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Braut Kimono – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Braut Kimono ist ein Kimono, der zur Hochzeit getragen wird: in Japan als jahrhundertealte Brautkleidung mit festgelegten Formen, Farben und Bedeutungen, in Deutschland als Alternative oder Ergänzung zum Brautkleid, als Überwurf für die Trauung im Freien, als zweites Outfit für die Feier oder als Morgenmantel für die Vorbereitung am Hochzeitsmorgen. Die japanische Tradition kennt drei Hauptformen: den weißen Shiromuku, den farbigen Iro-Uchikake und den schwarzen Kurofurisode, die bei einer Shinto-Trauung und beim anschließenden Empfang getragen werden. Westliche Brautkimonos übernehmen von diesen Formen den Schnitt und oft die Farbe Weiß, sind aber aus leichteren Stoffen und ohne die aufwendige Ankleidetechnik gedacht.

Dieser Text erklärt die japanischen Brautgewänder und ihre Bedeutung, die Materialien und Webtechniken, die Ankleideabfolge mit ihren Schichten, die Kopfbedeckungen und Accessoires, die Formen, die sich in Deutschland für eine Trauung eignen, wie Größen in Zentimetern bemessen werden, was ein Kimono für die Hochzeit kostet an Aufwand in Pflege und Aufbewahrung, wie Kimonos gemietet oder gebraucht gekauft werden und welche Rolle der Kimono für Hochzeitsgäste spielt. Häufige Fragen und ein Glossar schließen den Text ab.

Was ist ein Braut Kimono?

Der Begriff Braut Kimono bezeichnet zwei verschiedene Dinge. In Japan ist er das formelle Gewand der Braut bei einer traditionellen Trauung: ein mehrlagiger Seidenkimono mit Obi, Untergewand, Kopfbedeckung und einem Satz festgelegter Accessoires, dessen Farben und Muster eine Bedeutung tragen. Im deutschen Sprachraum meint das Wort außerdem jeden Kimono, der im Zusammenhang mit einer Hochzeit getragen wird: ein weißes oder cremefarbenes Kimonokleid als Brautkleid, ein Überwurf aus Spitze oder Seide über dem Brautkleid, ein Kimono für das Standesamt, ein Zweitoutfit für die Party oder der Morgenmantel im Kimonoschnitt, in dem sich die Braut am Morgen frisieren und schminken lässt.

Beide Bedeutungen teilen die Grundform: gerade Stoffbahnen, weite Ärmel, überkreuzte Vorderteile. Der Unterschied liegt in Gewicht, Aufwand und Symbolik. Ein japanischer Uchikake wiegt mehrere Kilogramm und braucht eine Ankleiderin; ein westlicher Brautkimono aus Seidenchiffon wiegt 200 Gramm und wird wie eine Jacke übergezogen.

Kimono Braut in Japan: Shiromuku, Iro-Uchikake und Kurofurisode

Die japanische Hochzeitskleidung der Braut folgt seit der Edo-Zeit einem festen Kanon, der sich aus der Kleidung des Schwertadels entwickelt hat. Drei Gewänder stehen im Mittelpunkt, jedes mit eigener Bedeutung und eigenem Platz im Ablauf der Hochzeit.

Shiromuku: Kimono Hochzeit in Weiß

Der Shiromuku ist vollständig weiß, von der Kopfbedeckung bis zu den Sandalen: der Überkimono, der Kimono darunter, der Obi, der Nagajuban, die Accessoires. Das Weiß steht für Reinheit und für die Bereitschaft der Braut, sich der Farbe der neuen Familie anzupassen. Getragen wird der Shiromuku zur eigentlichen Trauzeremonie im Shinto-Schrein. Der Überkimono ist ein Uchikake, ein schwerer, gefütterter und wattierter Mantelkimono mit gepolstertem Saum, der offen über dem Kimono getragen wird und auf dem Boden schleift. Das Muster entsteht bei einem weißen Shiromuku allein durch die Webart und durch weiße Stickerei: Kraniche, Kiefern, Pflaumenblüten und Chrysanthemen.

