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Kimono Braun – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Kimono Braun trägt in Japan eine Farbe, die nach dem Tee benannt ist: Cha-iro, „Teefarbe“, bezeichnet seit der Edo-Zeit das gesamte Spektrum von hellem Gelbbraun bis zu fast schwarzem Kogecha. Braun wurde in dieser Epoche zur wichtigsten Modefarbe des Bürgertums, weil die Kleidergesetze des Shogunats auffällige Farben und teure Stoffe verboten und den Stadtbewohnern nur Braun, Grau und Indigo ließen. Aus dieser Beschränkung entstand eine Farbkultur, die das Sprichwort „Shijūhatcha hyakunezumi“, achtundvierzig Brauntöne und hundert Grautöne, zusammenfasst. Ein brauner Kimono ist damit historisch weder schlicht noch verlegen, sondern Ausdruck eines bewusst verfeinerten Geschmacks.

Dieser Text beschreibt die Herkunft des Farbworts, die Kleidergesetze und die Ästhetik des Iki, die wichtigsten Brauntöne mit ihren japanischen Namen, die Färbung mit Tanninen, Kakishibu und Schlamm, die Gewebe Tsumugi und Wolle, die Bindung an den Herbst, Muster, Obi-Kombinationen, Schnitte für Herren und Damen, Größen in Zentimetern sowie die Pflege gerbstoffgefärbter Stoffe. Ein Vergleich mit Haori, Hanten und Samue, häufige Fragen und ein Glossar schließen die Übersicht ab.

Kimono Braun: Cha-iro und die Farbe des Tees

Das Wort Cha-iro entstand, als Tee in Japan Alltagsgetränk wurde, also im 16. und 17. Jahrhundert. Gemeint war zunächst die Farbe des mit Teeblättern gefärbten Stoffes, ein gelbliches Hellbraun, nicht die Farbe des Getränks. Vor dieser Zeit wurden Brauntöne nach Pflanzen und Naturerscheinungen benannt: Kuchiba-iro, die Farbe verrottenden Laubs, Kuri-iro, Kastanie, oder Susutake-iro, das Braun von Bambus, der jahrzehntelang im Rauch der Feuerstelle gehangen hat. Mit der Edo-Zeit wurde Cha zum Sammelbegriff, an den fast jeder neue Braunton angehängt wurde: Kogecha, Kobicha, Rikyū-cha, Danjūrō-cha. Ein Kimono Braun in einem dieser Töne ist deshalb sprachlich immer ein „Tee-Kimono“, auch wenn kein Tee im Färbebad war.

Kimono Braun vor der Edo-Zeit: Kuchiba und die Farben des Hofes

Am Hof der Heian-Zeit galt Braun als Farbe des Herbstes und der Vergänglichkeit. Kuchiba-iro erschien in den Farbschichtungen der Kasane no Irome ab dem neunten Monat, kombiniert mit Gelb, Ocker und gedecktem Rot. Braun war keine verbotene, aber auch keine prestigeträchtige Farbe; Rang zeigte sich in Purpur, Rot und Grün. Erst als diese Farben dem Volk verboten wurden, gewann Braun an Bedeutung.

Kimono Braun und die Kleidergesetze der Edo-Zeit: 48 Brauntöne, 100 Grautöne

Das Tokugawa-Shogunat erließ zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert wiederholt Sparsamkeitsedikte, die Kenyaku-rei. Sie untersagten Kaufleuten und Handwerkern Seidenbrokat, Stickerei, Gold- und Silberfäden sowie auffällige Farben wie Purpur und Safflor-Rot. Erlaubt blieben gedeckte Farben, vor allem Braun, Grau und Indigo. Die Stadtbevölkerung reagierte nicht mit Verzicht, sondern mit Differenzierung: Färber entwickelten Dutzende unterscheidbare Brauntöne, die sich in Unterton, Tiefe und Beize unterschieden. Die Zahl 48 ist dabei ebenso symbolisch wie die 100 der Grautöne; die überlieferten Farbnamen gehen weit darüber hinaus. Ein brauner Kimono wurde so zum Feld, auf dem Geschmack ohne Regelverstoß gezeigt werden konnte.

Iki: der Kimono Braun als Geschmacksbeweis

Iki bezeichnet die städtische Ästhetik der späten Edo-Zeit: schlicht, kühl, ohne sichtbare Anstrengung, aber im Detail raffiniert. Ein Kimono in unauffälligem Braun mit einem kostbaren Futter, das nur beim Gehen aufblitzt, oder mit haarfeinen Streifen, die erst aus der Nähe sichtbar werden, ist die typische Umsetzung. Diese Haltung prägt die Wahrnehmung von Braun bis heute: Ein brauner Kimono gilt in Japan als Farbe für Kenner, nicht für Anfänger.

