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Japanischer Kimono Herren – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Japanischer Kimono Herren bezeichnet das traditionelle Männergewand Japans in seiner ursprünglichen Konstruktion: ein Nagagi aus einer einzigen Stoffbahn, mit Familienwappen an festgelegten Stellen, getragen mit Kaku-Obi, Haori und je nach Anlass Hakama. Der Zusatz „japanisch“ grenzt dieses Gewand von westlichen Kimonojacken und Bademänteln ab, die nur die äußere Form übernehmen. Im deutschen Sprachraum wird der traditionelle Herrenkimono häufig mit dem Bild des Samurai verbunden, weshalb Begriffe wie Samurai-Kimono oder Hakama-Kimono oft gleichbedeutend verwendet werden, obwohl sie unterschiedliche Dinge meinen.

Dieser Text ordnet die Begriffe: Er beschreibt, was Samurai tatsächlich trugen, wie sich das Gewand von der Kamakura-Zeit bis heute verändert hat, welche Formalitätsstufen es gibt, wie Hakama und Haori dazugehören, welche Stoffe, Wappen und Färbetechniken typisch sind, welche Maße in Zentimetern gelten und wie ein traditionelles Herrenoutfit Schicht für Schicht angelegt wird. Ein Glossar und häufige Fragen schließen den Überblick ab.

Japanischer Kimono Herren: Definition und Merkmale

Im engeren Sinn ist ein japanischer Herrenkimono ein knöchellanges Gewand aus einem Tanmono, einem Stoffballen von rund 36 bis 40 cm Breite. Alle Teile sind rechteckig, die Nähte gerade, der Rücken hat eine Mittelnaht, vorne liegen zwei schmale Blenden (Okumi) übereinander. Ein Merkmal, das ihn von jedem westlichen Kleidungsstück unterscheidet: Es gibt keine Abnäher, keine Schulternaht im westlichen Sinn, keine Knöpfe und keine Taschen. Die einzige Verschlusstechnik ist der Überschlag links über rechts, gesichert durch Bänder und den Obi.

Zum vollständigen Outfit gehören außerdem Nagajuban, Tabi und Zōri sowie bei formellen Anlässen Haori mit Kordel und Hakama. Wie sich diese Teile zum weiter gefassten Begriff verhalten, erläutert der Überblick unter Kimono Herren.

Japanische Kimono Herren im Unterschied zur westlichen Kimonojacke

Westliche Kimonojacken haben meist eingesetzte Ärmel, Bündchen, Seitentaschen und Konfektionsgrößen nach Brustumfang. Ein traditionelles japanisches Gewand wird nach Körpergröße genäht, hat angesetzte Ärmelsäcke mit Öffnung nach unten und wird mit einem separaten Gürtel geschlossen. Beide Formen haben ihren Platz; für Zeremonie, Kampfkunst und Fotografie wird nur die traditionelle Konstruktion als korrekt angesehen.

Geschichte: vom Kosode zum Kimono der Samurai

Kimono Samurai in der Kamakura- und Muromachi-Zeit

Mit dem Aufstieg der Kriegerklasse ab 1185 verlor die Hofkleidung der Heian-Zeit an Bedeutung. Samurai trugen den Hitatare, einen zweiteiligen Anzug aus Jacke und passendem Hosenrock, darunter den Kosode als Unterkleid. Der Kosode, wörtlich „kleiner Ärmel“, war schlicht, weiß oder gedämpft gefärbt und aus Seide oder Hanf. In der Muromachi-Zeit (1336–1573) wurde er zunehmend sichtbar getragen und bildete die Grundlage für das Gewand, das heute Kimono heißt.

Samurai Kimonos in der Edo-Zeit: Kamishimo und Kleiderordnung

In der Edo-Zeit (1603–1868) war die Kleidung der Samurai gesetzlich geregelt. Die formelle Tracht bestand aus Kosode, Kataginu (ärmellose Weste mit ausgestellten Schultern) und Hakama; zusammen hießen diese Teile Kamishimo. Die Muster der Kataginu waren so fein, dass sie aus der Ferne einfarbig wirkten; jedes Fürstentum hatte eigene Musterrechte. Aus diesen Mustern entstand das Edo-Komon, ein Färbestil, der bis heute für Herrenkimonos verwendet wird. Außerhalb des Dienstes trugen Samurai Kosode mit Haori und Hakama, im Haus nur den Kosode mit Obi.

