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Kimono Kinder – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Kimono Kinder ist ein Kimono, Yukata oder Jinbei, der in Kindergrößen von etwa 70 bis 150 cm Körpergröße gefertigt und in Schnitt, Verschluss und Länge auf Kinder abgestimmt ist. In Japan begleitet der Kinderkimono feste Stationen der Kindheit: den ersten Schreinbesuch wenige Wochen nach der Geburt (Miyamairi), das Fest Shichi-Go-San im Alter von drei, fünf und sieben Jahren sowie die Sommerfeste, zu denen Kinder Yukata oder Jinbei tragen. Außerhalb Japans wird der Begriff auch für Wickelbodys für Babys, Kimono-Schlafanzüge und Kimono-Bademäntel für Kinder verwendet.

Dieser Text erklärt die verschiedenen Formen des Kinderkimonos, die Tradition des Shichi-Go-San, Größen nach Alter in Zentimetern, die japanische Technik des Mitwachsens durch Abnäher an Schulter und Hüfte, Sicherheitsaspekte bei Gürtel und Länge, geeignete Materialien, das Anziehen, die Pflege und den Unterschied zwischen einem Kinderkimono und einem Judoanzug, der im Deutschen häufig ebenfalls als Kimono bezeichnet wird.

Was ist ein Kimono Kinder: Formen und Begriffe

Unter dem Begriff werden mehrere Kleidungsstücke zusammengefasst, die den geraden Schnitt, die rechteckigen Ärmel und den Wickelverschluss des Kimono übernehmen, aber für Kinder verkürzt und vereinfacht sind:

  • Kinderkimono (Kodomo-Kimono): gefütterter oder ungefütterter Kimono für festliche Anlässe, mit Obi gebunden.
  • Kinderyukata: ungefütterter Baumwollkimono für Sommerfeste, mit weichem Heko-Obi gebunden.
  • Jinbei für Kinder: Zweiteiler aus kurzärmeligem Oberteil und kurzer Hose, ohne Obi.
  • Baby-Kimono (Ubugi): Erstlingskimono für Neugeborene, in Japan zum Miyamairi getragen; im westlichen Sprachgebrauch auch ein Wickelbody mit seitlichen Bindebändern.
  • Kimono-Schlafanzug und Kimono-Bademantel für Kinder: westliche Formen aus Baumwolle, Jersey oder Frottee.

Gemeinsam ist allen Formen, dass sie ohne Knöpfe und Reißverschlüsse auskommen und durch Bänder oder einen Gürtel geschlossen werden. Für Kinder hat das den Vorteil, dass sich das Kleidungsstück über mehrere Jahre anpassen lässt.

Geschichte: der Kimono für Kinder in Japan

Bis in die Meiji-Zeit (1868–1912) trugen Kinder in Japan ausschließlich Kimono. Kinderkleidung unterschied sich von Erwachsenenkleidung durch die Abnäher an Schulter und Hüfte, mit denen der Kimono auf die Körpergröße eingestellt wurde, und durch Schutzstickereien (Semamori) auf dem Rücken. Da der Kinderkimono aus einer einzigen Stoffbahn ohne Rückennaht genäht wurde, glaubte man, dem Kind fehle der Schutz der Rückennaht; die Stickerei ersetzte ihn. Mit der Einführung westlicher Schuluniformen zog sich der Kimono aus dem Kinderalltag zurück und blieb den Festen vorbehalten.

Miyamairi: der erste Kimono Baby zum Schreinbesuch

Etwa 30 Tage nach der Geburt wird das Neugeborene zum Schrein gebracht. Es trägt einen weißen Unterkimono, über den ein großer Zeremonialkimono (Ubugi oder Kakegi) gelegt wird, den die Mutter oder Großmutter um sich und das Kind bindet. Für Mädchen ist der Ubugi rot oder rosa mit Blumen- und Handbällchenmotiven, für Jungen schwarz, dunkelblau oder grau mit Falken, Helmen oder Drachen. Derselbe Kimono wird später für das Shichi-Go-San mit drei Jahren umgearbeitet.

