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Kimono Spitze – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Kimono Spitze ist eine leichte, offen getragene Überjacke im Kimonoschnitt, deren Stoff ganz oder überwiegend aus Spitze besteht. Anders als der traditionelle japanische Kimono aus gewebter Seide oder Baumwolle folgt der Spitzenkimono zwar der geraden, T-förmigen Schnittführung mit weiten Ärmeln, wird aber ohne Obi getragen und meist offen über einem Top, Kleid oder Badeanzug kombiniert. Die Spitze sorgt dafür, dass das Kleidungsstück halbtransparent bleibt: Der darunterliegende Stoff oder die Haut scheinen durch das Muster hindurch. Dieser Text erklärt, welche Spitzenarten für einen Spitzenkimono verwendet werden, wie sich Chantilly-, Guipure-, Häkel- und Tüllspitze im Griff, in der Transparenz und in der Pflege unterscheiden, welche Längen und Schnitte üblich sind, wie sich die Durchsichtigkeit durch Lagen steuern lässt und worauf beim Waschen empfindlicher Spitze zu achten ist. Am Ende folgen häufige Fragen und ein Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen aus Spitzenherstellung und Kimonoschnitt.

Kimono aus Spitze: Definition und Schnitt

Der Begriff bezeichnet kein japanisches Kleidungsstück im engeren Sinn, sondern eine westliche Interpretation: Der Kimonoschnitt – gerade Vorderteile, keine Abnäher, angeschnittene oder rechtwinklig angesetzte Ärmel – wird mit einem Spitzenstoff umgesetzt. Das Ergebnis ist eine dünne Überjacke, die vorne offen fällt und weder Knöpfe noch Reißverschluss besitzt. Manche Modelle haben einen Bindegürtel aus demselben Stoff oder aus Satinband, viele kommen ganz ohne Verschluss aus. Typisch sind eine Schulterlinie ohne Schulternaht oder mit tief sitzender, überschnittener Schulter, weite Ärmel und ein gerader Saum. Der Rücken ist in der Regel aus einem Stück oder mit Mittelnaht gearbeitet, sodass das Spitzenmuster durchgehend läuft. Weil Spitze ohne Elasthan-Anteil kaum dehnbar ist, ist der Schnitt bewusst weit gehalten: Der Spitzenkimono liegt nie eng an, sondern umspielt den Körper.

Spitzen Kimono, Spitzenkimono, Kimono mit Spitze: Schreibweisen und Bedeutung

Im Handel und in Suchanfragen tauchen mehrere Schreibweisen für dasselbe Kleidungsstück auf. Die getrennte Form Spitzen Kimono ist orthografisch nicht korrekt, aber verbreitet; richtig ist die Zusammenschreibung Spitzenkimono oder die Umschreibung mit Präposition. Ein feiner Unterschied besteht zwischen einem Kimono, der komplett aus Spitze besteht, und einem Kimono mit Spitze, bei dem nur Bordüren, Einsätze am Rücken, Ärmelabschlüsse oder der Saum aus Spitze gearbeitet sind und der Grundstoff aus Chiffon, Viskose oder Baumwollbatist besteht. Beide Varianten werden im Sprachgebrauch nicht sauber getrennt.

Kimono Spitze und traditioneller japanischer Kimono im Vergleich

Ein japanischer Kimono wird links über rechts geschlossen, mit Koshihimo-Bändern fixiert und mit einem Obi gebunden; die Stoffbahn ist etwa 36 bis 40 cm breit und wird nach festen Regeln zugeschnitten. Der Spitzenkimono übernimmt nur die Silhouette. Er wird offen getragen, hat keine Überlappung und keinen Kragen (Eri) im japanischen Sinn, und er ist deutlich kürzer geschnitten als ein bodenlanger Furisode oder Tomesode. Auch die Ärmel sind anders konstruiert: Beim japanischen Original hängt unter dem Arm ein geschlossener Ärmelsack (Tamoto), beim westlichen Spitzenkimono ist der Ärmel eine offene Röhre oder Glocke.

Herkunft des Kimono Spitze: Spitzenhandwerk trifft Kimonoschnitt

Spitze als Textiltechnik entstand im 16. Jahrhundert in Italien und Flandern, zunächst als Nadelspitze, später als Klöppelspitze. Bis zur Erfindung der Spitzenmaschinen im 19. Jahrhundert (Bobbinet-Maschine 1808, Leavers-Maschine ab 1813) war sie ein Luxusgut, dessen Herstellung in Stunden pro Quadratzentimeter gerechnet wurde. Der Kimonoschnitt gelangte in mehreren Wellen nach Europa: um 1900 über den Japonismus, in den 1920er Jahren als Hausmantel und Morgenrock, in den 1970er Jahren über die Boho- und Hippiemode. Die Verbindung beider Elemente – ein lockerer Kimonoschnitt aus maschinell gefertigter Spitze – ist im Wesentlichen ein Produkt der Strand- und Festivalmode seit den 2010er Jahren, hat aber Vorläufer in den durchsichtigen Negligés und Bettjäckchen der Zwischenkriegszeit, die ebenfalls Kimonoärmel und Spitzenbesatz kombinierten.

