Kimono Bluse – Ratgeber & Wissenswertes

Eine Kimono Bluse ist ein Oberteil, dessen Ärmel nicht eingesetzt, sondern in einem Stück mit Vorder- und Rückenteil zugeschnitten sind, sodass Schulter- und Ärmelnaht ohne Armkugel in einer Linie verlaufen. Diese Ärmelform heißt in der Schnittkonstruktion Kimonoärmel, weil sie dem geraden, T-förmigen Aufbau des japanischen Kimonos nachempfunden ist. Anders als Kimonojacke oder Haori ist die Kimonobluse kein Überkleidungsstück, sondern ein Hauptoberteil: Sie wird direkt auf der Haut oder über einem Unterhemd getragen, hat eine Blusenlänge zwischen Hüfte und Oberschenkel und wird meist in die Hose oder den Rock gesteckt oder locker darüber gelassen. Im Handel laufen unter demselben Begriff auch Kimono-Shirts aus Jersey, Kimono-Tops aus Seide und Satin, Wickelblusen mit V-Ausschnitt und hemdartige Oberteile im Stil japanischer Arbeitsjacken.

Die folgenden Abschnitte erklären, woher der Kimonoärmel stammt und wie er sich von Fledermaus- und Raglanärmel unterscheidet, welche Formen von Kimonoblusen es gibt, aus welchen Stoffen sie genäht werden, welche Maße bei den gängigen Größen zu erwarten sind, wie eine Wickelbluse gebunden wird, wie das Oberteil zu Hose, Rock und Jeans kombiniert wird, wie es gewaschen und gebügelt wird und worin es sich von Kimonojacke und Haori unterscheidet. Ein Glossar und ein Fragenteil schließen den Text ab.

Was ist eine Kimono Bluse?

Der Begriff beschreibt eine Schnittform, kein Kleidungsstück aus Japan. In der japanischen Garderobe gibt es keine Bluse; der Kimono selbst ist ein knöchellanges Wickelgewand, unter dem der Nagajuban, ein Unterkimono, und darunter der Hadajuban, ein kurzes Untertop aus Baumwolle oder Leinen, getragen werden. Die westliche Kimonobluse übernimmt vom Kimono lediglich das Prinzip des angeschnittenen Ärmels, bei dem Rumpf und Ärmel aus einem einzigen Schnittteil bestehen und die Schulterlinie ohne Naht nach außen in den Ärmel übergeht.

Daraus ergeben sich drei Eigenschaften, die jede Kimonobluse teilt: eine fallende Schulter ohne markierten Schulterpunkt, eine tiefe, weiche Armkugel und eine Ärmelweite, die am Oberarm deutlich größer ist als bei einem eingesetzten Ärmel. Alles andere ist variabel: Ausschnitt, Länge, Verschluss, Stoff und ob der Ärmel kurz, dreiviertellang oder lang ist. Der Handel verwendet neben Kimono Bluse auch die Bezeichnungen Kimono Oberteil, Kimono Top, Kimono Shirt und Kimono Hemd; die Unterschiede zwischen diesen Begriffen sind weiter unten erläutert.

Der Kimonoärmel: Ursprung des Schnitts der Kimonobluse

Der Kimonoärmel kam um 1910 in die europäische Damenmode, als Pariser Couturiers unter dem Einfluss japanischer Textilimporte Kleider und Jacken ohne eingesetzte Ärmel entwarfen. In den 1930er- und 1950er-Jahren wurde der Schnitt zum Standard für Blusen, Kleider und Strickwaren, weil er sich mit wenigen Nähten fertigen lässt und dem Oberkörper eine weiche Linie gibt. In Schnittmusterbüchern taucht er seither unter dem Namen Kimonoärmel auf, unabhängig davon, ob das Kleidungsstück sonst irgendetwas mit Japan zu tun hat.

Kimonoärmel, Fledermausärmel und Raglanärmel bei der Kimonobluse

Drei Ärmelformen werden häufig verwechselt. Beim Kimonoärmel verläuft die untere Ärmelnaht in einer flachen Kurve von der Taille zum Handgelenk; die Ärmelweite am Oberarm ist groß, am Handgelenk oft schmal. Beim Fledermausärmel beginnt die untere Ärmelnaht ebenfalls an der Taille, ist aber so tief ausgeschnitten, dass bei ausgestreckten Armen eine flügelartige Stofffläche entsteht; er ist eine übertriebene Form des Kimonoärmels. Der Raglanärmel hat dagegen eine Naht, die schräg vom Halsausschnitt zur Achsel verläuft; die Schulter ist Teil des Ärmels, aber der Ärmel ist ein separates Schnittteil. Eine Kimono Bluse hat keine solche Naht.

