Kimono Baumwolle Damen
Kimono Baumwolle Damen – Ratgeber & Wissenswertes
Ein Kimono Baumwolle für Damen ist ein Kimono aus der Samenfaser der Baumwollpflanze, dem in Japan seit der Edo-Zeit verbreitetsten Stoff für Alltags- und Sommerkimonos. Baumwolle ist matt, saugfähig, hautfreundlich, waschbar bei hohen Temperaturen und kommt in sehr unterschiedlichen Geweben vor: von hauchdünnem Batist über glatte Popeline und weiche Double Gauze bis zur festen Yukata-Baumwolle und zum dicken Frottee des Kimono-Bademantels. Im Gegensatz zu Seide und Satin ist der Baumwollkimono unempfindlich gegen Wasser, Schweiß und Sonnencreme, knittert dafür stärker und läuft bei der ersten Wäsche etwas ein.
Dieser Text behandelt die Herkunft der Baumwolle und ihren Weg nach Japan, den Weg von der Kapsel zum Garn, die für Kimonos üblichen Baumwollgewebe mit ihren Gewichten in Gramm pro Quadratmeter, die Eigenschaften der Faser bei Wärme und Feuchtigkeit, Schnitte und Längen, den Yukata als klassischen japanischen Baumwollkimono, die passenden Jahreszeiten, eine ausführliche Pflegeanleitung mit Einlaufen, Indigo, Waschtemperaturen, Trocknen, Bügeln und Lagerung, eine Größentabelle in Zentimetern sowie einen Vergleich mit Seide, Satin, Musselin, Leinen und Samt.
Kimono Baumwolle Damen: Merkmale eines Baumwollkimonos
Ein Baumwollkimono übernimmt den Kimonoschnitt mit geraden Stoffbahnen, angesetzten Ärmeln, Überschlag und Gürtel und setzt ihn in einem Baumwollgewebe um. Im westlichen Handel umfasst der Begriff die kurze Baumwollkimonojacke für den Sommer, den knielangen Strandkimono aus Voile oder Batist, den Kimono-Morgenmantel aus Popeline oder Double Gauze, den Kimono-Bademantel aus Frottee oder Waffelpiqué und das Kimonokleid aus Baumwollpopeline. In Japan bezeichnet Momen-Kimono (木綿着物) einen ungefütterten oder gefütterten Kimono aus Baumwolle für den Alltag, während der Yukata die leichteste, ungefütterte Sommerform ist.
Gemeinsam ist allen Baumwollkimonos die Faser: Cellulose, matt, mit hoher Feuchtigkeitsaufnahme und guter Hitzebeständigkeit. Die Unterschiede zwischen einem Kimono aus Batist und einem aus Frottee liegen im Gewebe, nicht im Material. Wer den Grundschnitt kennt, wie er unter Kimono Damen beschrieben ist, muss beim Baumwollkimono vor allem auf Gewebeart, Flächengewicht und Vorbehandlung (sanforisiert oder nicht) achten.
Herkunft der Baumwolle: vom Indus zum japanischen Kimono aus Baumwolle
Baumwolle (Gattung Gossypium) wurde unabhängig voneinander in Indien, Peru und Mexiko domestiziert; die ältesten Baumwollgewebe aus Mehrgarh im heutigen Pakistan werden auf etwa 5000 vor Christus datiert. Von Indien aus gelangte Baumwolle über Persien in den arabischen Raum und im Mittelalter nach Europa. Das deutsche Wort Baumwolle geht auf die Vorstellung zurück, die Faser wachse als Wolle an Bäumen; die Pflanze ist tatsächlich ein bis zu zwei Meter hoher Strauch aus der Familie der Malvengewächse.
Baumwolle kommt nach Japan: Momen und der Baumwoll Kimono der Edo-Zeit
Nach Japan kam Baumwolle im 8. Jahrhundert erstmals als Saatgut über Indien und China, der Anbau scheiterte jedoch am Klima. Erst im 15. und 16. Jahrhundert setzte sich der Anbau in den warmen Regionen um Osaka, Mikawa und Kyūshū durch, nachdem Baumwollstoffe aus Korea und China importiert worden waren. In der Edo-Zeit (1603 bis 1868) verdrängte Baumwolle den Hanf (Asa) als Alltagsstoff der bäuerlichen und städtischen Bevölkerung, der Seide durch Kleiderordnungen verboten war. Aus dieser Zeit stammen die typischen Färbetechniken für Baumwolle: Indigofärbung (Aizome), Schablonendruck (Katazome) und Kasuri-Ikat aus Kurume, Iyo und Bingo.