Iro-Uchikake: Der farbige Braut Kimono für den Empfang

Der Iro-Uchikake ist ein farbiger Uchikake, meist in Rot, Gold, Schwarz oder kräftigem Orange, mit gewebten oder gestickten Mustern aus Kranichen, Phönixen, Päonien, Wagenrädern oder Fächern in Gold- und Silberfäden. Er wird nach der Zeremonie zum Empfang getragen, oft durch einen Kleiderwechsel, das Oironaoshi, bei dem die Braut den Shiromuku ablegt und im Iro-Uchikake zurückkehrt. Der Wechsel bedeutet, dass die Braut die Farbe ihrer neuen Familie angenommen hat. Ein Iro-Uchikake wiegt fünf bis acht Kilogramm und ist das aufwendigste Textil, das die meisten Japanerinnen in ihrem Leben tragen.

Kurofurisode und Hikifurisode: Kimono Hochzeit in Schwarz

Der Kurofurisode ist ein schwarzer Furisode, also ein Kimono mit sehr langen, schwingenden Ärmeln, der unverheirateten Frauen vorbehalten ist. Als Brautkimono trägt er ein Muster ab der Hüfte abwärts und fünf Familienwappen. Er wird ohne Uchikake, aber mit einem prächtigen Obi getragen und ist die ältere Form der Brautkleidung, die vor dem Uchikake üblich war. Der Hikifurisode ist eine Variante mit verlängertem, gepolstertem Saum, der wie beim Uchikake auf dem Boden schleift. Beide sind heute seltener als der Shiromuku, erleben aber eine Rückkehr bei Hochzeiten, die eine schlankere Silhouette bevorzugen.

Gewand Farbe Aufbau Moment der Hochzeit Bedeutung Gewicht
Shiromuku ganz weiß Uchikake über Kakeshita und Nagajuban Trauzeremonie im Schrein Reinheit, Neubeginn 4–6 kg
Iro-Uchikake Rot, Gold, Schwarz, Orange farbiger Uchikake über Kakeshita Empfang, nach dem Kleiderwechsel Aufnahme in die neue Familie 5–8 kg
Kurofurisode Schwarz mit Muster unten Furisode mit Obi, ohne Uchikake Zeremonie oder Empfang letztes Tragen des Furisode 2–3 kg
Hikifurisode Schwarz oder farbig Furisode mit gepolstertem Schleppsaum Zeremonie oder Empfang ältere Brautform 2–4 kg
Kakeshita meist weiß oder passend Kimono unter dem Uchikake unter beiden Uchikake Basiskimono der Braut 1–2 kg

Kimono Braut: Die Schichten und die Ankleidereihenfolge

Ein japanischer Kimono Braut wird nicht angezogen, sondern angelegt. Der Vorgang dauert mit einer erfahrenen Ankleiderin, der Kitsuke-shi, ein bis zwei Stunden und folgt einer festen Reihenfolge von innen nach außen.

  1. Hadajuban und Susoyoke: Unterhemd und Unterrock aus Baumwolle oder Seide, die Schweiß aufnehmen und den Nagajuban schützen.
  2. Polsterung: Handtücher und Polster aus Baumwolle formen den Körper zu einem geraden Zylinder, weil der Kimono ohne Taille fällt.
  3. Nagajuban: Das Untergewand aus weißer Seide, dessen Kragen am Hals sichtbar bleibt; es wird mit einem Kragensteifen, dem Eri-shin, versehen.
  4. Kakeshita: Der eigentliche Kimono der Braut, links über rechts gewickelt, mit Koshihimo-Bändern fixiert und in der Länge auf den Boden abgestimmt.
  5. Obi: Ein Maru-Obi oder Fukuro-Obi aus Brokat, 4 Meter lang, in einer Bindung wie dem Fukura-suzume, dem aufgeplusterten Spatzen, mit Obiage-Tuch und Obijime-Kordel.
  6. Uchikake: Der Überkimono wird offen über den Kakeshita gelegt und nicht gegürtet; der gepolsterte Saum wird so ausgerichtet, dass er gleichmäßig schleift.
  7. Accessoires: Hakoseko-Täschchen im Kragen, Kaiken-Zierdolch im Obi, Suehiro-Fächer in der Hand, Tabi-Socken und Zori-Sandalen.
  8. Kopf: Frisur im Bunkin-Takashimada-Stil oder Perücke, darüber Tsunokakushi oder Wataboshi.

Wer mit dem westlichen Brautkleid vergleicht, findet eine Parallele: Wie Korsett und Reifrock die Silhouette formen, formen Polster und Bänder den Kimono. Beide Systeme sind ohne fremde Hilfe kaum anzulegen.