Spitzenarten für den Kimono mit Spitze im Überblick

Nicht jede Spitze eignet sich gleich gut für einen fließenden Kimonoschnitt. Entscheidend sind Gewicht, Steifigkeit, Transparenz und die Frage, ob das Muster auf einem Grundnetz sitzt oder freistehend ist. Die folgende Tabelle fasst die gebräuchlichsten Arten zusammen.

Spitzenart Aufbau Griff und Fall Transparenz Typische Fasern Pflegeaufwand
Chantilly-Spitze feiner Netzgrund mit flach eingearbeitetem, konturiertem Muster sehr weich, fließend hoch Polyamid, Viskose, Seide hoch, empfindlich gegen Ziehfäden
Guipure-Spitze ohne Netzgrund, Motive durch Stege verbunden fest, mit Stand, leicht reliefartig mittel bis gering Baumwolle, Polyester mittel
Häkelspitze gehäkelte oder häkelähnlich gewirkte Struktur griffig, vergleichsweise schwer mittel Baumwolle gering bis mittel, kann einlaufen
Tüllspitze / bestickter Tüll Tüllgrund mit Stickerei aus Garn, Pailletten oder Perlen leicht, etwas steifer als Chantilly hoch Polyamid, Polyester mittel bis hoch
Elastische Spitze (Stretchspitze) Raschel-Wirkware mit Elasthan dehnbar, anschmiegsam mittel bis hoch Polyamid mit Elasthan gering
Ätzspitze (Chemical Lace) Stickerei auf Trägerstoff, der anschließend herausgelöst wird fest, ähnlich Guipure gering bis mittel Baumwolle, Viskose mittel

Chantilly-Spitze: der fließendste Kimono aus Spitze

Chantilly-Spitze, benannt nach der französischen Stadt nördlich von Paris, war ursprünglich eine schwarze Klöppelspitze aus Seide. Heute wird sie fast ausschließlich auf Leavers- oder Raschelmaschinen hergestellt. Kennzeichnend sind ein sechseckiges, sehr feines Netz, florale Motive mit leichten Schattierungen und eine Konturierung der Motive durch einen etwas dickeren Faden (Cordonnet). Für einen Spitzenkimono ist Chantilly die fließendste Variante: Der Stoff fällt schwer und weich, bewegt sich mit jedem Schritt und lässt viel Licht durch. Nachteile sind die hohe Empfindlichkeit gegenüber Schmuck, Klettverschlüssen und rauen Fingernägeln sowie die Tatsache, dass sich das feine Netz bei falscher Wäsche dauerhaft verzieht. Chantilly wird deshalb bevorzugt für Abend- und Wäschemodelle verwendet und seltener für Strandkimonos, die Sand, Salz und Reibung ausgesetzt sind.

Guipure-Spitze: fester, plastischer Spitzenkimono

Guipure (auch Venezianische Spitze oder Stegspitze) besitzt keinen Netzgrund. Die einzelnen Motive – meist Blüten, Blätter oder geometrische Formen – werden durch kleine Stege (Brides) miteinander verbunden. Dadurch ist der Stoff spürbar fester, hat einen leichten Stand und wirkt reliefartig. Zwischen den Motiven bleiben Öffnungen, deren Größe die Transparenz bestimmt: Dicht gearbeitete Guipure mit großen Blüten ist deutlich blickdichter als Chantilly, feine Guipure mit filigranen Stegen lässt ähnlich viel durch. Guipure wird meist aus Baumwolle oder Polyester gearbeitet und verträgt vergleichsweise viel; die Gefahr besteht eher darin, dass Stege reißen und sich einzelne Motive lösen. Wegen ihres Stands eignet sich Guipure gut für Glockenärmel und für Modelle, bei denen die Kante des Spitzenmusters selbst den Saum bildet.