Schauspielerfarben auf dem Kimono Braun: Danjūrō-cha und Rokō-cha

Kabuki-Schauspieler waren die Modevorbilder der Edo-Zeit, und mehrere Brauntöne tragen ihre Namen. Danjūrō-cha ist das rötliche Persimonenbraun, das Ichikawa Danjūrō auf der Bühne trug; Rokō-cha das grünliche Gelbbraun des Onnagata Segawa Kikunojō; Baikō-cha, Shikan-cha und Rikan-cha weitere Varianten. Diese Yakusha-iro, Schauspielerfarben, wurden von Zuschauern nachgefärbt und verbreiteten sich als Alltagsmode.

Brauntöne des Kimono Braun: von Shiracha bis Kogecha

Die Tabelle ordnet gebräuchliche Brauntöne nach Helligkeit und Unterton. Die Zuordnung zu Trägern und Anlässen folgt der Konvention, nicht einer festen Regel.

Japanischer Name Bedeutung Unterton Typische Verwendung
Shiracha weißer Tee hell, gelblich Damen, Sommer, Übergang zu Beige
Kitsune-iro Fuchs hell, orange Herbst, Kinder
Kigara-cha Gelb-Chinesisch-Tee gelbbraun Alltag
Rikyū-cha Rikyū-Tee grünlich Teezeremonie, Herren
Rokō-cha Schauspieler Rokō grünlich-gelb Damen, Edo-Mode
Kaki-iro, Danjūrō-cha Persimone rötlich Kakishibu, Arbeitskleidung, Bühne
Tobi-iro Schwarzmilan rötlich-dunkel Herren, Herbst
Kuri-iro Kastanie rotbraun Damen und Herren, Herbst
Kobicha schmeichelnder Tee gelblich-dunkel Herren, Alltag
Kuchiba-iro verrottendes Laub gelb-grau Herbst, Hoftracht
Ebi-cha Garnelenbraun rötlich-violett Hakama der Studentinnen, Meiji-Zeit
Susutake-iro verrußter Bambus graubraun Herren, Winter
Kogecha verbrannter Tee sehr dunkel Herren, formell, Haori

Kimono Braun in Kogecha: das dunkelste Braun

Kogecha ist so dunkel, dass es bei schwachem Licht als Schwarz erscheint und erst in der Sonne seinen roten oder gelben Unterton zeigt. Es ist das Braun der Herren-Haori und der formelleren Herrenkimono unterhalb des schwarzen Montsuki. Für Damen dient Kogecha als Farbe des Obi zu hellen Kimono und als Grundfarbe von Wintermänteln. Die Grenze zur Farbe Schwarz beschreibt der Text zu Kimono Schwarz.

Kimono Braun färben: Tannine, Beizen und Erde

Braun ist in der japanischen Färberei die Farbe der Gerbstoffe. Rinden, Fruchtschalen, Zapfen und Gallen enthalten Tannine, die sich auf Baumwolle, Hanf und Seide ohne aufwendige Beize festsetzen und mit Metallsalzen ihre Farbe verändern. Alaun als Beize ergibt warme, gelbliche Brauntöne, Eisen dunkle, graue bis schwarze. Derselbe Farbstoff liefert je nach Beize zwei völlig verschiedene Ergebnisse, was die große Zahl der Edo-Brauntöne erklärt.

Farbstoffquelle Japanischer Name Mit Alaun Mit Eisen Typischer Stoff
Erlenzapfen Yasha gelbbraun graubraun bis schwarz Baumwolle, Hanf
Kastanienschalen Kuri rotbraun dunkelbraun Baumwolle, Seide
Walnussschalen Kurumi warmes Braun schwarzbraun Baumwolle, Wolle
Rinde des Yamamomo Yamamomo gelbliches Braun olivbraun Seide, Baumwolle
Betelnuss Binrōji rötlich schwarzbraun Seide, Herrenkimono
Unreife Persimone Kakishibu ohne Beize orangebraun, dunkelt nach graubraun Baumwolle, Hanf, Papier
Rinde des Sharinbai Techigi rotbraun mit Schlamm: schwarzbraun Ōshima-Tsumugi
Gewürznelke Chōji helles Beigebraun graubraun Seide

Kimono Braun und die Rolle des Eisens

Eisen ist der Schlüssel zu den dunklen Brauntönen. Traditionell diente rostiges Eisen, das in Essig oder Reisessig aufgelöst wurde (Ohaguro, dieselbe Lösung, mit der Frauen ihre Zähne schwärzten), oder eisenhaltiger Schlamm. Die Reaktion von Tannin und Eisen ist irreversibel und erklärt, warum ein brauner Kimono aus Naturfärbung nie mit eisenhaltigem Wasser gewaschen werden sollte: Jeder Kontakt verschiebt die Farbe weiter ins Graue.

