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Kimono Jacke Damen – Ratgeber & Wissenswertes

Eine Kimono Jacke ist ein offen geschnittenes, meist hüft- bis oberschenkellanges Oberteil, dessen Schnitt sich am japanischen Kimono orientiert: gerade Vorderteile ohne Abnäher, weite Ärmel, die in einem Stück mit dem Rumpf geschnitten oder rechtwinklig angesetzt sind, und ein Vorderteil, das ohne Knopfleiste offen bleibt oder mit einem Band geschlossen wird. Der Begriff fasst zwei sehr unterschiedliche Kleidungsstücke zusammen. Auf der einen Seite stehen traditionelle japanische Überjacken wie Haori, Happi und Hanten, die über dem Kimono oder als Arbeits- und Festkleidung getragen wurden. Auf der anderen Seite steht westliche Konfektionsware, bei der lediglich der Kimonoärmel oder die offene, ungefütterte Form übernommen wurde: der Kimono-Cardigan, der Kimono-Blazer oder die leichte Überwurfjacke aus Viskose.

Dieser Text erklärt, woher die verschiedenen Formen stammen, wie sie sich in Schnitt, Länge und Material unterscheiden, welche Maße bei den gängigen Konfektionsgrößen zu erwarten sind, wie eine Kimonojacke kombiniert, gebunden und gepflegt wird und worin die Abgrenzung zu Kimono, Yukata und Kimonomantel besteht. Ein Glossar erläutert die japanischen Fachbegriffe, ein Fragenteil beantwortet die häufigsten Unklarheiten zu Größe, Anlass und Reinigung.

Was ist eine Kimono Jacke?

Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff jede Jacke, die den T-förmigen Grundschnitt des Kimonos übernimmt. Der klassische Kimono wird aus geraden Stoffbahnen von etwa 36 bis 40 cm Breite zusammengesetzt; Schulternaht und Ärmelkugel fehlen, der Ärmel hängt an einer geraden Linie vom Rumpf herab. Eine Jacke in diesem Schnitt hat deshalb eine fallende Schulter, eine tiefe Armkugel und viel Bewegungsfreiheit im Oberarm. Sie ist deutlich kürzer als der Kimono selbst, der bis zum Knöchel reicht, und wird nicht mit einem breiten Obi, sondern offen, mit einem schmalen Bindeband oder gar nicht geschlossen getragen.

Im weiteren Sinn wird im deutschen Sprachraum fast alles als Kimonojacke bezeichnet, was leicht, offen und weit geschnitten ist und einen fließenden Fall hat, unabhängig davon, ob der Ärmel tatsächlich angeschnitten ist. Dazu gehören Strandüberwürfe, Fransenjacken im Boho-Stil, Satinjacken mit Blumendruck und Strickjacken mit überschnittener Schulter. Für die Einordnung eines konkreten Modells hilft es, drei Merkmale zu prüfen: Ist der Ärmel angeschnitten oder rechtwinklig angesetzt? Ist die Vorderkante gerade, ohne Revers und ohne Knopfleiste? Fällt der Stoff gerade nach unten, ohne Taillierung? Treffen zwei von drei Merkmalen zu, handelt es sich in der Regel um eine Jacke im Kimonoschnitt.

Herkunft der Kimonojacke: Haori, Happi und Hanten

Die japanischen Vorläufer der heutigen Kimonojacke haben jeweils eine eigene Geschichte und eine eigene Funktion. Alle drei werden über anderer Kleidung getragen und sind vorne offen, unterscheiden sich aber in Länge, Stoff und gesellschaftlicher Bedeutung.

Haori: die klassische japanische Kimonojacke

Der Haori ist eine hüft- bis oberschenkellange Überjacke, die ursprünglich von Männern der Samurai-Schicht über dem Kimono getragen wurde. Ab der Meiji-Zeit (1868–1912) übernahmen auch Frauen den Haori, zunächst Geishas in Tokio, später bürgerliche Frauen. Er wird nicht übereinandergeschlagen, sondern hängt mit parallel fallenden Vorderkanten; verbunden werden die beiden Seiten in Brusthöhe durch eine geflochtene Schnur, den Haori-himo. Das Innenfutter eines Männer-Haori ist häufig aufwendig bemalt oder bedruckt, weil die Außenseite traditionell schlicht bleibt. Der Haori gilt als das eleganteste der drei Kleidungsstücke und ist in Japan bis heute Bestandteil formeller Kimono-Ensembles.