Häkelspitze: Kimono aus Spitze mit Boho-Bezug

Häkelspitze ist im engeren Sinn von Hand gehäkelt; in der Konfektion wird der Begriff auch für maschinell gewirkte Stoffe verwendet, die den Häkellook nachahmen. Typische Muster sind Ananas-, Fächer-, Muschel- und Granny-Square-Motive. Das Material ist fast immer Baumwolle, seltener Leinen oder Viskose. Ein gehäkelter Spitzenkimono ist schwerer als Chantilly oder Tüllspitze, hält Form und Kante besser und knittert kaum. Er ist die Variante, die dem Stil der 1970er Jahre am nächsten kommt und daher häufig als Boho Kimono eingeordnet wird, oft ergänzt durch Fransen, Quasten oder Holzperlen am Saum. Zu beachten ist, dass Baumwollhäkelware bei zu warmer Wäsche einläuft und beim Trocknen auf der Leine unter dem eigenen Gewicht ausleiert.

Tüllspitze: der Kimono transparent im wörtlichen Sinn

Tüllspitze besteht aus einem sehr leichten Tüllgrund, auf den ein Muster gestickt wird. Im Unterschied zur Chantilly-Spitze entsteht das Muster also nicht im Wirkprozess, sondern nachträglich durch Stickerei. Das erlaubt Verzierungen mit Pailletten, Perlen oder Metallfäden, die bei gewirkter Spitze nicht möglich wären. Tüllspitze ist etwas steifer, steht leicht vom Körper ab und ist sehr durchsichtig, weil der Tüll zwischen den Stickmotiven fast unsichtbar ist. Für alltagstaugliche Modelle wird der Tüll häufig mit einem Unterstoff gefüttert oder mit dichter Stickerei ausgefüllt; ungefüttert ist bestickter Tüll die durchsichtigste aller hier beschriebenen Varianten und wird vor allem für Abend- und Brautmode eingesetzt.

Kimono transparent oder blickdicht? Faktoren der Durchsichtigkeit

Die Frage, wie durchsichtig ein Spitzenkimono ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, weil Transparenz von fünf Faktoren abhängt: dem Anteil an offener Fläche im Muster, der Feinheit des Grundnetzes, der Farbe im Verhältnis zur Haut oder zum Untergrund, der Anzahl der Stofflagen und dem Licht. Dasselbe Modell wirkt bei Gegenlicht am Strand fast unsichtbar, bei diffusem Innenlicht aber deutlich blickdichter. Wer einen Kimono transparent tragen möchte oder gerade nicht, sollte deshalb alle fünf Faktoren zusammen betrachten.

Durchsichtiger Kimono: Anteil offener Fläche im Muster

Bei Chantilly liegt der Anteil an offener Netzfläche häufig über der Hälfte der Gesamtfläche, bei dichter Guipure oder Häkelspitze meist deutlich darunter. Je größer die geschlossenen Motive und je kleiner die Zwischenräume, desto weniger ist zu sehen. Ein durchsichtiger Kimono im Sinne der Suchanfrage ist deshalb in der Regel aus Chantilly, Tüllspitze oder sehr feiner Raschelspitze gefertigt.

Kimono durchsichtig durch Farbe und Kontrast

Weiße oder cremefarbene Spitze auf heller Haut verschmilzt optisch; dasselbe Muster in Schwarz zeichnet sich scharf ab und wirkt dadurch paradoxerweise transparenter. Umgekehrt wirkt schwarze Spitze über einem schwarzen Top nahezu blickdicht. Ob ein Kimono durchsichtig erscheint, hängt also weniger vom Stoff selbst ab als von dem, was darunter getragen wird.

Gefütterter Spitzenkimono: zwei Lagen, ein Muster

Einige Modelle kombinieren eine Spitzenlage außen mit einer dünnen Lage Chiffon, Viskose oder Musselin innen. Das Muster bleibt sichtbar, die Haut nicht. Solche gefütterten Spitzenkimonos sind schwerer, wärmer und fallen glatter; sie eignen sich für Anlässe, bei denen Transparenz unpassend wäre, etwa im Büro oder bei formellen Familienfeiern.

Durchsichtiger Kimono richtig kombinieren: Lagen und Superposition

Das Prinzip der Lagenkombination (Layering) ist bei Spitze das zentrale Stilmittel. Die transparente Außenschicht zeigt den darunterliegenden Stoff, sodass Farbe, Muster und Länge des Unterteils das Gesamtbild bestimmen. Drei Grundsituationen decken den größten Teil der Praxis ab.

Kimono mit Spitze über Badeanzug oder Bikini

Am Strand oder am Pool dient der Spitzenkimono als Cover-up. Ein einfarbiger Badeanzug lässt das Spitzenmuster wirken, ein gemusterter Bikini konkurriert damit. Häkelspitze aus Baumwolle trocknet langsamer als Polyamidspitze, ist dafür aber angenehmer auf sonnenwarmer Haut. Weitere Schnitte für den Strand, auch aus Musselin und Chiffon, sind unter Strand Kimono Damen zusammengefasst.

