Haori Damen – Ratgeber & Wissenswertes

Haori Damen bezeichnet die japanische Überjacke, die Frauen offen über dem Kimono tragen: ein gerade geschnittenes Oberteil ohne Knöpfe, mit weiten Ärmeln, seitlichen Keilen und einem nach außen umgeschlagenen Kragen, dessen Vorderteile nur durch ein Band, das Haori-Himo, lose verbunden werden. Ursprünglich war der Haori ein Kleidungsstück der Männer. Frauen trugen ihn in der Edo-Zeit zunächst nur in bestimmten Kreisen, seit dem späten 19. Jahrhundert gehört er fest zur weiblichen Kimonogarderobe. Im Unterschied zum Herrenmodell hat das Damenmodell offene Ärmelnähte, meist farbige oder gemusterte Außenstoffe und eine deutlich größere Bandbreite an Längen.

Dieser Leitfaden behandelt ausschließlich den Haori für Frauen: seine Geschichte als ehemals männliches Kleidungsstück, Schnittdetails, Unterschiede zum Herren-Haori, Längen, Arten, Farben und Muster, Stoffe nach Jahreszeit, Bänder und Knoten, Regeln für das Tragen über dem Kimono, Kombinationen mit westlicher Kleidung, Maße in Zentimetern, Auswahlkriterien, Pflege, häufige Fragen und ein Glossar. Allgemeines zu Herkunft, Aufbau und Begriffen des Kleidungsstücks steht auf der Seite Haori.

Haori Damen: Definition und Einordnung

Der Haori (羽織) ist ein Obergewand, das über dem Kimono, aber unter einem Mantel getragen wird. Der Name leitet sich vom Verb haoru ab, das „sich etwas über die Schultern legen“ bedeutet. Der Haori wird weder gewickelt noch mit dem Obi gegürtet, sondern hängt offen von den Schultern; die beiden Vorderteile stoßen in der Mitte aneinander oder lassen einen schmalen Spalt frei, der vom Haori-Himo überbrückt wird.

Für Frauen erfüllt der Haori eine andere Aufgabe als für Männer. In der Herrengarderobe ist der schwarze Haori mit fünf Wappen Teil der formellsten Kleidung überhaupt. In der Damengarderobe ist er dagegen überwiegend ein Kleidungsstück für den Alltag und für halbformelle Anlässe: Er wärmt, schützt den Kimono vor Staub und Abrieb, verdeckt den Obi-Knoten am Rücken und setzt einen farblichen Akzent zum Kimono. Über den formellsten Damenkimonos wird er nicht getragen.

Haori für Frauen und der Damenkimono: Oberteil statt Mantel

Eine Besonderheit der Damengarderobe ist, dass der Haori als Teil des Ensembles gilt und nicht als Straßenmantel. Er darf deshalb in Innenräumen, im Restaurant, im Theater oder bei privaten Besuchen anbehalten werden, solange kein formeller Rahmen besteht. Ein Mantel über dem Kimono, bei Frauen meist der Michiyuki mit quadratischem Ausschnitt oder der Dōchūgi mit gewickeltem Kragen, wird dagegen vor dem Betreten eines Hauses ausgezogen. In der Übergangszeit ersetzt der Haori deshalb häufig den Mantel: Er ist leichter, muss am Eingang nicht abgelegt werden und verdeckt trotzdem den Obi.

Geschichte des Haori für Frauen: vom Männergewand zur Damenmode

In der Muromachi-Zeit und der frühen Edo-Zeit war der Haori Kleidung der Samurai und später der wohlhabenden Stadtbürger, und zwar ausschließlich der Männer. Frauen der Oberschicht trugen über dem Kosode andere Obergewänder, vor allem den Uchikake, einen bodenlangen, offen getragenen Überkimono. Dass eine Frau einen Haori anzog, galt lange als unpassend, weil das Kleidungsstück eindeutig mit Männern verbunden war.

Haori Frauen in der Edo-Zeit: die Geishas von Fukagawa

Die ersten Frauen, die den Haori im 18. Jahrhundert öffentlich trugen, waren die Geishas im Stadtteil Fukagawa in Edo, dem heutigen Tokio. Sie wurden nach ihrer Kleidung auch Haori-Geisha genannt und traten häufig unter männlich klingenden Künstlernamen auf. Der Haori stand bei ihnen für einen schlichten, selbstbewussten Stil, der sich bewusst von der aufwendigen Kleidung der Kurtisanen abhob. Die Regierung des Shōgunats erließ mehrfach Kleiderordnungen, die Frauen das Tragen des Haori untersagten, unter anderem im Zuge der Tenpō-Reformen in den 1840er-Jahren. Dauerhaft durchgesetzt wurden diese Verbote nicht.