Happi: die Kimonojacke für Feste und Arbeit

Der Happi ist eine gerade geschnittene Baumwolljacke mit kurzen, weiten Ärmeln und einem schmalen, geraden Kragen. Er stammt aus dem Arbeitsalltag der Edo-Zeit (1603–1868), wo Handwerker, Feuerwehrleute und Ladenangestellte ihn mit dem Wappen oder Schriftzug ihres Hauses auf dem Rücken trugen. Heute ist der Happi vor allem Festkleidung: Bei Matsuri, den Schreinfesten, tragen die Träger der Tragschreine einheitliche Happi in kräftigen Farben, meist Indigoblau, Rot oder Schwarz mit weißen Schriftzeichen. Er wird mit einem schmalen Baumwollgürtel geschlossen oder offen getragen.

Hanten: die wattierte Kimonojacke für den Winter

Der Hanten ist die wattierte Winterversion der Arbeitsjacke. Zwischen Ober- und Futterstoff liegt eine Schicht Baumwollwatte, der Kragen ist oft mit schwarzem Satin oder Samt verstärkt, damit er nicht so schnell verschmutzt. Der Hanten wurde und wird in Japan als Hausjacke in unbeheizten Räumen getragen. Er ist kürzer und boxiger als der Haori und erhebt keinen Anspruch auf Eleganz. Wattierte Kimonojacken im westlichen Handel gehen meist auf diese Form zurück.

Kimono Jacke Damen: der westliche Kimonoschnitt

In der europäischen Mode taucht der Kimonoärmel erstmals um 1910 auf, als Pariser Couturiers wie Paul Poiret unter dem Eindruck japanischer Importe Mäntel und Abendjacken mit angeschnittenen Ärmeln und tiefen Armausschnitten entwarfen. In den 1950er-Jahren wurde der Kimonoärmel zum Standardschnitt für Hausmäntel, Cocktailjacken und Strickmoden, weil er sich ohne aufwendige Ärmelkugel nähen lässt und dem Oberkörper einen weichen, fließenden Umriss gibt. Seit den 2010er-Jahren ist die Kimonojacke für Damen ein fester Bestandteil des Sommer- und Festivalsortiments: leicht, ungefüttert, häufig mit Blumen- oder Paisleydruck, über Top und Jeans oder über dem Badeanzug getragen.

Anders als der japanische Haori ist die westliche Kimonojacke für Damen selten aus Seide gefertigt und fast nie gefüttert. Sie nutzt den Schnitt, nicht die textile Tradition. Das erklärt auch, warum Materialien und Verarbeitungsstandards innerhalb der Kategorie so weit auseinanderliegen: Eine Viskosejacke mit Fransen und ein handgefärbter Haori aus Seidenkrepp haben außer dem Ärmel wenig gemeinsam.

Kimono Jacken im Überblick: Arten, Längen und Verschlüsse

Die folgende Tabelle ordnet die gängigsten Formen nach Länge, typischem Material und Verschluss. Die Längenangaben beziehen sich auf die Rückenlänge ab dem Halsansatz bei Konfektionsgröße 38.

Typ Rückenlänge Typisches Material Verschluss Typischer Anlass
Haori 75–95 cm Seide, Wolle, Polyester Haori-himo (Schnur) Über dem Kimono, formell bis halbformell
Happi 65–80 cm Baumwolle Schmaler Gürtel oder offen Feste, Veranstaltungen
Hanten 65–75 cm Wattierte Baumwolle Offen oder Bindeband Zuhause, Winter
Kimono-Cardigan 60–110 cm Viskose, Baumwolle, Chiffon Offen, seltener Bindegürtel Sommer, Freizeit, Strand
Kimono-Strickjacke 60–90 cm Wolle, Baumwollstrick, Mischfasern Offen oder Bindegürtel Übergangszeit, Zuhause
Kimono-Blazer 60–75 cm Leinen, Crêpe, Wollmischung Offen, einzelner Knopf oder Haken Büro, Abend
Kurze Kimonojacke 45–60 cm Satin, Baumwolle, Jacquard Offen oder Bindeband Zu hohen Taillen, Abend

Kimono Jacken werden im Handel selten nach diesen Typen sortiert; die Zuordnung ergibt sich aus Länge, Stoff und Verschluss. Innerhalb dieser Typen gibt es Übergänge. Ein Kimono-Cardigan aus Leinen mit einem Knopf ist vom Kimono-Blazer kaum zu unterscheiden, und ein moderner Haori aus Baumwolle wird im Handel häufig als Kimonojacke im Boho-Stil geführt.