Shichi-Go-San: Kimono Kinder mit drei, fünf und sieben Jahren

Am 15. November besuchen Familien mit dreijährigen Mädchen und Jungen, fünfjährigen Jungen und siebenjährigen Mädchen den Schrein. Jede Altersstufe hat eine eigene Kleidung: Dreijährige tragen den Kimono ohne festen Obi mit einer ärmellosen Weste (Hifu), fünfjährige Jungen erstmals Hakama und Haori, siebenjährige Mädchen erstmals einen echten Obi wie Erwachsene. Die Feier markiert damit den Übergang vom Kleinkind zum Kind, das den Kimono selbstständig trägt.

Arten von Kimono Kinder im Überblick

Form Alter Verschluss Jahreszeit Anlass
Ubugi (Baby-Kimono) 0–3 Monate Bänder, um Träger gebunden Ganzjährig Miyamairi, Fotos
Wickelbody in Kimonoform 0–12 Monate Druckknöpfe oder Bindebänder seitlich Ganzjährig Alltag, Schlaf
Kinderkimono mit Hifu 2–4 Jahre Innenbänder, Weste darüber Herbst, Winter Shichi-Go-San, Neujahr
Kinderkimono mit Obi 5–12 Jahre Koshihimo und Obi Herbst bis Frühjahr Shichi-Go-San, Neujahr, Hochzeit
Hakama-Set für Jungen 5–12 Jahre Kimono, Hakama-Bänder, Haori Herbst bis Frühjahr Shichi-Go-San, Zeremonien
Kinderyukata 1–14 Jahre Koshihimo und Heko-Obi Sommer Sommerfeste, Feuerwerk, Onsen
Jinbei 0–14 Jahre Bänder, Gummibund Sommer Zu Hause, Sommerfeste, Schlaf
Kimono-Schlafanzug 1–14 Jahre Bänder oder Gürtel Ganzjährig Schlaf

Kinderyukata: der Kimono für Kinder im Sommer

Der Yukata ist die häufigste Form des Kinderkimonos. Er besteht aus ungefütterter Baumwolle, wird direkt über der Unterwäsche getragen und mit einem weichen Heko-Obi aus Musselin oder Chirimen geschlossen, der zur Schleife auf dem Rücken gebunden wird. Kinderyukata sind kürzer geschnitten als Erwachsenenmodelle und haben eingenähte Abnäher an Schulter und Hüfte, die mit dem Wachstum gelöst werden. Für Mädchen sind Muster mit Goldfischen, Kirschblüten, Windglöckchen oder Feuerwerk üblich, für Jungen Drachenflieger, Wellen, Karpfen oder Streifen. Modelle in allen Größen und die Trageregeln des Gewands beschreibt die Kategorie Yukata.

Kimono für Kinder mit Koshi-age: wie der Yukata mitwächst

Beim Koshi-age wird überschüssige Länge auf Hüfthöhe zu einer nach innen gelegten Falte abgesteppt. Der Yukata wird dadurch ohne Umschlag getragen; wächst das Kind, wird die Falte aufgetrennt und schmaler neu genäht. Ein Yukata in Größe 110 lässt sich so von etwa 100 bis 120 cm Körpergröße tragen.

Jinbei: der Zweiteiler als Kimono Kinder

Für Kleinkinder und Kinder, die noch nicht still stehen, ist der Jinbei die praktischste Form. Das Oberteil wird mit zwei Bändern geschlossen, die Hose hat einen Gummibund; ein Obi entfällt. Der Jinbei ist aus Baumwolle, Shijira-Baumwolle oder Baumwoll-Hanf-Mischung gefertigt und wird im Sommer zu Hause, zum Schlafen und zu Festen getragen. Für Babys gibt es Jinbei ab Größe 70 mit Druckknöpfen im Schritt (Rompers). Weitere Zweiteiler, auch für Erwachsene, sind in der Kategorie Kimono Set beschrieben.

Baby Kimono: Erstlingskimono und Wickelbody

Der Begriff Baby Kimono bezeichnet zwei verschiedene Dinge. In Japan ist es der Ubugi, ein großzügig geschnittener Zeremonialkimono aus Seide oder Polyester, der beim Miyamairi über das getragene Kind gelegt wird und ihm bis zu den Füßen reicht. Er hat lange Bänder, die die Trägerin hinter dem Nacken verknotet, und wird nur bei diesem einen Anlass getragen. Im westlichen Sprachgebrauch ist ein Kimono Baby ein Wickelbody oder Wickelshirt für Neugeborene: Das Vorderteil wird wie beim Kimono übereinandergeschlagen und seitlich mit Bändern oder Druckknöpfen geschlossen, sodass das Kleidungsstück nicht über den Kopf gezogen werden muss.