Der Zwickel am Kimonoärmel

Damit der Arm sich heben lässt, ohne dass die Bluse hochrutscht, wird bei schmal geschnittenen Kimonoärmeln unter der Achsel ein Zwickel eingesetzt: ein rautenförmiges Stoffstück von etwa 8 bis 15 cm Kantenlänge, das der Unterarmnaht zusätzliche Weite gibt. Weit geschnittene Blusen kommen ohne Zwickel aus, weil die Unterarmnaht ohnehin tief liegt. Ob ein Zwickel vorhanden ist, lässt sich an der Innenseite der Achsel erkennen; sein Fehlen ist bei schmalen Ärmeln ein Grund für Spannungsfalten.

Kimono Bluse Damen: die wichtigsten Formen

Die folgende Tabelle ordnet die im Handel üblichen Formen nach Stoff, Ausschnitt, Länge und Einsatz. Die Längen beziehen sich auf die Rückenlänge ab Halsansatz bei Konfektionsgröße 38.

Form Stoff Ausschnitt Rückenlänge Verschluss Einsatz
Kimono-Wickelbluse Viskose, Seide, Crêpe V-Ausschnitt, überlappend 55–65 cm Bindebänder seitlich Büro, Abend
Kimono-Blusenshirt Viskose, Baumwollbatist, Leinen Rund oder V, geschlossen 58–68 cm Ohne, Schlupfform Alltag, Büro
Kimono-Shirt Jersey, Viskosejersey, Modal Rund, U-Boot 55–65 cm Ohne Freizeit
Kimono-Top Seide, Satin, Chiffon Tief V, Wasserfall 50–60 cm Ohne oder Reißverschluss seitlich Abend
Kimono-Hemd im Noragi-Stil Baumwolle, Leinen, Denim Kimonokragen, überlappend 65–75 cm Bindeband oder offen Freizeit, Sommer
Kimono-Tunika Viskose, Musselin V mit Schlitz 70–85 cm Ohne Strand, Sommer

Kimono Bluse in Wickeloptik

Die Wickelbluse ist die Form, die dem Kimono am nächsten kommt: Die Vorderteile überlappen links über rechts und werden mit zwei Bändern geschlossen, eines innen an der Seitennaht, eines außen. Der Ausschnitt ist ein V, dessen Tiefe sich über die Bänder regulieren lässt. Sie wird meist aus fließenden Webstoffen genäht und in den Bund gesteckt oder mit Schößchen über der Hose getragen.

Kimono Shirt aus Jersey

Das Kimono-Shirt überträgt den Schnitt auf Maschenware. Weil Jersey dehnbar ist, braucht es keinen Zwickel und keinen Verschluss; das Shirt wird über den Kopf gezogen. Typisch sind U-Boot-Ausschnitt, Dreiviertelärmel und ein leicht abgerundeter Saum. Es ist die alltagstauglichste und pflegeleichteste Form.

Kimono Hemd im Noragi-Stil

Das Kimono-Hemd orientiert sich an japanischen Arbeitsjacken, dem Noragi und dem Samue-Oberteil: gerader Schnitt, durchlaufender Kimonokragen, rechtwinklig angesetzte Ärmel, Bindeband in Taillenhöhe oder offen getragen. Es besteht aus festem Baumwollstoff, Leinen oder leichtem Denim, häufig in Indigoblau, und wird über einem T-Shirt getragen. Es steht zwischen Bluse und Jacke; ist es ungefüttert und dünn, zählt es zu den Oberteilen, ist es gefüttert, gehört es zu den Formen, die in der Kategorie Kimono Jacke Damen beschrieben sind.

Kimono Top oder Top Kimono: zwei Bezeichnungen, ein Schnitt

Im Handel und in Suchanfragen erscheinen beide Wortstellungen. Kimono Top bezeichnet ein kurzes, oft ärmelloses oder kurzärmeliges Oberteil mit angeschnittener Schulter, meist aus Seide, Satin oder Chiffon, für den Abend oder unter einem Blazer. Die umgekehrte Form Top Kimono meint dasselbe Kleidungsstück, taucht aber häufig in Kombination mit Zweiteilern auf, bei denen ein kurzes Top und eine passende Hose oder eine offene Überjacke zusammen angeboten werden. Konstruktiv gibt es keinen Unterschied: Beide haben den angeschnittenen Ärmel, einen tiefen V- oder Wasserfallausschnitt und eine Rückenlänge von 50 bis 60 cm, die knapp über dem Hosenbund endet.