Kimono Herren traditionell nach der Meiji-Restauration

Mit der Auflösung des Samurai-Standes 1876 und dem Schwertverbot verschwand die Kriegertracht aus dem Alltag. Der Kosode wurde zum Kimono, der Kamishimo blieb nur im Theater und bei Zeremonien erhalten. Der Montsuki mit Haori und Hakama, der schwarze Wappenkimono mit Jacke und Hosenrock, wurde 1872 als offizielle Festkleidung festgelegt und hat diese Rolle bis heute behalten.

Japanischer Kimono Herren: Schnitt, Nähte und Stoffbahn

Der Zuschnitt folgt dem Tanmono. Von der etwa 11 bis 12 m langen Bahn werden zwei Rückenbahnen, zwei Vorderbahnen, zwei Ärmel, zwei Okumi und der Kragen abgeteilt. Weil nichts weggeschnitten wird, kann der Kimono später aufgetrennt, gewaschen und für einen anderen Träger neu genäht werden; überschüssiger Stoff liegt in Nahtzugaben verborgen. Traditionell wird von Hand mit einem langen Vorstich genäht, der sich rückstandslos lösen lässt. Maschinennähte sind heute bei Baumwolle und Polyester üblich, bei Seide gelten Handnähte weiterhin als Standard.

Herrenkimonos haben im Gegensatz zu Damenmodellen einen Ärmelsack, der bis auf wenige Zentimeter an den Körper genäht ist, sowie eine Ärmelrundung, die nur leicht abgerundet ist. Der Kragen wird als Bachi-eri fest eingenäht und nicht wie beim Damenkimono zum Umlegen (Hiro-eri) gearbeitet.

Japanische Kimonos Herren: die Formalitätsstufen

Die Stufe ergibt sich aus Stoff, Farbe, Zahl der Wappen und Beikleidung. Die folgende Tabelle fasst die Konventionen zusammen, wie sie in Japan bei Hochzeiten, Trauerfeiern, Neujahr und Teezeremonien erwartet werden.

Stufe Kimono Haori Hakama Typische Anlässe
Erste Festkleidung (Seisō) Schwarzer Habutae-Seidenkimono, fünf Wappen Schwarz, fünf Wappen, weiße Kordel Sendaihira-Streifen Bräutigam, Trauernder erster Ordnung, Staatsakt
Halbformell (Junreisō) Farbiger Wappenkimono, ein oder drei Wappen Passend, ein oder drei Wappen Sendaihira oder unifarben Hochzeitsgast, Neujahrsempfang, Teezeremonie
Gehoben informell (Omekashi-gi) Omeshi, Tsumugi feiner Qualität Ohne Wappen Wahlweise Theater, Restaurant, Einladung
Alltag (Fudangi) Tsumugi, Wolle, Baumwolle Wahlweise, ohne Wappen Keiner Stadt, Zuhause, Reise
Sommerleicht Yukata aus Baumwolle Keiner Keiner Feuerwerk, Onsen, Ryokan

Der Yukata steht am unteren Ende dieser Skala und wird nie mit Wappen oder Hakama kombiniert. Ein Wappenkimono ohne Hakama gilt als unvollständig, sobald der Anlass formell ist.

Hakama Kimono: der Hosenrock und seine Formen

Der Hakama ist ein weiter, gefalteter Hosenrock, der über dem Kimono getragen und mit vier Bändern um die Hüfte gebunden wird. Er reicht vom Hüftknochen bis knapp über den Knöchel und hat vorne fünf, hinten zwei Falten. Die häufig genannte Deutung der sieben Falten als sieben Tugenden ist eine spätere Zuschreibung, keine historische Vorgabe. Hinten sitzt ein steifes Rückenbrett (Koshi-ita), das den Hakama am Obi hält und den Rücken gerade wirken lässt.

Umanori- und Andon-Hakama beim Kimono

Der Umanori-Hakama ist zwischen den Beinen geteilt und stammt aus der Reiterkleidung; er wird in Kampfkünsten und zu formellen Anlässen getragen. Der Andon-Hakama ist ungeteilt und rockartig; er wird bei Abschlussfeiern, im Theater und von Männern getragen, die viel sitzen müssen. Der Sendaihira-Hakama aus gestreifter Seide ist die formellste Ausführung; unifarbene Hakama aus Polyester oder Baumwolle dienen dem Alltag und dem Training. Weite Hosenformen für den Alltag, die vom Hakama inspiriert sind, werden unter Kimono Hose zusammengefasst.