Baumwollarten für den Baumwoll Kimono: Upland, Pima und Bio-Baumwolle
Weltweit werden vier Arten angebaut. Gossypium hirsutum (Upland-Baumwolle) stellt rund 90 Prozent der Welternte und hat mittellange Fasern von 25 bis 30 Millimetern. Gossypium barbadense liefert die langstapeligen Sorten Pima, Supima, Sea Island und ägyptische Giza mit Faserlängen über 35 Millimeter, die feinere, glattere und reißfestere Garne ergeben. Gossypium arboreum und herbaceum sind kurzstapelige Altweltarten, die heute nur noch regional in Indien und Afrika vorkommen. Bio-Baumwolle unterscheidet sich nicht in der Faser, sondern im Anbau ohne synthetische Pestizide und ohne gentechnisch verändertes Saatgut; sie wird über Siegel wie GOTS nachgewiesen.
Wie Baumwolle entsteht: von der Kapsel zum Kimono Baumwolle
Nach der Blüte bildet die Baumwollpflanze Kapseln, die bei Reife aufplatzen und die von Samenhaaren umhüllten Samen freigeben. Jedes Samenhaar ist eine einzelne, hohle Zelle aus fast reiner Cellulose, die beim Trocknen zu einem verdrehten Band zusammenfällt; diese Drehungen ermöglichen das Verspinnen.
Entkörnen, Kämmen, Spinnen: Garn für den Baumwoll Kimono Damen
Die geernteten Kapseln werden in der Egreniermaschine (Gin) von den Samen getrennt. Die Rohfasern werden gereinigt, kardiert (parallel ausgerichtet) und für feine Garne zusätzlich gekämmt, wobei kurze Fasern entfernt werden. Gekämmte Baumwolle ergibt glattere, festere Garne mit weniger Fusseln; das ist bei Popeline und Batist für Kimonos der übliche Standard. Die Garnfeinheit wird in Nm (Nummer metrisch, Meter pro Gramm) oder Ne (englische Nummer) angegeben; für Kimonostoffe sind Ne 40 bis Ne 80 verbreitet.
Mercerisieren und Sanforisieren beim Kimono aus Baumwolle
Beim Mercerisieren wird das Garn oder Gewebe unter Spannung mit Natronlauge behandelt. Die Faser quillt, wird runder, nimmt Farbstoffe intensiver auf und erhält einen leichten Glanz und höhere Reißfestigkeit. Beim Sanforisieren wird das Gewebe mechanisch vorgeschrumpft, sodass der Kimono bei der ersten Wäsche nur noch um höchstens ein Prozent einläuft statt um drei bis fünf Prozent. Beide Verfahren stehen bei guter Ware auf dem Etikett; ein nicht sanforisierter Kimono sollte eine Nummer größer gekauft oder vor dem ersten Tragen gewaschen werden.
Baumwollstoffe für den Kimono Damen Baumwolle: Popeline, Batist, Double Gauze, Yukata-Baumwolle
Baumwolle wird in allen Grundbindungen gewebt und auch gestrickt. Die folgenden Gewebe sind bei Kimonos verbreitet.
Popeline: glatter Kimono Baumwolle
Popeline ist eine dichte Leinwandbindung mit feinen Kettfäden und etwas stärkeren Schussfäden, wodurch eine feine Querrippe entsteht. Der Stoff ist glatt, blickdicht, knitterarm für Baumwolle und gut bedruckbar. Mit 100 bis 130 g/m² ist Popeline die übliche Qualität für Kimonokleider, Kimonoblusen und leichte Morgenmäntel.
Batist und Voile: leichter Baumwoll Kimono
Batist ist ein sehr feines, dicht gewebtes Leinwandgewebe aus gekämmter Baumwolle, 60 bis 90 g/m² schwer, leicht durchscheinend und weich. Voile ist ähnlich leicht, aber lockerer gewebt und aus stärker gezwirnten Garnen, dadurch etwas körniger und luftiger. Beide eignen sich für Strandkimonos und Sommerüberwürfe; als Morgenmantel sind sie in hellen Farben durchscheinend.
Double Gauze: weicher Baumwolle Kimono Damen
Double Gauze, deutsch Musselin oder Doppelmull, besteht aus zwei locker gewebten Baumwolllagen, die in regelmäßigen Abständen miteinander verbunden sind. Der Stoff ist weich, luftig, leicht gekreppt und wird mit jeder Wäsche weicher. Mit 120 bis 180 g/m² ist er blickdicht, aber sehr atmungsaktiv. Kimonos aus Double Gauze werden ausführlich unter Musselin Kimono behandelt.