Spitzenkimono über Top und Hose

Im Alltag wird der Spitzenkimono über einem schmalen Top, Tanktop oder T-Shirt getragen, kombiniert mit Jeans, Leinenhose oder Shorts. Ein Unterteil in der Farbe der Spitze lässt das Ganze ruhig wirken, ein kontrastierendes Unterteil betont das Muster. Weil der Kimono offen fällt, ergibt sich eine vertikale Linie, die die Silhouette optisch streckt. Ein schmaler Gürtel über dem Kimono in Taillenhöhe verändert die Proportion deutlich und lässt den geraden Schnitt tailliert wirken.

Kimono aus Spitze über dem Kleid

Über einem schmalen Träger- oder Slipkleid ersetzt der Spitzenkimono Bolero oder Stola, etwa als Hochzeitsgast oder bei Abendveranstaltungen. Die Länge des Kimonos sollte deutlich kürzer oder deutlich länger als das Kleid sein; Saum auf Saum wirkt unentschieden. Über einem gemusterten Kleid empfiehlt sich einfarbige, dichte Spitze, über einem einfarbigen Kleid darf das Spitzenmuster großflächig und kontrastreich sein.

Kimono Spitze: Schnitte, Längen und Größentabelle in cm

Die Angaben in der Konfektion schwanken erheblich, weil der Kimonoschnitt keine Passform im klassischen Sinn hat. Als Orientierung dienen Rückenlänge (von der hinteren Halsmitte bis zum Saum), Ärmellänge und Gesamtbreite im flach liegenden Zustand. Die folgende Tabelle nennt übliche Bereiche; sie ersetzt keine Herstellerangabe.

Variante Rückenlänge Ärmellänge ab Schulterpunkt Breite flach auf Brusthöhe Typischer Einsatz
Kurz (Hüfte) 60–75 cm 25–45 cm 55–70 cm Alltag, über Jeans, Festival
Mittellang (Oberschenkel) 75–95 cm 40–60 cm 55–75 cm Strand, über Shorts oder Kleid
Lang (Wade) 100–120 cm 45–65 cm 60–80 cm Abend, Hochzeitsgast, Sommerkleid
Bodenlang (Maxi) 125–145 cm 50–70 cm 60–85 cm Strandkleid-Ersatz, Boho
Dessous-Kimono 65–90 cm 20–55 cm 50–65 cm Morgen- und Nachtwäsche

Weil die Ärmel angeschnitten sind, ist die Ärmellänge vom Schulterpunkt aus gemessen weniger aussagekräftig als die Gesamtspannweite von Ärmelsaum zu Ärmelsaum, die bei Kimonoärmeln oft 120 bis 160 cm beträgt. Für wadenlange und bodenlange Varianten aller Materialien ist der Bereich Kimono Damen Lang die passende Referenz.

Ärmelformen beim Kimono mit Spitze

  • Angeschnittener Kimonoärmel: Ärmel und Vorderteil aus einem Stück, keine Armnaht. Der klassischste Schnitt, bei dem das Spitzenmuster nicht unterbrochen wird.
  • Fledermausärmel: sehr tief angesetzt, zum Handgelenk hin schmaler. Betont den Fall weicher Chantilly-Spitze.
  • Weiter Glockenärmel: zum Saum hin ausgestellt, oft mit Bogenkante. Häufig bei Guipure und Häkelspitze, weil der festere Stoff die Form hält.
  • Dreiviertelärmel: endet unterhalb des Ellenbogens; praktisch, weil der Ärmel nicht in Wasser oder Essen hängt.
  • Ärmellos (Spitzenweste): genau genommen kein Kimono mehr, wird aber im Handel häufig so bezeichnet.

Kimono Spitze nach Anlass

Die Verwendungsmöglichkeiten reichen vom Strand bis zur Abendgarderobe. Entscheidend ist jeweils die Kombination aus Spitzenart, Länge und Farbe.

Spitzenkimono am Strand und im Urlaub

Leichte Polyamidspitze oder Baumwollhäkelware in Weiß, Ecru oder Sand, kurz bis mittellang, damit Sand und Wasser den Saum nicht erreichen. Salzwasser, Chlor und Sonnencreme sind für Spitze belastender als Süßwasser; nach dem Tragen sollte der Kimono mit klarem Wasser ausgespült werden, bevor Rückstände antrocknen.