Hakama Kimono binden: Schritt für Schritt

  1. Kimono anziehen und den Kaku-Obi so binden, dass der Knoten hinten mittig sitzt; er stützt später das Rückenbrett.
  2. Vorderteil des Hakama anlegen, Oberkante etwa zwei Fingerbreit unter der Obi-Oberkante, sodass der Obi hinten sichtbar bleibt.
  3. Die langen vorderen Bänder nach hinten führen, über dem Obi-Knoten kreuzen, nach vorne zurückholen, unterhalb des Bauchnabels erneut kreuzen und nach hinten führen, dort verknoten.
  4. Rückenteil anheben und das Rückenbrett hinter den Obi-Knoten stecken; die Zunge (Hera) rutscht hinter den Obi.
  5. Die kurzen hinteren Bänder nach vorne führen, unter den gekreuzten vorderen Bändern hindurchziehen und vorne zu einem flachen Knoten binden; zu formellen Anlässen als Jūmonji-Kreuzknoten, im Training als einfache Schleife.
  6. Falten glätten, Saumhöhe prüfen: vorne knapp über dem Spann, hinten etwas kürzer.

Kimono Herren Samurai: Was Samurai wirklich trugen

Die Vorstellung vom Samurai in einem einteiligen Gewand mit Schwert im Gürtel entspricht der Edo-Zeit und dem Kino. Historisch war die Kleidung nach Rang, Dienst und Jahrhundert verschieden. Im Feld trugen Krieger Rüstung über einem Yoroi-Hitatare, im Dienst Kamishimo, in der Freizeit Kosode mit Haori und Hakama. Farben waren gedeckt: Indigo, Braun, Grau, Schwarz, gebrochene Grüntöne. Auffällige Rot- und Goldtöne blieben Rüstungsteilen, Festgewändern und dem Theater vorbehalten.

Kamishimo, Kataginu und Hitatare über dem Kimono

Der Hitatare war die Dienstkleidung der Kamakura-Zeit: eine Jacke mit Bändern an den Ärmeln und ein dazu passender Hakama, beides aus demselben Stoff. Der Kamishimo der Edo-Zeit ersetzte die Jacke durch die ärmellose Kataginu; die ausgestellten Schultern wurden mit Fischbein oder Papier versteift. Beide Trachten wurden über dem Kosode getragen, der damit zum sichtbaren Unterkleid wurde. Heute erscheinen Kamishimo bei Sumo-Zeremonien, im Kabuki und bei Schreinfesten.

Samurai Kimono heute: Kostüm, Reenactment und Kampfkunst

Was heute als Samurai-Kimono verkauft wird, ist in der Regel ein einfacher Baumwoll- oder Polyesterkimono mit Hakama, manchmal mit aufgedruckten Wappen oder Drachenmotiven. Historisch belegte Ausstattungen verwenden dagegen Montsuki, Sendaihira-Hakama, Kataginu und Tabi. In Kampfkünsten wie Iaidō und Kendō leben Elemente der Samurai-Kleidung in vereinfachter Form fort; Schnitt und Stoff sind dort auf Bewegung und Waschbarkeit ausgelegt.

Japanischer Kimono Herren und Familienwappen (Kamon)

Kamon sind kreisrunde, meist 3 bis 4 cm große Wappen, die an fünf festgelegten Stellen sitzen: Rückenmitte unterhalb des Kragens, Rückseite beider Ärmel und Vorderseite beider Brusthälften. Ein Wappen (nur Rücken) macht den Kimono halbformell, drei Wappen (Rücken und Ärmel) erhöhen die Stufe, fünf Wappen sind die formellste Ausführung. Die Wappen werden entweder ausgespart und von Hand gemalt (Somenuki-mon), gestickt (Nui-mon) oder als Aufnäher angebracht (Hari-mon).

Die Position der Wappen ist genormt: Das Rückenwappen sitzt etwa 7,5 cm unterhalb des Kragenansatzes auf der Mittelnaht, die Ärmelwappen liegen auf der Rückseite der Ärmel knapp unter der Schulterlinie, die Brustwappen etwa auf Höhe der Schlüsselbeine. Bei einem Haori decken sich die Wappenpositionen mit denen des Kimonos darunter, sodass beim Ablegen der Jacke dieselben Stellen markiert bleiben. Farbige Wappen (Iro-mon) und Schattenwappen in dünner Linie (Kage-mon) senken die Formalitätsstufe gegenüber dem vollständig weiß ausgesparten Wappen.

Familien ohne bekanntes Wappen verwenden Allgemeinwappen wie das Paulownia-Blatt (Kiri) oder den Ahornzweig. Gebrauchte Kimonos tragen fremde Wappen; das ist üblich und stört nicht, solange der Träger es weiß. Wappen auf Yukata, Haori aus Wolle oder Baumwollkimonos sind nicht vorgesehen.