Haori für Frauen in Meiji-, Taishō- und Shōwa-Zeit

Mit der Meiji-Zeit (1868–1912) fielen die alten Kleiderordnungen weg, und der Haori verbreitete sich unter Frauen aller Schichten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gehörte er in den Städten zur gewöhnlichen Straßenkleidung von Frauen. In der Taishō-Zeit (1912–1926) und der frühen Shōwa-Zeit wurden Haori aus Meisen, einer gemusterten, vergleichsweise günstigen Seide, zum Kennzeichen junger Frauen, die in Büros, Geschäften und Schulen arbeiteten. Nach dem Zweiten Weltkrieg trugen viele Mütter zu Schulfeiern einen schwarzen Haori mit Wappen über einem farbigen Kimono. In den 1960er- und 1970er-Jahren kamen lange Haori in Mode. Heute wird der Haori für Frauen sowohl zum Kimono als auch als Einzelteil zu westlicher Kleidung getragen; außerhalb Japans ist dafür oft die Bezeichnung Haori Jacke Damen oder Kimonojacke gebräuchlich.

Schnitt der Haori Jacke Damen: Bahnen, Machi und Kragen

Wie der Kimono wird der traditionelle Haori aus einer schmalen Stoffbahn von etwa 36 bis 40 cm Breite zugeschnitten, dem Tanmono. Rücken, Vorderteile und Ärmel bestehen aus geraden Rechtecken, die nahezu ohne Verschnitt zusammengenäht werden. Anders als beim Kimono überlappen die Vorderteile nicht: Es fehlt der Okumi, der zusätzliche Streifen an der Vorderkante, der beim Kimono das Wickeln ermöglicht. Stattdessen ist an jeder Seite ein Keil eingesetzt, die Machi. Sie erhöht die Weite in der Hüfte, sodass der Haori über dem Obi fällt, ohne sich zu spannen.

Der Kragen (Eri) ist doppelt so breit gearbeitet, wie er sichtbar ist, und wird der Länge nach nach außen umgeschlagen. Er läuft vom Nacken bis zum Saum. Beim Damenmodell wird er im Nacken so gelegt, dass er dem zurückgezogenen Kimonokragen folgt und den Nacken freilässt. An den Vorderkanten sitzen etwa auf Brusthöhe zwei kleine Schlaufen, die Chichi, an denen das Haori-Himo befestigt wird. Moderne westliche Modelle übernehmen meist nur die Grundform: gerade Vorderkanten, weite Ärmel und einen breiten, flach liegenden Kragen.

Ärmel am Frauen Haori: Furi und Miyatsukuchi

Der deutlichste Schnittunterschied zum Herrenmodell liegt an den Ärmeln. Beim Damenmodell ist der Ärmel nur auf einer kurzen Strecke an der Schulter angenäht. Darunter bleibt am Körper eine Öffnung, das Miyatsukuchi, und am Ärmel selbst hängt der untere Teil frei, der Furi. Diese Öffnungen entsprechen denen des Damenkimonos und sind nötig, weil der Obi bei Frauen höher und breiter sitzt und die Ärmel sonst an ihm ziehen würden. Beim Herren-Haori ist der Ärmel fast auf ganzer Tiefe mit dem Körper verbunden. Die unteren Ärmelecken sind bei Damenmodellen meist stärker abgerundet als bei Herrenmodellen.

Haori Damen und Herren-Haori: Unterschiede im Überblick

Beide Modelle folgen demselben Grundschnitt. Die Unterschiede betreffen Ärmel, Farben, Formalität und die Gestaltung von Futter und Bändern. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Merkmal Haori für Frauen Haori für Männer
Ärmelnaht Miyatsukuchi und Furi offen fast vollständig geschlossen
Ärmelecken deutlich abgerundet nur leicht abgerundet
Außenstoff farbig, gemustert, Shibori, auch Pastelltöne überwiegend gedeckt: Schwarz, Grau, Braun, Indigo
Futter (Haura) meist farblich abgestimmt, schlicht oder dezent gemustert häufig aufwendig bemalt oder bedruckt
Formellster Typ schwarzer Haori mit einem oder drei Wappen, halbformell schwarzer Montsuki-Haori mit fünf Wappen, formell
Haori-Himo farbig, auch mit Perlen oder Kettengliedern geflochten, formell in Weiß
Rückenlänge etwa 60 bis über 110 cm meist etwa 80 bis 95 cm
Tragen in Innenräumen üblich, außer bei formellen Anlässen üblich, formell als Teil des Anzugs

Die Besonderheiten des Männermodells, etwa die Kombination mit dem Hakama, beschreibt die Seite Haori Herren.