Kimono Baumwolle aus Japan: Chūsen, Shijira und Chijimi
Japanische Yukata werden aus einer mittelschweren Baumwolle in Leinwandbindung gewebt, die in Ballen von etwa 36 bis 40 cm Breite (Tanmono) gehandelt wird. Klassische Yukata-Baumwolle heißt Koma oder Kōmori; sie ist glatt, fest und meist mit dem Chūsen-Verfahren beidseitig durchgefärbt. Awa Shijira-ori aus Tokushima ist eine Baumwolle mit gewellter Oberfläche, die durch unterschiedliche Fadenspannung entsteht und weniger auf der Haut klebt. Takashima Chijimi aus der Präfektur Shiga ist Baumwollkrepp mit stark gezwirntem Schuss, der für Sommerkimonos und Unterwäsche verwendet wird.
Jersey, Flanell und Frottee: Baumwolle Kimono für Zuhause
Jersey ist gestrickt statt gewebt, dehnbar und weich; Kimono-Morgenmäntel aus Jersey fallen anliegender und knittern kaum. Flanell ist ein aufgerautes Köper- oder Leinwandgewebe für Winter-Hauskimonos. Frottee mit seinen Schlingen und Waffelpiqué mit Wabenstruktur sind die Stoffe des Kimono-Bademantels, weil sie ein Vielfaches ihres Gewichts an Wasser aufnehmen; Näheres unter Kimono Bademantel Damen.
| Gewebe | Bindung | Gewicht (g/m²) | Griff | Blickdichte | Typischer Kimono |
|---|---|---|---|---|---|
| Batist | Leinwand, sehr fein | 60–90 | glatt, weich | gering | Strandkimono, Sommerüberwurf |
| Voile | Leinwand, locker, gezwirnt | 60–80 | trocken, körnig | gering | Strandkimono |
| Popeline | Leinwand, Querrippe | 100–130 | glatt, fest | hoch | Kimonokleid, Kimonobluse, Morgenmantel |
| Yukata-Baumwolle | Leinwand, mittelschwer | 120–150 | fest, trocken | hoch | Yukata, Kimonojacke |
| Double Gauze | zwei Lagen Mull | 120–180 | weich, gekreppt | hoch | Morgenmantel, Hauskimono |
| Jersey | Gestrick | 140–200 | weich, dehnbar | hoch | Morgenmantel |
| Flanell | Köper, aufgeraut | 150–200 | warm, flauschig | hoch | Winter-Hauskimono |
| Frottee / Waffelpiqué | Schlingen / Wabe | 300–450 | saugfähig | hoch | Kimono-Bademantel |
Gewicht in Gramm pro Quadratmeter: wie schwer ein Kimono aus Baumwolle ist
Das Flächengewicht entscheidet über Blickdichte, Wärme und Fall. Unter 90 g/m² ist Baumwolle durchscheinend und flatterig, geeignet für offen getragene Überwürfe. Zwischen 100 und 150 g/m² liegt der Bereich für Kleider, Blusen, Yukata und leichte Morgenmäntel: blickdicht, noch luftig, gut zu bügeln. Über 150 g/m² wird Baumwolle wärmend und schwer fallend; Double Gauze, Flanell und Jersey für den Winter liegen hier. Ein knielanger Kimono aus 120 g/m² Popeline in Größe M wiegt etwa 300 bis 350 Gramm, ein bodenlanger Bademantel aus 400 g/m² Frottee dagegen über ein Kilogramm.
Eigenschaften: Atmungsaktivität und Feuchtigkeit beim Kimono Baumwolle
Baumwolle besteht zu über 90 Prozent aus Cellulose und ist hydrophil. Im Normalklima enthält die Faser etwa 8 Prozent Feuchtigkeit; sie kann bis zu rund 20 Prozent ihres Gewichts aufnehmen, bevor sie sich feucht anfühlt, und ein Vielfaches davon speichern, bevor sie tropft. Schweiß wird deshalb zuverlässig aufgesogen, was den Baumwollkimono im Sommer und beim Sport angenehm macht. Der Nachteil: Nasse Baumwolle trocknet langsam und kühlt durch Verdunstung, weshalb ein durchgeschwitzter Baumwollkimono bei Wind kalt wird.
Weitere Eigenschaften: Baumwolle ist in nassem Zustand reißfester als trocken, verträgt Waschtemperaturen bis 95 °C und Bügeltemperaturen bis 200 °C, ist beständig gegen Alkalien (Waschmittel), aber empfindlich gegen Säuren und Schimmel. Sie lädt sich nicht elektrostatisch auf, wird von Kleidermotten nicht gefressen und vergilbt bei langer Lagerung im Licht leicht. Ungefärbte Baumwolle ist cremeweiß; durch Mercerisieren erhält sie einen leichten Glanz, bleibt aber deutlich matter als Seide oder Satin.