Japanische Kimono Herren aus Seide, Hanf und Baumwolle

Traditionelle Stoffe werden nach Faser, Webtechnik und Herkunftsregion benannt. Viele Bezeichnungen sind geschützte Handwerksmarken mit jahrhundertelanger Geschichte.

Stoff Faser Merkmale Jahreszeit Formalität Pflege
Habutae Seide Glatt, dicht, leicht glänzend; Stoff des schwarzen Montsuki Ganzjährig, gefüttert Erste Festkleidung Reinigung
Omeshi Seide Stark gedrehter Kreppfaden, gekörnte Oberfläche Herbst bis Frühjahr Halbformell bis gehoben Reinigung
Ōshima-Tsumugi Seide Schlammgefärbt, fein, dunkelbraun oder schwarz Herbst bis Frühjahr Gehoben informell Reinigung
Yūki-Tsumugi Seide Handgesponnen, matt, mit den Jahren weicher Herbst bis Frühjahr Informell Reinigung
Ro und Sha Seide Durchbrochenes Gewebe mit Luftlinien Juli und August Formell bis informell Reinigung
Ojiya-Chijimi Ramie (Hanf) Gekräuselt, kühl, knittert Sommer Informell Handwäsche
Kurume-Kasuri Baumwolle Indigo-Ikat mit weißen Mustern Frühjahr bis Herbst Alltag Waschbar
Wolle (Ūru) Wolle Ungefüttert, warm, oft kariert Winter Alltag Handwäsche

Die Seidenqualitäten und ihre Erkennungsmerkmale werden unter Kimono Seide Herren vertieft.

Färbetechniken beim traditionellen Kimono: Kasuri, Shibori und Komon

Beim Kasuri werden die Fäden vor dem Weben abschnittsweise abgebunden und gefärbt, sodass das Muster leicht verschwommene Kanten hat. Shibori ist die Abbindetechnik am fertigen Stoff, bei der geknotete oder genähte Partien die Farbe nicht aufnehmen. Komon bezeichnet Schablonenfärbung mit kleinen, dicht wiederholten Motiven; beim Edo-Komon sind die Punkte so fein, dass der Stoff aus einem Meter Entfernung uni wirkt. Für Herrenkimonos sind Kasuri und Komon am verbreitetsten, weil sie dezent bleiben. Yūzen, die freie Handmalerei mit Reispaste als Reservage, findet sich bei Männern fast nur auf Haori-Innenfuttern.

Grundsätzlich unterscheidet die japanische Textilkunde zwischen Some, dem Färben des fertigen Gewebes, und Ori, dem Weben mit vorgefärbten Fäden. Gefärbte Stoffe (Chirimen, Habutae, Rinzu) gelten als formeller, gewebte Muster (Tsumugi, Kasuri, Sendaihira) als informeller, unabhängig vom Preis des Stücks. Diese Rangfolge erklärt, warum ein handgewebter Ōshima-Tsumugi trotz seines Aufwands nicht zu einer Hochzeit getragen wird, ein schlichter schwarzer Habutae mit Wappen dagegen schon.

Japanischer Kimono Herren Größentabelle in cm

Ein traditionelles Herrenoutfit hat drei Längenmaße, die zueinander passen müssen: Kimono, Haori und Hakama. Die folgenden Richtwerte gelten für Konfektionsware; Maßanfertigungen werden auf den Zentimeter genau nach Körpergröße, Yuki und Hüftumfang gearbeitet.

Körpergröße Kimonolänge Haori-Länge Hakama-Länge (Bund bis Saum) Yuki Kaku-Obi-Länge
160–165 cm 135–139 cm 82–86 cm 83–86 cm 66–68 cm 380–400 cm
165–170 cm 140–144 cm 86–90 cm 86–89 cm 68–70 cm 390–410 cm
170–175 cm 145–149 cm 90–94 cm 89–92 cm 70–72 cm 400–420 cm
175–180 cm 150–154 cm 94–98 cm 92–95 cm 72–74 cm 410–430 cm
180–185 cm 155–159 cm 98–102 cm 95–98 cm 74–76 cm 420–440 cm
185–190 cm 160–164 cm 102–106 cm 98–101 cm 76–78 cm 430–450 cm

Die Hakama-Länge wird vom Bund, der auf dem Hüftknochen liegt, bis zum Knöchel gemessen. Ein zu langer Hakama schleift, ein zu kurzer gibt beim Sitzen den Kimono frei. Die Haori-Länge liegt bei Männern zwischen Hüfte und Kniekehle; historische Modelle sind kürzer, formelle Haori der Gegenwart eher lang.