Längen der Haori Jacke Frauen: kurz, mittel und lang

Die Länge, japanisch Haori-take, ist beim Damenmodell stärker der Mode unterworfen als beim Herrenmodell. Gemessen wird am Rücken vom höchsten Punkt der Schulter bis zum Saum. Vintage-Stücke zeigen deshalb je nach Entstehungszeit sehr unterschiedliche Längen: Kurze Haori sind typisch für die Taishō- und frühe Shōwa-Zeit, lange Haori für die 1960er- und 1970er-Jahre sowie für viele heutige Modelle.

Länge Rückenlänge Saum endet etwa Typische Verwendung
Kurz 60–75 cm an der Hüfte Vintage-Stücke, Kombination mit Hose oder Rock
Mittel 75–90 cm am oberen Oberschenkel klassische Länge zum Kimono
Lang (Naga-Baori) 90–110 cm knapp über dem Knie moderne Länge, streckt die Silhouette
Sehr lang über 110 cm unterhalb des Knies seltene Form, für große Trägerinnen oder als Mantelersatz

Welche Länge beim Haori Damen zu welcher Körpergröße?

Eine häufig genannte Orientierung ist eine Rückenlänge von etwa der Hälfte der Körpergröße. Bei 160 cm Körpergröße entspricht das rund 80 cm, bei 170 cm rund 85 cm. Kürzere Haori wirken jugendlicher und lassen mehr vom Kimonomuster sehen, längere wirken ruhiger und bedecken den Obi-Knoten vollständig. Zu westlicher Kleidung richtet sich die Länge nach dem Unterteil.

Arten von Haori für Frauen

Die Arten unterscheiden sich nach Formalität, Musterung und Machart. Viele Bezeichnungen stammen aus der Kimonoterminologie und beschreiben die Art, wie das Muster auf dem Stoff verteilt ist.

  • Kuro-Montsuki-Haori: schwarzer Haori mit einem oder drei Wappen, der halbformellste Typ der Damengarderobe.
  • E-Baori: Haori mit einem großen, bildhaften Motiv, das über die Nähte hinweg durchläuft.
  • Komon-Haori: Haori mit kleinem, sich wiederholendem Muster auf der ganzen Fläche, der häufigste Alltagstyp.
  • Iromuji-Haori: einfarbiger Haori, oft mit eingewebtem Tonmuster (Jimon).
  • Shibori-Haori: Haori mit Abbindereserve-Färbung, etwa dem fein genoppten Kanoko-Shibori.
  • Usumono-Haori: durchscheinender Sommer-Haori aus Ro oder Sha.
  • Chabaori: kurze, schlichte Jacke, die zu Hause über dem Kimono getragen wird.

Kuro-Montsuki-Haori: der schwarze Frauen Haori

Der schwarze Haori mit Wappen war in der Nachkriegszeit weit verbreitet. Mütter trugen ihn über einem Iromuji oder Komon zu Einschulungen, Abschlussfeiern und Elternversammlungen. Anders als beim Herrenmodell ist er bei Frauen nicht Teil der höchsten Formalstufe: Zu Hochzeiten und Trauerfeiern tragen Frauen keinen Haori. Heute ist der schwarze Damen-Haori seltener geworden und wird vor allem als Vintage-Stück gehandelt.

E-Baori und Komon: gemusterte Haori für Frauen

Beim E-Baori ist das Motiv, etwa ein Blütenzweig, eine Landschaft oder ein Vogel, so auf die Stoffteile gemalt oder gefärbt, dass es beim fertigen Haori über Rücken, Seiten und Ärmel zusammenhängt. E-Baori wirken festlich und werden zu schlichten Kimonos getragen. Der Komon-Haori ist dagegen gleichmäßig gemustert und lässt sich mit vielen Kimonos kombinieren, sofern sich die Muster nicht gegenseitig überlagern.

Farben und Muster beim Haori Frauen

Die Farbwahl folgt traditionell dem Alter und der Jahreszeit. Junge Frauen tragen eher helle, kräftige Farben und größere Muster, ältere Frauen gedeckte Töne wie Grau, Altrosa, Moosgrün, Braun oder Dunkelblau mit kleinen Mustern. Zwischen Haori und Kimono wird meist ein Kontrast gesucht: Zu einem gemusterten Kimono passt ein einfarbiger oder fein gemusterter Haori, zu einem einfarbigen Kimono ein Haori mit deutlichem Motiv.