Kimono Oberteil Damen: Schnittdetails, Ausschnitt und Saum

Neben dem Ärmel bestimmen Ausschnitt und Saum, wie ein Kimono Oberteil wirkt und wozu es passt.

Ausschnittformen am Kimono Oberteil

Der V-Ausschnitt ist die häufigste Form, weil er die fallende Schulterlinie nach unten verlängert und den Hals streckt. Der Rundhalsausschnitt wirkt zusammen mit dem breiten Ärmel kastiger und passt zu Jersey. Der U-Boot-Ausschnitt betont die Schulterbreite und ist bei Kimono-Shirts verbreitet. Der Kimonokragen, eine durchlaufende Blende von 4 bis 6 cm Breite, die vom Nacken bis zum Saum reicht, kommt beim Kimono-Hemd und bei Wickelblusen vor. Ein Wasserfallausschnitt entsteht, wenn das Vorderteil im schrägen Fadenlauf zugeschnitten wird; er ist typisch für Kimono-Tops aus Seide.

Saum und Länge der Kimonobluse

Gerade Säume mit Seitenschlitzen von 8 bis 15 cm gleichen die Weite des Oberteils aus und erleichtern das Sitzen. Abgerundete Säume, vorne kürzer und hinten länger, werden über der Hose getragen. Ein Gummizug oder ein Tunnelzug am Saum verwandelt die Bluse in eine Blousonform. Wickelblusen enden meist knapp unter dem Bund, Tuniken auf Oberschenkelhöhe. Für das Hineinstecken in eine Hose mit hohem Bund reicht eine Rückenlänge von 55 bis 60 cm; wer die Bluse darüber tragen möchte, braucht 62 bis 70 cm.

Kimono Blusen Materialien: Viskose, Seide, Baumwolle und Leinen

Der Kimonoärmel braucht Stoffe, die fallen. Steife Gewebe stehen an der Schulter ab und bilden Querfalten unter der Achsel. Die Tabelle stellt die üblichen Materialien gegenüber.

Material Fall Transparenz Knitterneigung Pflege Typische Form
Viskose, gewebt Sehr fließend Gering bis mittel Hoch 30 °C Schonwaschgang, feucht bügeln Wickelbluse, Blusenshirt
Viskosejersey, Modal Weich, dehnbar Gering Gering 30 °C, liegend trocknen Kimono-Shirt
Seide (Crêpe de Chine, Satin) Fließend, glänzend oder matt Mittel Mittel Handwäsche kalt oder Reinigung Kimono-Top, Wickelbluse
Polyester-Satin Glatt, glänzend Gering Gering 30 °C Kimono-Top
Baumwollbatist, Voile Leicht, trocken Mittel bis hoch Hoch 40 °C, bügeln Blusenshirt, Tunika
Leinen Trocken, fest Gering Sehr hoch 40 °C, feucht bügeln Kimono-Hemd
Chiffon Schwebend Hoch Gering Handwäsche Kimono-Top über Unterhemd
Musselin (Doppelgaze) Weich, leicht bauschig Gering Mittel, gewollt 40 °C, nicht bügeln Tunika

Viskose ist das verbreitetste Material, weil sie fließt und günstig zu verarbeiten ist; im nassen Zustand verliert sie an Festigkeit und sollte nicht ausgewrungen werden. Seide fällt am weichsten und ist am empfindlichsten gegen Schweiß und Licht. Die Unterschiede zwischen Seidenqualitäten wie Crêpe de Chine, Habutai und Satin sind unter Kimono Seide Damen beschrieben; Eigenschaften von Satingeweben aus Polyester unter Kimono Satin Damen. Für Sommerblusen aus Naturfaser sind Baumwolle und Leinen die Standardwahl.

Kimono-Oberteil aus Jersey oder Webware?

Die Wahl zwischen Maschenware und Webware entscheidet über Passform und Pflege. Ein Kimono-Oberteil aus Jersey dehnt sich, folgt der Armbewegung und braucht weder Zwickel noch Verschluss; es knittert wenig und lässt sich in der Maschine waschen. Der Ärmel fällt jedoch weniger sauber, weil Jersey am Saum leicht einrollt und die Schulterlinie sich mit der Zeit ausdehnt. Webware hält die Linie des Ärmels, muss aber weiter geschnitten sein oder einen Zwickel haben, damit sich der Arm heben lässt; sie knittert stärker und verlangt Bügeln. Für Büro und Abend ist Webware die gängige Wahl, für Freizeit und Reise Jersey.