Kimono Herren traditionell anziehen: Reihenfolge der Schichten

Ein formelles Outfit besteht aus sechs bis acht Schichten und Teilen. Die Reihenfolge ist festgelegt, weil jede Schicht die vorherige fixiert.

  1. Tabi anziehen, weiß für formelle Anlässe.
  2. Hadajuban und Suteteko als Unterwäsche anlegen.
  3. Nagajuban mit weißem Kragenband überziehen, links über rechts, mit Koshihimo sichern.
  4. Kimono überziehen, Rückennaht auf die Wirbelsäule legen, Saum auf Knöchelhöhe prüfen, links über rechts schließen, Koshihimo auf der Hüfte binden.
  5. Kaku-Obi zweimal um die Hüfte wickeln und hinten mit dem Kai-no-kuchi-Knoten schließen; der Knoten sitzt leicht unterhalb der Obi-Mitte.
  6. Hakama anlegen und wie oben beschrieben binden.
  7. Haori überziehen, Kragen nach außen umschlagen, Kordel vor der Brust einhängen und verknoten.
  8. Fächer (Sensu) links in den Obi oder den Hakama-Bund stecken; Zōri anziehen.

Im Haus wird der Haori abgelegt, der Hakama bleibt zu formellen Anlässen an. Beim Hinsetzen auf Tatami wird der Hakama an den Seiten leicht angehoben, damit die Falten nicht brechen.

Kimono Samurai: Obi, Schwertgurt und Sitzhaltung

Der Kaku-Obi diente in der Edo-Zeit nicht nur als Gürtel, sondern trug die beiden Schwerter Katana und Wakizashi, die mit der Schneide nach oben links in den Obi geschoben wurden. Der Obi musste deshalb fest gewickelt und mehrlagig sein; daraus erklärt sich die heutige Steifheit des Herrengürtels. Die Schwertkordel (Sageo) wurde um den Obi geschlungen oder am Hakama befestigt. Beim Betreten eines Hauses wurde das Langschwert abgelegt, das Kurzschwert blieb im Gürtel. Aus dieser Praxis stammen Sitzregeln, die in Kampfkünsten fortleben: Kniesitz (Seiza) mit dem Schwert links, Aufstehen über das rechte Knie, Hakama-Falten beim Setzen nach außen streichen. Passende Gürtelformen für Kimono, Yukata und Trainingskleidung sind unter Kimono Gürtel beschrieben.

Japanische Kimonos Herren nach Jahreszeit und Anlass

Der traditionelle Kalender schreibt gefütterte Kimonos (Awase) von Oktober bis Mai, ungefütterte (Hitoe) im Juni und September und durchscheinende (Usumono) im Juli und August vor. Darüber hinaus gibt es Anlässe, zu denen der traditionelle Herrenkimono in Japan weiterhin selbstverständlich ist:

  • Neujahr (Shōgatsu): Schreinbesuch und Familienbesuche im Wappenkimono mit Haori, oft ohne Hakama.
  • Volljährigkeitsfeier im Januar (Seijin-shiki): junge Männer im farbigen Montsuki mit Hakama, häufig in kräftigen Farben.
  • Hochzeit: Bräutigam im schwarzen Montsuki mit fünf Wappen, Väter ebenso, Gäste halbformell.
  • Shichi-go-san im November: Väter begleiten Kinder im Kimono zum Schrein.
  • Teezeremonie: gedeckter Kimono, häufig mit Hakama, keine Uhr, kein Ring, weiße Tabi.
  • Sumo: Ringer der oberen Ränge erscheinen öffentlich im Kimono mit Haori, untere Ränge im Yukata.
  • Kabuki und Nō: Zuschauer in gehobener Alltagskleidung, Tsumugi oder Omeshi mit Haori.
  • Trauerfeier: schwarzer Montsuki mit schwarzer Kordel und schwarzen Zōri; enge Angehörige mit fünf Wappen.

Haori, Happi, Jinbei und Samue: Verwandte des traditionellen Kimono

Der Haori ist die hüft- bis knielange Jacke über dem Kimono, offen getragen und mit einer Kordel geschlossen; sein Innenfutter (Haura) ist bei Männern oft aufwendig bemalt, weil dort Farbe erlaubt war, wo sie außen verboten blieb. Der Happi ist ein kurzer, gerader Baumwollmantel mit Zunft- oder Vereinszeichen für Feste. Jinbei und Samue sind zweiteilige Hausanzüge aus Baumwolle oder Hanf; der Jinbei hat kurze Hosen für den Sommer, der Samue lange Hosen und stammt aus der Arbeitskleidung der Zen-Klöster. Keines dieser Teile ersetzt den Kimono bei formellen Anlässen, aber alle verwenden dieselbe Konstruktion aus geraden Stoffbahnen. Kurze Formen für den Alltag sind unter Kimono Jacke Herren zusammengefasst.