Kimono Baby als Wickelbody: Schnitt und Vorteile

Der Wickelbody in Kimonoform hat einen Überschlag von 8 bis 12 cm, einen weiten Halsausschnitt und lange oder kurze Ärmel mit Umschlagbündchen, die als Kratzschutz über die Hände geklappt werden. Er wird aus Baumwolljersey, Interlock oder Musselin genäht und in den Größen 50 bis 74 angeboten. Der Verschluss liegt seitlich, sodass er beim Liegen nicht drückt und der empfindliche Nabelbereich in den ersten Wochen frei bleibt.

Baby Kimono aus Japan: der Ubugi

Der Ubugi wird nach dem Miyamairi nicht weggelegt, sondern umgearbeitet: Die Ärmel werden gekürzt, Abnäher an Schulter und Hüfte gesetzt, ein Kragen eingesetzt und die Bänder entfernt. So entsteht der Kimono für das dreijährige Kind zum Shichi-Go-San, der mit dem Hifu getragen wird.

Kimono Kinder Größen: Tabelle nach Alter in cm

Kinderkimonos und Kinderyukata werden in Japan nach Körpergröße in den Stufen 90, 100, 110, 120, 130, 140 und 150 angeboten. Die Kimonolänge (Mitake) entspricht bei Kindern ohne Umschlag etwa der Körpergröße minus 20 bis 25 cm; der Yuki (Rückenmitte bis Ärmelsaum) etwa 42 bis 45 Prozent der Körpergröße. Die folgende Tabelle gibt Orientierungswerte; Kinder wachsen unterschiedlich, deshalb ist die Körpergröße maßgeblich, nicht das Alter.

Größe (JP) Alter etwa Körpergröße Kimonolänge (Mitake) Yuki Heko-Obi Länge DE-Größe
70–80 6–18 Monate 70–80 cm 50–58 cm (Jinbei-Oberteil 32–36 cm) 32–36 cm – 68–80
90 1–2 Jahre 85–95 cm 65–72 cm 38–42 cm 200 cm 86–92
100 3–4 Jahre 95–105 cm 75–82 cm 42–46 cm 220 cm 98–104
110 5–6 Jahre 105–115 cm 85–92 cm 46–50 cm 240 cm 110–116
120 7–8 Jahre 115–125 cm 95–102 cm 50–54 cm 260 cm 122–128
130 9–10 Jahre 125–135 cm 105–112 cm 54–58 cm 280 cm 134–140
140 11–12 Jahre 135–145 cm 115–122 cm 58–62 cm 300 cm 146–152
150 13–14 Jahre 145–155 cm 125–132 cm 62–66 cm 300–320 cm 158–164

Bei Kinderyukata mit Koshi-age wird die Länge auf Körpergröße plus 5 bis 10 cm genäht und der Überschuss in die Hüftfalte gelegt. Ein Kind zwischen zwei Größen erhält die größere, weil sich Länge und Ärmel über die Abnäher verkürzen lassen, aber nicht verlängern.

Kimono für Kinder anpassen: Kata-age und Koshi-age

Die japanische Kinderkleidung kennt zwei Abnäher, die den Kimono über mehrere Jahre mitwachsen lassen. Beim Kata-age (Schulterabnäher) wird an der Schulter eine Falte quer über den Ärmelansatz gelegt und mit Heftstichen abgenäht; sie verkürzt den Yuki um 2 bis 6 cm. Beim Koshi-age (Hüftabnäher) wird eine waagerechte Falte auf Hüfthöhe gelegt, die die Gesamtlänge um 5 bis 15 cm verkürzt. Beide Abnäher sind von außen sichtbar und gelten als Zeichen, dass das Kleidungsstück einem Kind gehört; beim Shichi-Go-San werden sie bewusst gezeigt. Sie werden mit grobem Heftgarn genäht, damit sie sich ohne Beschädigung des Stoffs auftrennen lassen.

  1. Kind den Kimono anziehen lassen und die gewünschte Länge (Knöchel) sowie Ärmellänge (Handgelenk) markieren.
  2. Überschuss halbieren: Eine Falte von 10 cm Überschuss wird 5 cm tief gelegt.
  3. Koshi-age auf Hüfthöhe legen, mit Stecknadeln fixieren, mit Heftstich innen absteppen.
  4. Kata-age über den Schulterpunkt legen, die Falte zur Rückenmitte hin schmaler auslaufen lassen, absteppen.
  5. Nach jedem Wachstumsschub die Falten auftrennen, den Stoff glätten und schmaler neu legen.