Tombé und Griff beim Baumwoll Kimono
Baumwollgewebe fallen je nach Bindung sehr unterschiedlich. Popeline hält eine leichte Eigenform und steht am Saum etwas ab, was bei Kimonokleidern eine klare Silhouette ergibt. Batist und Voile fallen fließend, aber nicht schwer; sie bewegen sich im Wind. Double Gauze hängt weich und rundlich, Jersey anliegend. Der Griff von Baumwolle ist trocken und warm, bei gekämmten, mercerisierten Qualitäten glatt, bei Yukata-Baumwolle leicht rau. Anders als Seide oder Polyestersatin rutscht Baumwolle nicht auf der Haut, wodurch der Überschlag eines Baumwollkimonos auch ohne Innenband geschlossen bleibt.
Kimono Baumwolle Damen: Schnitte und Längen
Baumwollkimonos gibt es in allen Längen; die Faser eignet sich wegen ihrer Robustheit auch für Modelle, die täglich getragen und häufig gewaschen werden.
Kimono Baumwolle kurz
Ein Kimono Baumwolle kurz endet auf Hüfthöhe bis Mitte Oberschenkel, 65 bis 85 cm Rückenlänge, meist mit Dreiviertelärmeln. Aus Popeline oder Yukata-Baumwolle dient er als Sommerjacke zu Jeans oder Rock, aus Voile als Bikiniüberwurf. Kurze Modelle aus fester Baumwolle lassen sich gut mit einem Gürtel als Bluse tragen.
Kimono Baumwolle lang
Ein Kimono Baumwolle lang reicht bis zur Wade oder zum Boden, üblich sind 115 bis 140 cm. Lange Baumwollkimonos aus Batist werden am Strand über Badeanzug oder Kleid getragen, aus Popeline als Kimonokleid mit Gürtel, aus Double Gauze oder Frottee als Morgen- oder Bademantel. Wegen des Gewichts von Baumwolle fallen lange Modelle gerader als kurze und ziehen an den Schultern; eine Schulterbreite von mindestens 42 cm verhindert Spannung.
Kimono Damen lang Baumwolle: Maße für den Morgenmantel
Für einen Kimono Damen lang Baumwolle, der als Morgenmantel dient, gilt: Rückenlänge etwa Körpergröße minus 35 bis 40 cm, damit der Saum beim Treppensteigen frei bleibt; Ärmellänge 40 bis 50 cm, damit die Ärmel beim Händewaschen nicht nass werden; Gürtel 150 bis 190 cm lang. Ein Baumwollmorgenmantel sollte an Brust und Hüfte mindestens 20 cm Bewegungsweite haben, weil Baumwolle nicht dehnbar ist.
Yukata: der japanische Kimono aus Baumwolle
Der Yukata (浴衣, wörtlich „Badegewand“) entstand in der Heian-Zeit als Leinengewand für das Dampfbad und wurde in der Edo-Zeit, als Baumwolle erschwinglich wurde, zum ungefütterten Sommerkimono aus Baumwolle. Er wird ohne Unterkimono direkt auf der Haut oder über einem Hadajuban getragen, mit einem schmalen Hanhaba-Obi gebunden, zu Sommerfesten, Feuerwerken und in Ryokan-Gasthäusern als Hauskleidung. Traditionelle Farben sind Indigoblau und Weiß; moderne Yukata sind bunt bedruckt. Ausführlich behandelt ist er unter Yukata.
Yukata oder Kimono Baumwolle: die Unterschiede
- Futter – der Yukata ist immer ungefüttert; ein Momen-Kimono kann für Herbst und Winter gefüttert sein.
- Unterkleidung – unter dem Yukata kein Nagajuban, unter dem Baumwollkimono in Japan ja.
- Kragen – der Yukata hat keinen Han-eri (Wechselkragen), der Kimono zeigt den Kragen des Unterkimonos.
- Anlass – Yukata für Sommerabende und das Bad, Baumwollkimono für den Alltag das ganze Jahr.
- Westlicher Sprachgebrauch – hier wird jeder leichte Baumwollüberwurf im Kimonoschnitt als Kimono bezeichnet; der Begriff Yukata bleibt dem japanischen Schnitt mit Obi vorbehalten.
Färbetechniken beim Kimono aus Baumwolle: Chūsen, Aizome, Kasuri
Beim Chūsen-Verfahren werden bis zu 30 Lagen Stoff gefaltet, mit Schablonen und Reispaste abgedeckt und die Farbe von oben durchgegossen, sodass beide Seiten gleich stark gefärbt sind. Aizome ist die Färbung mit fermentiertem Indigo aus dem Färberknöterich, die den Stoff in mehreren Tauchgängen tiefblau färbt; Indigo haftet nur oberflächlich und färbt bei den ersten Wäschen ab. Kurume-Kasuri aus Fukuoka ist Baumwoll-Ikat, bei dem die Garne vor dem Weben abschnittsweise abgebunden und indigogefärbt werden; das Muster wirkt an den Rändern leicht verschwommen.