Typische Motive sind Blumen wie Kirschblüte (Sakura), Pflaumenblüte (Ume), Chrysantheme (Kiku) und Kamelie (Tsubaki), außerdem geometrische Muster wie Streifen, Karos, Pfeilfedern (Yagasuri) oder Schachbrett (Ichimatsu).

Jahreszeitliche Motive auf der Haori Jacke Damen

Blumenmotive werden in Japan der Jahreszeit entsprechend getragen, meist etwas vor der eigentlichen Blüte. Pflaumenblüten gehören zum Spätwinter, Kirschblüten zum frühen Frühling, Glyzinien und Iris zum späten Frühling, Wasser- und Fischmotive zum Sommer, Ahornblätter und Chrysanthemen zum Herbst, Kamelien und Schnee zum Winter. Motive, die mehrere Jahreszeiten vereinen, oder abstrakte Muster lassen sich ganzjährig tragen.

Meisen-Haori: der Frauen Haori der Taishō-Zeit

Meisen ist ein Seidengewebe, bei dem Kett- und Schussfäden vor dem Weben in Schablonentechnik bedruckt werden. Beim Weben entstehen dadurch leicht verschwommene Konturen, die typisch für diese Stoffe sind. Meisen wurde vor allem in Isesaki, Chichibu und Ashikaga hergestellt und war preiswerter als gefärbte Seide. Zwischen etwa 1910 und 1950 entstanden zahlreiche Haori für Frauen aus diesem Stoff, oft mit großen Rosen, Dahlien, Pfeilformen oder geometrischen Flächen in kräftigen Farben.

Viele Vintage-Haori stammen aus dieser Zeit. Sie sind oft kürzer als heutige Modelle und haben eine geringere Ärmellänge (Yuki), weil die Trägerinnen im Durchschnitt kleiner waren. Meisen knittert wenig, die Farben können aber bei starker Sonne ausbleichen.

Stoffe für den Haori Damen nach Jahreszeit

Traditionell richtet sich die Machart nach dem Kalender der Kimonogarderobe. Gefütterte Haori werden in der kühlen Jahreshälfte getragen, ungefütterte und durchscheinende in der warmen. Für westliche Kombinationen spielt der Kalender eine geringere Rolle; hier entscheidet vor allem die Temperatur.

Zeitraum Machart Typische Materialien
Oktober bis Mai gefüttert (Awase) Chirimen (Kreppseide), Rinzu, Tsumugi, Meisen, Wolle, Polyester
Juni und September ungefüttert (Hitoe) leichte Seide, Baumwolle, Leinen, Polyester
Juli und August durchscheinend (Usumono) Ro, Sha, Leinen, feines Polyester
ganzjährig zu westlicher Kleidung meist ungefüttert Viskose, Chiffon, Satin, Baumwolle, Leinen

Chirimen ist eine Kreppseide mit körniger Oberfläche, die gut fällt und Farbe intensiv aufnimmt. Rinzu ist ein glatter Seidendamast mit eingewebtem Muster, Tsumugi eine Seide aus gesponnenen Fäden mit matter, leicht unregelmäßiger Oberfläche.

Usumono: Ro- und Sha-Haori für Frauen im Sommer

Ro und Sha sind Dreherbindungen, bei denen sich Kettfäden paarweise umschlingen und dadurch kleine Lücken im Gewebe entstehen. Ro zeigt dabei waagerechte oder senkrechte Streifen aus offenen Stellen, Sha ist gleichmäßig durchscheinend. Ein Sommer-Haori aus diesen Stoffen wärmt nicht, sondern schützt den Kimono vor Staub und Sonne und lässt das Muster des darunterliegenden Kimonos durchscheinen. Sommer-Haori sind eine überwiegend weibliche Form; Männer tragen im Sommer zwar ebenfalls Ro-Haori, aber fast nur zu formellen Anlässen.

Futter beim Frauen Haori: Haura und Ärmelfutter

Ein gefütterter Haori hat ein Innenfutter, das Haura. Beim Herrenmodell ist es berühmt für seine versteckten, oft aufwendigen Bildmotive. Beim Damenmodell ist das Futter meist schlichter gestaltet, dafür ist seine Farbe wichtiger: Durch die offenen Ärmelnähte ist das Futter bei jeder Armbewegung am Furi und am Miyatsukuchi sichtbar. Es wird deshalb farblich auf den Außenstoff und oft auch auf den Kimono abgestimmt, etwa in einem helleren oder dunkleren Ton derselben Farbe.