Kimono aus Spitze auf dem Festival

Häkelspitze oder Guipure mit Fransen, Quasten oder Bordüre, in Erdtönen, Schwarz oder Bordeaux. Diese Spitzen sind robuster als Chantilly und weniger empfindlich gegen Reibung an Taschen und Rucksackgurten. Vergleichbare Modelle mit Fransen und Stickerei finden sich unter Festival Kimono.

Spitzenkimono als Hochzeitsgast und am Abend

Chantilly oder bestickter Tüll in Schwarz, Nachtblau, Altrosa oder Champagner, lang oder bodenlang, über einem schmalen Kleid. Der Spitzenkimono ist hier eine Alternative zu Bolero und Stola, die auch an kühlen Abenden Schultern und Arme bedeckt, ohne die Linie des Kleides zu unterbrechen.

Dessous-Kimono und Negligé: was hinter der Suche nach einem sexy Kimono steckt

Die Suchbegriffe Kimono sexy und Kimonos sexy meinen in der Regel kurze Spitzenkimonos aus der Wäscheabteilung: negligéartige Modelle aus Chantilly oder Stretchspitze mit Satinband, die zu Hause über Nachthemd, Slip oder Bralette getragen werden. Sie unterscheiden sich von Strand- und Alltagsmodellen durch eine kürzere Rückenlänge, weichere Spitze, häufig Satinpaspeln und einen Bindegürtel in der Taille. Historisch gehen sie auf die Bettjäckchen und Morgenröcke der 1920er bis 1950er Jahre zurück. Pflege- und Materialfragen sind dieselben wie bei allen Kimonos aus Chantilly.

Spitzenkimono in Weiß, Schwarz, Beige und Pastell

Weiße und cremefarbene Spitze ist am weitesten verbreitet, weil sie an Brautspitze erinnert und sich in der Sonne am wenigsten aufheizt. Sie ist allerdings am anfälligsten für Vergilbung sowie für Sonnencreme- und Schweißränder. Schwarze Spitze zeichnet das Muster am deutlichsten, wirkt abends formeller und verzeiht Flecken; sie kann jedoch bei häufiger Wäsche ausbleichen und bekommt in der Sonne einen rötlichen oder grünlichen Stich. Beige, Sand und Taupe verschmelzen mit der Haut und wirken dadurch am transparentesten. Pastelltöne wie Altrosa, Salbei oder Hellblau kommen fast ausschließlich bei Chantilly und Tüllspitze vor. Farbspezifische Hinweise zur Pflege finden sich unter Kimono Weiß und Kimono Schwarz.

Materialzusammensetzung beim Spitzenkimono

Das Etikett gibt Auskunft darüber, wie sich der Stoff im Gebrauch und in der Wäsche verhält. Übliche Zusammensetzungen und ihre Eigenschaften:

  • 100 % Baumwolle: Häkel- und Guipurespitze. Atmungsaktiv, saugfähig, angenehm auf der Haut; läuft bei Wärme ein, knittert, trocknet langsam.
  • 100 % Polyamid: Chantilly und Raschelspitze. Sehr leicht, formstabil, schnell trocknend; empfindlich gegen Hitze von Bügeleisen und Trockner, lädt sich statisch auf.
  • Polyamid mit Elasthan (meist 5 bis 15 %): Stretchspitze. Anschmiegsam, dehnbar; Elasthan altert durch Chlor, Sonnencreme und Hitze.
  • 100 % Polyester: günstige Tüll- und Guipurespitze. Pflegeleicht, knitterarm; weniger atmungsaktiv, neigt zum Pilling.
  • Viskose oder Viskosemischungen: weicher Fall, kühles Tragegefühl; im nassen Zustand empfindlich, verzieht sich beim Aufhängen.
  • Seide: selten, meist bei Chantilly oder Seidentüll im oberen Preissegment. Sehr leicht und kühl; nur Handwäsche oder Reinigung.

Kimono Spitze nach Jahreszeit

Der Spitzenkimono ist in erster Linie ein Sommerkleidungsstück. Die offene Struktur lässt Luft durch, wärmt aber nicht. Im Frühjahr und Herbst funktioniert er über langärmligen Oberteilen oder unter einer Jacke, wobei Chantilly unter Jackenärmeln schnell Ziehfäden bekommt. Im Winter kommt er fast nur in Innenräumen vor: als Abendüberwurf oder als Negligé. Häkelspitze aus Baumwolle ist die wärmste Variante und bei Übergangswetter am ehesten tragbar. Für die kühle Jahreszeit ist ein Samtkimono im gleichen Schnitt die naheliegendere Alternative; im Hochsommer konkurriert der Spitzenkimono mit Modellen aus Musselin und Leinen, die weniger empfindlich, aber auch weniger durchbrochen sind.

