Kimono Satin Damen – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Kimono Satin für Damen ist ein Kimono aus einem Gewebe in Atlasbindung, dessen Oberseite glatt und stark glänzend, dessen Rückseite dagegen matt ist. Anders als Seide, Baumwolle oder Leinen bezeichnet Satin keine Faser, sondern eine Webart: Satin kann aus Polyester, Seide, Viskose, Acetat oder Baumwolle bestehen, und je nach Faser unterscheiden sich Griff, Atmungsaktivität, Gewicht und Pflege erheblich. Im deutschsprachigen Handel besteht der größte Teil der als Satinkimono angebotenen Morgenmäntel, Kimonojacken und Kimonokleider aus Polyestersatin; Seidensatin ist die klassische, aber seltenere Variante.

Die folgenden Abschnitte erklären, wie die Atlasbindung funktioniert und warum sie glänzt, woher der Satin historisch kommt, welche Satinarten es gibt (Duchesse, Charmeuse, Crêpe-Satin, Stretchsatin, Baumwollsatin), worin sich Polyestersatin und Seidensatin unterscheiden, welche Gewichte in Gramm pro Quadratmeter üblich sind, wie ein Satinkimono gewaschen, getrocknet, gebügelt und gelagert wird, wie Fadenzieher behoben werden und welche Maße in Zentimetern zu welcher Konfektionsgröße passen. Ein Vergleich mit Seide, Baumwolle, Musselin, Leinen und Samt, ein Fragenteil und ein Glossar schließen den Text ab.

Kimono Satin Damen: was Satin eigentlich ist

Das Wort Satin geht auf die arabische Bezeichnung Zaitūn für die chinesische Hafenstadt Quanzhou zurück, aus der im Mittelalter glänzende Seidengewebe nach Europa verschifft wurden. Über das Italienische (setino) und Französische (satin) gelangte der Begriff ins Deutsche, wo er lange gleichbedeutend mit Atlas verwendet wurde. Beide Wörter meinen dasselbe: ein Gewebe in Atlasbindung, bei dem die Kettfäden lange, ungebundene Strecken über die Schussfäden bilden und dadurch eine geschlossene, lichtreflektierende Fläche entsteht.

Ein Kimono Satin Damen übernimmt vom Kimono den Schnitt mit geraden Bahnen, weiten Ärmeln, Überschlag und Bindegürtel und vom Satin die Oberfläche. In der Praxis handelt es sich um drei Produktgruppen: den Morgenmantel aus Satin, der zu Hause getragen wird; die kurze Satinkimonojacke, die als Überwurf zu Abendkleidung dient; und das Kimonokleid aus Satin mit Gürtel, das als eigenständiges Kleid getragen wird. Die allgemeinen Merkmale des Schnitts sind unter Kimono Damen beschrieben; dieser Text konzentriert sich auf den Stoff.

Satin Kimono: Bindung statt Faser

Jedes Gewebe besteht aus Kettfäden, die in Längsrichtung auf dem Webstuhl gespannt sind, und Schussfäden, die quer eingetragen werden. Die drei Grundbindungen sind Leinwand, Köper und Atlas. Bei der Leinwandbindung kreuzen sich Kette und Schuss bei jedem Faden, das Gewebe ist matt und fest. Beim Köper entsteht ein Diagonalgrat wie beim Jeansstoff. Bei der Atlasbindung wird ein Kettfaden erst nach vier, sieben oder mehr Schussfäden abgebunden, sodass an der Oberfläche fast nur Kettfäden sichtbar sind.

Atlasbindung: warum ein Kimono Satin glänzt

Der Glanz entsteht durch die langen, parallel liegenden Flottierungen der Kettfäden. Licht, das auf eine glatte, gleichmäßig ausgerichtete Fläche fällt, wird gerichtet reflektiert und nicht gestreut. Je feiner und glatter die Fäden und je länger die Flottierung, desto stärker der Glanz. Aus demselben Grund ist Satin empfindlich: Die langen, kaum eingebundenen Fäden können an rauen Stellen hängen bleiben und Fadenzieher bilden. Die Rückseite, auf der die Schussfäden dominieren, bleibt matt; bei Charmeuse ist dieser Kontrast besonders deutlich.