Baumwolle Kimono nach Jahreszeit
- Frühling – Popeline und Yukata-Baumwolle als leichte Jacke, 100 bis 150 g/m².
- Sommer – Batist, Voile, Seersucker und Shijira als Überwurf am Strand und in der Stadt; der Baumwollkimono ist hier dem Seiden- und Satinkimono überlegen, weil Salzwasser, Sand und Sonnencreme ihm nicht schaden. Weitere Sommerstoffe unter Sommer Kimono.
- Herbst – Double Gauze und Jersey als Morgenmantel, mittelschwere Popeline als Kimonokleid mit Strumpfhose.
- Winter – Flanell, gefütterte Baumwolle und Frottee für zu Hause; im Freien ist Baumwolle als Außenschicht zu wenig wärmend und trocknet nach Regen langsam.
Anlässe für den Baumwoll Kimono Damen
- Strand und Pool – Batist- oder Voile-Kimono über Bademode; schnell trocknend genug für den Tag, waschbar bei 40 °C.
- Alltag – kurzer Popeline-Kimono als Jackenersatz, offen über Shirt und Jeans.
- Sommerfest und Reise nach Japan – Yukata mit Obi, Geta und kleiner Tasche.
- Zu Hause – Morgenmantel aus Double Gauze oder Jersey, Bademantel aus Frottee nach dem Duschen.
- Sauna und Spa – Waffelpiqué-Kimono, leichter als Frottee, schneller trocken.
- Schwangerschaft und Stillzeit – Baumwollkimonos mit weitem Überschlag, kochfest und hautverträglich.
- Klinik und Pflege – Baumwolle ist bei 60 bis 95 °C waschbar und damit hygienisch aufbereitbar.
Kimono Baumwolle im Vergleich zu Seide, Satin, Musselin, Leinen und Samt
| Stoff | Feuchtigkeitsaufnahme | Trocknungszeit | Waschtemperatur | Knitterneigung | Einlaufen 1. Wäsche | Mottengefahr |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Baumwolle (Popeline, Batist) | hoch | langsam | 40–60 °C | hoch | 1–5 % | keine |
| Kimono Seide Damen | sehr hoch | schnell | Hand, 30 °C | mittel | gering | hoch |
| Kimono Satin Damen (Polyester) | sehr gering | sehr schnell | 30 °C | sehr gering | keines | keine |
| Musselin (Double Gauze) | hoch | langsam | 30–40 °C | gewollt | 5–8 % | keine |
| Leinen Kimono | sehr hoch | schneller als Baumwolle | 40–60 °C | sehr hoch | 3–4 % | keine |
| Samt (Baumwollsamt) | hoch | sehr langsam | 30 °C, Hand | gering, druckempfindlich | 2–3 % | keine |
Baumwolle ist unter den Kimonostoffen der pflegeleichteste Naturstoff: waschbar, bügelbar, unempfindlich gegen Motten und Schweiß. Ihre Schwächen sind das Knittern, das langsame Trocknen und der geringere Wärmeschutz bei Nässe.
Kimono Baumwolle Damen waschen
Baumwolle verträgt mehr als jede andere Kimonofaser, dennoch entscheiden Temperatur, Farbe und Vorbehandlung darüber, wie lange Farbe und Form erhalten bleiben.
Erste Wäsche und Einlaufen beim Baumwolle Kimono
Nicht sanforisierte Baumwolle läuft bei der ersten Wäsche um 3 bis 5 Prozent ein, Double Gauze bis zu 8 Prozent, vor allem in der Länge. Deshalb den neuen Baumwollkimono vor dem ersten Tragen bei der später üblichen Temperatur waschen oder eine Nummer größer wählen. Sanforisierte Ware (Etikett) verändert sich nur noch um etwa ein Prozent. Nach dem Waschen in Form ziehen und Nähte glattstreichen; Baumwolle lässt sich feucht gut in die ursprünglichen Maße bringen.
Indigo und dunkle Farben: Kimono aus Baumwolle separat waschen
Indigogefärbte Yukata und dunkle Baumwollkimonos färben in den ersten drei bis fünf Wäschen ab. Sie werden allein oder mit ähnlichen Farben gewaschen, auf links, kalt bis 30 °C, ohne Bleichmittel. Ein Esslöffel Salz oder Essig im Wasser der ersten Handwäsche mindert das Ausbluten, fixiert die Farbe aber nicht dauerhaft. Helle Baumwolle und weiße Yukata mit Indigomuster sollten nicht eingeweicht werden, weil sich das Blau sonst in die weißen Flächen setzt.
Waschtemperatur und Waschmittel beim Kimono Baumwolle
- Bunte und bedruckte Baumwolle: 30 bis 40 °C mit Colorwaschmittel ohne optische Aufheller.