Kimono Herren Samurai vs. Kostüm: Merkmale eines echten japanischen Kimonos

Ob ein Gewand traditionell gefertigt ist oder ein Kostüm nachbildet, lässt sich an nachprüfbaren Merkmalen erkennen:

  • Stoffbreite: Rückenbahnen von 29 bis 32 cm mit Mittelnaht deuten auf Tanmono-Zuschnitt; ein Rücken ohne Naht stammt aus breiter Meterware.
  • Ärmel: angesetzter Ärmelsack mit Öffnung nach unten; kein Bündchen, kein Rundschnitt an der Schulter.
  • Okumi: zwei schmale Vorderblenden mit sichtbarer Naht; fehlen sie, überlappt der Kimono nicht ausreichend.
  • Kragen: fest eingenähter, schmaler Bachi-eri; ein breiter Schalkragen ist westlich.
  • Verschluss: keine Knöpfe, kein Reißverschluss, kein angenähter Gürtel.
  • Wappen: ausgespart oder gestickt an fünf definierten Stellen, nie als großflächiger Aufdruck.
  • Nähte: Handnaht mit langem Vorstich innen sichtbar; Saum innen offen umgeschlagen.
  • Futter: bei Awase ein separater Futterstoff aus Seide oder Baumwolle, mit dem Oberstoff an Kragen und Saum verbunden.

Japanischer Kimono Herren im Kampfsport: Iaidō, Kendō, Kyūdō und Aikidō

In den japanischen Kampfkünsten hat sich eine Trainingsform des traditionellen Gewands erhalten. Im Iaidō wird ein Kimono aus Baumwolle oder Polyester, oft mit Wappen im Montsuki-Stil, mit Kaku-Obi und Hakama getragen; der Obi hält das Schwert. Im Kendō und Kyūdō ersetzt ein kurzer, gesteppter Keikogi den Kimono, der Hakama bleibt. Im Aikidō tragen fortgeschrittene Übende den Hakama über dem weißen Dōgi. Der Judo-Anzug ist kein Kimono, sondern eine Jacke mit Hose aus Reiskorngewebe, auch wenn er umgangssprachlich manchmal so genannt wird. Trainingskleidung wird nach anderen Kriterien beurteilt: Reißfestigkeit, Waschbarkeit bei 40 °C, Falten, die nach der Wäsche wieder gelegt werden können.

Trainingshakama werden nach Nummern von 20 bis 30 verkauft, wobei die Nummer ungefähr der Hakama-Länge in Sun entspricht (1 Sun = 3,03 cm); Größe 25 misst also rund 76 cm und passt einer Körpergröße um 165 cm, Größe 28 rund 85 cm für etwa 180 cm. Für Iaidō wird der Hakama etwas länger gewählt als für Kendō, weil im Iaidō viel im Kniesitz gearbeitet wird und der Saum beim Aufstehen nicht über dem Knöchel enden soll.

Japanischer Kimono Herren pflegen: Arai-hari, Lüften und Lagern

Seidenkimonos werden in Japan traditionell nicht als Ganzes gewaschen. Beim Arai-hari wird das Gewand entlang der Nähte aufgetrennt, die Bahnen werden gewaschen, auf Bambusspannern (Shinshi) oder Brettern getrocknet, gestärkt und anschließend neu zusammengenäht. Dieses Verfahren ist außerhalb Japans kaum verfügbar; dort bleibt die chemische Reinigung mit dem Hinweis, den Kimono flach und ohne Bügelpresse zu behandeln.

Pflegeregeln für den traditionellen Kimono im Überblick

  • Nach dem Tragen auf einem Kimonobügel (Emonkake) mehrere Stunden aushängen, nicht in der Sonne.
  • Hakama mit gelegten Falten flach zusammenlegen; Bänder nach dem Hakama-tatami-Schema kreuzweise um das Paket schlingen.
  • Haori mit dem Futter nach innen falten, Kordel abnehmen.
  • Kimono nach Hondatami-Methode falten, in Tatōshi-Papier legen, Kamon-Stellen mit Seidenpapier abdecken.
  • Zweimal im Jahr lüften (Mushiboshi), traditionell im Juli und im Oktober oder November.
  • Baumwoll- und Polyesterkimonos für den Kampfsport bei 30 bis 40 °C ohne Weichspüler waschen, Hakama tropfnass in Falten legen und so trocknen.