Kakishibu: der mit Persimone gefärbte Kimono Braun

Kakishibu ist der vergorene Saft unreifer, adstringierender Kaki-Früchte. Die grünen Früchte werden im Hochsommer zerstoßen, der Saft wird ein bis drei Jahre gelagert, bis er tiefbraun und geruchsintensiv ist. Aufgetragen auf Baumwolle, Hanf oder Papier ergibt er zunächst ein helles Orangebraun, das durch Licht und Luft über Wochen und Monate nachdunkelt. Kakishibu war der Farbstoff der Arbeitskleidung, der Fischernetze, Sakesäcke, Regenschirme und der Schablonenpapiere für den Musterdruck, weil er das Material wasserabweisend, fester und widerstandsfähiger gegen Fäulnis macht. Der Kimono Braun aus Kakishibu ist deshalb ursprünglich ein Gebrauchskimono, kein Festkimono.

Kimono Braun aus Kakishibu: die Färbung Schritt für Schritt

  1. Stoff waschen und entschlichten, damit der Saft gleichmäßig einzieht.
  2. Kakishibu mit Wasser verdünnen; höhere Konzentration ergibt dunklere, steifere Ergebnisse.
  3. Stoff tauchen oder mit dem Pinsel streichen, gut auswringen.
  4. In der prallen Sonne trocknen; das Licht ist Teil der Färbung und vertieft den Ton.
  5. Vorgang je nach gewünschter Tiefe drei- bis zehnmal wiederholen.
  6. Mehrere Wochen ruhen lassen; die Farbe entwickelt sich weiter.

Kimono Braun aus Kakishibu: Eigenschaften im Gebrauch

Kakishibu-Stoff ist anfangs steif wie gestärkt und wird durch Tragen weicher. Er nimmt kaum Wasser auf, trocknet schnell und hat eine leicht antibakterielle Wirkung, weshalb er in Japan bis heute für Arbeitsjacken, Samue und Schürzen verwendet wird. Der Ton ist nicht stabil: Er dunkelt in den ersten Jahren nach und hellt später wieder auf. Alkalische Waschmittel und Schweiß verändern ihn fleckig, Eisen macht ihn grau. Diese Lebendigkeit ist gewollt und unterscheidet Kakishibu von synthetischem Braun.

Brauner Kimono aus Ōshima-Tsumugi: Dorozome und Sharinbai

Ōshima-Tsumugi von der Insel Amami Ōshima ist der bekannteste dunkelbraune Kimono Japans. Der Seidenfaden wird vor dem Weben rund achtzig Mal in einen Sud aus der Rinde des Sharinbai-Strauchs getaucht, der rotbraunes Tannin liefert, und zwischendurch mehrfach in eisenhaltigen Schlamm der Insel geknetet. Tannin und Eisen reagieren zu einem tiefen Schwarzbraun mit rötlichem Schimmer, das im Licht braun, im Schatten schwarz erscheint. Dieses Dorozome, die Schlammfärbung, macht den Faden weich, glänzend und knitterarm. Danach werden die Fäden für feine Kasuri-Muster abgebunden und auf schmalen Webstühlen verwebt. Ein Ōshima gilt trotz seines Preises als Alltagskimono, wird aber von Herren und Damen als bevorzugter Ausgehkimono getragen und über Generationen vererbt.

Kimono Braun aus Yūki, Shiozawa und Wolle

Auch die anderen Tsumugi-Regionen führen Braun als Grundfarbe, meist als Streifen oder Karo aus braunen, beigen und indigoblauen Fäden. Yūki-Tsumugi in Kobicha oder Kuri-iro ist im Winter beliebt, weil das dichte, luftige Gewebe wärmt. Wollkimono, die von den 1950er- bis 1970er-Jahren als preiswerte Winterkleidung verbreitet waren, sind sehr häufig braun meliert, weil die Farbe Abrieb und Flecken verzeiht. Weitere Angaben zu Seidengeweben für Männer finden sich unter Kimono Seide Herren.

Kimono Braun im Herbst: Kuchiba, Momiji und Kiku

Braun ist in der japanischen Kimono-Etikette die Farbe des Herbstes. Von September bis November treten Brauntöne als Grundfarbe und in den Mustern auf: Kuchiba-iro für das fallende Laub, Kuri-iro für die Kastanienernte, Kaki-iro für die reifen Persimonen. Getragen wird der Kimono Braun in dieser Zeit als Awase, als gefütterter Kimono, ab dem 1. Oktober; im September als Hitoe, ungefüttert. Ein Futter in Rostrot oder Senfgelb, das am Saum und an den Ärmeln sichtbar wird, nimmt die Herbstfarben auf.