Viele Damenmodelle sind nur im Rücken- und Schulterbereich gefüttert, während der untere Teil ungefüttert bleibt. Das macht den Haori leichter und lässt ihn weicher über den Obi fallen. Modelle für westliche Kleidung sind meist ganz ohne Futter gearbeitet oder haben nur verstärkte Kanten.

Bänder an der Haori Jacke Damen: Haori-Himo, Tama-Himo und Haken

Das Haori-Himo verbindet die beiden Vorderteile auf Brusthöhe und hält den Haori in Form. Bei Frauen ist die Auswahl größer als bei Männern, und das Band dient oft zugleich als Schmuck. Die gebräuchlichsten Formen sind:

  • Geflochtene Bänder: zwei kurze Kordeln aus Seide oder Kunstfaser, die in der Mitte zu einem flachen Knoten gebunden werden.
  • Tama-Himo: Kette aus Glas-, Kunststoff-, Stein- oder Perlmuttperlen, die nicht geknotet, sondern mit Haken befestigt wird.
  • Himo mit S-Haken: ein fertig gebundenes Band mit kleinen Metallhaken an beiden Enden, die in die Chichi eingehängt werden.

Die Farbe des Bandes wird entweder auf den Haori oder auf ein Element des Kimonos, etwa den Obijime, abgestimmt. Weiße Bänder, wie sie Männer zum formellen Haori tragen, sind bei Frauen unüblich.

Haori-Himo am Haori für Frauen binden: Schritt für Schritt

  1. Die beiden Bandhälften mit ihren Schlaufen durch die Chichi an den Vorderkanten führen und festziehen.
  2. Den Haori glatt anziehen, sodass beide Vorderkanten gleich lang herabhängen.
  3. Die Bandhälften vor der Brust zu einem einfachen Knoten kreuzen.
  4. Eine Schlaufe bilden und das zweite Ende darumlegen, wie bei einer Schleife ohne zweite Schlaufe.
  5. Den Knoten flach ausrichten und die Enden gerade nach unten hängen lassen.
  6. Zum Ablegen des Haori wird das Band nicht aufgeknotet, sondern an einer Seite aus der Chichi gelöst.

Haori Damen über dem Kimono tragen: Regeln und Etikette

Der Haori wird über einem fertig gebundenen Kimono mit Obi getragen. Der Kragen des Haori liegt im Nacken über dem Kimonokragen und wird, der weiblichen Kimonohaltung entsprechend, etwas zurückgezogen, damit der Nacken sichtbar bleibt. Die Ärmel des Kimonos müssen vollständig im Haoriärmel verschwinden. Deshalb sollte die Ärmellänge (Yuki) des Haori gleich oder wenige Millimeter länger sein als die des Kimonos, die Ärmeltiefe (Sodetake) gleich oder etwas kürzer, damit der Kimonoärmel innen nicht umknickt. Einen Überblick über die passenden Kimonotypen bietet die Seite Japanischer Kimono Damen.

Frauen Haori in Innenräumen: anbehalten oder ablegen?

Im Alltag darf eine Frau den Haori im Haus, im Restaurant oder bei einer Theatervorstellung anbehalten. Bei formellen Anlässen, bei der Teezeremonie und bei Begegnungen mit deutlich höhergestellten Personen wird er dagegen abgelegt. Er wird dann gefaltet oder über den Arm gelegt.

Zu welchen Kimonos passt ein Haori für Frauen nicht?

Über Kurotomesode, Irotomesode, Furisode und in der Regel auch über dem Hōmongi wird kein Haori getragen, da diese Kimonos zu formell sind und ihr Muster im unteren Teil nicht verdeckt werden soll. Auch zum Yukata gehört traditionell kein Haori. Gut geeignet sind dagegen Komon, Edo-Komon, Iromuji, Tsumugi, Meisen und Wollkimonos. Wer allgemeine Informationen zum Damenkimono sucht, findet sie auf der Seite Kimono Damen.

Haori Jacke Frauen anziehen: Schritt für Schritt

Wichtig ist, den Obi-Knoten am Rücken nicht zu zerdrücken und den Kragen sauber zu legen.