Kimono Bluse Damen: Größen und Maße in cm

Bei Kimonoblusen ist die Brustweite weniger aussagekräftig als bei tailliertern Blusen, weil der Schnitt viel Weite einplant. Entscheidend sind Rückenlänge, Ärmellänge ab Halsansatz und die Weite des Ärmelsaums. Die folgenden Fertigmaße gelten für ein Blusenshirt aus Viskose mit Dreiviertelärmel; die Brustweite ist flach gemessen und verdoppelt.

Größe Konfektionsgröße Brustweite Rückenlänge Ärmellänge ab Halsansatz Ärmelsaumumfang
XS 32–34 96–102 cm 58–60 cm 50–53 cm 28–32 cm
S 36 102–108 cm 59–61 cm 52–55 cm 30–34 cm
M 38 108–114 cm 60–62 cm 54–57 cm 32–36 cm
L 40–42 114–122 cm 61–63 cm 56–59 cm 34–38 cm
XL 44–46 122–130 cm 62–64 cm 58–61 cm 36–40 cm
XXL 48–50 130–138 cm 63–65 cm 60–63 cm 38–42 cm

Die Ärmellänge wird vom Halsansatz über die Schulter bis zum Ärmelsaum gemessen, weil keine Schulternaht als Bezugspunkt existiert. Ein Wert von 54 cm entspricht bei durchschnittlicher Armlänge einem Ärmel, der knapp unter dem Ellbogen endet; für einen langen Ärmel sind 72 bis 78 cm nötig. Wer zwischen zwei Größen liegt, wählt bei Webware die größere, bei Jersey die kleinere. Ein Ärmelsaumumfang unter 28 cm ist bei Webware ohne Schlitz zu eng für das Hochschieben des Ärmels.

Kimonobluse in Wickelform binden

Eine Wickelbluse wird in einer festen Reihenfolge geschlossen, damit die Überlappung glatt liegt und der Ausschnitt nicht aufklafft.

  1. Die Bluse anziehen und beide Vorderteile locker hängen lassen. Die rechte Seite hat innen ein kurzes Band, die linke außen ein langes.
  2. Das rechte Vorderteil über die Brust nach links legen und das innere Band durch den Schlitz an der linken Seitennaht führen.
  3. Das innere Band an der Innenseite mit dem dort angenähten Gegenband zu einem flachen Knoten binden.
  4. Das linke Vorderteil über das rechte legen; die Überlappung liegt damit links über rechts, wie beim Kimono.
  5. Das äußere Band um die Taille führen und an der rechten Seite oder vorne binden; eine kleine Schleife an der Seite trägt weniger auf als vorne.
  6. Den Ausschnitt durch leichtes Ziehen an beiden Vorderteilen auf die gewünschte Tiefe einstellen; ein Unterhemd oder Bandeau schließt einen zu tiefen Ausschnitt.

Bei Blusen mit Schößchen wird das äußere Band unterhalb des Schößchenansatzes gebunden, damit der Stoff darunter nicht staucht. Wer die Bluse in die Hose steckt, bindet das äußere Band innen und lässt die Enden im Bund verschwinden.

Kimono Bluse kombinieren: Hose, Rock und Jeans

Der weite Ärmel gibt dem Oberkörper Volumen. Die Faustregel lautet: unten schmal oder gerade, oben weit. Zwei weite Teile übereinander wirken nur bei bewusst gewählten Zweiteilern stimmig.

Kimono Oberteil zur weiten Hose

Zu einer weiten Hose mit hohem Bund, etwa einer Marlenehose oder einer Kimono Hose mit tiefem Schritt, wird die Bluse in den Bund gesteckt, damit die Taille sichtbar bleibt. Ein kurzes Kimono-Top, das knapp über dem Bund endet, erfüllt denselben Zweck ohne Hineinstecken. Beide Teile im selben Stoff ergeben einen Zweiteiler, wie er in der Kategorie Kimono Set beschrieben ist.

Kimono Top zum Bleistiftrock

Über einem schmalen Rock wirkt das Volumen des Ärmels ausgeglichen. Die Bluse wird hineingesteckt oder als kurzes Top darüber getragen; ein schmaler Gürtel in Taillenhöhe betont den Kontrast. Für das Büro eignen sich einfarbige Wickelblusen aus Crêpe, für den Abend Kimono-Tops aus Satin.