Die leichte, fließende Überwurfjacke

Der Kimono Cardigan ist die am weitesten verbreitete Form. Er besteht aus einem leichten, fließenden Gewebe, hat weite, meist dreiviertellange Ärmel und keinerlei Verschluss. Die Vorderkanten sind gerade gesäumt oder mit einer schmalen Blende versehen, der Saum fällt gerade oder ist an den Seiten geschlitzt. Häufig sind Fransen, Quasten, Häkelborten oder Spitzeneinsätze angesetzt. Das Gewicht liegt meist zwischen 150 und 300 Gramm, sodass sich die Jacke zusammengerollt in einer Handtasche verstauen lässt.

Der Kimono-Cardigan wird über Trägertops, T-Shirts, Sommerkleidern oder Bademode getragen. Die Länge reicht von der Hüfte bis zur Wade; längere Modelle werden im Handel häufig als Kimono geführt, obwohl sie ebenfalls nur eine ungefütterte Überjacke sind. Die Grenze zu einem Kimono Damen Lang ist fließend und wird meist über die Länge gezogen: Ab etwa Kniehöhe spricht der Handel eher von einem Kimono als von einer Jacke.

Kimono Strickjacke

Die Kimono Strickjacke überträgt den Schnitt auf Maschenware. Weil Strick sich dehnt, ist die überschnittene Schulter hier besonders bequem und wirkt weniger voluminös als bei Webware. Typisch sind grob gestrickte Modelle aus Wolle oder Baumwolle mit breiten Blenden, die vorne bis zum Saum durchlaufen, sowie feine Viskose-Strickjacken mit fallenden Ärmeln. Ein Bindegürtel aus demselben Material ist üblich, ein Knopfverschluss selten. Die Kimono-Strickjacke ist die einzige Form, die sich uneingeschränkt für Herbst und Winter eignet.

Die strukturierte Kimonojacke fürs Büro

Der Kimono Blazer ist eine strukturiertere Variante für den Arbeitsalltag. Der Ärmel ist angeschnitten, aber schmaler als beim Cardigan, häufig mit Umschlag. Die Vorderkanten laufen gerade und werden entweder offen, mit einem einzelnen verdeckten Haken oder einem Knopf in Taillenhöhe getragen. Schulterpolster fehlen, ein Revers gibt es nicht; stattdessen ist der Halsausschnitt mit einer Blende in Kimonokragen-Form eingefasst, die bis zum Saum durchläuft. Gängige Stoffe sind Leinen, Viskose-Crêpe, leichte Wollmischungen und Lyocell. Der Kimono-Blazer wird zu geraden Hosen, Bleistiftröcken oder schlichten Etuikleidern kombiniert und ersetzt in warmen Monaten den klassischen Blazer mit eingesetztem Ärmel.

Kimono Jacke Damen kurz oder lang?

Die Länge entscheidet über Silhouette, Anlass und Kombinierbarkeit. Eine Kimono Jacke Damen kurz, also mit einer Rückenlänge von etwa 45 bis 60 cm, endet an der Taille oder knapp unterhalb. Sie betont hohe Taillen, passt zu weiten Hosen, Hakama-Hosen und Maxiröcken und wirkt in Satin oder Jacquard abendtauglich. Eine hüftlange Jacke mit 60 bis 75 cm ist die vielseitigste Länge: Sie deckt den Hosenbund ab, sitzt über Jeans wie über Kleidern und lässt sich am ehesten mit Bindegürtel tragen.

Lange Modelle ab 90 cm reichen bis zum Oberschenkel oder Knie und wirken durch die vertikale Linie streckend. Sie werden fast immer offen getragen, weil ein Gürtel den Stoff staucht. Für Frauen unter etwa 165 cm Körpergröße sind Längen bis 85 cm günstiger, weil längere Jacken die Beinlinie verkürzen; wer größer ist, kann auch wadenlange Formen offen tragen. Wer zwischen kurz und lang schwankt, kann sich am Ausschnitt orientieren: Zu tiefen Ausschnitten und Trägertops wirkt kurz stimmiger, zu geschlossenen Oberteilen passt lang.