Sicherheit beim Kimono Kinder: Gürtel, Bänder und Länge

Für Kinderkleidung gelten in der Europäischen Union die Anforderungen der Norm DIN EN 14682 zu Kordeln und Zugbändern. Sie legt unter anderem fest, dass Kleidung für Kinder bis sieben Jahre im Kopf- und Halsbereich keine Kordeln haben darf und dass Bänder in Taillenhöhe nicht länger als 14 cm frei hängen dürfen, wenn sie im geschlossenen Zustand gemessen werden. Für einen Kimono Kinder bedeutet das:

  • Innen- und Außenbänder eines Jinbei oder Wickelbodys sind kurz gehalten (etwa 20 bis 25 cm je Band) und liegen seitlich, nicht am Hals.
  • Der Heko-Obi eines Yukata wird auf dem Rücken zur Schleife gebunden; lose Enden sollten nicht über das Gesäß hinaushängen, damit sie sich nicht in Spielgeräten verfangen.
  • Die Kimonolänge endet am Knöchel, nicht auf dem Boden; ein zu langer Kimono ist auf Treppen eine Stolperquelle. Bei Kleinkindern ist eine Länge bis zur Wade üblich.
  • Ärmel enden am Handgelenk; die hängenden Ärmelbeutel eines Kinderkimono sind mit 30 bis 45 cm kürzer als beim Erwachsenenkimono und dürfen nicht bis auf Kniehöhe reichen.
  • Für den Schlaf sind Jinbei und Kimono-Schlafanzüge mit Bändern geeignet, Yukata mit Obi nicht; der Obi wird vor dem Zubettgehen abgenommen.
  • Geta (Holzsandalen) sind für Kinder unter drei Jahren ungeeignet; bis zum Schulalter werden Zori mit Riemen oder gewöhnliche Sandalen getragen.

Materialien für den Kinder Kimono im Vergleich

Bei Kindern stehen Hautverträglichkeit, Waschbarkeit und Atmungsaktivität im Vordergrund. Zertifizierungen nach OEKO-TEX Standard 100 (Produktklasse I für Babys) oder GOTS geben Auskunft über Schadstoffprüfung beziehungsweise biologischen Anbau.

Material Eigenschaften Typische Form Pflege
Baumwolle (Popeline, Leinwandbindung) Saugfähig, robust, formstabil Kinderyukata, Jinbei 40 °C, trocknergeeignet bei Vorwäsche
Baumwoll-Doppelgaze (Musselin) Sehr weich, luftig, wird mit jeder Wäsche weicher Wickelbody, Jinbei, Schlafanzug 40 °C, nicht bügeln
Baumwolljersey / Interlock Dehnbar, weich, für Neugeborene Wickelbody 40–60 °C
Shijira-Baumwolle Gekreppt, liegt nicht auf der Haut Jinbei 30 °C Schonwaschgang
Polyester (Festkimono) Knitterarm, farbecht, günstig zu reinigen Shichi-Go-San-Kimono, Ubugi 30 °C Schonwaschgang oder Reinigung
Seide Leicht, temperaturausgleichend, empfindlich Traditioneller Festkimono, Ubugi Chemische Reinigung
Frottee / Waffelpiqué Saugfähig, warm Kimono-Bademantel für Kinder 60 °C

Für Sommerkleidung und Schlaf ist ungefärbte oder reaktivgefärbte Baumwolle die übliche Wahl; indigogefärbte Stoffe färben bei den ersten Wäschen ab und werden separat gewaschen. Weitere Informationen zu Baumwollkimonos finden sich in der Kategorie Kimono Baumwolle Damen; die Materialregeln gelten für Kindergrößen ebenso.

Kimono Kinder richtig anziehen: Schritt für Schritt

Der Kinderkimono wird nach denselben Regeln angezogen wie der Erwachsenenkimono, mit weniger Schritten. Die Wickelrichtung ist auch bei Kindern links über rechts (hidari-mae); die umgekehrte Richtung ist Verstorbenen vorbehalten.