  • September: Hitoe in Shiracha oder Kigara-cha, Muster mit Herbstgräsern (Aki no Nanakusa), Susuki und Vollmond.
  • Oktober: Awase in Kuri-iro oder Tobi-iro, Muster mit Chrysanthemen (Kiku), Ginkgo (Ichō) und Reisähren.
  • November: Awase in Kogecha oder Kuchiba-iro, Muster mit rotem Ahorn (Momiji), Kastanien und fallendem Laub.

Kimono Braun in Winter, Frühling und Sommer

Im Winter bleibt dunkles Braun als Farbe der Haori und Mäntel üblich, gern über einem helleren Kimono. Im Frühling weicht Braun den hellen Farben; ein Kimono Braun wirkt dann schwer, es sei denn, er trägt Kirschblüten- oder Weidenmuster in Weiß und Hellgrün. Im Sommer ist Braun selten, außer als Kakishibu-Baumwolle und als Streifen auf Yukata; helles Shiracha auf Ro-Gaze ist die einzige verbreitete Sommerform.

Muster auf dem Kimono Braun

Dunkler Grund verlangt helle oder metallische Muster, damit sie sichtbar bleiben. Auf hellem Braun funktionieren dagegen Muster in Indigo, Schwarz und Dunkelbraun.

  • Shima (Streifen): haarfeine Längsstreifen in Beige, Indigo oder Rot auf Braun; das Iki-Muster schlechthin, für Herren und Damen.
  • Kōshi (Karo): Fensterkaros aus braunen und beigen Fäden; Tsumugi und Wollkimono.
  • Kasuri: verschwommene Kreuze und Punkte in Weiß auf Schwarzbraun; Ōshima und Yūki.
  • Kiku (Chrysantheme): gelbe oder weiße Blüten auf Kuri-iro; Oktober, formelle Kimono.
  • Momiji (Ahorn): rote Blätter auf Kuchiba-iro; November.
  • Ichō (Ginkgo): goldgelbe Fächerblätter auf Kogecha; Herbst.
  • Edo-komon: feine Punktmuster in Weiß auf Braun, aus der Ferne einfarbig; Iromuji-Ersatz für Teezeremonie und Empfang.
  • Sashiko: weiße Zierstiche auf Kakishibu-Baumwolle; Arbeitskleidung und heutige Jacken.

Kimono Braun ohne Muster: Iromuji in Rikyū-cha

Der einfarbige Iromuji in grünlichem Rikyū-cha mit einem Wappen ist eine klassische Wahl für die Teezeremonie, benannt nach dem Teemeister Sen no Rikyū, der gedeckte Farben bevorzugte. Für Herren ist der Iromuji in Kogecha oder Kobicha mit Haori der Standard für Besuche und Theater.

Kimono Braun mit Obi kombinieren

Braun ist eine warme Farbe mit geringer Sättigung und verträgt sowohl Kontraste als auch Ton-in-Ton. Die Faustregel Ichi-Ni-San verteilt Kimono, Obi und Accessoires auf drei Farben; bei Braun ist die dritte Farbe oft die einzige helle oder kräftige.

Grundton des Kimono Obi Obijime und Obiage Wirkung
Shiracha (helles Braun) Indigo oder Dunkelblau Ziegelrot klassisch, Alltag
Kuri-iro (Kastanie) Elfenbein mit Gold Moosgrün herbstlich, festlich
Tobi-iro (Rotbraun) Schwarz oder Kogecha Senfgelb Ton-in-Ton mit Tiefe
Rikyū-cha (Grünbraun) Beige oder Grau Weinrot gedämpft, Teezeremonie
Kogecha (Dunkelbraun) Silbergrau oder Weiß mit Silber Hellblau oder Lachs hell aufgelockert
Kogecha für Herren Kaku-Obi in Beige, Grau oder Schwarz Haori-himo in Weiß oder Grau formell bis Alltag
Kakishibu (Persimonenbraun) Indigo Hanhaba-Obi ohne Arbeitskleidung, Sommer

Kimono Braun und Blau: die Edo-Kombination

Braun und Indigoblau sind die beiden großen erlaubten Farben der Edo-Zeit, und ihre Kombination gilt bis heute als sicher. Ein Kimono Braun mit einem Obi in Kon, dem tiefen Marineblau, oder ein Indigokimono mit braunem Obi ist die Standardkombination des städtischen Alltags, für Herren wie für Damen. Rot als dritte Farbe, etwa am Obijime, hebt beide.