  1. Den Haori an beiden Vorderkanten kurz unterhalb des Kragens fassen und hinter dem Rücken ausbreiten.
  2. Zuerst den rechten, dann den linken Arm in die Ärmel schieben und dabei die Kimonoärmel mit den Fingern in die Haoriärmel führen.
  3. Den Haori auf die Schultern heben, ohne ihn über den Obi-Knoten zu ziehen.
  4. Den Kragen im Nacken ausrichten: Er soll dem Kimonokragen folgen und etwa eine Fingerbreite Abstand zum Hals lassen.
  5. Den umgeschlagenen Kragen an den Vorderkanten glatt streichen, sodass er gleichmäßig breit bis zum Saum läuft.
  6. Den Rücken glätten, damit die Machi seitlich über den Obi fallen.
  7. Das Haori-Himo einhängen oder binden.

Haori Jacke Damen mit westlicher Kleidung kombinieren

Außerhalb Japans wird der Haori vor allem als leichte Jacke zu westlicher Kleidung getragen. Viele Vintage-Haori werden zu diesem Zweck gekauft, weil sie ohne Obi und Kimono sofort tragbar sind. Die Grundregel ist dieselbe wie beim Kimono: Ein gemusterter Haori wirkt am besten über einfarbiger Kleidung. Weitere westlich geschnittene Varianten sind unter Kimono Jacke Damen zusammengefasst.

Unterteil / Kleidung Empfohlene Haorilänge Hinweis
Jeans, gerade oder weit kurz bis mittel schlichtes Shirt oder Top darunter
Weite Stoffhose mittel bis lang fließende Stoffe betonen die gerade Linie
Knielanges Kleid kurz bis mittel Saum des Haori über dem Kleidsaum
Maxikleid oder langer Rock lang einfarbiges Kleid zu gemustertem Haori
Hakama kurz bis mittel nur über Kimonos mit normaler Ärmeltiefe

Frauen Haori zu Jeans, Kleid und Stoffhose

Zu Jeans wird der Haori wie ein Cardigan getragen, meist offen und ohne Band; wegen des geraden, schulterbreiten Schnitts wirkt er über eng anliegenden Oberteilen am ausgewogensten. Über einem Kleid eignet sich ein Haori als Ersatz für einen Blazer. Bei Stoffhosen mit weitem Bein entsteht eine lange, gerade Silhouette, die dem Kimonoschnitt am nächsten kommt.

Haori Damen zu Hakama und Yukata

Frauen tragen den Hakama heute vor allem zu Hochschulabschlussfeiern, kombiniert mit einem Kofurisode oder einem Kimono mit etwa 76 cm langen Ärmeln (Nishaku-Sode). Ein Haori darüber ist unüblich, weil diese langen Ärmel nicht in einen gewöhnlichen Haoriärmel passen. Zu einem Hakama über einem Komon oder Iromuji mit normaler Ärmeltiefe kann ein kurzer oder mittellanger Haori dagegen getragen werden, etwa bei kaltem Wetter. Zum Yukata gehört traditionell kein Haori, weil der Yukata Sommer- und Hauskleidung ist. Moderne, durchscheinende Überjacken zum Yukata folgen zwar dem Haorischnitt, gelten in Japan aber nicht als klassischer Haori. Mehr zum Sommergewand steht auf der Seite Yukata.

Haori Damen Größentabelle in Zentimetern

Traditionelle Haori werden nach Körpermaßen genäht und haben keine Konfektionsgrößen. Entscheidend sind die Ärmellänge (Yuki), die Rückenlänge (Haori-take) und die Ärmeltiefe (Sodetake). Die folgende Tabelle gibt übliche Fertigmaße für Damenmodelle an; Vintage-Stücke weichen oft nach unten ab.

Körpergröße Yuki (Ärmellänge ab Nackenmitte) Haori-take (Rückenlänge) Sodetake (Ärmeltiefe) Hüftumfang bis ca.
150–155 cm 61–63 cm 75–80 cm 46–49 cm 95 cm
155–160 cm 63–65 cm 78–83 cm 47–49 cm 100 cm
160–165 cm 64–66 cm 80–88 cm 49–51 cm 105 cm
165–170 cm 66–68 cm 83–92 cm 49–52 cm 110 cm
170–175 cm 68–70 cm 85–100 cm 50–53 cm 115 cm

Moderne Haori in westlicher Konfektion werden meist als Einheitsgröße oder in S bis XL angeboten. Hier ist die halbe Brustweite von Achsel zu Achsel, bei geradem Schnitt meist 60 bis 75 cm, das wichtigste Vergleichsmaß.