Tsunokakushi und Wataboshi: Kopfbedeckungen bei der Kimono Hochzeit

Zwei Kopfbedeckungen gehören zur Kimono Hochzeit in Japan. Der Tsunokakushi ist ein rechteckiges Band aus weißer Seide, das um die hochgesteckte Frisur gelegt wird; der Name bedeutet Hörnerverstecker und spielt auf die Vorstellung an, die Braut verberge ihre Eifersucht und ihren Eigensinn. Er wird sowohl zum Shiromuku als auch zum Iro-Uchikake getragen. Der Wataboshi ist eine große weiße Haube aus Seide, die das Gesicht von der Seite verdeckt und nur der Bräutigam von vorn sehen soll; er wird ausschließlich zum Shiromuku und nur während der Zeremonie getragen. Beide werden über einer aufwendigen Frisur mit Kanzashi-Haarschmuck aus Schildpatt, Lack oder Metall getragen; heute übernimmt oft eine Perücke die Form.

Materialien: Kimono Braut aus Seide, Brokat und Stickerei

Ein Brautkimono in Japan besteht fast ausschließlich aus Seide. Der Uchikake wird aus Rinzu, einer glänzenden Damastseide, aus Chirimen-Krepp oder aus Nishijin-Brokat gewebt, der in Kyoto entsteht und Gold- und Silberfäden führt. Muster werden gewebt, mit Yuzen-Technik von Hand gemalt oder mit Seiden- und Metallfäden gestickt; die aufwendigsten Stücke kombinieren alle drei Verfahren. Das Futter besteht aus weißer oder roter Seide, der Saum ist mit Watte gepolstert, damit er auf dem Boden eine gleichmäßige Welle bildet.

Moderne Mietgewänder verwenden zunehmend Polyester, das der Seide im Glanz ähnelt, leichter zu reinigen ist und weniger als die Hälfte kostet. Für Bräute in Deutschland, die einen leichten Kimono über dem Kleid tragen möchten, kommen Seidenchiffon, Seidenorganza, Crêpe de Chine, feine Spitze und Tüll infrage. Die Übersicht Kimono Seide Damen beschreibt die Seidenqualitäten im Detail, Kimono Spitze die Spitzenvarianten.

Muster und Symbole: Kimono Hochzeit und ihre Glückszeichen

Die Motive auf einem japanischen Kimono zur Hochzeit sind keine Dekoration, sondern Glückwünsche in Bildform. Der Kranich, Tsuru, steht für Langlebigkeit und lebenslange Partnerschaft, weil Kraniche als monogam gelten; er ist das häufigste Motiv auf Brautkimonos. Kiefer, Bambus und Pflaume, zusammen Shochikubai, stehen für Standhaftigkeit, Biegsamkeit und Erneuerung. Die Päonie bedeutet Wohlstand, die Chrysantheme langes Leben, der Phönix Harmonie zwischen den Eheleuten, der Fächer eine sich öffnende Zukunft, das Wagenrad die Reise durch das Leben und die Schildkröte Beständigkeit. Wellen und Wolken füllen den Hintergrund. Ein weißer Shiromuku zeigt dieselben Motive in weißer Stickerei auf weißem Grund, sodass sie erst im Licht sichtbar werden.

Weiß als Brautfarbe: Bedeutung in Japan und im Westen

Ein weißer Brautkimono hat in Japan und in Europa unterschiedliche Wurzeln, die zufällig dieselbe Farbe ergeben. In Japan ist Weiß seit Jahrhunderten die Farbe der Reinheit und des Übergangs; der weiße Shiromuku geht auf die Brautkleidung des Schwertadels der Muromachi- und Edo-Zeit zurück und ist älter als das westliche weiße Brautkleid, das sich erst nach der Hochzeit von Königin Victoria 1840 verbreitete. Weiß ist in Japan zugleich die Farbe der Totenkleidung, und der Shiromuku trägt diese Doppelbedeutung bewusst: Die Braut stirbt symbolisch für ihre Herkunftsfamilie und wird in der neuen geboren.