Kimono Braun für Herren: Kogecha, Haori und Kaku-Obi

Für Männer ist Braun neben Grau, Indigo und Schwarz die wichtigste Kimonofarbe. Die Herrenpalette reicht von Kobicha und Kuri-iro für den Alltag bis Kogecha für halbformelle Anlässe. Der Herrenkimono wird ohne Ohashori getragen und ist etwa 25 bis 30 cm kürzer als die Körpergröße. Darüber kommt der Haori, die Jacke mit offener Front und Schnur, häufig in Kogecha, Susutake-iro oder Schwarz. Der Kaku-Obi, der schmale steife Herrengürtel, wird in einem Kontrastton gewählt: Beige oder Grau zu dunklem Braun, Schwarz oder Indigo zu hellem. Für Hakama wird meist gestreiftes Sendaihira in Grau und Schwarz kombiniert; brauner Hakama ist selten und bleibt dem Alltag vorbehalten. Weitere Grundlagen unter Kimono Herren.

Brauner Kimono für Herren nach Anlass

  1. Alltag und Spaziergang: Tsumugi oder Wolle in Kobicha mit Kaku-Obi in Grau, ohne Haori oder mit Wollhaori.
  2. Theater, Restaurant, Besuch: Omeshi oder Iromuji in Kogecha, Haori in Schwarz oder Kogecha mit Haori-himo in Weiß.
  3. Teezeremonie: Iromuji in Rikyū-cha oder Susutake-iro mit einem Wappen, Haori in Grau.
  4. Sommer: Samue oder Jinbei in Kakishibu-Baumwolle, Yukata mit braunen Streifen.
  5. Formelle Zeremonien: nicht Braun, sondern schwarzer Montsuki mit fünf Wappen.

Kimono Braun für Herren: Haori und Kimonojacke

Der Haori in Braun ist das vielseitigste Stück der Herrengarderobe, weil er über Kimono in Grau, Indigo, Beige und Grün gleichermaßen passt. Sein Futter, das Haura, ist oft aufwendig bemalt und nur beim Ablegen sichtbar, ganz im Sinn des Iki. Westliche Kimonojacken für Herren aus Baumwolle, Leinen oder Cord in Braun folgen demselben Prinzip einer offenen, gerade geschnittenen Jacke und werden unter Kimono Jacke Herren beschrieben.

Kimono Braun für Damen: Tsumugi, Komon und Iromuji

Bei Damen ist Braun seltener Grundfarbe als bei Herren, aber fest verankert im Alltags- und Herbstkimono. Tsumugi in Kuri-iro oder mit braunen Streifen, Komon mit kleinem Herbstmuster auf Kuchiba-iro und Iromuji in Rikyū-cha für die Teezeremonie sind die üblichen Formen. Furisode und Hōmongi in Braun sind ungewöhnlich, weil formelle Damenkimono helle oder kräftige Farben bevorzugen. Der Damenkimono wird mit Ohashori getragen, seine Länge entspricht der Körpergröße. Ein brauner Kimono für Damen wird fast immer mit einem hellen Obi getragen, damit die Silhouette nicht in einem dunklen Block versinkt.

Brauner Kimono in westlichen Schnitten: Samt, Cord und Wildleder

In westlichen Verwendungen tritt Braun vor allem bei Herbst- und Winterkimono auf. Kimonojacken aus Samt oder Cord in Schokolade und Kastanie, Kimonomäntel aus Wolle in Kamel und Tabak, Fransenkimono aus Wildlederimitat im Boho-Stil und Kimono-Morgenmäntel aus Satin in Mokka gehören dazu. Samt zeigt Braun besonders tief, weil der Flor das Licht schluckt; Einzelheiten unter Samt Kimono. Für lange Schnitte bis zur Wade gilt der Text zu Kimono Mantel Damen.

Kimono Braun und Teint: sachliche Kriterien

Braun liegt bei vielen Menschen nahe an Haar- oder Hautfarbe, was Harmonie oder Eintönigkeit bedeuten kann. Rötliche Brauntöne wie Tobi-iro und Kuri-iro schmeicheln warmen Hauttönen und braunem Haar; sie wärmen blasse Haut auf. Grünliche und graue Brauntöne wie Rikyū-cha und Susutake-iro passen zu kühlen, rosigen Hauttönen und zu grauem Haar. Sehr dunkles Kogecha wirkt bei hellem Teint wie Schwarz und braucht einen hellen Han-eri oder Obi als Puffer. Bei dunkler Haut ist helles Shiracha der stärkere Kontrast, während Kogecha Ton-in-Ton wirkt. Rote Haut wird durch rötliches Braun betont und durch grünliches Braun beruhigt.