Maße für den Haori für Frauen selbst nehmen

  1. Für die Yuki den Arm seitlich im Winkel von etwa 45 Grad abspreizen und von der Nackenmitte über die Schulter bis zum Handgelenksknochen messen.
  2. Für die Rückenlänge vom höchsten Punkt der Schulter senkrecht bis zur gewünschten Saumhöhe messen.
  3. Für die Ärmeltiefe am eigenen Kimono von der Schulternaht bis zur unteren Ärmelkante messen.
  4. Den Hüftumfang an der breitesten Stelle messen und rund 20 cm Bewegungsspielraum hinzurechnen.
  5. Die Werte mit den Maßen eines vorhandenen, gut sitzenden Kimonos vergleichen.

Haori Damen aus zweiter Hand: Maße und Zustand prüfen

Ein großer Teil der in Europa erhältlichen Damenhaori sind gebrauchte Stücke aus japanischen Haushalten. Sie stammen meist aus der Zeit zwischen 1920 und 1990. Beim Vergleich mehrerer Stücke helfen folgende Punkte:

  • Yuki: Ältere Haori haben oft nur 58 bis 62 cm Ärmellänge, was bei Trägerinnen über 165 cm zu kurzen Ärmeln führt.
  • Flecken: gelbliche Stockflecken (Shimi) am Kragen und an den Vorderkanten sind häufig und lassen sich nur schwer entfernen.
  • Futter: Verfärbungen und Risse im Futter sind oft stärker als am Außenstoff.

Haori für Frauen auswählen: objektive Kriterien

Welcher Haori geeignet ist, hängt vor allem vom geplanten Einsatz ab. Die folgenden Kriterien lassen sich unabhängig vom persönlichen Geschmack prüfen:

  • Einsatz: zum Kimono (Yuki und Sodetake müssen passen) oder zu westlicher Kleidung (Brustweite und Länge sind wichtiger).
  • Jahreszeit: gefüttert, ungefüttert oder durchscheinend.
  • Formalität: einfarbig oder schwarz mit Wappen für halbformelle Anlässe, gemustert für den Alltag.
  • Material: Seide für den Kimono, Viskose, Baumwolle oder Polyester für den Alltag und die Waschbarkeit.
  • Länge: passend zur Körpergröße und zum Unterteil.
  • Verschluss: vorhandene Chichi, wenn ein Haori-Himo getragen werden soll.

Frauen Haori pflegen und aufbewahren

Die Pflege richtet sich nach dem Material. Haori aus Seide, Meisen oder Chirimen sollten nicht gewaschen werden, weil Kreppseide beim Waschen stark einläuft und sich die Farben lösen können. Sie werden professionell gereinigt oder traditionell zerlegt, gewaschen und neu genäht (Arai-hari). Shibori-Haori dürfen nicht flach gebügelt werden, da die Noppen der Abbindefärbung sonst dauerhaft verloren gehen. Haori aus Polyester, Baumwolle oder Viskose lassen sich meist im Schonwaschgang bei 30 °C oder von Hand waschen.

Nach dem Tragen wird der Haori einige Stunden auf einem Kimonobügel mit geraden Armen gelüftet, bevor er gefaltet wird. Zum Aufbewahren wird er liegend in Seidenpapier (Tatōshi) eingeschlagen und trocken gelagert. Lange auf einem gewöhnlichen Kleiderbügel hängend verzieht sich der Stoff an den Schultern.

Haori Frauen falten: Schritt für Schritt

  1. Den Haori mit dem Kragen nach links flach auf eine saubere Fläche legen, die Innenseite nach oben.
  2. Die Machi an beiden Seiten nach innen einschlagen, sodass die Seitennähte flach liegen.
  3. Den umgeschlagenen Kragen im Nacken nach innen falten und die Vorderteile übereinanderlegen.
  4. Die Ärmel auf den Körper zurücklegen, sodass die Ärmelkanten mit den Seitennähten abschließen.
  5. Den Haori in der Mitte der Länge nach quer falten, bei langen Modellen zweimal.

Häufige Fragen zu Haori Damen

Was unterscheidet einen Haori für Frauen von einem Kimono?

Der Kimono wird gewickelt und mit dem Obi gegürtet, der Haori wird offen darüber getragen. Dem Haori fehlt der Okumi, dafür hat er seitliche Keile (Machi) und einen nach außen umgeschlagenen Kragen. Er ist kürzer als der Kimono und reicht je nach Modell von der Hüfte bis zum Knie. Vorn wird er nur durch ein Band, das Haori-Himo, zusammengehalten.

Wie lang sollte ein Haori Damen sein?