Kimono Shirt zur Jeans

Zu geraden oder schmalen Jeans passt jedes Kimono-Shirt aus Jersey, locker über dem Bund getragen oder vorne halb hineingesteckt. Zu weiten Jeans mit hohem Bund wird das Shirt ganz hineingesteckt. Ein Kimono-Hemd aus Leinen oder Denim wird offen über einem T-Shirt getragen und ersetzt im Sommer die Jacke.

Kimono Blusen nach Jahreszeit

Der Kimonoärmel ist in jeder Jahreszeit tragbar, weil er sich über Länge und Stoff anpasst. Im Sommer sind Kurzarm- und Dreiviertelärmel aus Batist, Leinen, Viskose und Musselin üblich; die offene Achsel sorgt für Luftzirkulation. In der Übergangszeit werden langärmelige Blusen aus Viskose und Crêpe unter offenen Jacken getragen. Im Winter passen Kimono-Shirts aus Modal oder Viskosejersey unter Strickjacken, wobei der weite Ärmel eine ebenso weite Jacke braucht; unter einem klassischen Blazer mit schmalem Ärmel staucht sich der Kimonoärmel und bildet Wülste.

  • Frühjahr: langärmelige Wickelbluse aus Viskose, Kimono-Hemd aus Baumwolle über T-Shirt.
  • Sommer: Kurzarm-Blusenshirt aus Leinen oder Batist, Kimono-Top aus Chiffon über Trägertop, Tunika aus Musselin.
  • Herbst: Blusenshirt aus Crêpe, Kimono-Shirt aus Modal unter offener Strickjacke.
  • Winter: Kimono-Top aus Satin unter Wickelmantel für den Abend, Jersey-Shirt als Schicht unter weit geschnittenem Strick.

Kimonobluse im Büro, in der Freizeit und am Abend

Für das Büro eignen sich einfarbige Blusenshirts und Wickelblusen aus Crêpe oder Viskose in Weiß, Cremeweiß, Marine, Schwarz oder gedeckten Tönen, in den Bund gesteckt oder mit geradem Saum über der Hose. Der V-Ausschnitt sollte nicht tiefer als eine Handbreit unter dem Schlüsselbein enden; ein Unterhemd gleicht tiefere Ausschnitte aus. In der Freizeit sind Kimono-Shirts aus Jersey, Kimono-Hemden aus Leinen und gemusterte Tuniken üblich. Am Abend werden Kimono-Tops aus Seide oder Satin mit Wasserfallausschnitt zu schmalen Hosen oder Röcken getragen; ein Top mit langem, weitem Ärmel ersetzt dabei die Jacke. Für Hochzeiten als Gast kommen Wickelblusen aus Seide zu langen Röcken infrage, wobei rein weiße Oberteile vermieden werden.

Muster und Farben der Kimonobluse

Der weite Ärmel bietet Fläche für Muster; großformatige Drucke kommen auf Kimonoblusen besser zur Geltung als auf schmal geschnittenen Oberteilen. Verbreitet sind Blumendrucke, Paisley, geometrische Muster und japanisch inspirierte Motive wie Wellen, Kraniche oder Kirschblüten. Einfarbige Blusen betonen dagegen die Linie des Ärmels und sind bürotauglicher. Bei gemusterten Wickelblusen sollte das Motiv an der Überlappung nicht abrupt brechen; bei Streifen fällt ein schräger Verlauf am Ärmel auf, weil der Fadenlauf dort von der Senkrechten abweicht. Dunkle Farben kaschieren die Transparenz dünner Viskose, helle Farben verlangen ein Unterhemd in Hautton. Bei Seide und Viskose bleichen kräftige Farben unter Sonnenlicht an den Schultern zuerst aus.

Kimono Hemd, Kimono Shirt und Kimono Bluse: Begriffe im Handel

Die drei Begriffe werden nicht einheitlich verwendet, folgen aber einer groben Logik, die sich an Stoff und Verschluss orientiert. Kimono Bluse steht für Webware, meist Viskose, Seide oder Baumwollbatist, mit oder ohne Verschluss, in Blusenlänge. Kimono Shirt bezeichnet Maschenware aus Jersey ohne Verschluss, zum Überziehen. Kimono Hemd meint ein Oberteil aus festerem Webstoff mit durchlaufendem Kragen, das offen oder mit Bindeband getragen wird und sich an japanischen Arbeitsjacken orientiert. Kimono Oberteil und Kimono-Oberteil sind Sammelbegriffe für alle drei. In Suchanfragen erscheint zusätzlich die Pluralform Kimono Blusen, die dieselbe Warengruppe meint. Wer ein Oberteil sucht, sollte deshalb nicht nach dem Begriff, sondern nach Stoff, Verschluss und Länge entscheiden.