- Weiße Baumwolle: 60 °C mit Vollwaschmittel; 95 °C nur bei Frottee und ungefärbter Ware.
- Double Gauze, Batist und Voile: Feinwaschgang bei 30 bis 40 °C im Wäschenetz, Schleudern höchstens 800 Umdrehungen.
- Kein Weichspüler bei Frottee und Waffelpiqué, er mindert die Saugfähigkeit; bei Double Gauze ist er unnötig, der Stoff wird von allein weich.
- Waschmaschine nicht überfüllen; Baumwolle braucht Wasser und Bewegung, um sauber zu werden, knittert in einer vollen Trommel aber stärker.
Baumwoll Kimono trocknen und bügeln
- Nach dem Schleudern kräftig ausschütteln, Nähte und Säume glattziehen und auf einem breiten Bügel oder über einer Leine trocknen; so bleiben die meisten Falten aus.
- Wäschetrockner ist möglich, verstärkt aber das Einlaufen und lässt Farben schneller ausbleichen; Schonprogramm, leicht feucht entnehmen.
- Direkte Sonne bleicht Drucke und Indigo aus; im Schatten oder auf links trocknen.
- Bügeln bei hoher Temperatur (Stufe drei, bis 200 °C) mit Dampf oder auf noch leicht feuchtem Stoff; Baumwolle lässt sich trocken schlecht glätten.
- Bedruckte Seite und dunkle Farben auf links bügeln, um Glanzstellen zu vermeiden. Double Gauze und Seersucker nicht bügeln, sie leben von ihrer Kreppstruktur.
- Yukata werden in Japan gestärkt (Nori) und dann gebügelt, damit sie fest fallen und weniger knittern; Sprühstärke erfüllt denselben Zweck.
Kimono aus Baumwolle aufbewahren: Feuchtigkeit, Stockflecken, Silberfischchen
Kleidermotten interessieren sich nicht für Cellulose, dafür ist Baumwolle anfällig für Feuchtigkeit. Ein feucht eingelagerter Baumwollkimono bekommt Stockflecken (Schimmel), die sich als graue oder schwarze Punkte zeigen und nur schwer entfernen lassen. Silberfischchen fressen Stärke und Schlichte und hinterlassen unregelmäßige Fraßstellen in gestärkten Yukata.
- Nur vollständig trocken einlagern; nach dem Waschen mindestens einen Tag nachtrocknen lassen.
- Hängend auf breiten Bügeln oder gefaltet im Schrank; Baumwolle verträgt beides, Falten lassen sich ausbügeln.
- Gestärkte Yukata vor der Winterlagerung waschen, um Silberfischchen keine Nahrung zu bieten.
- Luftdurchlässige Baumwollbeutel statt Plastik; bei feuchten Kellern oder Dachböden ein Trockenmittel in den Schrank legen.
- Weiße Baumwolle vergilbt im Dunkeln bei langer Lagerung leicht; vor dem Tragen bei 60 °C waschen und in der Sonne trocknen, das bleicht natürlich.
Flecken auf dem Baumwolle Kimono Damen entfernen
- Sonnencreme – gelbliche Flecken durch UV-Filter; mit Gallseife vorbehandeln, bei 40 °C waschen; weiße Baumwolle bei 60 °C mit Sauerstoffbleiche.
- Schweiß und Deodorant – in lauwarmem Wasser mit etwas Essig oder Zitronensäure einweichen, dann waschen.
- Gras, Rotwein, Kaffee – sofort mit kaltem Wasser ausspülen, Gallseife oder Fleckensalz, dann normal waschen; nicht heiß behandeln, bevor der Fleck raus ist, Hitze fixiert Gerbstoffe.
- Fett – Geschirrspülmittel auf den trockenen Fleck, einwirken lassen, bei 40 bis 60 °C waschen.
- Stockflecken – Buttermilch- oder Essigbad über Nacht, dann heiß waschen; bei alten Flecken bleibt oft ein Schatten.
- Indigo-Abfärbungen auf hellen Stoffen – sofort kalt auswaschen; getrocknetes Indigo ist schwer zu lösen.