Passform und Größe beim Kimono aus Spitze wählen

Weil der Kimonoschnitt keine Taille und keine Abnäher hat, ist die Größenwahl weniger heikel als bei taillierten Jacken. Trotzdem gibt es Punkte, die den Sitz bestimmen:

  1. Die Breite auf Brusthöhe im flach liegenden Zustand sollte mindestens dem halben Brustumfang plus 8 bis 12 cm Bewegungsweite entsprechen, damit der Kimono nicht auf dem Rücken spannt.
  2. Die Rückenlänge entscheidet über die Kategorie (kurz, mittel, lang); sie lässt sich mit einem Maßband vom Halswirbel bis zur gewünschten Saumhöhe abnehmen.
  3. Bei Stretchspitze kann eine Größe kleiner gewählt werden, bei Häkelspitze aus Baumwolle eher eine Größe größer, weil sie beim Waschen einläuft.
  4. Die Ärmelweite am Saum ist relevant, wenn der Kimono unter einer Jacke getragen werden soll: Glockenärmel mit mehr als 40 cm Umfang lassen sich kaum darunter schieben.
  5. Einheitsgrößen decken in der Regel etwa Konfektionsgröße 36 bis 42 ab; ab Größe 44 sind eigens geschnittene Modelle mit mehr Rückenbreite und längeren Ärmeln sinnvoller.

Kimono Spitze richtig waschen

Spitze verträgt Wasser besser als ihr Ruf, aber sie verträgt keine Mechanik. Fast alle Schäden – Ziehfäden, gerissene Stege, verzogenes Netz – entstehen durch Reibung in der Trommel, durch Verhaken mit anderen Kleidungsstücken oder durch Wringen.

  1. Pflegeetikett prüfen. Steht dort ein durchgestrichener Waschzuber, bleibt nur die chemische Reinigung.
  2. Vor dem Waschen alle Haken, Reißverschlüsse und Klettverschlüsse anderer Textilien schließen oder Spitze getrennt waschen.
  3. Den Kimono auf links drehen und in ein Wäschenetz legen. Bei Chantilly ein feinmaschiges Netz verwenden.
  4. Feinwaschmittel ohne optische Aufheller (bei Weiß) beziehungsweise Colorwaschmittel (bei Schwarz) verwenden. Kein Weichspüler: Er legt sich auf die Fasern und lässt Polyamidspitze schlaff werden.
  5. Wollwaschgang oder Handwäsche bei maximal 30 °C, geringe Schleuderdrehzahl (400 bis 600 Umdrehungen) oder gar nicht schleudern.
  6. Nicht wringen. Den Kimono in ein Handtuch legen, aufrollen und leicht drücken.
  7. Liegend auf einem Handtuch trocknen und dabei in Form ziehen. Aufhängen nur bei leichten Polyamidmodellen; Baumwolle und Viskose leiern hängend aus.
  8. Kein Trockner. Hitze lässt Polyamid schrumpfen und macht Elasthan brüchig.

Handwäsche bleibt für Chantilly mit Seidenanteil, für Tüllspitze mit Pailletten oder Perlen und für sehr feine Vintage-Modelle die einzige sichere Methode. Dabei wird der Kimono in lauwarmem Wasser mit wenig Feinwaschmittel nur bewegt, nicht gerieben, und mehrfach in klarem Wasser gespült.

Spitzenkimono bügeln, aufbewahren und reparieren

Kimono mit Spitze bügeln und dämpfen

Spitze wird, wenn überhaupt, auf links und durch ein Bügeltuch bei niedrigster Stufe gebügelt. Reliefartige Guipure wird dabei auf ein weiches Frotteetuch gelegt, damit die Motive nicht flachgedrückt werden. Ein Dampfglätter aus einigen Zentimetern Abstand ist bei Polyamid und Polyester die schonendere Methode; Baumwollhäkelspitze verträgt dagegen auch Dampf direkt aus dem Bügeleisen.

Spitzenkimono aufbewahren

Kurz- und mittellange Modelle werden liegend gefaltet aufbewahrt, idealerweise mit Seidenpapier zwischen den Lagen. Lange Modelle können auf einem gepolsterten Bügel hängen. Vor der Aufbewahrung über den Winter sollte weiße Spitze gewaschen werden, weil unsichtbare Schweiß- und Sonnencremereste beim Lagern vergilben. Lichtgeschützt lagern: Sowohl Weiß als auch Schwarz verändern sich unter Tageslicht.