Kettsatin und Schusssatin beim Kimono

Liegen die Kettfäden oben, spricht man von Kettatlas oder Kettsatin; das ist bei fast allen Kimonos aus Satin der Fall. Beim Schussatlas flottieren die Schussfäden, was typisch für Baumwollsatin (Satinette) ist. Für die Trägerin bedeutet der Unterschied vor allem, in welche Richtung der Stoff beim Zuschnitt fällt: Kettsatin fällt entlang der Körperachse weich, quer dazu etwas steifer.

Satin, Atlas, Seide: Begriffe rund um den Satin Kimono

Weil Satin historisch fast immer aus Seide bestand, werden die Begriffe im Alltag vermischt. Korrekt ist: Seide ist eine Faser, Satin und Atlas sind Bindungen. Ein Kimono aus Seidensatin ist beides zugleich; ein Kimono aus Polyestersatin ist Satin, aber keine Seide. Der Begriff Kunstseide bezeichnet historisch Viskose, wird im Handel aber häufig für glänzendes Polyester verwendet. Ausführliches zur Faser Seide steht unter Kimono Seide Damen.

Herkunft des Satins: vom chinesischen Zaitun zum Kimono Satin

Die Atlasbindung wurde in China entwickelt und ist spätestens seit der Tang-Dynastie (7. bis 10. Jahrhundert) belegt. Über die Seidenstraße und den Seehandel gelangten Satinstoffe in den Nahen Osten und nach Europa, wo sie ab dem 12. Jahrhundert in Italien nachgewebt wurden; Lucca, Venedig und Florenz wurden zu Zentren der Satinweberei. In Japan wurde Atlas unter dem Namen Shusu (繻子) gewebt und vor allem für Obi, für Futterstoffe und für den Kragen des Unterkimonos verwendet, weniger für den Kimono selbst.

Der Satinkimono in seiner heutigen Form ist eine westliche Entwicklung des frühen 20. Jahrhunderts. Mit der Japanmode um 1900 kamen bestickte Seidenkimonos als Hauskleidung nach Europa und Nordamerika; Warenhäuser boten daraufhin Morgenmäntel im Kimonoschnitt aus Seidensatin an. Nach der Einführung von Acetat in den 1920er-Jahren und von Polyester in den 1950er-Jahren wurde der Satinkimono zu einem Massenprodukt: leicht zu färben, zu bedrucken, zu waschen und deutlich günstiger herzustellen als Seide.

Polyestersatin oder Seidensatin: Fasern für den Satin Kimono Damen

Die Faser bestimmt, wie sich ein Satin Kimono Damen trägt. Vier Fasern kommen in der Praxis vor.

Polyestersatin beim Kimono Satin

Polyester ist eine synthetische Faser aus Polyethylenterephthalat (PET). Polyestersatin ist reißfest, formstabil, knittert kaum, läuft nicht ein, ist farbecht und lässt sich fotorealistisch bedrucken. Nachteile: Polyester nimmt weniger als 1 Prozent seines Gewichts an Feuchtigkeit auf, transportiert Schweiß nur an der Oberfläche ab, lädt sich elektrostatisch auf und fühlt sich bei Wärme schnell klamm an. Gewichte liegen meist zwischen 80 und 130 g/m². Recyceltes Polyester aus PET-Flaschen wird zunehmend verwendet und unterscheidet sich im Tragegefühl nicht von neuem Polyester.

Seidensatin: Charmeuse für den Damen Kimono Satin

Seidensatin, im Handel meist Charmeuse oder Crêpe-Satin genannt, kombiniert die Atlasbindung mit der Naturfaser Seide. Er ist atmungsaktiv, temperaturausgleichend, weicher und leichter als Polyestersatin bei gleichem Volumen und hat einen tieferen, mehrfarbigen Schimmer statt eines weißen Hochglanzes. Gewichte werden in Momme angegeben, üblich sind 16 bis 22 Momme (etwa 69 bis 95 g/m²). Seidensatin ist empfindlich gegen Wasserflecken, Schweiß, Sonnenlicht und alkalische Waschmittel.

Viskose- und Acetatsatin beim Kimono

Viskose ist eine aus Zellstoff gewonnene Regeneratfaser, die Feuchtigkeit fast so gut aufnimmt wie Baumwolle. Viskosesatin fällt sehr weich und schwer, knittert aber stark und ist nass empfindlich. Acetatsatin, aus Celluloseacetat, war bis in die 1970er-Jahre der Standardstoff für Futter und günstige Morgenmäntel; er ist heute selten, glänzt hell, knittert scharf und verträgt weder Hitze noch Aceton.