Kimono Braun, Haori, Hanten und Samue im Vergleich

Braun ist die häufigste Farbe mehrerer japanischer Kleidungsstücke, die im Deutschen alle als Kimono bezeichnet werden. Die Tabelle grenzt sie ab.

Merkmal Kimono Haori Hanten Samue
Funktion Hauptkleid Jacke über dem Kimono wattierte Winterjacke Arbeitskleidung, zweiteilig
Länge bis Knöchel Hüfte bis Oberschenkel Hüfte Jacke bis Hüfte, Hose bis Knöchel
Verschluss Obi Haori-himo offen oder Bänder Bänder an Jacke, Gummizug an Hose
Material Seide, Wolle, Baumwolle Seide, Wolle Baumwolle mit Wattierung Baumwolle, Leinen, Kakishibu
Typisches Braun Kuri, Kogecha, Kobicha Kogecha, Susutake Kakishibu, Braun-Indigo-Streifen Kakishibu, Kogecha
Träger Damen und Herren Damen und Herren Damen, Herren, Kinder, zu Hause Herren, Mönche, zunehmend Damen

Kimono Braun und Hanten: die Winterjacke

Der Hanten ist die wattierte Hausjacke, die über Kimono oder westlicher Kleidung getragen wird. Sein Stoff ist traditionell Baumwolle in Braun-Indigo-Streifen oder Kakishibu, das Futter meist orange oder rot, die Wattierung aus Baumwolle. Anders als der Haori hat er keinen Kragenumschlag und keine Schnur und gilt als reine Hauskleidung.

Kimono Braun waschen: Tannine, Eisen und Alkali

Braun gilt als pflegeleichte Farbe, weil es Schmutz kaschiert. Naturgefärbtes Braun ist jedoch chemisch empfindlicher als andere Farben, weil Gerbstoffe auf Eisen und Alkali reagieren. Daraus ergeben sich Regeln, die für synthetisch gefärbtes Braun nicht gelten, aber auch dort nicht schaden.

  • Nur mit neutralem oder mildem Waschmittel waschen; alkalische Seife und Vollwaschmittel verschieben Tanninbraun ins Rötliche oder Fleckige.
  • Kein eisenhaltiges Wasser, keine rostigen Wäscheklammern oder Bügel: Eisen macht Braun grau bis schwarz.
  • Kein Chlorbleichmittel, keine optischen Aufheller.
  • Baumwolle und Leinen: Handwäsche oder Schonprogramm bei 30 Grad, auf links, im Schatten trocknen.
  • Kakishibu: kurz von Hand in kaltem Wasser, nicht einweichen, in der Sonne trocknen ist hier erlaubt und vertieft die Farbe.
  • Tsumugi, Ōshima und alle gefütterten Seidenkimono: Textilreinigung; Ōshima gilt wegen der Schlammfärbung als besonders empfindlich gegen Wasser.
  • Wolle: Wollprogramm kalt oder Reinigung, liegend trocknen.
  • Samt und Cord: nicht bügeln, sondern dämpfen; Druckstellen im Flor mit Dampf aufrichten.

Kimono Braun: Flecken und Glanzstellen

Fettflecken sind auf Braun unauffällig, aber Wasserränder sichtbar, vor allem auf Seide. Flecken deshalb nicht punktuell mit Wasser behandeln. Dunkles Braun zeigt mit der Zeit Glanzstellen an Ellenbogen, Gesäß und unter dem Obi, wo Reibung die Fasern glättet; ein Dampfbügeleisen ohne Druck oder Bürsten gegen den Strich hilft bei Wolle und Samt. Schweiß ist bei Kakishibu der häufigste Grund für hellere Flecken unter den Armen; ein Hadajuban oder Unterhemd verhindert den direkten Kontakt.

Kimono Braun lagern und lüften

Ein brauner Kimono wird wie jeder Kimono flach in Tatōshi aus Japanpapier gelegt und dunkel, trocken und ohne Heizungsnähe aufbewahrt. Bei Kakishibu ist die Lagerung im Dunkeln eine Entscheidung: Licht dunkelt die Farbe nach, wer den Ton halten will, lagert dunkel; wer ihn vertiefen will, hängt das Stück gelegentlich in die Sonne. Ōshima-Tsumugi sollte nicht in Plastik liegen, weil die Schlammfärbung Feuchtigkeit hält und Stockflecken auf dunklem Grund weiß hervortreten. Wolle braucht Mottenschutz aus Zedernholz oder Lavendel in einem Säckchen neben dem Stoff. Ein- bis zweimal jährlich, traditionell im Herbst beim Mushiboshi, wird jeder Kimono einige Stunden im Schatten aufgehängt und neu gefaltet, damit die Knicke wandern.