Für eine Hochzeit in Deutschland bedeutet das: Ein weißer Kimono wie der Braut Kimono Weiß fügt sich problemlos in westliche Erwartungen ein. Cremeweiß, Elfenbein und Champagner sind bei Seide üblicher als reines Weiß, weil ungebleichte Seide von Natur aus einen warmen Ton hat. Wer einen weißen Kimono als Überwurf trägt, achtet darauf, dass Kleid und Kimono denselben Weißton haben; zwei verschiedene Weiß nebeneinander wirken, als sei eines vergilbt. Weitere weiße Modelle stehen unter Kimono weiß.

Kimono Hochzeitskleid: Formen für die Trauung in Deutschland

Wer sich in Deutschland für ein Kimono Hochzeitskleid oder einen Kimono zur Trauung entscheidet, hat mehrere Formen zur Auswahl, die sich in Aufwand und Wirkung deutlich unterscheiden.

Kimono Hochzeitskleid: Kimonokleid als Brautkleid

Ein bodenlanges Kimonokleid aus Seide, Satin oder Crêpe in Weiß oder Elfenbein mit V-förmigem Wickelausschnitt, weiten Ärmeln und Bindegürtel ersetzt das klassische Brautkleid. Es ist bequemer als ein Korsagenkleid, lässt sich ohne Hilfe anziehen und passt zu Trauungen im Standesamt, im Garten und am Strand. Der Schnitt ist eine westliche Interpretation; mit dem japanischen Uchikake hat er nur die Silhouette gemein. Mehr zu diesem Schnitt unter Kimono Kleid.

Kimono Hochzeit als Überwurf über dem Brautkleid

Ein leichter, bodenlanger Kimono aus Seidenchiffon, Organza oder Spitze wird offen über einem schlichten Brautkleid getragen: zur Trauung im Freien als Schutz vor Wind, am Abend als Ersatz für Bolero oder Stola, auf Fotos als bewegtes Element. Die Ärmel sind weit, der Rücken oft mit Stickerei oder Spitzeneinsatz. Diese Form ist die einfachste Art, den Kimono in eine westliche Hochzeit zu holen, weil das Kleid darunter unverändert bleibt.

Originaler Uchikake oder Furisode als Kimono Braut

Für Paare mit japanischem Hintergrund oder für eine Hochzeit mit japanischem Thema wird ein originaler Uchikake oder Furisode gemietet oder gebraucht gekauft. Das setzt eine Ankleiderin voraus, die den Kimono anlegt, und Zeit: Zwei Stunden für das Ankleiden, Bewegungseinschränkung durch den schweren Saum, Sitzen nur auf der vorderen Stuhlkante. In Deutschland gibt es wenige Kitsuke-Ankleiderinnen, meist in Großstädten mit japanischer Gemeinde; ein Termin wird Monate vorher vereinbart.

Morgenmantel im Kimonoschnitt am Hochzeitsmorgen

Der Morgenmantel im Kimonoschnitt aus Satin oder Seide, in dem sich Braut und Brautjungfern frisieren und schminken lassen, ist in Deutschland zum festen Bestandteil des Hochzeitsmorgens geworden. Er ist kein Brautkimono im eigentlichen Sinn, wird aber unter diesem Begriff gesucht. Entscheidend sind ein weiter Ausschnitt, der über den Kopf gezogen werden kann, ohne die Frisur zu berühren, und ein Stoff, der Make-up-Flecken verzeiht oder waschbar ist. Passende Modelle stehen unter Kimono Morgenmantel Damen.

Form Stoff Anziehen Passt zu Aufwand Nach der Hochzeit
Kimonokleid als Brautkleid Seide, Satin, Crêpe allein, 5 Minuten Standesamt, Garten, Strand gering färben oder kürzen und weiter tragen
Überwurf über Brautkleid Chiffon, Organza, Spitze allein, 1 Minute jede westliche Trauung gering als Abendkimono tragbar
Originaler Uchikake Seidenbrokat Ankleiderin, 1–2 Stunden Shinto-Trauung, japanisches Thema hoch Miete zurück oder Aufbewahrung
Furisode / Hikifurisode Seide Ankleiderin, 1 Stunde Zeremonie, Empfang hoch Ärmel kürzen zum Tomesode
Morgenmantel im Kimonoschnitt Satin, Seide allein Hochzeitsmorgen gering als Morgenmantel