Baumwollsatin: matter Kimono Satin

Baumwollsatin (Satin de coton, bei Bettwäsche Mako-Satin) ist ein dichter Kettsatin aus gekämmter, oft mercerisierter Baumwolle. Er glänzt nur dezent, ist blickdicht, pflegeleicht und atmungsaktiv, mit 120 bis 160 g/m² aber schwerer und weniger fließend. Kimonos aus Baumwollsatin sind eher Bademantel oder Hausjacke als fließender Überwurf. Weitere Baumwollqualitäten sind unter Kimono Baumwolle Damen beschrieben.

Satinarten im Überblick: Duchesse, Charmeuse, Crêpe-Satin und Stretchsatin beim Satin Kimono Damen

Innerhalb der Atlasbindung unterscheiden sich die Stoffe durch Fadenfeinheit, Dichte, Zwirnung und Ausrüstung. Die Tabelle ordnet die gängigen Handelsbezeichnungen ein.

Satinart Übliche Faser Gewicht (g/m²) Glanz Fall Typischer Einsatz beim Kimono
Charmeuse Seide oder Polyester 60–110 stark, Rückseite matt sehr fließend Morgenmantel, Kimonopyjama, Kimonobluse
Crêpe-Satin (Crêpe-back Satin) Seide, Polyester 90–140 Vorderseite glänzend, Rückseite gekreppt fließend, schwer Kimonokleid, langer Morgenmantel
Duchesse Seide, Polyester, Acetat 150–250 hoch, hart steif, formhaltend Brautkimono, Abendjacke im Kimonoschnitt
Stretchsatin Polyester mit 3–8 % Elasthan 110–170 mittel bis hoch anliegend, dehnbar Kimonokleid mit Gürtel
Satin-Jacquard Polyester, Seide 100–180 Muster durch Bindungswechsel mittel Kimonojacke mit eingewebten Motiven
Baumwollsatin Baumwolle 120–160 dezent weich, wenig fließend Kimono-Bademantel, Hausjacke
Pannesatin (Panné) Polyester 80–120 gepresst, sehr hell leicht Kostüm, Festivalkimono

Gewicht in Gramm pro Quadratmeter: wie schwer ein Kimono Satin sein sollte

Bei Polyester- und Viskosesatin wird das Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter angegeben, bei Seidensatin traditionell in Momme (1 Momme ≈ 4,3 g/m²). Für einen Kimono ergeben sich drei sinnvolle Bereiche:

  • Unter 90 g/m² – leicht, fließend, in hellen Farben durchscheinend; geeignet für kurze Kimonojacken über Kleidern, für Kimonoblusen und für sommerliche Morgenmäntel.
  • 90 bis 130 g/m² – Standardbereich für Morgenmäntel und Kimonokleider; blickdicht, noch weich fallend, gut zu nähen.
  • Über 130 g/m² – schwer, formhaltend; Duchesse und dichter Crêpe-Satin für Brautkimonos, Abendjacken und gefütterte Modelle.

Ein Morgenmantel aus 100 g/m² Polyestersatin in Größe M mit 130 cm Länge wiegt einschließlich Gürtel etwa 350 bis 450 Gramm; derselbe Schnitt aus 19 Momme Seidensatin liegt rund ein Viertel darunter.

Eigenschaften: Glanz, Tombé und Griff beim Satin Kimono

Satin fällt schwer und geschlossen. Weil die Fäden kaum verkreuzt sind, ist das Gewebe in Kettrichtung sehr geschmeidig; ein Satinkimono legt sich in wenige, tiefe Falten, die Ärmel hängen glatt, der Gürtel zieht den Stoff in lange Bahnen. Dieser Fall wirkt bei langen Modellen ruhiger als bei Baumwolle oder Leinen, betont aber auch jede Unebenheit darunter, weil sich das Licht auf der glatten Fläche bricht.

Der Griff hängt von der Faser ab. Polyestersatin fühlt sich glatt und kühl an und bleibt kühl; Seidensatin ist glatt, erwärmt sich schnell und wirkt trockener. Viskosesatin ist am weichsten und schwersten. Ein Kimono aus Satin rutscht auf glatten Stoffen darunter, weshalb Kimonokleider aus Satin oft mit Innenbändern oder Druckknöpfen am Überschlag gesichert sind.