Gebrauchte japanische Kimonos Herren: Zustand richtig beurteilen

Viele traditionelle Herrenkimonos außerhalb Japans stammen aus Nachlässen oder Secondhand-Häusern. Für die Beurteilung gelten einige Anhaltspunkte. Weiße Heftfäden (Shitsuke-ito) an Ärmeln, Kragen und Saum zeigen, dass das Stück nie getragen wurde. Gelbliche Flecken an Kragen und Achseln sind alter Schweiß, der in Seide kaum noch zu entfernen ist. Ein Schimmer an den Falzkanten weist auf zu langes Liegen in derselben Faltung hin. Die Maße sollten nachgemessen werden, weil ältere Kimonos für kleinere Körpergrößen genäht wurden; Längen unter 140 cm sind bei Stücken aus der Zeit vor 1970 üblich. Eine Verlängerung um bis zu 5 cm ist möglich, wenn im Saum Nahtzugabe liegt. Ein fremdes Kamon kann übermalt oder als Aufnäher ersetzt werden.

Japanischer Kimono Herren: objektive Auswahlkriterien

  • Anlass: Zeremonie verlangt Montsuki mit Haori und Hakama; Alltag erlaubt Tsumugi, Wolle oder Baumwolle ohne Hakama.
  • Körpergröße: Kimonolänge gleich Körpergröße minus 25 bis 30 cm; Hakama-Länge Bund bis Knöchel.
  • Yuki: Der Ärmel soll das Handgelenk knapp bedecken; bei Haori 1 bis 2 cm kürzer als der Kimono.
  • Stoff und Saison: Awase, Hitoe oder Usumono nach Tragezeitraum, Wolle nur für Alltag.
  • Wappen: Zahl und Technik passend zum Anlass; keine Wappen für Alltagskimonos.
  • Konstruktion: Tanmono-Zuschnitt, Okumi, Bachi-eri, keine Knöpfe.
  • Zubehör: Kaku-Obi, Nagajuban mit weißem Kragen, weiße Tabi, Zōri; für Kampfkunst waschbare Ausführung.
  • Vergleich zum Damenmodell: Schnitt, Ärmel und Obi unterscheiden sich grundlegend; siehe Japanischer Kimono Damen.

Glossar: Begriffe rund um Kimono und Hakama

  • Nagagi: das knöchellange Kimonogewand.
  • Kosode: historischer Vorläufer mit kleinen Ärmelöffnungen.
  • Montsuki: Kimono mit Familienwappen.
  • Kamon / Mon: Familienwappen; Somenuki-mon ausgespart, Nui-mon gestickt, Hari-mon aufgenäht.
  • Kamishimo: Edo-zeitliche Samurai-Tracht aus Kataginu und Hakama über dem Kosode.
  • Kataginu: ärmellose Weste mit versteiften Schultern.
  • Hitatare: zweiteilige Kriegerkleidung der Kamakura-Zeit.
  • Hakama: Hosenrock; Umanori geteilt, Andon ungeteilt.
  • Koshi-ita: Rückenbrett des Hakama.
  • Sendaihira: gestreifte Hakama-Seide aus Sendai.
  • Haori / Haura: Jacke über dem Kimono / ihr bemaltes Innenfutter.
  • Kaku-Obi: fester Herrengürtel, 9 bis 10 cm breit.
  • Sageo: Kordel der Schwertscheide.
  • Habutae, Omeshi, Tsumugi, Ro, Sha: Seidenqualitäten von formell bis informell.
  • Edo-Komon: feine Schablonenfärbung aus den Kamishimo-Mustern der Edo-Zeit.
  • Kasuri / Shibori / Yūzen: Ikat, Abbindefärbung, Reservemalerei.
  • Bachi-eri / Hiro-eri: fest eingenähter Herrenkragen / umlegbarer Damenkragen.
  • Arai-hari: Wäsche des aufgetrennten Kimonos in Bahnen.
  • Shitsuke-ito: Heftfäden an ungetragenen Kimonos.
  • Mushiboshi: jährliches Lüften der Kimonos.
  • Seiza: Kniesitz auf Tatami.
  • Keikogi / Dōgi: Trainingsjacke der Kampfkünste.

Häufige Fragen zu Japanischer Kimono Herren

Was unterscheidet einen Samurai Kimono von einem normalen Herrenkimono?