  1. Unterwäsche oder ein dünnes Unterhemd anziehen; bei einem Festkimono zusätzlich einen Unterkimono (Juban) in Kindergröße.
  2. Kimono über die Schultern legen, die Rückennaht mittig ausrichten und den Kragen am Nacken anlegen (bei Kindern ohne den bei Frauen üblichen Abstand zum Nacken).
  3. Rechte Vorderseite an den Körper legen, linke Vorderseite darüber, Saum auf Knöchelhöhe einstellen.
  4. Koshihimo (Innenband) um die Taille binden und den Stoff darüber glatt streichen; bei Yukata mit Koshi-age entfällt der Umschlag.
  5. Heko-Obi zweimal um die Taille führen und auf dem Rücken zur Schleife (Chōcho-musubi) binden; bei Dreijährigen stattdessen den Hifu über den Kimono ziehen.
  6. Ärmel und Saum prüfen: Ärmel enden am Handgelenk, der Saum am Knöchel, vorne und hinten auf gleicher Höhe.

Gürtel beim Kimono Kinder: Heko-Obi, Sanjaku-Obi und Hifu

Kinder tragen keinen steifen Obi. Üblich sind drei Lösungen: Der Heko-Obi ist ein weiches, etwa 30 bis 40 cm breites und 200 bis 300 cm langes Band aus Musselin, Chirimen oder Polyester, das zur großen Schleife gebunden wird; er ist bei Mädchen und Jungen bis etwa zehn Jahre die Regel. Der Sanjaku-Obi ist ein schmaler, etwa 7 bis 9 cm breiter und 220 bis 240 cm langer Baumwollgürtel, den Jungen zu Yukata und Jinbei tragen; er wird flach zum Kai-no-kuchi-Knoten gebunden. Der Hifu ist kein Gürtel, sondern eine ärmellose, wattierte Weste, die über dem Kimono getragen wird und ihn zusammenhält; Dreijährige tragen sie beim Shichi-Go-San anstelle eines Obi. Ab sieben Jahren binden Mädchen einen Hanhaba-Obi oder einen gebundenen Fertig-Obi (Tsukuri-Obi) mit vorgefertigter Schleife. Gürtel für alle Altersstufen und ihre Bindeweisen beschreibt die Kategorie Kimono Gürtel.

Kimono für Kinder als Schlafanzug und Bademantel

Außerhalb Japans ist der Kinderkimono am häufigsten als Schlaf- und Hauskleidung anzutreffen. Der Kimono-Schlafanzug übernimmt den Wickelverschluss und die weiten Ärmel, besteht aus Baumwolljersey oder Musselin und wird mit kurzen Innenbändern geschlossen; er ist in den Größen 86 bis 164 üblich. Der Kimono-Bademantel für Kinder aus Frottee oder Waffelpiqué hat einen angenähten oder losen Gürtel in Schlaufen und oft eine Kapuze. Bei beiden gilt: Bänder kurz, Gürtel in Schlaufen geführt, keine Kordeln am Hals. Für Kinder ab dem Schulalter kommen auch verkürzte Versionen der Erwachsenenmodelle infrage, die in der Kategorie Kimono Pyjama beschrieben sind.

Kimono Kinder und Judoanzug: worin sich Kimono und Judogi unterscheiden

Im deutschen Sprachgebrauch wird der Judoanzug häufig als Kimono bezeichnet; in Japan heißt er Judogi (Judo-Kleidung) und ist mit dem Kimono nur entfernt verwandt. Wer nach einem Kimono für ein Kind sucht, das Judo, Karate oder Ju-Jutsu trainiert, sucht in der Regel einen Judogi oder Karategi, kein traditionelles Kleidungsstück. Die Unterschiede sind eindeutig:

Judogi und Kimono für Kinder im Vergleich

Merkmal Kinderkimono / Yukata Judogi (Judoanzug)
Bestandteile Einteiliges Gewand, Obi Jacke, Hose, Gürtel (Obi)
Länge Knöchel Jacke bis Oberschenkel, Hose knöchellang
Ärmel Weit, rechteckig, hängender Beutel Gerade, eng am Handgelenk, verstärkt
Stoff Baumwolle 100–150 g/m², Seide, Polyester Baumwolle in Reiskorn- oder Perlwebung, 350–750 g/m²
Gürtel Weicher Heko-Obi, Schleife hinten Fester Gürtel in Graduierungsfarbe, Knoten vorne
Größenangabe Körpergröße (90–150) Körpergröße in 10-cm-Schritten (110–200)
Zweck Fest, Sommer, Schlaf Kampfsporttraining, reißfest

Der Judogi wird in Japan nicht als Kimono bezeichnet, ebenso wenig wie Karategi oder Keikogi. Die Bezeichnung „Kimono“ für Kampfsportanzüge stammt aus Europa, wo sie sich in den 1950er-Jahren mit der Verbreitung des Judo etablierte. Für Größe, Gewicht und Pflege eines Judogi gelten die Regeln der Kampfsportverbände, nicht die des Kimono.