Kimono Satin und Atmungsaktivität: Polyester gegen Seide

Atmungsaktivität beschreibt, wie gut Wasserdampf durch einen Stoff hindurchtritt und wie viel Feuchtigkeit die Faser selbst aufnimmt. Seide nimmt bis zu 30 Prozent ihres Gewichts an Feuchtigkeit auf, Viskose 11 bis 14 Prozent, Baumwolle 7 bis 8 Prozent, Polyester unter 1 Prozent. Ein Kimono Satin aus Polyester lässt Wasserdampf zwar durch das Gewebe, speichert aber keinen Schweiß, sodass sich bei Anstrengung oder in warmen Räumen ein feuchter Film auf der Haut bildet. Zu Hause, im Bad oder als kurzer Überwurf am Abend fällt das nicht ins Gewicht; für lange Sommertage im Freien oder als Kleid bei Hitze ist Seidensatin oder Viskosesatin angenehmer.

Umgekehrt hat Polyester Vorteile im Bad: Der Stoff nimmt kaum Wasser auf, trocknet nach dem Duschen in kurzer Zeit und nimmt Gerüche weniger auf als Baumwolle. Aus diesem Grund ist Polyestersatin der Standardstoff für leichte Kimono-Bademäntel und für den Kimono Morgenmantel Damen.

Kimono Satin Damen: Schnitte vom Morgenmantel bis zum Kimonokleid

Der Satinkimono kommt in denselben Grundschnitten vor wie andere Kimonos; wegen des schweren Falls und des Glanzes sind einige Formen verbreiteter als andere.

Kimono Damen Satin kurz

Kurze Satinkimonos enden zwischen Hüfte und Mitte des Oberschenkels, in der Regel bei 70 bis 90 cm Rückenlänge. Sie werden als Morgenmantel für den Sommer, als Überwurf zu Nachtwäsche und als Jacke zu Abendkleidern getragen. Ein kurzer Kimono Damen Satin hat oft Dreiviertelärmel mit 25 bis 35 cm Weite und einen angesetzten Gürtel an der Seitennaht.

Kimono Damen Satin in Maxi- und Wadenlänge

Lange Satinkimonos reichen bis zur Wade oder zum Boden, üblich sind 120 bis 145 cm Rückenlänge. Der schwere Fall des Satins kommt hier am deutlichsten zur Geltung; bei bedruckten Stoffen läuft das Muster ungebrochen über die gesamte Länge. Lange Satinkimonos werden als Morgenmantel, als Braut- oder Brautjungfernmantel beim Ankleiden und als Abendüberwurf getragen. Modelle mit Schleppe sind Sonderanfertigungen für Fotografie und Bühne.

Kimono Satin mit Spitze und Gürtel

Viele Satinkimonos für den Hausgebrauch sind an Ärmelsäumen, Kragen und Saum mit Spitze besetzt oder haben einen Kontrastkragen aus Satin in anderer Farbe. Der Gürtel ist meist aus demselben Stoff, 4 bis 6 cm breit und 150 bis 200 cm lang, und wird durch Gürtelschlaufen an den Seitennähten geführt. Ein Kimonokleid aus Satin hat zusätzlich einen Innenbindegürtel, damit der Überschlag geschlossen bleibt.

Damen Kimono Satin nach Jahreszeit

Satin ist kein Saisonstoff im engeren Sinn, das Tragegefühl schwankt aber mit der Temperatur.

  • Frühling und Herbst – Polyestersatin mit 90 bis 130 g/m² als Morgenmantel und als Abendjacke; angenehme Raumtemperaturen gleichen die geringe Feuchtigkeitsaufnahme aus.
  • Sommer – Seidensatin oder leichter Polyestersatin unter 90 g/m², kurz geschnitten und offen getragen; als Strandüberwurf ist Satin wegen Sand, Salz und Fadenziehern ungeeignet.
  • Winter – Polyestersatin fühlt sich auf der Haut kalt an; ein Satinkimono über einem Baumwollpyjama oder ein gefütterter Satinkimono mit Fleece- oder Baumwollinnenseite ist im Winter üblicher als ungefütterter Satin.

Anlässe für den Satin Kimono Damen: Hochzeit, Brautjungfern, zu Hause

Wegen seines Glanzes wird der Satinkimono in erster Linie in geschlossenen Räumen und bei festlichen Gelegenheiten getragen.