Aus Sicht der Konstruktion nichts: Samurai trugen Kosode, aus denen der heutige Kimono hervorging. Der Unterschied liegt in der Beikleidung. Erst Hakama, Kataginu oder Haori mit Wappen machten die Kriegertracht aus. Ein heute als Samurai-Kimono angebotenes Gewand ist meist ein einfacher Kimono mit Hakama; historisch korrekt wäre Montsuki, Sendaihira-Hakama und bei Dienstkleidung die Kataginu.

Trägt man den Hakama Kimono mit oder ohne Haori?

Zu formellen Anlässen mit Haori: Montsuki, Haori und Hakama bilden zusammen die Festkleidung. Im Kampfsport, bei Kalligrafie und im Haus entfällt der Haori. Ein Hakama ohne Kimono darunter, etwa über Hemd oder T-Shirt, ist eine moderne Modevariante und keine traditionelle Trageweise. Der Kaku-Obi wird immer unter dem Hakama gebunden, weil das Rückenbrett darauf aufliegt.

Welche Länge hat ein Kimono Herren traditionell?

Der Saum endet am Knöchel, ohne Falte unter dem Gürtel. Als Formel gilt Körpergröße minus 25 bis 30 cm, bei 178 cm also etwa 148 bis 153 cm. Der Hakama misst vom Hüftknochen bis knapp über den Fußrücken, bei derselben Körpergröße rund 93 bis 96 cm. Der Haori endet zwischen Hüfte und Kniekehle. Gebrauchte Stücke aus der Zeit vor 1970 sind oft kürzer.

Ist ein Kimono Samurai ein Kostüm?

Das hängt von Fertigung und Kontext ab. Ein Kimono aus Tanmono-Stoff mit Wappen, getragen mit Hakama und Haori, ist Festkleidung und kein Kostüm, auch wenn er auf die Edo-Zeit verweist. Ein Polyestergewand mit aufgedruckten Drachen, Plastikschwert und falsch geschlossenem Überschlag wird in Japan als Verkleidung wahrgenommen. Entscheidend sind korrekte Trageweise und Zurückhaltung bei Symbolen.

Woran erkennt man japanische Kimono Herren aus echter Seide?

Seide fühlt sich kühl an, erwärmt sich schnell auf Hautkontakt und knittert weich. Beim Reiben zweier Stofflagen entsteht ein leises Rascheln (Kinunari). Ein herausgezogener Faden aus einer Nahtzugabe brennt zu einer bröseligen schwarzen Kugel und riecht nach verbranntem Haar; Polyester schmilzt zu einer harten Perle. Etiketten fehlen bei älteren Stücken, Stempel am Tanmono-Ende nennen manchmal Weberei und Region.

Welche Farben trugen Samurai Kimonos?

Überwiegend gedeckte Töne: Indigoblau in vielen Abstufungen, Braun, Grau, Schwarz, Oliv und Moosgrün. Kleiderordnungen der Edo-Zeit beschränkten auffällige Farben und Goldfäden auf den Hof und das Theater. Muster waren klein: Streifen, Karos, Edo-Komon. Kräftige Farben und große Motive erschienen auf Rüstungsschnüren, Haori-Innenfuttern und Unterkimonos, wo sie von außen nicht sichtbar waren.

Kann ein Kimono Herren Samurai gewaschen werden?

Nur, wenn er aus Baumwolle oder Polyester besteht, wie es bei Trainingskleidung und einfachen Nachbildungen üblich ist; dann bei 30 bis 40 °C ohne Weichspüler, Hakama tropfnass in Falten gelegt trocknen. Seidenkimonos, Wappenkimonos und Sendaihira-Hakama gehören in die chemische Reinigung oder zum Arai-hari. Lüften nach dem Tragen ersetzt bei Seide die Wäsche über lange Zeiträume.

Zusammenfassung zum traditionellen Kimono für Männer

Ein Japanischer Kimono Herren ist mehr als ein Wickelgewand: Er ist ein System aus Kimono, Nagajuban, Obi, Haori und Hakama, dessen Stufen durch Stoff, Wappen und Beikleidung geregelt sind. Die Kleidung der Samurai lebt darin in Form des Montsuki, des Hakama und der Sitz- und Bewegungsregeln der Kampfkünste fort. Wer ein traditionelles Gewand trägt, richtet sich nach Körpergröße, Anlass und Jahreszeit, achtet auf die Tanmono-Konstruktion und behandelt Seide mit Lüften und Reinigung statt Wäsche. Damit bleibt ein Herrenkimono über Generationen tragbar.