Kimono Kinder nach Jahreszeit: Sommer, Übergang, Winter

Die japanische Regel, ungefütterte Stoffe von Juni bis September und gefütterte von Oktober bis Mai zu tragen, gilt auch für Kinderkleidung. Yukata und Jinbei aus Baumwolle sind Sommerkleidung; im Frühjahr und Herbst wird der Kinderkimono aus festerer Baumwolle oder Polyester mit einem Unterkimono getragen, im Winter kommen der wattierte Hifu, ein Haori oder eine Chanchanko (ärmellose, wattierte Weste) darüber. Für den Schlaf ist ein Kimono-Schlafanzug aus Musselin im Sommer und aus Interlock-Jersey im Winter geeignet. Das Shichi-Go-San im November fällt in die kühle Jahreszeit; deshalb sind die Festkimonos für dieses Datum gefüttert und werden mit langen Unterhemden und Tabi-Socken kombiniert.

Kimono Kinder für Mädchen und Jungen: Unterschiede in Schnitt und Farbe

Bis etwa zum dritten Lebensjahr sind Kinderkimonos für Mädchen und Jungen gleich geschnitten und unterscheiden sich nur in Muster und Farbe. Danach übernehmen sie die Merkmale der Erwachsenenkleidung: Beim Mädchenkimono sind die Ärmel unter der Achsel offen (Furi) und länger, der Obi sitzt höher und wird zur auffälligen Schleife gebunden; typische Farben sind Rot, Rosa, Gelb und Hellblau mit Blumen-, Fächer- und Handbällchenmotiven. Beim Kimono für einen Jungen sind die Ärmel unter der Achsel geschlossen und kürzer, der Gürtel sitzt tief auf der Hüfte, und ab fünf Jahren kommen Hakama und Haori mit Familienwappen hinzu; übliche Farben sind Schwarz, Dunkelblau, Grün und Grau mit Falken-, Drachen-, Helm- oder Pfeilmotiven. Beim Yukata sind die Unterschiede geringer: Jungen tragen häufig Streifen oder geometrische Muster mit einem Sanjaku-Obi, Mädchen florale Muster mit Heko-Obi.

Kimono Kinder pflegen und waschen

Kinderkimonos aus Baumwolle sind für häufiges Waschen gemacht. Festkimonos aus Polyester oder Seide werden dagegen nur selten getragen und nach dem Anlass gereinigt, nicht nach jedem Tragen.

  • Yukata und Jinbei aus Baumwolle: 40 °C, auf links, Bänder locker verknoten oder Wäschenetz verwenden; erstes Waschen separat wegen möglicher Abfärbung.
  • Musselin und Jersey: 40 °C, kein Weichspüler bei Musselin (verklebt die Fasern), liegend oder hängend trocknen.
  • Heko-Obi: Handwäsche oder Wäschenetz, liegend trocknen; Polyester-Heko-Obi vertragen 30 °C.
  • Festkimono aus Polyester: 30 °C Schonwaschgang im Netz, hängend trocknen, bei niedriger Temperatur mit Bügeltuch bügeln.
  • Festkimono aus Seide, Hifu, Haori: chemische Reinigung; kleine Flecken mit einem feuchten Tuch abtupfen, nicht reiben.
  • Trockner: nur für vorgewaschene Baumwolle und Jersey; Yukata mit Abnähern nicht in den Trockner geben, weil die Falten sonst einlaufen und sich nicht mehr sauber auftrennen lassen.