Größen und Maße: Kimono Damen Baumwolle in Zentimetern
Baumwollkimonos werden eng am Körper (Kimonokleid) oder weit (Morgenmantel, Strandkimono) geschnitten; die Tabelle nennt übliche Fertigmaße für weite Modelle nach der ersten Wäsche. Bei nicht sanforisierter Ware sind vor dem Waschen 2 bis 6 cm mehr Länge zu erwarten.
| Größe | Konfektionsgröße (DE) | Brustumfang Trägerin (cm) | Brustweite Kimono (cm) | Schulterbreite (cm) | Länge kurz (cm) | Länge lang (cm) | Ärmellänge (cm) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| XS | 32–34 | 76–82 | 102–108 | 39–41 | 66–72 | 115–122 | 36–40 |
| S | 36–38 | 82–90 | 108–114 | 41–43 | 68–74 | 118–125 | 38–42 |
| M | 38–40 | 90–98 | 114–122 | 43–45 | 70–76 | 120–128 | 40–44 |
| L | 42–44 | 98–106 | 122–130 | 45–47 | 72–78 | 123–131 | 42–46 |
| XL | 46–48 | 106–114 | 130–138 | 47–49 | 74–80 | 126–134 | 44–48 |
| XXL | 50–52 | 114–124 | 138–148 | 49–51 | 76–82 | 128–136 | 46–50 |
| Yukata (Einheitsgröße F) | 36–44 | 80–100 | bis 130 (Wickelweite) | Ärmelspannweite 130–136 | – | 160–165 (mit Ohashori) | 49 (Ärmeltiefe) |
Ein japanischer Yukata wird länger als die Körpergröße minus 30 cm geschnitten, weil der Überschuss unter dem Obi zur Falte (Ohashori) gelegt wird; ein westlicher Baumwollkimono hat dagegen seine Endlänge. Für die Rückenlänge gilt bei westlichen Modellen: Körpergröße minus 35 bis 40 cm für Wadenlänge, minus 28 bis 32 cm für Knöchellänge.
Qualität erkennen: Kimono Baumwolle mit langstapeliger Faser und dichter Webung
Fadenzahl und Garnfeinheit beim Kimono
Ein dichter Baumwollstoff lässt gegen das Licht gehalten keine einzelnen Fäden erkennen und pillt nicht. Langstapelige Baumwolle (Pima, Supima, ägyptische Baumwolle) ergibt glattere Garne mit weniger abstehenden Faserenden, die sich auch nach vielen Wäschen nicht aufrauen. Gekämmte Baumwolle steht als „gekämmt“ oder „combed“ auf dem Etikett. Ein zu leichter Popeline unter 100 g/m² wird nach einigen Wäschen durchscheinend; Batist und Voile sind dagegen absichtlich leicht.
Siegel: GOTS und OEKO-TEX beim Baumwoll Kimono
Der Global Organic Textile Standard (GOTS) bestätigt biologisch angebaute Baumwolle und Umwelt- sowie Sozialkriterien in der gesamten Verarbeitungskette; „organic“ erfordert mindestens 95 Prozent Biofasern. OEKO-TEX Standard 100 prüft das fertige Textil auf Schadstoffe, sagt aber nichts über den Anbau aus. Die Angabe „100 % Baumwolle“ ist nach EU-Textilkennzeichnungsverordnung Pflicht; Mischungen mit Polyester oder Elasthan müssen mit Prozentanteilen genannt werden.
Häufige Fragen zu Kimono Baumwolle
Läuft ein Kimono Baumwolle beim Waschen ein?
Nicht sanforisierte Baumwolle läuft bei der ersten Wäsche um 3 bis 5 Prozent ein, Double Gauze bis zu 8 Prozent, vor allem in der Länge. Sanforisierte Ware verändert sich um etwa ein Prozent. Vorbeugen lässt sich durch Waschen vor dem ersten Tragen bei der später üblichen Temperatur, Verzicht auf den Trockner und feuchtes In-Form-Ziehen.
Bei wie viel Grad wäscht man einen Baumwoll Kimono?
Bunte und bedruckte Baumwolle bei 30 bis 40 °C mit Colorwaschmittel, weiße Baumwolle bei 60 °C, Frottee-Bademäntel bis 60 °C, ungefärbter Frottee auch bei 95 °C. Feine Gewebe wie Batist, Voile und Double Gauze im Feinwaschgang bei 30 bis 40 °C im Wäschenetz. Indigogefärbte Yukata kalt und separat.
Ist ein Kimono aus Baumwolle im Sommer kühler als einer aus Seide?
Beide sind atmungsaktiv. Seide ist leichter und kühlt sich auf der Haut schneller an, Baumwolle nimmt mehr Schweiß auf und ist unempfindlich gegen Sonnencreme, Salz und Sand. Für den Strand und lange Tage im Freien ist Baumwolle praktischer, für kurze Abende ohne Anstrengung Seide angenehmer. Leichte Baumwolle unter 100 g/m² steht Seide beim Klima kaum nach.
Was ist der Unterschied zwischen Yukata und Kimono Baumwolle Damen?
Der Yukata ist ein ungefütterter japanischer Sommerkimono aus Baumwolle, der ohne Unterkimono und mit einem schmalen Obi getragen wird. Ein Baumwollkimono im westlichen Sinn ist jeder Überwurf, Morgenmantel oder jedes Kleid im Kimonoschnitt aus Baumwolle, unabhängig von Futter, Gürtel oder Anlass. In Japan kann ein Momen-Kimono auch gefüttert und ganzjährig sein.