  1. Morgenmantel – die häufigste Verwendung; über Nachthemd oder Pyjama, mit Gürtel geschlossen.
  2. Ankleiden am Hochzeitstag – Braut und Brautjungfern tragen beim Frisieren und Schminken Satinkimonos, oft in abgestimmten Farben und mit Stickerei; sie lassen sich ohne Kontakt mit Haar und Make-up ausziehen. Näheres unter Braut Kimono.
  3. Abendüberwurf – kurzer Satinkimono in Schwarz, Bordeaux oder Smaragdgrün über einem schlichten Kleid.
  4. Kimonokleid – Satin in Crêpe-Satin-Qualität mit Gürtel als Kleid für Abendessen oder Feier.
  5. Schlafanzug – Kimonooberteil aus Satin mit passender Hose oder Shorts, meist Charmeuse aus Polyester; siehe Kimono Pyjama.
  6. Wellness und Hotel – leichter Satinkimono statt Frotteebademantel nach der Sauna, wenn kein Wasser aufgenommen werden muss.

Kimono Satin im Vergleich zu Seide, Baumwolle, Musselin, Leinen und Samt

Die Tabelle stellt Polyestersatin und Seidensatin den anderen gängigen Kimonostoffen gegenüber. Die Werte sind übliche Bereiche, keine Normen.

Stoff Feuchtigkeitsaufnahme Gewicht (g/m²) Glanz Knitterneigung Einlaufen Pflegeaufwand
Polyestersatin unter 1 % 80–130 hoch, weiß sehr gering keines gering, Maschine 30 °C
Seidensatin (Charmeuse) bis 30 % 60–95 tief, mehrfarbig mittel gering hoch, Handwäsche oder Reinigung
Baumwolle (Popeline, Batist) 7–8 % 100–200 matt hoch bis 5 % gering, Maschine 40 °C
Musselin Kimono 7–8 % 120–180 matt, gekreppt gewollt bis 8 % vor erster Wäsche gering
Leinen Kimono bis 20 % 130–250 matt, leicht schimmernd sehr hoch bis 4 % gering
Samt (Baumwolle/Polyester) je nach Faser 200–350 Florglanz gering, druckempfindlich gering mittel bis hoch

Polyestersatin ist der pflegeleichteste dieser Stoffe und der einzige, der weder einläuft noch nennenswert knittert; sein Nachteil ist das Klima auf der Haut. Seidensatin verhält sich wie Seide und ist bei Pflege und Preis das Gegenstück.

Satin Kimono waschen: Maschine, Handwäsche, Reinigung

Wie ein Satinkimono gewaschen wird, entscheidet die Faser, nicht die Bindung. Das Pflegeetikett ist maßgeblich; die folgenden Regeln gelten für die üblichen Fälle.

Polyester Kimono Satin in der Waschmaschine

  1. Kimono auf links drehen, Gürtel abnehmen und separat oder verknotet mitwaschen, damit er sich nicht um die Trommel wickelt.
  2. In ein Wäschenetz legen; das verhindert Fadenzieher durch Reißverschlüsse, Haken oder Trommelkanten.
  3. Feinwaschprogramm bei 30 °C, maximal 40 °C, mit Flüssigwaschmittel für Feines; kein Pulver mit Bleiche, kein Weichspüler in großen Mengen (er legt sich als Film auf die Faser und mindert den Glanz).
  4. Schleudern mit höchstens 600 bis 800 Umdrehungen; höhere Drehzahlen pressen Knitterfalten in den Stoff, die sich bei Polyester schwer ausbügeln lassen.
  5. Sofort aus der Trommel nehmen und aufhängen.

Seidensatin: Kimono Satin aus Seide von Hand waschen

Seidensatin wird in kaltem bis lauwarmem Wasser mit pH-neutralem Seidenwaschmittel höchstens fünf Minuten sanft bewegt, ohne Reiben und Wringen, kalt gespült, in ein Handtuch gerollt und liegend oder auf einem breiten Bügel im Schatten getrocknet. Bedruckte oder bestickte Seidensatinkimonos gehören in die chemische Reinigung. Mischgewebe aus Seide und Polyester werden wie Seide behandelt.

Fadenzieher am Satin Kimono beheben

Ein Fadenzieher entsteht, wenn ein flottierender Kettfaden hängen bleibt und aus dem Gewebe gezogen wird. Er darf nicht abgeschnitten werden, sonst entsteht ein Loch. Vorgehen: Den Stoff um den Zieher herum vorsichtig in beide Richtungen dehnen, sodass sich ein Teil des Fadens wieder ins Gewebe zieht. Bleibt eine Schlaufe, mit einer feinen Nadel oder einem Maschenaufnehmer den Faden auf die linke Seite durchziehen und dort liegen lassen. Bei Polyestersatin lassen sich kleine Zieher zusätzlich mit dem Fingernagel entlang der Kettrichtung glattstreichen.