Kimono Kinder aufbewahren und weitergeben

Kinderkimonos werden in Japan traditionell über Geschwister und Generationen weitergegeben; der Ubugi eines Erstgeborenen dient oft mehreren Kindern der Familie. Voraussetzung ist die richtige Lagerung: flach gefaltet entlang der Nähte (Hondatami), in Papier (Tatoshi) oder einem Baumwollbeutel, an einem trockenen, dunklen Ort. Vor dem Einlagern werden Schweiß- und Speisereste entfernt, weil sie mit der Zeit vergilben. Die Abnäher werden vor dem Einlagern nicht aufgetrennt; das geschieht erst, wenn das nächste Kind den Kimono trägt. Seide und Wolle werden mit Zedernholz oder Lavendel gegen Motten geschützt. Ein Yukata, aus dem das Kind herausgewachsen ist, lässt sich zu einem Jinbei-Oberteil oder einem Kissenbezug umnähen; das ist in Japan üblich und wird als Teil des Lebenszyklus des Stoffs verstanden.

Kimono Kinder zu Anlässen: Fasching, Hochzeit, Japantag, Fotos

Außerhalb Japans wird der Kinderkimono zu Verkleidungsfesten, als Blumenkind auf Hochzeiten, zu Japan- und Anime-Veranstaltungen, zu Schulprojekten über Japan und für Familienfotos getragen. Für einen einmaligen Anlass genügt ein Kinderyukata mit Heko-Obi; für eine Hochzeit oder eine Zeremonie ist ein Festkimono aus Polyester mit Hifu oder Obi angemessen. Bei Veranstaltungen in Japan selbst (Sommerfeste, Schreinbesuche) tragen Kinder Yukata oder Jinbei; westliche Besucher können das übernehmen, ohne gegen Kleidungsregeln zu verstoßen, solange die Wickelrichtung stimmt. Für die Familie passende Modelle in Erwachsenengrößen führen die Kategorien Kimono Damen und Kimono Herren.

Kinder Kimono nähen: Schnitt und Stoffbedarf

Ein Kinderyukata oder Jinbei ist aus geraden Rechtecken zusammengesetzt und deshalb ein einfaches Nähprojekt. Der Yukata besteht aus zwei Rückenbahnen (oder einer Bahn ohne Rückennaht bei Kleinkindern), zwei Vorderbahnen, zwei Überschlagstreifen (Okumi), zwei Ärmeln und einem Kragenstreifen. Für Größe 100 werden bei 110 cm Stoffbreite etwa 2 m Baumwolle benötigt, für Größe 130 etwa 3 m; ein Jinbei in Größe 100 braucht 1,5 m. Nahtzugaben von 1,5 cm werden als Kappnähte gearbeitet, damit innen keine offenen Kanten kratzen. Koshi-age und Kata-age werden erst nach dem Zusammennähen an der Anprobe eingelegt. Ein Heko-Obi entsteht aus einem 35 × 250 cm großen Streifen Musselin, dessen Kanten gesäumt oder gerollt werden.

Häufige Fragen zu Kimono Kinder

Welche Größe braucht ein Kimono Kinder mit vier Jahren?

Maßgeblich ist die Körpergröße, nicht das Alter. Ein vierjähriges Kind misst meist 100 bis 110 cm und trägt die japanische Größe 100 oder 110, entsprechend der deutschen Größe 104 bis 116. Im Zweifel wird die größere Größe gewählt und über Koshi-age und Kata-age angepasst; ein Yukata lässt sich so etwa zwei Jahre tragen.

Ab welchem Alter kann ein Kind einen Kimono tragen?

Ab der Geburt, in angepasster Form: Neugeborene tragen Wickelbodys in Kimonoform oder den Ubugi zum Miyamairi, Babys ab etwa sechs Monaten Jinbei mit Druckknöpfen, Kleinkinder ab einem Jahr Yukata mit Heko-Obi. Ein Festkimono mit richtigem Obi kommt in Japan erst mit sieben Jahren (Mädchen) beziehungsweise fünf Jahren mit Hakama (Jungen).

Was ist der Unterschied zwischen einem Kinder Kimono und einem Kinderyukata?

Der Yukata ist eine Unterart des Kimono: ungefüttert, aus Baumwolle, für den Sommer, direkt über der Unterwäsche getragen und mit weichem Heko-Obi gebunden. Der Kinderkimono im engeren Sinn ist der Festkimono aus Seide oder Polyester, gefüttert, über einem Unterkimono getragen und mit Hifu oder Obi geschlossen. Im Alltag ist der Yukata die häufigere Form.

Ist ein Baby Kimono dasselbe wie ein Wickelbody?

