folgende Tabelle grenzt das Kimono-Set von den wichtigsten verwandten Kleidungsstücken ab.

Kleidungsstück Teile Verschluss Länge Unterschied zum Kimono Set
Kimono Einteilig Obi, Koshihimo Knöchel Kein Unterteil, aufwendiges Anziehen
Yukata Einteilig Obi Knöchel Nur mit Obi und Zubehör ein Set
Haori Überjacke Haori-himo (Schnur) Hüfte bis Knie Wird über Kimono getragen, keine Hose
Happi Jacke Offen oder Gürtel Hüfte Festjacke mit Wappen, keine Hose
Jinbei Oberteil, kurze Hose Bänder Hüfte / Knie Ist ein Set
Samue Jacke, lange Hose Bänder Oberschenkel / Knöchel Ist ein Set
Hakama Hosenrock Vier Bänder Knöchel Nur mit Kimono darunter ein Set

Einen ausführlichen Überblick über das einteilige Gewand, seine Formen und Trageregeln bietet die Kategorie Japanischer Kimono.

Kimono Set auswählen: objektive Kriterien

Für die Auswahl eines Kimono-Sets sind weniger Geschmacksfragen als der Verwendungszweck entscheidend. Folgende Punkte lassen sich objektiv prüfen:

  • Zweck: Schlaf und Sommer (Jinbei, Doppelgaze), Arbeit und Übergangszeit (Samue aus fester Baumwolle), Fest (Yukata-Set mit Obi), Zeremonie oder Kampfkunst (Hakama-Set).
  • Stoffgewicht: Sommerstoffe liegen etwa bei 100 bis 150 g/m², Samue-Baumwolle bei 200 bis 280 g/m², gesteppte Winterware darüber.
  • Verarbeitung: Bänder doppelt vernäht, Kagari-Schnüre an den Jinbei-Ärmeln sauber gebunden, Bund mit auswechselbarem Gummi.
  • Passform: Rückenlänge und Hosenlänge anhand der Größentabelle prüfen, Einlaufen der Baumwolle einrechnen.
  • Vollständigkeit: Bei Yukata-Sets prüfen, ob Obi, Koshihimo und gegebenenfalls Geta enthalten sind; bei Hakama-Sets, ob ein Obi oder Bindegürtel beiliegt.
  • Färbung: Echtes Indigo färbt anfangs ab, reaktivgefärbte Baumwolle nicht; das ist kein Qualitätsmangel, aber für die Wäsche relevant.

Ensemble Kimono: Bezeichnung für den zweiteiligen Anzug

Der Ausdruck Ensemble Kimono wird im Deutschen für ein aufeinander abgestimmtes Kimono-Set aus Oberteil und Hose oder aus Kimono und Obi verwendet. Er stammt aus der Modesprache, in der „Ensemble“ zwei oder mehr Teile aus demselben Stoff bezeichnet. In Japan entspricht dem Begriff am ehesten das Jinbei oder Samue, bei denen Jacke und Hose immer gemeinsam gefertigt werden; bei Yukata-Sets bezieht sich das Ensemble auf Gewand, Obi und häufig auch Koshihimo. Ein Ensemble-Kimono unterscheidet sich vom einzeln gekauften Kimono dadurch, dass Muster, Stoffgewicht und Farbe der Teile identisch sind und die Größen zusammen ausgewählt werden.

Kimono Set Damen: Schnitt, Länge und Passform

Ein Kimono Set Damen folgt demselben Aufbau wie das Set für Herren, unterscheidet sich aber in Schnittführung und Proportion. Das Oberteil ist häufig taillierter oder mit einer längeren Vorderkante versehen, die Ärmel sind etwas länger und weiter, und die Hose hat meist einen elastischen Bund statt eines reinen Bindebands. Übliche Längen liegen beim Oberteil zwischen 65 und 80 cm, bei der Hose zwischen 90 und 100 cm Seitenlänge für Körpergrößen von 160 bis 175 cm. Bei Yukata-Sets für Damen gehören ein Hanhaba-Obi von etwa 15 cm Breite und ein Koshihimo dazu; der Kaku-Obi der Herren fehlt.

Häufige Fragen zu Kimono Set

Was gehört zu einem vollständigen Kimono Set?

Das hängt vom Typ ab. Ein Jinbei oder Samue besteht aus Oberteil und Hose im selben Stoff. Ein Yukata-Set umfasst Yukata, Obi und meist Koshihimo, häufig auch Geta und einen Beutel. Ein Hakama-Set enthält Kimono oder Oberteil, Hakama und einen Gürtel. Westliche Zweiteiler bestehen aus Kimonojacke und Hose, manchmal ergänzt um einen Bindegürtel aus demselben Stoff.

Wie unterscheidet sich ein Kimono Set von einem Kimono?

Der Kimono ist ein einteiliges, knöchellanges Wickelgewand, das mit Obi und Innenbändern geschlossen wird und Übung beim Anziehen erfordert. Ein Kimono-Set besteht aus mehreren Teilen, bei Jinbei und Samue aus Oberteil und Hose mit Bänderverschluss. Es ist kürzer, einfacher anzuziehen und für Alltag, Arbeit oder Schlaf gedacht, nicht für formelle Anlässe.

Welche Größe beim Kimono Set wählen?