Kimono Hochzeit: Farben jenseits von Weiß

Für eine Kimono Hochzeit in Deutschland ist Weiß nicht vorgeschrieben. Rot ist in Japan die zweite Brautfarbe und steht für Glück und Abwehr des Bösen; ein roter Kimono mit Goldstickerei ist eine Option für den Empfang oder für Paare, die ein westliches Weiß beim Standesamt und eine kräftige Farbe am Abend tragen möchten. Gold, Champagner und Rosé fügen sich in westliche Farbkonzepte ein. Schwarz ist in Japan als Kurofurisode eine Brautfarbe, in Deutschland bei Bräuten ungewöhnlich, aber für Trauzeuginnen und Gäste verbreitet. Übersichten stehen unter Kimono rot und Kimono rosa. Bei zweifarbigen Konzepten wird die kräftige Farbe meist auf den Überwurf gelegt und das Kleid darunter hell gehalten; ein roter Chiffonkimono über einem elfenbeinfarbenen Kleid zitiert die japanische Abfolge von Weiß und Farbe an einem einzigen Abend, ohne dass ein Kleiderwechsel nötig wird.

Größen beim Braut Kimono in Zentimetern

Japanische Brautkimonos werden nicht in Konfektionsgrößen, sondern nach Länge und Ärmelspannweite bemessen; die Weite wird beim Ankleiden durch Falten in der Taille, den Ohashori, ausgeglichen. Westliche Brautkimonos folgen den üblichen Damengrößen. Die Tabelle nennt die Werte beider Systeme.

Größe / Typ Körpergröße Kimonolänge Spannweite Yuki Ärmellänge Sode Hinweis
Uchikake S 150–158 cm 180–190 cm 64–66 cm 100–110 cm Länge inklusive Schleppsaum
Uchikake M 158–166 cm 190–200 cm 66–68 cm 105–115 cm häufigste Mietgröße
Uchikake L 166–175 cm 200–210 cm 68–71 cm 110–115 cm in Japan selten, in Europa nachgefragt
Furisode Standard 155–168 cm 160–175 cm 65–69 cm 100–114 cm Länge = Körpergröße plus Ohashori
Westlicher Überwurf S–M 160–172 cm 130–145 cm 70–76 cm 40–60 cm Rückenlänge ohne Schleppe
Westlicher Überwurf L–XL 165–178 cm 135–150 cm 76–82 cm 40–60 cm Spannweite über Kleid mit Ärmeln prüfen

Yuki ist die Spannweite von der Mitte des Nackens bis zum Ärmelsaum, also die halbe Gesamtspannweite. Ein Furisode passt, wenn seine Länge etwa der Körpergröße entspricht; der Überschuss wird in der Taille gefaltet. Ein Uchikake ist bewusst länger als die Trägerin, weil er schleift. Bei westlichen Überwürfen zählt die Rückenlänge: Sie sollte bis zum Boden reichen oder bewusst 10 bis 15 cm darüber enden, nicht dazwischen.

Kimono Braut mieten, kaufen oder erben

In Japan wird der Kimono Braut fast immer gemietet, weil ein neuer Uchikake den Preis eines Kleinwagens erreichen kann und nur einen Tag getragen wird. Mietpakete enthalten Uchikake, Kakeshita, Obi, alle Accessoires, Ankleiden, Frisur und oft das Fotoshooting. In Deutschland ist das Angebot klein; einige Anbieter in Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und München vermieten Uchikake mit Ankleideservice, meist mit Vorlauf von mehreren Monaten.

Gebrauchte Uchikake und Furisode werden aus Japan in großer Zahl exportiert und sind über spezialisierte Händler und Auktionsplattformen erhältlich, oft zu einem Bruchteil des Neupreises. Beim Kauf sind zu prüfen: Flecken an Kragen und Saum, Brüchigkeit der Seide an Faltkanten, Zustand der Goldfäden, Geruch nach Mottenmitteln und Vollständigkeit; ein Uchikake ohne Kakeshita und Obi ist allein nicht tragbar. Geerbte Kimonos aus japanischen Familien werden traditionell weitergegeben und für die neue Trägerin angepasst; die Ärmel eines Furisode werden nach der Hochzeit gekürzt, wodurch ein Tomesode für verheiratete Frauen entsteht.

Brautkimono pflegen und aufbewahren

Ein Brautkimono aus Seide wird nach der Hochzeit nicht gewaschen, sondern gelüftet und zur Reinigung gegeben; in Japan ist das Araihari, das Auftrennen, Waschen und Neuzusammennähen des Kimonos, ein eigener Beruf. In Deutschland übernehmen Textilreinigungen mit Erfahrung in Seide und Metallfäden die Arbeit; Stickereien werden vorher abgedeckt.