Kimono Bluse, Kimonojacke und Haori: die Unterschiede

Alle drei haben angeschnittene oder rechtwinklig angesetzte Ärmel, unterscheiden sich aber in Funktion und Konstruktion.

  • Kimonobluse: Hauptoberteil, wird direkt am Körper oder über einem Unterhemd getragen. Geschlossen (Schlupfform, Wickelform) oder mit Kimonokragen. Rückenlänge 50 bis 85 cm. Stoffe: Viskose, Seide, Jersey, Baumwolle, Leinen.
  • Kimonojacke: Überkleidungsstück, wird über einem anderen Oberteil getragen. Vorne offen oder mit Bindegürtel. Rückenlänge 45 bis 110 cm. Häufig Fransen, Spitze, Futter oder festere Stoffe.
  • Haori: Japanische Überjacke, über dem Kimono getragen, mit geflochtener Schnur in Brusthöhe verbunden. Rückenlänge 75 bis 95 cm. Seide, Wolle oder Polyester, oft gefüttert.

Grenzfall ist das Kimono-Hemd: Wird es über einem T-Shirt getragen, ist es funktional eine Jacke; wird es geschlossen auf der Haut getragen, ist es ein Oberteil. Ein Kimono im eigentlichen Sinn, ob als Kleid oder als japanisches Gewand, ist keines der drei; wer ein knielanges Kleid mit Kimonoärmeln und Wickelverschluss sucht, findet die Formen unter Kimono Kleid.

Kimonobluse nähen: Schnittkonstruktion des angeschnittenen Ärmels

Der Kimonoärmel gehört zu den einfachsten Ärmelkonstruktionen, weil Vorder- und Rückenteil jeweils ein einziges Schnittteil bilden. Die Schulterlinie wird vom Halsansatz aus um 2 bis 4 cm pro 10 cm nach unten geneigt, damit der Ärmel nicht waagerecht absteht. Die Unterarmnaht beginnt an der Seitennaht in Taillenhöhe und läuft in einer Kurve zum Ärmelsaum; je flacher die Kurve, desto weiter der Ärmel.

Ärmelweite und Fadenlauf bei der Kimonobluse

Der Ärmel liegt im schrägen Fadenlauf, weil er vom senkrechten Rumpf nach außen abknickt. Das erklärt, warum Kimonoärmel bei Webware weicher fallen als eingesetzte Ärmel, aber auch, warum Streifen am Ärmel schräg verlaufen. Bei schmalen Ärmeln mit weniger als 34 cm Saumumfang ist ein Zwickel oder eine Unterarmnaht mit Bewegungsweite von mindestens 6 cm nötig. Nahtzugaben an der gekrümmten Unterarmnaht werden eingeschnitten, damit die Kurve flach liegt.

Halsausschnitt und Belege der Kimonobluse

Der Halsausschnitt wird mit einem Beleg oder einem Schrägband versäubert; bei Wickelblusen läuft der Beleg als durchgehende Blende bis zum Saum und bildet den Kimonokragen. Für Jersey genügt ein Bündchen oder eine umgeschlagene Kante mit Zwillingsnaht. Der Stoffverbrauch liegt wegen der breiten Schnittteile bei 1,8 bis 2,4 m Stoff von 140 cm Breite für Größe 38, deutlich mehr als bei einer Bluse mit eingesetztem Ärmel.

Kimonobluse waschen und bügeln

Die Pflege richtet sich nach dem Material; einige Regeln folgen aus dem Schnitt, weil der schräge Fadenlauf am Ärmel beim Waschen und Bügeln verziehen kann.

  • Vor der ersten Wäsche das Pflegeetikett prüfen; Viskose und Seide auf links drehen und in einen Wäschebeutel legen.
  • Viskose bei 30 °C im Schonwaschgang ohne Schleudern oder mit höchstens 600 Umdrehungen waschen; nass nicht auswringen.
  • Seide per Hand in kaltem Wasser mit Feinwaschmittel waschen, kurz einweichen, nicht reiben; alternativ Reinigung.
  • Jersey und Modal liegend trocknen, damit sich Schulter und Ärmel nicht aushängen.
  • Webware im feuchten Zustand auf einem breiten Bügel trocknen; die Ärmel glatt ziehen, nicht falten.
  • Beim Bügeln in Richtung der Schulterlinie zum Ärmelsaum arbeiten, nicht quer, sonst dehnt sich der schräge Fadenlauf.
  • Bindebänder von Wickelblusen vor dem Waschen lösen und glatt legen; verknotet trocknen sie schlecht.
  • Leinen und Baumwolle bei 40 °C waschen, noch feucht mit Dampf bügeln.