Kimono Satin trocknen und bügeln

  • Polyestersatin nach dem Waschen ausschütteln, auf einem breiten Bügel aufhängen und im Raum trocknen lassen; direkte Sonne bleicht Drucke aus, ist aber für die Faser unkritisch. Der Stoff ist in wenigen Stunden trocken.
  • Wäschetrockner nur im Schonprogramm bei niedriger Temperatur und nur, wenn das Etikett es erlaubt; Hitze über 60 °C setzt Falten dauerhaft in Polyester und lässt Acetat schrumpfen.
  • Bügeln auf links bei niedrigster Stufe (Polyester: bis 110 °C, ein Punkt), ohne Dampf, mit einem Baumwolltuch zwischen Eisen und Stoff. Zu heißes Bügeln erzeugt auf Satin glänzende Druckstellen, die sich nicht entfernen lassen.
  • Seidensatin leicht feucht auf links bügeln, Stufe Seide, ebenfalls ohne Dampf direkt auf den Stoff.
  • Alternative zum Bügeln: Kimono im Bad aufhängen, während geduscht wird; der Wasserdampf hängt leichte Falten aus.

Satin Kimono aufbewahren: Falten, Licht und Motten

Polyestersatin wird von Kleidermotten nicht gefressen, weil er kein Keratin oder Protein enthält; Seidensatin dagegen ist wie jede Seide gefährdet. Für beide gilt, dass Druckstellen und Knicke die Oberfläche dauerhaft verändern können.

  • Satinkimonos hängend auf breiten, glatten Bügeln aus Holz oder gepolstertem Stoff aufbewahren; Drahtbügel hinterlassen Beulen an den Schultern und können Fadenzieher verursachen.
  • Nicht zu dicht hängen; Reißverschlüsse, Nieten und Klettverschlüsse benachbarter Kleidung sind die häufigste Ursache für Schäden.
  • Vor Licht schützen: Bedruckter Polyestersatin verblasst an Fensterplätzen, Seidensatin vergilbt.
  • Gefaltet lagern nur in säurefreiem Papier und mit gelegentlichem Umlegen der Falten; bei Duchesse Falten möglichst ganz vermeiden.
  • Seidensatin zusätzlich sauber einlagern und mit Zedernholz oder Lavendel gegen Motten schützen.

Flecken auf dem Kimono Satin Damen: Öl, Make-up, Deodorant

Satin zeigt Flecken deutlicher als matte Stoffe, weil jede Veränderung der Oberfläche den Lichtreflex unterbricht. Öl- und Fettflecken sind auf Polyester besonders hartnäckig, da die Faser lipophil ist und Fett anzieht.

  • Fett und Körperlotion – sofort mit etwas Geschirrspülmittel auf die trockene Stelle tupfen, kurz einwirken lassen und normal waschen; nicht reiben.
  • Make-up und Foundation – mit Mizellenwasser oder Feinwaschmittel abtupfen, dann waschen. Kimono nach dem Schminken anziehen oder beim Ankleiden ein Tuch über das Gesicht legen.
  • Deodorant – weiße Streifen aus Aluminiumsalzen lösen sich in lauwarmem Wasser mit einem Spritzer Essig.
  • Wasserflecken auf Seidensatin – nie punktuell behandeln, sondern den gesamten Bereich gleichmäßig anfeuchten und trocknen lassen.
  • Schweißränder – bei Polyester Vorbehandlung mit Gallseife, bei Seide chemische Reinigung.

Elektrostatische Aufladung beim Satin Kimono vermeiden

Polyester leitet Feuchtigkeit nicht und lädt sich durch Reibung auf, besonders in trockener Heizungsluft im Winter; der Kimono klebt dann an Strumpfhosen oder Unterkleidern und knistert beim Ausziehen. Abhilfe schaffen ein Unterkleid aus Baumwolle oder Viskose, ein leichtes Befeuchten der Hände und Abstreichen des Stoffes, ein kurzes Aufhängen im Bad, Antistatikspray oder ein Metallbügel, über den der Kimono vor dem Anziehen gezogen wird. Ein Tropfen Weichspüler im letzten Spülgang reduziert die Aufladung, sollte aber sparsam dosiert werden. Seidensatin lädt sich weniger auf, weil die Faser Feuchtigkeit speichert.