Kimonojacke: Schnitt, Ärmel und Kragen

Drei Details bestimmen, ob eine Kimonojacke gut fällt: die Ärmelkonstruktion, die Vorderkante und die Art des Verschlusses.

Der Kimonoärmel

Beim schneidertechnischen Kimonoärmel ist der Ärmel Teil des Vorder- und Rückenteils; Schulter- und Ärmelnaht verlaufen in einer geraden Linie. Damit die Achsel nicht spannt, wird häufig ein Zwickel eingesetzt oder die Unterarmnaht in einer weichen Kurve geführt. Beim japanischen Original ist der Ärmel dagegen ein separates Rechteck, das rechtwinklig an den Rumpf genäht wird und unter der Achsel offen bleibt; diese Öffnung erleichtert die Belüftung. Konfektionsware verwendet fast ausschließlich die erste Variante.

Kragen und Vorderkante der Kimonojacke

Der Kimonokragen, japanisch Eri, ist ein etwa 5 bis 6 cm breiter, doppelt gelegter Streifen, der vom Nacken über die Schultern bis zum Saum läuft und die Vorderkante bildet. Er ist das sichtbarste Erkennungsmerkmal. Bei westlichen Jacken wird er oft durch eine schmale Blende oder einen einfachen Saum ersetzt. Ein breiter, durchlaufender Kragen stabilisiert die Vorderkante und verhindert, dass sie sich nach außen rollt.

Verschluss: Kimono Jacke offen, mit Schnur oder Gürtel

Der Haori wird mit einer Schnur zwischen zwei kleinen Ösen geschlossen. Westliche Jacken kommen ohne Verschluss aus oder verwenden einen Bindegürtel aus Stoff, der durch seitliche Schlaufen läuft. Ein schmaler Stoffgürtel eignet sich für dünne Stoffe; bei Strick und Wolle ist ein breiterer Gürtel stimmiger. Wer eine offene Jacke schließen möchte, kann einen separaten Kimono Gürtel verwenden.

Kimonojacke Materialien: Viskose, Baumwolle, Seide und Strick

Das Material bestimmt Fall, Saison und Pflegeaufwand stärker als der Schnitt. Die Tabelle stellt die häufigsten Stoffe gegenüber.

Material Fall Saison Pflege Typischer Jackentyp
Viskose Sehr fließend, weich Frühjahr bis Sommer Handwäsche oder 30 °C Schonwaschgang, knittert Kimono-Cardigan
Baumwolle Fest, leicht steif Frühjahr bis Herbst Maschinenwäsche 30–40 °C Happi, Hanten, Cardigan
Leinen Trocken, knittert stark Sommer Maschinenwäsche 30–40 °C, feucht bügeln Kimono-Blazer
Seide Fließend, glänzend Ganzjährig, gefüttert auch Winter Handwäsche kalt oder Reinigung Haori
Polyester-Satin Glatt, glänzend Ganzjährig Maschinenwäsche 30 °C Kurze Jacke, Abendjacke
Chiffon Transparent, leicht Hochsommer Handwäsche Strandüberwurf
Wolle, Strick Voluminös, weich Herbst bis Winter Wollwaschgang, liegend trocknen Kimono-Strickjacke
Samt Schwer, matt schimmernd Herbst bis Winter Reinigung Abendjacke

Naturfasern wie Baumwolle und Leinen nehmen Feuchtigkeit auf und sind angenehm bei Hitze, knittern aber. Viskose fällt am weichsten, ist im nassen Zustand jedoch empfindlich und sollte nicht ausgewrungen werden. Seide wird für Jacken im engeren Kimonostil, etwa einen Haori, verwendet; die Unterschiede zwischen Seidenqualitäten wie Chirimen, Habutai oder Tsumugi sind in der Kategorie Kimono Seide Damen ausführlicher beschrieben.

Muster, Farben und Drucktechniken der Kimonojacke

Japanische Haori zeigen häufig klassische Motive: Kraniche, Kiefern, Chrysanthemen, Wellen (Seigaiha), Schachbrettmuster (Ichimatsu) oder das Pfeilmuster Yagasuri. Männer-Haori sind außen meist einfarbig in Schwarz, Braun, Grau oder Dunkelblau, während das Futter bildhaft gestaltet ist. Westliche Kimonojacken greifen auf Blumendrucke, Paisley, geometrische Muster und Batik-Optik zurück; einfarbige Modelle in Schwarz, Beige, Weiß oder Rostrot sind vor allem beim Kimono-Blazer verbreitet.