Baumwollblusen sind unter Kimono Baumwolle Damen mit ihren Pflegeeigenschaften beschrieben. Musselin wird nicht gebügelt, weil seine leicht knittrige Oberfläche zur Struktur gehört.

Kimono-Oberteil auswählen: objektive Kriterien

Ob ein Kimono Oberteil passt und fällt, lässt sich an messbaren Merkmalen prüfen.

  1. Ärmelsaumumfang: Mindestens 30 cm bei Webware, damit sich der Ärmel hochschieben lässt; über 45 cm ist der Ärmel ein Fledermaus- oder Abendärmel.
  2. Unterarmnaht: Sie sollte mindestens 10 cm unterhalb der Achsel beginnen; liegt sie höher, spannt die Bluse beim Heben der Arme.
  3. Zwickel: Bei schmalen Ärmeln aus Webware ist ein Zwickel ein Hinweis auf durchdachte Konstruktion.
  4. Stoffgewicht: Viskose zwischen 110 und 150 g/m² fällt und ist blickdicht genug; unter 100 g/m² ist ein Unterhemd nötig.
  5. Rückenlänge: 55 bis 60 cm zum Hineinstecken, 62 bis 70 cm zum Darübertragen; vom siebten Halswirbel messen.
  6. Verarbeitung des Ausschnitts: Ein Beleg mit Einlage oder ein doppelt gelegtes Schrägband hält den V-Ausschnitt flach; ein einfacher Rollsaum wellt.
  7. Musterverlauf: Bei Streifen und Karos sollte das Muster an Seitennähten und Überlappung aufeinandertreffen.

Kimono-Oberteil und japanische Vorbilder: Hadajuban, Han-eri und Jinbei

Auch wenn die Kimonobluse eine westliche Form ist, gibt es in Japan Oberteile mit ähnlicher Konstruktion. Der Hadajuban ist ein kurzes, hemdartiges Untertop aus Baumwolle oder Leinen mit rechtwinklig angesetzten Ärmeln, das unter dem Nagajuban getragen wird; er ist der Kimonobluse in Länge und Schnitt am ähnlichsten. Der Han-eri ist ein austauschbarer Kragenstreifen, der auf den Kragen des Nagajuban genäht wird und am Hals als schmaler Streifen sichtbar bleibt; die durchlaufende Kragenblende westlicher Kimono-Hemden greift dieses Bild auf. Das Jinbei-Oberteil ist eine kurze Sommerjacke aus Baumwolle oder Leinen mit seitlichen Bändern und offenen Achseln, die zusammen mit einer kurzen Hose als Hausanzug getragen wird; es steht dem Kimono-Hemd im Noragi-Stil am nächsten. Das Oberteil des Samue, der Arbeitskleidung buddhistischer Mönche, hat denselben Aufbau mit langen Ärmeln.

Glossar zur Kimonobluse

  • Kimonoärmel: Ärmel, der in einem Stück mit dem Rumpf zugeschnitten ist, ohne Schulter- und Armkugelnaht.
  • Zwickel: Rautenförmiges Stoffstück unter der Achsel, das dem Kimonoärmel Bewegungsweite gibt.
  • Fledermausärmel: Extrem weiter Kimonoärmel, dessen Unterarmnaht an der Taille beginnt.
  • Raglanärmel: Ärmel mit schräger Naht vom Hals zur Achsel; ein separates Schnittteil, kein Kimonoärmel.
  • Wickelbluse: Bluse mit überlappenden Vorderteilen, die mit Bändern geschlossen werden.
  • Kimonokragen: Durchlaufende Kragenblende vom Nacken bis zum Saum, japanisch Eri.
  • Hadajuban: Kurzes japanisches Untertop mit angesetzten Ärmeln, unter dem Nagajuban getragen.
  • Nagajuban: Unterkimono zwischen Hadajuban und Kimono.
  • Han-eri: Austauschbarer Kragenstreifen am Nagajuban.
  • Noragi: Japanische Arbeitsjacke aus Baumwolle oder Hanf, Vorbild für das Kimono-Hemd.
  • Jinbei: Zweiteiliger Sommer-Hausanzug aus kurzer Jacke und kurzer Hose.
  • Samue: Arbeitsanzug aus Jacke und Hose, ursprünglich Kleidung buddhistischer Mönche.
  • Schräger Fadenlauf: Stoffrichtung im 45-Grad-Winkel zur Webkante; sorgt für weichen Fall und Dehnbarkeit.