  • Nach dem Tragen den Kimono einen Tag lang auf einem breiten Kimonobügel, dem Emonkake, im Schatten lüften, damit Feuchtigkeit aus Futter und Watte entweicht.
  • Flecken nicht selbst behandeln; Wasser hinterlässt auf Seide Ränder, Lösungsmittel greifen Farbe und Goldfäden an.
  • Zur Aufbewahrung nach der traditionellen Faltmethode entlang der Nähte falten und in Tatoshi-Papier aus Seidenpapier oder säurefreiem Papier einschlagen.
  • Flach in einer Kiste aus Paulownia-Holz oder in einer säurefreien Archivbox lagern, nicht hängen; das Gewicht des Uchikake zieht die Schultern aus.
  • Ein- bis zweimal jährlich auspacken, lüften und neu falten, damit sich keine dauerhaften Knicke bilden; Mottenschutz aus Zedernholz oder Lavendel statt Naphthalin.
  • Westliche Überwürfe aus Chiffon oder Spitze werden per Hand gewaschen oder gereinigt und hängend im Schatten getrocknet.

Kimono Hochzeit für Gäste, Trauzeuginnen und Mütter

Auch ohne Braut zu sein, lässt sich ein Kimono zur Hochzeit tragen. In Japan tragen verheiratete Verwandte den Kurotomesode, einen schwarzen Kimono mit Muster nur am Saum und fünf Wappen; unverheiratete Gäste den Furisode; weniger nahe Gäste den Homongi, einen Besuchskimono mit durchgehendem Muster. In Deutschland gilt für Gäste eine einfache Regel: kein Weiß, kein Creme, kein Elfenbein als Grundfarbe, weil diese der Braut vorbehalten sind, und keine Silhouette, die mit dem Brautkleid konkurriert. Ein farbiger Kimono aus Seide oder Viskose über einem schlichten Kleid, offen oder locker gegürtet, ist für Trauzeuginnen und Brautmütter eine Alternative zu Bolero und Blazer, die sich bei Kirchenkälte schließen und beim Tanzen ablegen lässt. Bräute, die Brautjungfern einheitlich kleiden, greifen zunehmend zu Kimonos in einer gemeinsamen Farbe über unterschiedlichen Kleidern.

Kimono Hochzeit für den Bräutigam: Montsuki Haori Hakama

Zum Brautkimono gehört in Japan das Gewand des Bräutigams: Montsuki Haori Hakama, ein schwarzer Kimono mit fünf Familienwappen, darüber eine schwarze Haori-Jacke mit weißer Haori-Himo-Kordel und darunter ein gestreifter Hakama, ein weiter Hosenrock in Grau- und Schwarzstreifen. Dazu weiße Tabi, Zori-Sandalen und ein weißer Fächer. Das Ensemble ist die höchste Formalstufe der Herrenkleidung und wird ebenfalls gemietet. In Deutschland tragen Bräutigame zu einer Kimonobraut meist einen Anzug; wer das japanische Bild vollständig möchte, findet Haori und Hakama über dieselben Vermieter. Weniger formelle Kimonos für Männer stehen unter Kimono Herren.

Kimono Braut in der Praxis: Bewegung, Sitzen, Fotos, Tanz

Ein Uchikake verändert den Tag. Gehen ist nur in kleinen Schritten möglich, weil der Kimono unten eng gewickelt ist; Treppen werden seitlich genommen, der Saum wird von einer Helferin getragen. Sitzen geht nur auf der vorderen Stuhlkante mit geradem Rücken, weil der Obi-Knoten hinten aufträgt. Toilettengänge brauchen Hilfe. Tanzen ist im Uchikake nicht vorgesehen; deshalb wechseln viele Bräute für die Party in ein westliches Kleid. Fotos gelingen im Stehen, leicht seitlich gedreht, mit dem Fächer in beiden Händen vor dem Obi. Ein westlicher Brautkimono aus Chiffon kennt keine dieser Einschränkungen; sein einziges praktisches Problem sind die weiten Ärmel bei Sektempfang und Buffet.