Ziehfäden und Löcher im Kimono mit Spitze

Ein Ziehfaden wird nicht abgeschnitten, sondern mit einer stumpfen Nadel auf die linke Seite gezogen und dort vernäht oder verknotet. Gerissene Stege bei Guipure lassen sich mit einem Faden in Stofffarbe und wenigen Stichen ersetzen. Größere Löcher im Netzgrund von Chantilly können mit einem Stück Tüll hinterlegt werden; unsichtbar wird die Reparatur nicht, aber sie verhindert das Weiterreißen.

Qualitätsmerkmale beim Kimono mit Spitze erkennen

Unabhängig vom Preis lassen sich einige objektive Kriterien prüfen:

  • Bogenkante (Scallop): Bei sorgfältig gearbeiteter Spitze bildet die Musterkante selbst den Saum; bei einfachen Modellen wird die Spitze gerade abgeschnitten und mit Schrägband eingefasst.
  • Musteranschluss: Treffen an der Rückennaht oder an den Ärmelnähten die Motive aufeinander, wurde mit Bedacht zugeschnitten.
  • Nähte: Französische Nähte oder schmale Overlocknähte in Garnfarbe; breite, dunkle Overlocknähte scheinen durch die Spitze hindurch.
  • Dichte und Regelmäßigkeit: Das Grundnetz sollte gleichmäßig sein, ohne verzogene Stellen oder Laufmaschen.
  • Cordonnet bei Chantilly: Eine saubere Konturierung der Motive spricht für Leavers-Spitze, eine fehlende oder unregelmäßige für einfache Raschelware.
  • Geruch und Griff: Steife, chemisch riechende Spitze ist stark appretiert; die Appretur wäscht sich aus, danach kann der Stoff schlaff werden.

Spitzenkimono selbst nähen: Hinweise zu Stoff und Technik

Der Kimonoschnitt ist ein geeignetes Anfängerprojekt, weil er aus wenigen Rechtecken besteht. Für einen mittellangen Spitzenkimono werden je nach Stoffbreite (130 bis 150 cm) etwa 2 bis 2,5 m Stoff benötigt. Wichtig sind eine feine Nadel (Stärke 60 bis 70 oder Microtex), kurze Stichlänge und ein Nähfuß mit Gleitsohle oder Seidenpapier unter dem Stoff, damit der Transporteur das Netz nicht einzieht. Kanten werden mit Schrägband eingefasst, mit Bogenkante belassen oder mit einem schmalen Rollsaum versäubert. Bei Guipure sollte entlang der Motivkonturen geschnitten werden, damit keine halben Blüten am Saum entstehen. Wer eine Spitzenbordüre nur als Besatz verwenden will, näht sie auf einen Kimono aus Chiffon oder Viskose auf und erhält so einen Kimono mit Spitze statt eines Kimonos komplett aus Spitze.

Häufige Fragen zu Kimono Spitze

Ist ein Kimono aus Spitze immer durchsichtig?

Nein. Die Transparenz hängt von der Spitzenart, der Musterdichte und der Farbe ab. Feine Chantilly- und Tüllspitze ist stark durchsichtig, dichte Guipure und Häkelspitze aus Baumwolle deutlich weniger. Gefütterte Modelle mit einer Lage Chiffon oder Viskose unter der Spitze sind blickdicht. Was darunter getragen wird, beeinflusst den Eindruck stärker als der Stoff selbst.

Kimono durchsichtig: Was trägt man darunter?

Am Strand Badeanzug oder Bikini, im Alltag ein schmales Top, Tanktop oder ein Slipkleid. Ein Unterteil in der Farbe der Spitze wirkt ruhig, ein Kontrast betont das Muster. Bei Abendanlässen wird der Spitzenkimono über einem schmalen Kleid getragen, das dem Muster nicht die Wirkung nimmt. Hautfarbene Unterwäsche lässt die Spitze am transparentesten erscheinen.

Kann man einen Spitzen Kimono in der Waschmaschine waschen?

Meist ja, wenn das Etikett es erlaubt: auf links, im Wäschenetz, im Woll- oder Handwaschprogramm bei höchstens 30 °C, mit Feinwaschmittel, ohne Weichspüler, mit geringer oder ohne Schleuderdrehzahl. Chantilly mit Seide, Tüllspitze mit Pailletten und Vintage-Stücke werden von Hand gewaschen oder gereinigt.

Welche Spitze ist beim Kimono mit Spitze am robustesten?

Guipure aus Polyester und Häkelspitze aus Baumwolle halten Reibung und Alltag am besten aus, weil sie keinen feinen Netzgrund haben. Stretchspitze ist ebenfalls unempfindlich, altert aber durch das Elasthan. Chantilly und bestickter Tüll sind die empfindlichsten Varianten und eher für Anlässe geeignet als für den täglichen Gebrauch.