Zum Kimono gilt eine Rückenlänge von etwa der Hälfte der Körpergröße als ausgewogen, bei 160 cm also rund 80 cm. Längere Haori bis etwa 110 cm sind heute verbreitet und bedecken den Obi-Knoten vollständig. Zu westlicher Kleidung richtet sich die Länge nach dem Unterteil: Kurze Modelle passen zu Jeans und Kleidern, lange zu weiten Hosen und Maxikleidern.

Kann man einen Herren-Haori als Haori für Frauen tragen?

Zu westlicher Kleidung ist das ohne Weiteres möglich; Herren-Haori sind oft länger in den Ärmeln und schlichter in der Farbe. Über einem Damenkimono passt ein Herrenmodell dagegen schlecht, weil die geschlossenen Ärmelnähte am Obi ziehen und die Ärmel des Damenkimonos nicht sauber im Haoriärmel liegen. Außerdem entspricht die Farbgebung nicht den Konventionen der Damengarderobe.

Wird der Frauen Haori auch im Sommer getragen?

Ja, in Form des Usumono-Haori aus Ro, Sha oder Leinen. Diese durchscheinenden Haori werden etwa von Juli bis August getragen und dienen vor allem dem Schutz des Kimonos vor Staub und Sonne. Im Juni und September sind ungefütterte Modelle üblich. Zu westlicher Sommerkleidung eignen sich leichte Haori aus Viskose, Chiffon oder Leinen.

Muss die Haori Jacke Damen vorn geschlossen werden?

Zum Kimono wird das Haori-Himo in der Regel angebracht, weil es den Haori in Form hält und als Teil des Ensembles gilt. Ein offen getragener Haori ohne Band wirkt zum Kimono unvollständig. Zu westlicher Kleidung ist das Band dagegen nicht nötig; viele Trägerinnen lassen den Haori offen oder verwenden eine Brosche an Stelle des Bandes.

Passt ein Haori Damen zu einer Hochzeit?

Als Gast in Kimono wird bei Hochzeiten kein Haori getragen, weil dort Hōmongi, Tomesode oder Furisode üblich sind, über die kein Haori gehört. Zu einer Feier in westlicher Kleidung kann ein nicht weißer Haori über einem schlichten Kleid getragen werden, sofern die Einladung keine strengeren Vorgaben macht.

Kann man eine Haori Jacke Frauen in der Waschmaschine waschen?

Das hängt vom Material ab. Modelle aus Polyester, Baumwolle oder Viskose vertragen meist einen Schonwaschgang bei 30 °C mit Feinwaschmittel und sollten liegend getrocknet werden. Haori aus Seide, Chirimen oder Meisen sowie Shibori-Haori dürfen nicht in die Waschmaschine, weil sie einlaufen, ausfärben oder ihre Struktur verlieren. Sie werden professionell gereinigt.

Glossar zum Haori für Frauen

  • Chichi: kleine Schlaufen an den Vorderkanten, an denen das Haori-Himo befestigt wird.
  • Chirimen: Kreppseide mit körniger Oberfläche.
  • E-Baori: Haori mit großem, über die Nähte durchlaufendem Bildmotiv.
  • Furi: frei hängender unterer Teil des Ärmels am Damenmodell.
  • Haori-Himo: Band, das die Vorderteile des Haori verbindet.
  • Haura: Innenfutter des Haori.
  • Kanoko-Shibori: Abbindefärbung mit feinen, erhabenen Punkten.
  • Machi: seitlicher Keil, der dem Haori Weite gibt.
  • Meisen: Seidengewebe mit vor dem Weben bedruckten Fäden.
  • Miyatsukuchi: Öffnung am Körper unter dem Ärmelansatz.
  • Naga-Baori: langer Haori, der bis etwa zum Knie reicht.
  • Ro und Sha: durchscheinende Sommergewebe in Dreherbindung.
  • Sodetake: Ärmeltiefe, von der Schulter bis zur unteren Ärmelkante.
  • Tama-Himo: Haori-Himo aus aufgefädelten Perlen.
  • Usumono: Sammelbegriff für durchscheinende Sommerkleidung.
  • Yuki: Ärmellänge von der Nackenmitte bis zum Handgelenk.

Zusammengefasst ist der Haori Damen ein offen getragenes Oberteil, das sich vom Herrenmodell durch offene Ärmelnähte, farbige Stoffe, größere Längenvielfalt und eine geringere Formalität unterscheidet. Zum Kimono entscheiden Yuki, Sodetake und die Wahl des passenden Kimonotyps, zu westlicher Kleidung vor allem Länge, Brustweite und Material.