Im westlichen Handel ja: Ein Baby-Kimono ist ein Body oder Shirt mit überlappendem Vorderteil und seitlichem Verschluss, das nicht über den Kopf gezogen wird. In Japan bezeichnet der Begriff dagegen den Ubugi, den Zeremonialkimono zum ersten Schreinbesuch, der über das Kind gelegt und um die Trägerin gebunden wird.

Wie wird der Gürtel beim Kimono Kinder gebunden?

Mit einem Heko-Obi: zweimal um die Taille führen, hinten zur Schleife binden, die Schleife auf dem Rücken mittig ausrichten. Bei Jungen ist auch der schmale Sanjaku-Obi mit flachem Knoten üblich. Dreijährige tragen statt eines Obi den Hifu, eine Weste, die den Kimono zusammenhält. Zum Schlafen wird der Obi immer abgenommen.

Ist der Kinderkimono im Judo derselbe wie ein Kimono für Kinder?

Nein. Der Judoanzug heißt Judogi und ist ein Zweiteiler aus schwerer Baumwolle (350 bis 750 g/m²) mit engen Ärmeln, festem Gürtel und reißfester Verarbeitung. Er hat mit dem traditionellen Kimono nur den Wickelverschluss gemeinsam. Die Bezeichnung „Kimono“ für den Judoanzug ist europäischer Sprachgebrauch und wird in Japan nicht verwendet.

Kann ein Kimono für Kinder in der Waschmaschine gewaschen werden?

Yukata, Jinbei, Wickelbodys und Kimono-Schlafanzüge aus Baumwolle oder Jersey ja, bei 40 °C und auf links; Heko-Obi im Wäschenetz. Festkimonos aus Polyester vertragen 30 °C im Schonwaschgang, solche aus Seide sowie Hifu und Haori werden chemisch gereinigt. Der Trockner ist für Kimonos mit Abnähern ungeeignet.

Wie lang darf ein Kimono Kinder sein?

Bis zum Knöchel, nicht bis zum Boden. Ein Kimono, der auf dem Boden schleift, ist auf Treppen und beim Laufen eine Stolperquelle. Bei Kleinkindern bis drei Jahren ist Wadenlänge üblich. Die Ärmel enden am Handgelenk, der hängende Ärmelbeutel ist bei Kindern 30 bis 45 cm lang und deutlich kürzer als beim Erwachsenenkimono.

Glossar zum Kimono Kinder

  • Ubugi (産着): Zeremonialkimono für Neugeborene zum ersten Schreinbesuch.
  • Miyamairi (宮参り): Erster Schreinbesuch etwa 30 Tage nach der Geburt.
  • Shichi-Go-San (七五三): Fest am 15. November für Kinder von drei, fünf und sieben Jahren.
  • Hifu (被布): Ärmellose, wattierte Weste, die Dreijährige über dem Kimono tragen.
  • Heko-Obi (兵児帯): Weicher, breiter Stoffgürtel, zur Schleife gebunden.
  • Sanjaku-Obi (三尺帯): Schmaler Baumwollgürtel für Jungen zu Yukata und Jinbei.
  • Kata-age (肩上げ): Schulterabnäher, der die Ärmellänge verkürzt und mitwächst.
  • Koshi-age (腰上げ): Hüftabnäher, der die Gesamtlänge verkürzt und mitwächst.
  • Semamori (背守り): Schutzstickerei auf dem Rücken eines Kinderkimono ohne Rückennaht.
  • Jinbei (甚平): Sommerzweiteiler aus Oberteil und kurzer Hose.
  • Yukata (浴衣): Ungefütterter Baumwollkimono für den Sommer.
  • Judogi (柔道着): Judoanzug; kein Kimono im traditionellen Sinn.
  • Hidari-mae (左前): Wickelregel: linke Seite außen über der rechten.
  • Tsukuri-Obi (作り帯): Fertig gebundener Obi mit vorgefertigter Schleife.

Zusammengefasst ist der Kimono Kinder ein Kleidungsstück, das mit dem Kind mitwächst: Abnäher an Schulter und Hüfte, weiche Gürtel statt steifer Obi, kurze Bänder und knöchellange Säume machen aus dem Erwachsenengewand eine kindgerechte Form. Ob Ubugi für das Neugeborene, Yukata für das Sommerfest, Festkimono zum Shichi-Go-San oder Jinbei zum Schlafen: Größe nach Körpergröße, Sicherheit bei Bändern und Länge sowie waschbare Baumwolle sind die drei Kriterien, die bei jedem Kinderkimono zählen.