Wie lang sollte ein Kimono Spitze sein?

Für Jeans und Shorts eignen sich Rückenlängen von 60 bis 95 cm, für Kleider und Strand 100 bis 145 cm. Der Saum sollte deutlich ober- oder unterhalb des Saums des darunter getragenen Kleidungsstücks enden. Kleinere Personen wählen eher mittellang, weil bodenlange Modelle sonst am Boden schleifen und im Saum ausfransen.

Vergilbt ein weißer Kimono aus Spitze?

Ja, vor allem Baumwolle und Polyamid vergilben durch Sonnencreme-, Schweiß- und Deorückstände sowie durch Lagerung in Kunststoffhüllen. Vorbeugend helfen Waschen vor dem Einlagern, Lagern in Baumwolle oder Seidenpapier und der Verzicht auf Weichspüler. Bereits vergilbte Spitze lässt sich mit Sauerstoffbleiche (nicht Chlor) in lauwarmem Wasser oft wieder aufhellen.

Worin unterscheidet sich der Spitzenkimono von Spitzenbluse und Spitzencardigan?

Die Bluse hat Knopfleiste und Kragen und wird geschlossen getragen; der Cardigan ist gestrickt oder gewirkt und schließt mit Knöpfen. Der Kimono Spitze ist offen, ohne Verschluss, mit angeschnittenen weiten Ärmeln und geradem Schnitt ohne Abnäher. Eine Kimonobluse ist eine Zwischenform mit Kimonoärmeln, aber geschlossener Front.

Ist ein Kimono transparent für eine Hochzeit geeignet?

Als Gast ja: Ein langer Spitzenkimono in Schwarz, Nachtblau oder gedeckten Farben über einem schmalen Kleid ersetzt Bolero und Stola. Weiß und Ivory bleiben der Braut vorbehalten. Für die Braut selbst ist ein Spitzenüberwurf über dem Brautkleid möglich; dieses Thema behandelt der Bereich Braut Kimono im Detail.

Glossar zum Kimono Spitze

  • Chantilly: feine gewirkte oder geklöppelte Spitze mit Netzgrund und konturierten Motiven, benannt nach der französischen Stadt.
  • Guipure: Spitze ohne Netzgrund, deren Motive durch Stege verbunden sind; auch Stegspitze oder Venezianische Spitze.
  • Häkelspitze: von Hand gehäkelte oder maschinell nachgeahmte Spitze aus Baumwolle mit charakteristischen Fächer- und Ananasmustern.
  • Tüllspitze: bestickter Tüll; das Muster entsteht durch Stickerei auf einem sehr feinen Netzgrund.
  • Leavers-Spitze: auf der Leavers-Maschine gefertigte Spitze, die geklöppelter Spitze am nächsten kommt; Nottingham und Calais gelten als Zentren.
  • Raschelspitze: auf Raschel-Kettenwirkmaschinen hergestellte Spitze, die den Großteil der heutigen Konfektionsspitze ausmacht.
  • Cordonnet: dickerer Konturfaden, der Motive in Chantilly- und Alençon-Spitze umrandet.
  • Bogenkante (Scallop): gewellte Abschlusskante, bei der das Muster selbst den Saum bildet.
  • Cover-up: Überwurf für Strand und Pool; der Spitzenkimono ist eine der häufigsten Formen.
  • Obi: breiter Gürtel des traditionellen japanischen Kimonos; beim Spitzenkimono nicht üblich, allenfalls durch ein Satinband ersetzt.
  • Furisode / Tomesode: bodenlange japanische Kimonoformen mit langen beziehungsweise kurzen Ärmeln, an denen sich westliche Maxi-Kimonos lose orientieren.
  • Tamoto: der unter dem Arm herabhängende, geschlossene Ärmelsack des japanischen Kimonos, den westliche Spitzenkimonos nicht haben.
  • Appretur: Ausrüstung des Stoffes mit Stärke oder Kunstharz, die Spitze steifer erscheinen lässt und sich beim Waschen löst.

Zusammengefasst ist ein Kimono Spitze ein offen getragener Überwurf im Kimonoschnitt, dessen Wirkung von der gewählten Spitzenart, der Transparenz und der Kombination mit dem darunterliegenden Kleidungsstück bestimmt wird. Wer Chantilly, Guipure, Häkel- und Tüllspitze unterscheiden kann, das Lagenprinzip versteht und die wenigen Pflegeregeln einhält, hat die wesentlichen Kriterien für Auswahl und Erhalt eines Spitzenkimonos beisammen.