Häufige Fragen zu Kimono Bluse

Was unterscheidet eine Kimono Bluse von einer normalen Bluse?

Der Ärmel. Bei einer normalen Bluse wird der Ärmel als separates Teil in ein Armloch eingesetzt und hat eine Armkugel mit Schulternaht. Bei der Kimonobluse sind Ärmel und Rumpf ein einziges Schnittteil; die Schulter fällt ohne Naht in den Ärmel, der am Oberarm weiter und weicher ist. Ausschnitt, Länge und Verschluss können bei beiden gleich sein.

Welche Größe brauche ich bei einem Kimono Oberteil?

In der Regel die gewohnte Konfektionsgröße. Weil der Schnitt am Oberkörper viel Weite hat, ist die Brustweite selten das Problem; wichtiger sind Rückenlänge und Ärmelsaumumfang. Bei Webware im Zweifel die größere Größe, bei Jersey die kleinere. Ein Ärmelsaum unter 30 cm Umfang lässt sich bei Webware nicht hochschieben.

Kann man eine Kimono Bluse Damen in die Hose stecken?

Ja, das ist bei Wickelblusen und Blusenshirts sogar die übliche Trageweise, weil der weite Oberkörper eine sichtbare Taille braucht. Dafür sollte die Rückenlänge 55 bis 62 cm betragen; längere Blusen bauschen im Bund. Bei Jersey-Shirts wird häufig nur die Vorderseite halb hineingesteckt.

Ist ein Kimono Top dasselbe wie eine Kimono Bluse?

Das Kimono Top ist eine kürzere Variante, meist aus Seide, Satin oder Chiffon, mit tiefem V- oder Wasserfallausschnitt und einer Rückenlänge um 50 bis 60 cm. Die Bluse ist länger und häufiger aus Viskose oder Baumwolle. Der Ärmel ist bei beiden angeschnitten; der Unterschied liegt in Länge, Stoff und Anlass.

Wie wäscht man eine Kimonobluse aus Viskose?

Auf links, im Wäschebeutel, bei 30 °C im Schonwaschgang mit wenig oder ohne Schleudern. Nass nicht auswringen, sondern in ein Handtuch rollen und ausdrücken. Feucht auf einen breiten Bügel hängen, die Ärmel glatt ziehen und noch leicht feucht in Richtung der Schulterlinie bügeln. Viskose läuft bei höheren Temperaturen ein und verliert ihren Fall.

Passt eine Kimono Bluse unter einen Blazer?

Nur unter einen Blazer mit weitem oder ebenfalls angeschnittenem Ärmel. Unter einem klassischen Blazer mit schmalem, eingesetztem Ärmel staucht sich der Kimonoärmel am Oberarm und bildet Wülste. Als Alternative eignet sich eine offene Kimonojacke oder ein weiter Cardigan, der die Ärmelweite aufnimmt.

Was ist ein Kimono Hemd?

Ein Oberteil aus festerem Webstoff wie Baumwolle, Leinen oder leichtem Denim mit durchlaufendem Kimonokragen und rechtwinklig angesetzten Ärmeln, das sich an japanischen Arbeitsjacken wie dem Noragi orientiert. Es wird offen über einem T-Shirt oder mit Bindeband geschlossen getragen und steht zwischen Bluse und Jacke.

Kimono Bluse: das Wichtigste in Kürze

Eine Kimono Bluse ist ein Oberteil mit angeschnittenem Ärmel, bei dem Rumpf und Ärmel ein einziges Schnittteil bilden. Die Form reicht von der Wickelbluse aus Viskose über das Kimono-Shirt aus Jersey und das Kimono-Top aus Seide bis zum Kimono-Hemd aus Leinen. Für die Wahl zählen Ärmelsaumumfang, Lage der Unterarmnaht, Stoffgewicht und Rückenlänge; für die Pflege das Material und die Bügelrichtung entlang der Schulterlinie. Kombiniert wird die Kimonobluse zu schmalen oder geraden Unterteilen, in den Bund gesteckt oder kurz geschnitten, damit die Weite des Ärmels eine sichtbare Taille bekommt.