Größen und Maße: Kimono Damen Satin in Zentimetern

Satinkimonos werden meist als Morgenmäntel angeboten und fallen weiter aus als Kimonojacken. Gemessen wird flach liegend: Brustweite von Achsel zu Achsel mal zwei, Rückenlänge von der Halswurzel bis zum Saum, Ärmellänge von der Schulternaht bis zum Ärmelsaum. Die folgenden Werte sind übliche Fertigmaße; Abweichungen zwischen Herstellern von einigen Zentimetern sind normal.

Größe Konfektionsgröße (DE) Brustumfang Trägerin (cm) Brustweite Kimono (cm) Rückenlänge kurz (cm) Rückenlänge lang (cm) Ärmellänge (cm) Gürtellänge (cm)
S 34–36 80–88 108–114 78–84 125–130 38–42 150–160
M 38–40 88–96 114–120 80–86 128–133 40–44 160–170
L 42–44 96–104 120–128 82–88 130–136 42–46 170–180
XL 46–48 104–112 128–136 84–90 132–138 44–48 180–190
XXL 50–52 112–122 136–146 86–92 134–140 46–50 190–200
3XL 54–56 122–132 146–156 88–94 136–142 48–52 200–210

Weil Satin nicht dehnbar ist (Stretchsatin ausgenommen), sollte die Brustweite des Kimonos mindestens 20 cm über dem Brustumfang liegen, damit der Überschlag beim Sitzen geschlossen bleibt. Ein Kimono Damen Satin in langer Ausführung endet idealerweise 5 bis 8 cm über dem Boden; Satin scheuert an Bodenkanten schnell auf und zieht Fäden.

Qualität erkennen: Kimono Satin mit sauberer Verarbeitung

Der Preisunterschied zwischen Satinkimonos erklärt sich weniger durch den Stoff als durch Dichte, Druck und Näharbeit.

Nähte, Säume und Gürtel beim Kimono

  • Französische Nähte (doppelt eingeschlagen) oder sauber versäuberte Overlocknähte, die innen nicht kratzen und nicht ausfransen.
  • Gerollte oder doppelt umgeschlagene Säume an Ärmeln und Kante; offene, nur versäuberte Kanten franseln bei Satin schnell aus.
  • Gürtelschlaufen aus Stoff, nicht aus Fadenschlingen; ein Innenbindeband bei langen Modellen.
  • Fadenzahl: Ein dichter Satin lässt bei Gegenlicht keine Webstruktur erkennen; dünner Satin unter 80 g/m² schimmert durch.

Druck oder Jacquard beim Satin Kimono

Muster entstehen entweder durch Druck auf die Oberfläche (Digitaldruck, Siebdruck, Transferdruck) oder durch Bindungswechsel im Gewebe (Jacquard, Brokat). Gedruckte Muster liegen nur auf der Vorderseite; bei dünnem Satin ist die Rückseite weiß. Jacquardmuster sind auf beiden Seiten spiegelbildlich sichtbar und bleiben auch nach vielen Wäschen erhalten. Stickerei auf Satin sollte auf der Rückseite mit Vlies unterlegt sein, sonst zieht sie den Stoff zusammen.

Häufige Fragen zu Kimono Satin

Ist ein Kimono Satin aus Seide oder aus Polyester?

Beides ist möglich, denn Satin bezeichnet nur die Webart. Im Handel besteht der größte Teil der Satinkimonos aus Polyester; Seidensatin wird als Charmeuse oder Crêpe-Satin mit der Angabe „100 % Seide“ verkauft. Das Etikett muss nach EU-Textilkennzeichnungsverordnung die Faser nennen; „Satin“, „Seidenoptik“ oder „Kunstseide“ allein bedeuten kein Seidengewebe.

Kann man einen Satin Kimono in der Waschmaschine waschen?

Polyestersatin ja: auf links, im Wäschenetz, Feinwaschgang bei 30 °C, Flüssigwaschmittel, höchstens 800 Umdrehungen beim Schleudern, danach sofort aufhängen. Seidensatin nur, wenn das Etikett es erlaubt, im Seidenprogramm; sonst Handwäsche in kaltem Wasser oder chemische Reinigung. Bestickte und gefütterte Stücke immer reinigen lassen.

Warum knistert ein Kimono Satin Damen aus Polyester?