Maßgeblich sind Körpergröße und Brustumfang. Japanische Größen fallen kleiner aus als deutsche: Ein japanisches L entspricht etwa einer deutschen 52 bis 54 bei Herren beziehungsweise 44 bis 46 bei Damen. Bei Baumwolle und Hanf sollte das Einlaufen von 2 bis 3 Prozent eingerechnet werden. Im Zweifel ist die größere Größe die bessere Wahl, da Zweiteiler locker sitzen sollen.

Kann man ein Kimono Set in der Waschmaschine waschen?

Baumwolle, Hanf und Polyester-Satin vertragen den Schonwaschgang bei 30 °C, am besten auf links und im Wäschenetz. Seide und Viskose werden von Hand gewaschen. Oberteil und Hose gehören immer in dieselbe Wäsche, damit sie gleich ausbleichen. Der Trockner ist für alle Naturfasern ungeeignet, weil die Teile unterschiedlich stark einlaufen und das Set dann nicht mehr zusammenpasst.

Ist ein Jinbei dasselbe wie ein Kimono Set?

Der Jinbei ist eine von mehreren Formen des Kimono-Sets: ein Sommerzweiteiler aus kurzärmeligem Oberteil und kurzer Hose. Daneben gibt es den Samue mit langen Ärmeln und langer Hose, das Yukata-Set mit Obi und das Hakama-Set. Jeder Jinbei ist also ein Kimono-Set, aber nicht jedes Kimono-Set ist ein Jinbei.

Wie wird ein Kimono Set korrekt gewickelt?

Bei allen Wickeloberteilen liegt die linke Seite außen über der rechten, unabhängig vom Geschlecht. Das Innenband der rechten Vorderseite wird zuerst an der linken Seitennaht befestigt, danach die linke Vorderseite darübergelegt und außen rechts verknotet. Die umgekehrte Reihenfolge (rechts über links) ist in Japan der Totenkleidung vorbehalten und wird vermieden.

Welcher Stoff eignet sich für ein Kimono Set im Sommer?

Für heiße Monate haben sich Shijira-Baumwolle, Hanf-Baumwoll-Mischungen und Baumwoll-Doppelgaze bewährt. Sie sind leicht (etwa 100 bis 150 g/m²), saugen Schweiß auf und trocknen schnell. Glatte Baumwolle in Leinwandbindung ist ebenfalls geeignet, liegt aber dichter auf der Haut. Polyester-Satin und Fleece sind für den Sommer ungeeignet, weil sie Wärme stauen.

Kann ein Kimono Set als Schlafanzug getragen werden?

Ja, in Japan ist das die häufigste Nutzung des Jinbei. Der Zweiteiler bleibt im Liegen geschlossen, die kurze Hose und die luftigen Ärmel verhindern Wärmestau. Für kühlere Nächte eignet sich ein Samue oder ein Kimono-Pyjama aus Doppelgaze oder Jersey. Wichtig sind flache Nähte, ein weicher Bund und Bänder, die nicht drücken.

Glossar zum Kimono Set

  • Jinbei (甚平): Sommerzweiteiler aus kurzärmeligem Oberteil und kurzer Hose, mit Bändern geschlossen.
  • Samue (作務衣): Arbeits- und Hausanzug aus Jacke und langer Hose, ursprünglich Kleidung von Zen-Mönchen.
  • Yukata (浴衣): Ungefütterter Baumwollkimono für den Sommer, mit Obi gebunden.
  • Hakama (跨): Weiter, plissierter Hosenrock, der über dem Kimono getragen wird.
  • Obi (帯): Gürtel des Kimono; als Hanhaba-Obi, Kaku-Obi oder Heko-Obi Bestandteil vieler Sets.
  • Koshihimo (腰紐): Schmales Innenband, das den Kimono vor dem Binden des Obi fixiert.
  • Uwagi (上着): Oberteil eines Zweiteilers.
  • Zubon (ズボン): Hose; bei Jinbei kurz, bei Samue lang.
  • Kagari (かがり): Lockere Schnurverbindung an den Ärmeln des Jinbei, die Luft durchlässt.
  • Shijira-ori (しじら織): Gekreppter Baumwollstoff aus Tokushima, typisch für Sommerkleidung.
  • Hidari-mae (左前): Wickelregel: linke Seite außen über der rechten.
  • Ohashori (おはしょり): Stoffüberschuss des Yukata, der auf Hüfthöhe gefaltet wird.
  • Tatoshi (畳紙): Papierhülle zur flachen Aufbewahrung gefalteter Kleidungsstücke.
  • Tanzen (丹前): Gefütterter Wintermantel, der über Yukata oder Samue getragen wird.

Zusammengefasst ist das Kimono Set kein einzelnes Kleidungsstück, sondern ein Oberbegriff für zusammengehörige Ensembles der japanischen Kleidung: Jinbei und Samue als Zweiteiler mit Bänderverschluss, das Yukata-Set mit Obi und das Hakama-Set mit Hosenrock. Material, Länge der Teile und Art des Verschlusses bestimmen, ob sich ein Set für Sommerfeste, Arbeit, Schlaf oder Zeremonien eignet. Wer die Wickelregel beachtet, Oberteil und Hose gemeinsam wäscht und die Teile flach lagert, erhält die Einheit des Sets über viele Jahre.