Kimono Braun: Größen und Maße

Weil Braun besonders häufig von Herren getragen wird, steht hier die Herrentabelle voran. Der Herrenkimono wird ohne Ohashori getragen; die Länge Mitake liegt deshalb 25 bis 30 cm unter der Körpergröße. Das Yuki, das Maß von der Rückenmitte bis zum Ärmelsaum, ergibt sich näherungsweise aus Körpergröße mal 0,4 plus 2 bis 3 cm.

Körpergröße Herren Mitake (Länge) Yuki Haori-Länge Kaku-Obi
160 bis 166 cm 133 bis 139 cm 66 bis 69 cm 80 bis 85 cm 9,5 cm × 400 cm
167 bis 173 cm 140 bis 146 cm 69 bis 72 cm 85 bis 90 cm 9,5 cm × 400 cm
174 bis 180 cm 147 bis 153 cm 72 bis 75 cm 90 bis 95 cm 10 cm × 420 cm
181 bis 188 cm 154 bis 161 cm 75 bis 78 cm 95 bis 100 cm 10 cm × 440 cm
über 188 cm Maßanfertigung 78 cm und mehr Maßanfertigung 10 cm × 460 cm

Kimono Braun für Damen: Maße

Für Damen entspricht die Kimono-Länge der Körpergröße, weil der Überschuss zum Ohashori hochgenommen wird: bei 155 bis 161 cm Körpergröße ein Mitake von 155 bis 161 cm und ein Yuki von 65 bis 67 cm, bei 162 bis 168 cm ein Yuki von 67 bis 70 cm, bei 169 bis 175 cm ein Yuki von 70 bis 72 cm. Die Ärmellänge liegt bei 49 bis 51 cm.

Kimono Braun in westlichen Größen

Kimonojacken, Kimonomäntel und Morgenmäntel westlicher Schnitte werden in S bis XXL geführt. Maßgeblich ist die Rückenlänge: 70 bis 80 cm für Jacken, 100 bis 115 cm für Mäntel bis zur Wade, 125 bis 145 cm für bodenlange Modelle. Samt und Cord haben wenig Dehnung; bei diesen Stoffen ist die Schulterbreite mit 42 bis 50 cm der entscheidende Wert.

Häufige Fragen zu Kimono Braun

Warum heißt der Kimono Braun in Japan Cha-iro, Teefarbe?

Weil Stoffe ab dem 16. Jahrhundert mit Teeblättern gefärbt wurden und das Ergebnis, ein gelbliches Hellbraun, den Namen der Pflanze bekam. In der Edo-Zeit wurde Cha zum Sammelbegriff für alle Brauntöne, an den neue Namen angehängt wurden, etwa Kogecha, verbrannter Tee, oder Rikyū-cha, das Braun des Teemeisters Rikyū. Ein Kimono Braun ist sprachlich immer ein Tee-Kimono.

Was bedeutet „48 Brauntöne und 100 Grautöne“ beim Kimono Braun?

Das Sprichwort Shijūhatcha hyakunezumi beschreibt die Farbkultur der Edo-Zeit, als Kleidergesetze dem Bürgertum nur gedeckte Farben erlaubten. Färber entwickelten daraufhin Dutzende unterscheidbare Braun- und Grautöne. Die Zahlen sind symbolisch; überliefert sind weit mehr Namen. Braun wurde so zur Farbe, in der Geschmack ohne Regelverstoß gezeigt wurde.

Was ist Kakishibu und wie verändert sich ein Kimono Braun daraus?

Kakishibu ist vergorener Saft unreifer Kaki-Früchte, reich an Tannin. Er färbt Baumwolle und Hanf orangebraun, macht sie wasserabweisend und fester. Anders als andere Farbstoffe dunkelt Kakishibu im Licht nach; der Ton vertieft sich in den ersten Jahren. Alkalische Waschmittel, Schweiß und Eisen verändern ihn fleckig oder grau, weshalb neutrale Handwäsche empfohlen wird.

Ist ein brauner Kimono eher für Herren oder für Damen?

Für beide, mit unterschiedlichem Gewicht. Bei Herren ist Braun neben Grau, Indigo und Schwarz eine der vier Hauptfarben und reicht von Alltag bis halbformell. Bei Damen ist Braun vor allem Herbst- und Alltagsfarbe in Tsumugi, Komon und Iromuji; formelle Damenkimono wie Furisode oder Hōmongi sind selten braun.

Welcher Obi passt zu einem Kimono Braun?

Indigo oder Marineblau als klassische Edo-Kombination, Elfenbein mit Gold für festliche Herbstanlässe, Beige oder Grau für Ton-in-Ton mit Kontrast, Schwarz zu rötlichem Braun. Für Herren ein Kaku-Obi in Beige oder Grau zu dunklem Braun. Ein brauner Obi auf braunem Kimono braucht deutlichen Helligkeitsunterschied und eine dritte, kräftige Farbe am Obijime.