Polyester nimmt praktisch keine Feuchtigkeit auf und leitet elektrische Ladung nicht ab, die durch Reibung an Haut und Unterkleidung entsteht. In trockener Heizungsluft lädt sich der Stoff auf und knistert. Ein Baumwollunterkleid, feuchte Hände, ein Metallbügel oder Antistatikspray beheben das; Seidensatin ist deutlich weniger betroffen.

Ist ein Satin Kimono Damen im Sommer angenehm?

Als kurzer, offen getragener Überwurf in klimatisierten Räumen ja. Bei Hitze im Freien oder als geschlossenes Kleid fühlt sich Polyestersatin schnell klamm an, weil er Schweiß nicht aufnimmt. Für heiße Tage sind Seidensatin, Viskosesatin oder ein leichter Kimono aus Baumwolle oder Musselin angenehmer.

Wie bekommt man Falten aus einem Damen Kimono Satin?

Leichte Falten hängen sich bei Polyester nach ein bis zwei Stunden auf dem Bügel aus, schneller im Bad bei Dampf. Hartnäckige Falten auf links bei niedrigster Stufe ohne Dampf mit einem Baumwolltuch dazwischen bügeln. Nie heiß bügeln: Über 110 °C entstehen auf Polyestersatin glänzende Druckstellen, die dauerhaft bleiben.

Was tun bei einem Fadenzieher im Kimono Damen Satin?

Nicht abschneiden. Den Stoff rund um den Zieher in Kett- und Schussrichtung sanft dehnen, bis sich der Faden zurückzieht. Verbleibende Schlaufen mit einer feinen Nadel auf die linke Seite ziehen. Vorbeugend Schmuck mit Kanten, Klettverschlüsse und raue Bügel vom Satinkimono fernhalten und ihn stets im Wäschenetz waschen.

Welches Gewicht sollte ein Kimono Satin für einen Morgenmantel haben?

Für einen blickdichten Morgenmantel sind 90 bis 130 g/m² bei Polyestersatin oder 16 bis 19 Momme bei Seidensatin üblich. Leichtere Qualitäten unter 90 g/m² schimmern in hellen Farben durch und eignen sich eher als Überwurf; schwerere Duchesse-Qualitäten ab 150 g/m² fallen steif und sind für Abendjacken gedacht.

Zieht ein Satin Kimono Motten an?

Polyestersatin nicht; Kleidermotten fressen nur Keratin- und Proteinfasern wie Wolle und Seide. Seidensatin muss dagegen wie jeder Seidenkimono sauber, dunkel und mit Zedernholz oder Lavendel gelagert werden. Bei beiden Stoffen sind Druckstellen durch enges Hängen und Ausbleichen durch Licht die häufigeren Lagerschäden.

Glossar zum Satin Kimono

  • Atlasbindung – Grundbindung, bei der Kettfäden über mindestens vier Schussfäden flottieren; erzeugt die glatte, glänzende Satinoberfläche.
  • Charmeuse – leichter Kettsatin mit glänzender Vorder- und matter Rückseite, aus Seide oder Polyester.
  • Crêpe-Satin – Satin mit gekreppter Rückseite; beide Seiten sind tragbar.
  • Duchesse – schwerer, steifer Satin für Braut- und Abendmode.
  • Fadenzieher – aus dem Gewebe gezogener Faden, typischer Schaden bei Satin.
  • Flottierung – Strecke, über die ein Faden ungebunden über dem Gewebe liegt.
  • Kette und Schuss – Längs- und Querfäden eines Gewebes.
  • Momme – Gewichtseinheit für Seide; 1 Momme entspricht etwa 4,3 g/m².
  • Pannesatin – gepresster Polyestersatin mit sehr hellem Glanz.
  • Polyester (PES) – synthetische Faser, Standardmaterial für Satinkimonos.
  • Shusu – japanische Bezeichnung für Atlasgewebe, verwendet für Obi und Kragen.
  • Stretchsatin – Satin mit Elasthananteil, dehnbar in Schussrichtung.
  • Viskose – Regeneratfaser aus Zellstoff mit hoher Feuchtigkeitsaufnahme.

Ein Kimono Satin für Damen ist vor allem eine Frage der Faser hinter dem Glanz: Polyestersatin ist robust, farbecht und pflegeleicht, aber wenig atmungsaktiv; Seidensatin ist leichter, klimatisch angenehmer und empfindlicher. Wer die Bindung von der Faser unterscheidet, das Flächengewicht kennt und den Satinkimono im Wäschenetz kalt wäscht, auf links kühl bügelt und auf einem breiten Bügel lagert, behält den Glanz über Jahre.