Bei den Techniken lohnt sich der Blick auf den Stoff: Beim Digitaldruck liegt das Motiv nur auf der Oberfläche, die Rückseite ist heller. Bei gewebten Mustern (Jacquard, Brokat) ist das Motiv auf beiden Seiten sichtbar. Traditionelle Färbetechniken wie Shibori (Abbindefärbung) oder Yūzen (Reservefärbung mit Reispaste) erkennt man an leichten Unregelmäßigkeiten, die beim Druck fehlen.

Wie trägt man eine Kimonojacke?

Die Kimonojacke wird in der Regel offen getragen, sodass das darunterliegende Oberteil sichtbar bleibt. Der weite Ärmel verlangt nach schmalen oder eng anliegenden Teilen darunter, damit die Silhouette nicht insgesamt zu voluminös wird.

Kimonojacke zum Kleid

Über einem schmalen Slipdress oder einem Etuikleid wirkt eine hüftlange Jacke aus Satin oder Crêpe wie ein leichter Abendmantel. Über einem weiten Maxikleid ist eine kurze Jacke besser, weil zwei weite Teile übereinander plump wirken.

Kimonojacke zur Jeans

Zu geraden oder schmalen Jeans passt jede Länge. Ein einfarbiges Top darunter lässt gemusterte Jacken zur Geltung kommen; ein gestreiftes Shirt unter einer einfarbigen Leinenjacke ist die umgekehrte Variante. Bei Jeans mit hoher Taille kann die Jacke mit dem Gürtel geschlossen werden.

Kimonojacke im Büro kombinieren

Der Kimono-Blazer ersetzt den klassischen Blazer. Darunter passen ein schlichtes Shirt oder eine Kimono Bluse mit ebenfalls angeschnittenem, aber schmalerem Ärmel. Auf gemusterte Jacken sollte im formellen Umfeld zugunsten einfarbiger Stoffe verzichtet werden.

Haori und Kimono Jacke richtig anziehen und binden

Ein traditioneller Haori wird in Japan nach festen Regeln getragen. Für das Tragen über westlicher Kleidung gelten sie nur sinngemäß, sind aber eine gute Orientierung.

  1. Den Haori mit beiden Händen am Kragen fassen und über die Schultern legen; der Kragen liegt flach am Nacken und wird nicht umgeschlagen.
  2. Die Vorderkanten hängen parallel nach unten. Anders als beim Kimono wird nichts übereinandergeschlagen.
  3. Die Haori-himo, die geflochtene Schnur, in die kleinen Ösen an den Vorderkanten einhaken und in Brusthöhe zu einer flachen Schleife binden.
  4. Die Ärmel am Handgelenk kurz ausschütteln, damit der Stoff gerade fällt.
  5. Beim Hinsetzen den Saum leicht anheben, damit der Stoff nicht knittert. In formellen Innenräumen wird der Haori beim Sitzen traditionell abgelegt.

Bei westlichen Kimonojacken entfällt die Schnur; wer einen Gürtel verwendet, bindet ihn seitlich oder vorne zu einem einfachen Knoten, nicht zu einer großen Schleife.

Kimonojacke Damen: Größen und Maße in cm

Weil Kimonojacken weit geschnitten sind, fällt die Größe großzügiger aus als bei taillierten Jacken. Viele Modelle werden in Doppelgrößen (S/M, L/XL) oder als Einheitsgröße angeboten. Die folgenden Werte sind übliche Fertigmaße bei einem hüftlangen Kimono-Cardigan; die Brustweite wird flach gemessen und verdoppelt.

Größe Konfektionsgröße Brustweite Rückenlänge Ärmellänge ab Halsansatz
XS 32–34 100–106 cm 62–66 cm 52–56 cm
S 36 106–112 cm 64–68 cm 54–58 cm
M 38 112–118 cm 66–70 cm 56–60 cm
L 40–42 118–126 cm 68–72 cm 58–62 cm
XL 44–46 126–134 cm 70–74 cm 60–64 cm
XXL 48–50 134–142 cm 72–76 cm 62–66 cm

Die Ärmellänge wird bei angeschnittenen Ärmeln vom Halsansatz über die Schulter bis zum Ärmelsaum gemessen, weil es keine Schulternaht gibt. Ein Wert von 56 cm entspricht bei durchschnittlicher Armlänge einem Dreiviertelärmel. Für Größen ab 48 gibt es eigene Schnitte mit längerer Rückenlänge und größerem Armausschnitt, siehe Kimono Große Größen. Japanische Haori werden nicht nach Konfektionsgrößen, sondern nach Körpergröße verkauft; ein Damen-Haori für 155 bis 165 cm Körpergröße hat meist eine Rückenlänge von 80 bis 85 cm.