Zu welcher Jahreszeit passt ein Kimono Braun?

Vor allem in den Herbst von September bis November, mit Mustern aus Chrysanthemen, Ahorn, Ginkgo und Herbstgräsern, und als dunkles Braun in den Winter. Im Frühling gilt Braun als schwer, im Sommer ist es außer als Kakishibu-Baumwolle und als Streifen auf Yukata selten. Helles Shiracha ist die einzige verbreitete Sommerform.

Wie wird ein Kimono Braun aus Ōshima-Tsumugi gepflegt?

Ausschließlich in der Textilreinigung. Die Schlammfärbung mit Sharinbai-Tannin und Eisen verträgt kein Wasser, keine Seife und keine Sonne über längere Zeit. Gelagert wird er in Tatōshi aus Papier, nie in Plastik, trocken und dunkel, mit jährlichem Lüften im Schatten. Bei richtiger Pflege wird ein Ōshima über Generationen getragen.

Glossar zum Kimono Braun

  • Awase: gefütterter Kimono, Oktober bis Mai.
  • Binrōji: Betelnuss, Farbstoff für schwarzbraune Herrenkimono.
  • Cha-iro: Teefarbe, japanisches Wort für Braun.
  • Danjūrō-cha: rötliches Persimonenbraun, benannt nach dem Kabuki-Schauspieler Ichikawa Danjūrō.
  • Dorozome: Schlammfärbung, Verfahren des Ōshima-Tsumugi.
  • Ebi-cha: rötlich-violettes Braun, Hakama der Studentinnen der Meiji-Zeit.
  • Hanten: wattierte Winterjacke für zu Hause.
  • Haori: Jacke über dem Kimono, mit Schnur geschlossen.
  • Iki: städtische Ästhetik der Edo-Zeit: schlicht, kühl, im Detail raffiniert.
  • Kaku-Obi: schmaler, steifer Herrengürtel.
  • Kakishibu: vergorener Saft unreifer Persimonen, Farbstoff und Imprägnierung.
  • Kenyaku-rei: Sparsamkeitsedikte der Edo-Zeit mit Kleidervorschriften.
  • Kobicha: gelblich-dunkles Braun.
  • Kogecha: sehr dunkles Braun, „verbrannter Tee“.
  • Kuchiba-iro: gelb-graues Braun verrottenden Laubs.
  • Kuri-iro: Kastanienbraun.
  • Mushiboshi: jährliches Lüften der Kimono im Herbst.
  • Ōshima-Tsumugi: schlammgefärbter Seidenkimono von Amami Ōshima.
  • Rikyū-cha: grünliches Braun, nach dem Teemeister Sen no Rikyū.
  • Samue: zweiteilige Arbeitskleidung der Zen-Mönche.
  • Sharinbai: Strauch, dessen Rinde das Tannin für Dorozome liefert.
  • Shijūhatcha hyakunezumi: „48 Brauntöne, 100 Grautöne“, Sprichwort zur Edo-Farbkultur.
  • Susutake-iro: graubraun wie verrußter Bambus.
  • Tannin: Gerbstoff, Grundlage fast aller natürlichen Brauntöne.
  • Tobi-iro: rötliches Dunkelbraun, nach dem Schwarzmilan.
  • Yakusha-iro: Schauspielerfarben der Edo-Zeit.
  • Yasha: Erlenzapfen, Farbstoff für Braun und mit Eisen für Schwarz.

Kimono Braun: das Wichtigste in Kürze

Ein Kimono Braun trägt die Farbe, die in Japan nach dem Tee heißt und in der Edo-Zeit aus einem Verbot zur wichtigsten bürgerlichen Modefarbe wurde. Die Töne reichen von hellem Shiracha über Kuri-iro und Rikyū-cha bis zu fast schwarzem Kogecha und entstehen aus Tanninen, deren Ergebnis die Beize bestimmt: Alaun für warme, Eisen für dunkle Töne. Kakishibu färbt und imprägniert zugleich und dunkelt im Licht nach; Ōshima-Tsumugi erreicht sein Schwarzbraun durch Schlamm. Braun gehört in den Herbst, zu Herren in fast allen Abstufungen, zu Damen vor allem im Alltag und in der Teezeremonie. Indigo, Elfenbein und Beige sind die verlässlichen Partner am Obi. In der Pflege sind Eisen und Alkali die Gegner des braunen Kimono, nicht der Schmutz. Für die hellere Nachbarfarbe ist die Übersicht zu Kimono Beige die Ergänzung, für die formellen Herrenformen der Text zu Japanischer Kimono Herren.