Warum färbt ein indigoblauer Baumwolle Kimono ab?
Indigo ist ein Küpenfarbstoff, der nicht chemisch an die Faser bindet, sondern als unlösliches Pigment in und auf ihr liegt. Überschüssiges Pigment löst sich in den ersten Wäschen und bei Reibung. Deshalb Indigo kalt, separat und auf links waschen, nicht einweichen und in den ersten Wochen helle Sitzflächen und Taschen meiden. Nach fünf bis zehn Wäschen lässt das Abfärben nach.
Knittert ein Baumwoll Kimono Damen stark?
Ja, Baumwolle knittert stärker als Polyester und Seide, weil die Cellulosefaser sich beim Knicken verformt und die Wasserstoffbrücken sich in der neuen Lage neu bilden. Popeline und mercerisierte Baumwolle knittern weniger, Batist und Voile mehr, Double Gauze und Seersucker sind absichtlich gekreppt. Abhilfe: nass in Form ziehen, aufgehängt trocknen, feucht bügeln.
Wie lang sollte ein Kimono Damen lang Baumwolle sein?
Für Wadenlänge Körpergröße minus 35 bis 40 cm, für Knöchellänge minus 28 bis 32 cm, jeweils als Rückenlänge von der Halswurzel bis zum Saum gemessen. Bei nicht sanforisierter Baumwolle 3 bis 5 cm Einlaufreserve einrechnen. Ein Morgenmantel sollte beim Treppensteigen frei bleiben, ein Strandkimono darf länger sein, weil er offen getragen wird.
Ist ein Kimono Baumwolle für empfindliche Haut geeignet?
Baumwolle ist glatt, saugfähig, frei von tierischem Eiweiß und verträgt heißes Waschen, das Rückstände entfernt; sie gilt als hautverträglichste Faser für Neurodermitis und Allergien. Entscheidend sind ungefärbte oder OEKO-TEX-geprüfte Qualitäten ohne Formaldehydausrüstung und das Waschen vor dem ersten Tragen. Frottee und Flanell können durch ihre Oberfläche bei sehr empfindlicher Haut kratzen; Batist und Jersey sind glatter.
Glossar zum Kimono aus Baumwolle
- Aizome – japanische Indigofärbung mit fermentiertem Färberknöterich.
- Batist – sehr feines, dichtes Leinwandgewebe aus gekämmter Baumwolle.
- Chūsen – Gießfärbeverfahren für Yukata, bei dem der gefaltete Stoff beidseitig durchgefärbt wird.
- Double Gauze – zweilagiger Baumwollmull, deutsch Musselin.
- Gekämmt – Baumwolle, aus der kurze Fasern vor dem Spinnen entfernt wurden.
- Hadajuban – leichtes Baumwollunterhemd unter Yukata und Kimono.
- Kasuri – Ikat-Technik mit vor dem Weben gefärbten Garnen; Kurume-Kasuri aus Baumwolle.
- Mercerisieren – Behandlung mit Natronlauge für Glanz, Festigkeit und Farbaufnahme.
- Momen – japanisches Wort für Baumwolle und für den Alltagskimono aus Baumwolle.
- Ohashori – Falte unter dem Obi, in die der Längenüberschuss des Yukata gelegt wird.
- Popeline – dichte Leinwandbindung mit feiner Querrippe.
- Sanforisieren – mechanisches Vorschrumpfen, das Einlaufen auf etwa ein Prozent begrenzt.
- Shijira-ori – Baumwolle mit gewellter Oberfläche aus Tokushima.
- Tanmono – Stoffballen von etwa 36 bis 40 cm Breite und 12 Metern Länge für einen Kimono.
- Yukata – ungefütterter Sommerkimono aus Baumwolle.
Ein Kimono Baumwolle für Damen ist der Alltagskimono unter den Naturstoffen: robust, saugfähig, heiß waschbar und in Geweben von Batist bis Frottee erhältlich. Wer das Flächengewicht zum Zweck wählt, nicht sanforisierte Ware vor dem Tragen wäscht, Indigo separat behandelt, feucht bügelt und nur trocken einlagert, kann einen Baumwollkimono über viele Jahre tragen, ohne die Empfindlichkeiten von Seide oder Satin beachten zu müssen.




































































































































