Kimono Jacke Damen nach Jahreszeit

Die ungefütterte Kimonojacke ist ein Kleidungsstück für warme Tage. Ihre Aufgabe ist nicht Wärme, sondern Schutz vor Sonne, Zugluft und Klimaanlagen sowie die optische Ergänzung eines Outfits. Für die Übergangszeit eignen sich Baumwolle, Leinen-Baumwoll-Mischungen und leichter Strick. Für den Winter kommen nur wattierte Formen wie der Hanten, gefütterte Haori aus Wolle oder Seide sowie dicke Strickjacken infrage. Wer eine wärmende Überjacke mit Kimonoschnitt sucht, ist bei einem länger geschnittenen Kimono Mantel Damen besser aufgehoben, der bis zum Knie reicht und gefüttert ist.

  • Frühjahr: Baumwolle, leichte Viskose, dünner Strick; Länge hüft- bis oberschenkellang.
  • Sommer: Chiffon, Viskose, Leinen, Musselin; alle Längen, auch als Strandüberwurf.
  • Herbst: Wollstrick, Samt, gefütterte Baumwolle; hüftlang mit Gürtel.
  • Winter: Hanten, gefütterter Haori, dicker Strick; in Innenräumen oder unter einem Mantel.

Kimonojacke waschen, pflegen und aufbewahren

Der Pflegeaufwand hängt vom Material ab, einige Regeln gelten aber für alle Kimonojacken, weil der weite Schnitt und die langen Kanten beim Waschen leicht verziehen.

  • Vor der ersten Wäsche das Pflegeetikett prüfen; bei fehlendem Etikett von Handwäsche ausgehen.
  • Jacke auf links drehen, Bindegürtel entfernen und separat waschen, damit er sich nicht verknotet.
  • Viskose, Seide und Chiffon nicht schleudern, sondern in ein Handtuch einrollen und ausdrücken.
  • Liegend oder auf einem breiten Bügel trocknen; schmale Drahtbügel drücken Kanten in die Schulterpartie.
  • Bei angeschnittenen Ärmeln von der Schulter zum Saum bügeln, nicht quer, sonst verzieht sich die Naht.
  • Seidene Haori nicht waschen, sondern lüften und bei Bedarf professionell reinigen lassen.
  • Über den Winter gefaltet lagern, nicht hängend; die Vorderkanten glatt aufeinanderlegen, die Ärmel nach innen falten.

Bei Kimonojacken mit Bindegürtel den Gürtel getrennt aufbewahren oder locker um die gefaltete Jacke legen, damit er nicht ausleiert. Fransen und Quasten sollten vor dem Waschen zusammengebunden oder in einen Wäschebeutel gelegt werden. Nach dem Waschen lassen sie sich mit einem grobzinkigen Kamm entwirren.

Kimono Jacke, Kimono, Yukata und Kimonomantel: die Unterschiede

Die Begriffe werden im Handel häufig vermischt. Die Unterscheidung ist dennoch einfach, wenn man Länge, Verschluss und Funktion betrachtet.

  • Kimono: Knöchellang, wird links über rechts übereinandergeschlagen und mit einem breiten Obi gebunden. Hauptkleidungsstück, keine Überjacke. Grundlagen dazu unter Japanischer Kimono.
  • Yukata: Ungefütterter Baumwollkimono für den Sommer, ebenfalls knöchellang und mit Obi. Kein Überkleidungsstück.
  • Kimonojacke / Haori: Hüft- bis oberschenkellang, wird offen oder mit Schnur getragen, nicht übereinandergeschlagen, kein Obi. Wird über anderer Kleidung getragen.
  • Kimonomantel: Knie- bis knöchellang, gefüttert oder wattiert, mit Gürtel geschlossen; wärmende Oberbekleidung für draußen.
  • Kimono-Morgenmantel: Hauskleidung aus Satin oder Frottee mit Gürtel; wird nicht draußen getragen.