Braut Kimono für Standesamt und freie Trauung

Für das Standesamt und für freie Trauungen im Garten, am See oder in einer Scheune ist der Brautkimono besonders verbreitet, weil dort keine liturgische Kleiderordnung gilt und die Zeremonie kurz ist. Ein knöchellanges Kimonokleid aus Crêpe in Elfenbein mit schmalem Gürtel, dazu flache Sandalen oder Pumps, ist für das Standesamt eine Form, die sich anschließend im Restaurant tragen lässt. Bei Trauungen im Freien ist ein Chiffon-Überwurf über dem Kleid zugleich Windschutz und Bildelement; bei Wind sollten die Ärmel nicht länger als das Handgelenk sein. Für Trauungen im Winter kommt ein gefütterter Kimonomantel aus Wollcrêpe oder Samt in Elfenbein, Bordeaux oder Dunkelgrün über das Kleid. Beim Standesamt ist außerdem die Sitzordnung zu bedenken: Das Paar sitzt während der Zeremonie, weshalb ein Kimonokleid ohne aufgetragenen Rückenknoten und ohne Schleppe bequemer ist als ein Ensemble mit Obi. Ein schmaler Stoffgürtel, vorne oder seitlich gebunden, lässt sich im Sitzen lösen und nach der Unterschrift neu binden.

Häufige Fragen zu Braut Kimono

Was ist der Unterschied zwischen Shiromuku und Iro-Uchikake bei der Kimono Hochzeit?

Beide sind Uchikake, also schwere, gefütterte Überkimonos mit gepolstertem Schleppsaum. Der Shiromuku ist vollständig weiß und wird zur Trauzeremonie im Schrein getragen; der Iro-Uchikake ist farbig, meist rot oder golden, und wird nach dem Kleiderwechsel zum Empfang getragen. Der Wechsel von Weiß zu Farbe symbolisiert die Aufnahme der Braut in die neue Familie.

Kann man einen Braut Kimono in Deutschland zur Trauung tragen?

Ja. Standesämter und freie Trauungen kennen keine Kleiderordnung, und auch in kirchlichen Trauungen ist ein Kimono nicht ausgeschlossen. Für einen originalen Uchikake ist eine Ankleiderin nötig, die es in einigen deutschen Großstädten gibt. Ein westliches Kimonokleid oder ein Kimono-Überwurf über dem Brautkleid lassen sich ohne Hilfe anziehen.

Warum heiratet man in Japan in Weiß, obwohl Weiß Trauerfarbe ist?

Weil beide Bedeutungen zusammengehören. Weiß steht in Japan für Reinheit und für den Übergang zwischen zwei Lebensabschnitten. Die Braut verlässt symbolisch ihre Herkunftsfamilie und wird in der neuen Familie neu geboren; der Kleiderwechsel in den farbigen Iro-Uchikake nach der Zeremonie zeigt, dass sie deren Farbe angenommen hat.

Was kostet ein Kimono Braut an Zeit und Aufwand?

Ein originaler Uchikake braucht ein bis zwei Stunden Ankleidezeit mit einer Kitsuke-Ankleiderin, dazu Frisur oder Perücke, und schränkt Gehen, Sitzen und Tanzen den ganzen Tag ein. Ein westliches Kimonokleid oder ein Überwurf ist in wenigen Minuten angezogen und kennt keine Einschränkungen. Zwischen beiden liegen Furisode und Hikifurisode mit etwa einer Stunde Ankleidezeit.

Welche Muster passen zum Kimono Braut?

In Japan Glücksmotive: Kranich für Treue und langes Leben, Kiefer, Bambus und Pflaume für Standhaftigkeit, Päonie für Wohlstand, Phönix für Harmonie, Fächer für eine sich öffnende Zukunft. Auf westlichen Brautkimonos sind Blütenranken, Kraniche und schlichte Ton-in-Ton-Stickerei üblich. Motive mit fallenden Blättern oder Herbstbezug gelten in Japan als unpassend.

Eignet sich ein Kimono Hochzeitskleid für eine Hochzeit am Strand?

Ja, in leichter Ausführung. Ein knöchellanges Kimonokleid aus Crêpe de Chine oder Seidenchiffon in Elfenbein, mit Gürtel und ohne Schleppe, bewegt sich im Wind, bleibt aber tragbar und passt zu Sandalen oder barfuß. Zu vermeiden sind schwere Stoffe, Schleppsäume, die Sand aufnehmen, und sehr weite Ärmel, die bei Wind über die Schultern schlagen.