Merksatz: Alles, was mit einem Obi gebunden wird, ist ein Kimono oder Yukata. Alles, was offen über anderer Kleidung hängt und kürzer als das Knie ist, ist eine Jacke. Alles, was länger ist und wärmt, ist ein Mantel.

Kimono Jacken für Herren: was anders ist

Der Haori war ursprünglich Männerkleidung, und in Japan ist er es weiterhin: Zum formellen Männerkimono gehören Haori und Hakama. Herren-Haori sind länger als Damenmodelle, außen einfarbig und haben ein bildhaft gestaltetes Futter. Auch bei westlicher Ware unterscheiden sich Herrenmodelle: Die Ärmel sind schmaler, die Stoffe schwerer (Baumwollcanvas, Leinen, Wolle), die Farben gedeckter, und Fransen oder Spitze kommen nicht vor. Kimono Jacken für Männer werden meist als Überhemd oder leichte Jacke über einem T-Shirt getragen. Eine eigene Übersicht dazu bietet die Kategorie Kimono Jacke Herren.

Kimonojacke auswählen: objektive Kriterien

Ob eine Kimonojacke passt, lässt sich anhand weniger messbarer Merkmale prüfen, ohne auf Geschmacksurteile angewiesen zu sein.

  1. Rückenlänge: Mit einem Maßband vom siebten Halswirbel bis zur gewünschten Saumhöhe messen und mit der Produktangabe vergleichen.
  2. Ärmelweite: Der Ärmelsaum sollte mindestens 15 cm mehr Umfang haben als der Oberarm, sonst geht der fließende Fall verloren.
  3. Stoffgewicht: Unter 150 g/m² ist der Stoff meist transparent; 180 bis 250 g/m² ist blickdicht und fällt trotzdem; über 300 g/m² steht der Stoff eher ab.
  4. Kragenverarbeitung: Eine doppelt gelegte, durchgesteppte Blende hält die Vorderkante besser als ein einfacher Rollsaum.
  5. Musterverlauf: Bei gemusterten Stoffen sollte das Motiv an den Vorderkanten symmetrisch verlaufen; das ist ein Hinweis auf sorgfältigen Zuschnitt.
  6. Nahtzugabe: Bei Haori sind breite Nahtzugaben üblich, weil sie zum Ändern gedacht sind; bei Konfektionsware sind sie schmal.

Kimonojacke im Zweiteiler kombinieren

Eine Kimonojacke wird häufig mit passender Hose oder passendem Rock als Zweiteiler angeboten. Traditionelle Kombinationen sind Haori mit Hakama oder das zweiteilige Samue aus Jacke und weiter Hose. Westliche Zweiteiler bestehen aus einem hüftlangen Cardigan und einer weiten Hose im selben Druck. Eine Übersicht über solche Kombinationen bietet die Kategorie Kimono Set; die passenden weiten Hosen mit tiefem Schritt und Bundfalten finden sich unter Kimono Hose.

Glossar: Begriffe rund um die Kimonojacke

  • Haori: Hüft- bis oberschenkellange Überjacke, über dem Kimono getragen, mit Schnur geschlossen.
  • Haori-himo: Geflochtene Seiden- oder Baumwollschnur, die den Haori in Brusthöhe zusammenhält.
  • Happi: Gerade geschnittene Baumwolljacke mit kurzen Ärmeln; Fest- und Arbeitskleidung.
  • Hanten: Wattierte Winterjacke im Happi-Schnitt für den Hausgebrauch.
  • Eri: Der durchlaufende Kragen, der beim Kimono und Haori die Vorderkante bildet.
  • Sode: Der Ärmel; beim Kimono ein rechteckiges, unten geschlossenes Stoffteil.
  • Michiyuki: Mantel mit eckigem Ausschnitt und Knöpfen, über dem Kimono für draußen.
  • Obi: Breiter Gürtel des Kimonos; wird bei Jacken nicht verwendet.
  • Kimonoärmel: Schneidereibegriff für einen Ärmel, der in einem Stück mit dem Rumpf geschnitten ist.
  • Chirimen: Seidenkrepp mit feiner Körnung, typisch für Haori und Kimono.
  • Yūzen: Reservefärbetechnik mit Reispaste, mit der bildhafte Motive auf Seide gemalt werden.
  • Shibori: Abbindefärbung, bei der der Stoff vor dem Färben geknotet, gefaltet oder abgenäht wird.

Häufige Fragen zu Kimono Jacke

Wie unterscheidet sich eine Kimono Jacke von einem Kimono?