Was tragen Gäste bei einer Kimono Hochzeit?

In Japan verheiratete Verwandte den schwarzen Kurotomesode, unverheiratete Gäste den Furisode, übrige Gäste den Homongi. In Deutschland gilt: farbige Kimonos sind für Gäste, Trauzeuginnen und Mütter willkommen, Weiß, Creme und Elfenbein als Grundfarbe bleiben der Braut vorbehalten. Ein Kimono über einem schlichten Kleid ersetzt Bolero oder Blazer.

Wie bewahrt man einen Brautkimono nach der Hochzeit auf?

Einen Tag lüften, reinigen lassen, entlang der Nähte falten, in säurefreies Papier einschlagen und flach in einer Holz- oder Archivbox lagern. Nicht hängen, nicht in Plastik, nicht mit Naphthalin. Ein- bis zweimal jährlich lüften und neu falten. Westliche Überwürfe aus Chiffon oder Spitze können nach Reinigung hängend im Kleidersack aufbewahrt werden.

Glossar: Begriffe rund um den Brautkimono

  • Shiromuku: Vollständig weißes Brautensemble aus Uchikake, Kakeshita, Obi und Accessoires für die Zeremonie.
  • Iro-Uchikake: Farbiger, meist roter oder goldener Überkimono für den Empfang.
  • Uchikake: Schwerer, gefütterter Überkimono mit gepolstertem Schleppsaum, offen getragen.
  • Kakeshita: Kimono, der unter dem Uchikake getragen und mit dem Obi gebunden wird.
  • Furisode: Kimono mit sehr langen Ärmeln für unverheiratete Frauen; als Kurofurisode schwarze Brautform.
  • Hikifurisode: Furisode mit verlängertem, gepolstertem Saum, der schleift.
  • Tomesode: Kimono verheirateter Frauen mit kurzen Ärmeln; entsteht durch Kürzen eines Furisode.
  • Oironaoshi: Kleiderwechsel der Braut während der Hochzeitsfeier.
  • Tsunokakushi: Weißes Seidenband um die Brautfrisur, wörtlich Hörnerverstecker.
  • Wataboshi: Große weiße Seidenhaube, nur zum Shiromuku während der Zeremonie.
  • Nagajuban: Untergewand unter dem Kimono, dessen Kragen sichtbar bleibt.
  • Obi: Breiter Brokatgürtel; Maru-Obi und Fukuro-Obi sind die formellen Typen für Bräute.
  • Hakoseko, Kaiken, Suehiro: Täschchen, Zierdolch und Fächer als Brautaccessoires.
  • Kitsuke: Die Kunst des Kimono-Anlegens; Kitsuke-shi ist die Ankleiderin.
  • Montsuki Haori Hakama: Formelles Herrenensemble des Bräutigams aus Wappenkimono, Jacke und Hosenrock.
  • Yuzen: Handmaltechnik für Seide mit Reispastenreserve.
  • Nishijin: Brokatweberei in Kyoto, Herkunft vieler Obi und Uchikake.
  • Tatoshi: Papierhülle aus Seidenpapier zur Aufbewahrung gefalteter Kimonos.

Braut Kimono: Das Wichtigste in Kürze

Ein Braut Kimono ist in Japan ein mehrlagiges Seidenensemble mit festgelegter Bedeutung: der weiße Shiromuku für die Zeremonie, der farbige Iro-Uchikake für den Empfang, der schwarze Kurofurisode als ältere Form, jeweils mit Obi, Untergewand, Kopfbedeckung und Accessoires, angelegt von einer Ankleiderin in ein bis zwei Stunden. In Deutschland steht der Begriff außerdem für Kimonokleider als Brautkleid, für leichte Überwürfe aus Chiffon oder Spitze über dem Brautkleid und für den Morgenmantel im Kimonoschnitt am Hochzeitsmorgen. Wer das Original möchte, mietet oder kauft gebraucht und plant eine Ankleiderin ein; wer die Form ohne den Aufwand möchte, wählt ein Kimonokleid oder einen Überwurf in einem Weißton, der zum Kleid passt. Nach der Hochzeit wird Seide gelüftet, gereinigt, gefaltet und flach in säurefreiem Papier aufbewahrt.