Der Kimono ist ein knöchellanges Hauptkleidungsstück, das übereinandergeschlagen und mit einem breiten Obi gebunden wird. Die Kimonojacke ist eine kurze, offene Überjacke ohne Obi, die über anderer Kleidung getragen wird. Sie übernimmt den geraden Schnitt und den weiten Ärmel, nicht aber Länge und Wickelprinzip. In Japan heißt diese Jacke Haori.

Welche Größe brauche ich bei einer Kimonojacke?

Weil der Schnitt weit ist, reicht in der Regel die gewohnte Konfektionsgröße oder bei Doppelgrößen die kleinere Variante. Entscheidend ist die Rückenlänge, nicht die Brustweite. Wer eine Jacke mit Gürtel schließen möchte, sollte auf mindestens 10 cm Bewegungsweite in der Brust achten. Einheitsgrößen entsprechen meist Konfektionsgröße 36 bis 42.

Kann man eine Kimonojacke im Winter tragen?

Ungefütterte Modelle aus Viskose oder Chiffon nicht. Für kalte Monate eignen sich Kimono-Strickjacken, gefütterte Haori aus Wolle oder Seide und wattierte Hanten. Draußen werden auch diese unter einem Mantel getragen oder durch einen gefütterten Kimonomantel ersetzt, der bis zum Knie reicht.

Wie wird eine Kimonojacke geschlossen?

Traditionelle Haori werden mit einer geflochtenen Schnur in Brusthöhe verbunden, ohne die Vorderkanten übereinanderzuschlagen. Westliche Modelle bleiben offen oder werden mit einem Stoffgürtel gebunden, der durch seitliche Schlaufen läuft. Ein Kimono-Blazer hat gelegentlich einen einzelnen Knopf oder Haken in Taillenhöhe.

Fließend oder strukturiert: welche Kimonojacke wofür?

Der Cardigan ist weich, fließend und ohne jede Struktur; er besteht aus leichten Stoffen und wird offen getragen. Der Blazer ist aus festeren Stoffen wie Leinen oder Crêpe gefertigt, hat schmalere Ärmel, eine sauber eingefasste Vorderkante und häufig einen verdeckten Verschluss. Der Cardigan ist Freizeitkleidung, der Blazer bürotauglich.

Darf man eine Kimonojacke in der Waschmaschine waschen?

Baumwolle, Leinen und Polyester können im Schonwaschgang bei 30 °C gewaschen werden, am besten auf links und in einem Wäschebeutel. Viskose verträgt ebenfalls 30 °C, sollte aber nicht geschleudert werden. Seide, Chiffon mit Stickerei und gefütterte Haori gehören in die Handwäsche oder zur professionellen Reinigung.

Passt eine Kimonojacke zu einer Hochzeit oder einem Abendessen?

Ja, wenn Material und Länge stimmen. Eine kurze Jacke aus Satin, Jacquard oder Samt über einem schmalen Kleid ist abendtauglich; ein seidener Haori mit dezentem Muster ebenso. Fransenjacken aus Viskose, Häkeleinsätze und Batikdrucke gehören dagegen in den Freizeitbereich und sind bei formellen Anlässen unpassend.

Was ist eine kurze Kimonojacke und wozu passt sie?

Eine kurze Kimonojacke endet mit 45 bis 60 cm Rückenlänge etwa in Taillenhöhe. Sie passt zu Hosen und Röcken mit hohem Bund, zu Maxikleidern und zu allem, was unten weit ist. Über tief sitzenden Hosen wirkt sie ungünstig, weil sie den Bund freilässt.

Kimono Jacke: das Wichtigste in Kürze

Eine Kimono Jacke ist ein offen getragenes Oberteil im geraden Kimonoschnitt mit weiten, angeschnittenen oder rechtwinklig angesetzten Ärmeln. Die japanischen Ursprungsformen Haori, Happi und Hanten unterscheiden sich in Länge, Material und Anlass; westliche Ableitungen wie Kimono-Cardigan, Kimono-Strickjacke und Kimono-Blazer übernehmen nur den Schnitt. Für die Auswahl sind Rückenlänge, Stoffgewicht und Ärmelweite die wichtigsten messbaren Kriterien, für die Pflege das Material. Wer diese wenigen Punkte kennt, kann eine Kimonojacke für Damen unabhängig von Saison und Anlass richtig einordnen, kombinieren und lange erhalten.