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Kimono Seide Damen – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Kimono Seide für Damen ist ein weit geschnittenes Wickelkleidungsstück aus Naturfaser, das aus dem Kokon des Seidenspinners gewonnen wird. Seide gilt in Japan seit über tausend Jahren als der klassische Stoff für festliche Kimonos, und auch im westlichen Alltag wird der Seidenkimono heute als leichte Jacke, als Morgenmantel oder als Kleid über Jeans getragen. Der Stoff ist glatt, leicht, temperaturausgleichend und fällt weich am Körper, verlangt aber mehr Sorgfalt bei Pflege und Lagerung als Baumwolle oder Polyester.

Dieser Text erklärt, woher Seide kommt, wie sie hergestellt wird, welche Seidenarten für Kimonos verwendet werden und was die Angabe Momme über das Gewicht aussagt. Es folgen Abschnitte zu Schnitten und Längen, zu traditionellen japanischen Seidenkimonos, zu Jahreszeiten und Anlässen, eine ausführliche Pflegeanleitung mit Waschen, Trocknen, Bügeln und Mottenschutz, eine Größentabelle in Zentimetern sowie ein Vergleich mit Satin, Baumwolle, Musselin, Leinen und Samt.

Kimono Seide Damen: Merkmale eines Seidenkimonos

Der Begriff Kimono bezeichnet ein T-förmig geschnittenes Gewand mit geraden Stoffbahnen, angesetzten weiten Ärmeln und einem Überschlag vorn, der mit einem Gürtel gehalten wird. Ein Seidenkimono unterscheidet sich von anderen Kimonos allein durch den Stoff: Die Bahnen bestehen aus gewebter Seide, meist aus Maulbeerseide, seltener aus Wildseide oder Seidenmischungen. Weil Seide sehr leicht ist, wirkt ein Seidenkimono auch in langer Ausführung nicht schwer; ein bodenlanger Damenkimono aus 16 Momme Seide wiegt in der Regel deutlich unter 500 Gramm.

Im europäischen Sprachgebrauch wird das Wort Kimono breiter verwendet als in Japan. Ein Kimono Damen im westlichen Sinne kann eine knielange Jacke mit offenem Vorderteil sein, ein Strandüberwurf, ein Morgenmantel mit Bindegürtel oder ein Kleid mit Kimonoärmeln. Der japanische Kimono dagegen folgt festen Regeln bei Länge, Ärmelform, Überschlag und Gürtel. Beide Formen kommen aus Seide vor, und für beide gelten dieselben Aussagen zu Faser, Gewebe und Pflege.

Herkunft der Seide: der Kimono aus Seide von China bis Japan

Die Seidenraupenzucht, die Serikultur, ist in China seit dem Neolithikum belegt; Seidenfunde aus der Provinz Henan werden auf etwa 3600 vor Christus datiert. Über Korea gelangten Seidenraupen, Maulbeerbäume und das Wissen über das Haspeln nach Japan, wo die Seidenproduktion spätestens in der Kofun-Zeit (3. bis 6. Jahrhundert) nachweisbar ist. In der Nara- und Heian-Zeit wurde Seide zur Steuerware und zum Stoff der Hofkleidung, aus der sich der heutige Kimono entwickelte.

Ab dem 17. Jahrhundert entstanden in Japan regionale Weberzentren mit eigenen Spezialitäten: Nishijin in Kyōto für Brokat und Obi-Stoffe, Tango an der Japanischen Meeresküste für Chirimen-Kreppseide, Yūki in der Präfektur Ibaraki für handgesponnene Tsumugi-Seide, Ōshima auf Amami für dunkel gefärbte Kasuri-Seide. Im 19. Jahrhundert wurde Japan mit der Spinnerei Tomioka in der Präfektur Gunma, heute UNESCO-Welterbe, zu einem der größten Rohseidenexporteure der Welt. Heute stammt der größte Teil der weltweit verarbeiteten Rohseide aus China und Indien, japanische Seide ist eine kleine, auf Kimonos spezialisierte Nische.

Seide Kimono: vom Kokon zum Faden

Die Raupe des Maulbeerspinners (Bombyx mori) frisst etwa vier Wochen lang ausschließlich Maulbeerblätter und spinnt sich dann in einen Kokon ein. Der Kokon besteht aus einem einzigen, ununterbrochenen Doppelfaden aus Fibroin, der von einer Schicht Seidenleim (Sericin) zusammengehalten wird. Dieser Faden ist zwischen 800 und 1500 Meter lang.

Maulbeerseide für den Seiden Kimono

Maulbeerseide, auch Zuchtseide, ist die Seide des domestizierten Bombyx mori. Weil die Raupen unter kontrollierten Bedingungen gehalten werden und einheitlich gefüttert sind, ist der Faden gleichmäßig dünn, weiß bis cremefarben und glatt. Fast alle Seidenkimonos, Seidenblusen und Seidenschals bestehen aus Maulbeerseide. Sie lässt sich gut bleichen und färben und nimmt Farbstoffe intensiv an.

Wildseide und Tussahseide beim Kimono

Wildseide stammt von frei lebenden Spinnerarten, vor allem aus der Gattung Antheraea. Die Raupen fressen Eichen- oder andere Laubblätter, wodurch der Faden gröber, unregelmäßiger und von Natur aus beige bis goldbraun ist. Tussahseide lässt sich schlechter bleichen und wirkt matter und strukturierter als Maulbeerseide. Für Kimonos wird sie seltener eingesetzt, eher für rustikale Jacken oder Futterstoffe.

Haspeln und Zwirnen: der Faden für den Seiden Kimono

Beim Haspeln werden mehrere Kokons in warmem Wasser eingeweicht, damit der Sericin-Leim aufweicht, und die Fäden von vier bis acht Kokons gleichzeitig zu einem Rohseidenfaden zusammengeführt. Durch das Entbasten (Degummieren) in heißer Seifenlauge wird das restliche Sericin entfernt; erst danach ist die Seide weich und glänzend. Werden mehrere Fäden stark verdreht, spricht man von Zwirnen: Schwach gezwirnte Fäden ergeben glatte Gewebe wie Habotai, stark gezwirnte Schussfäden ergeben Krepp wie Chirimen.

Seidenarten für den Seiden Kimono Damen

Seide ist ein Sammelbegriff für die Faser. Wie ein Seidenkimono aussieht, sich anfühlt und fällt, hängt vom Gewebe ab. Vier Gewebearten dominieren in Japan, dazu kommen westliche Seidenstoffe wie Crêpe de Chine, Seidensatin oder Seidenchiffon.

Habotai: Seide Kimono Damen in Leinwandbindung

Habotai (羽二重, wörtlich etwa „zwei Federn“) ist eine glatte Leinwandbindung aus ungezwirnter Seide. Der Stoff ist dünn, leicht, matt glänzend und sehr weich. In Japan wird Habotai häufig als Futterstoff für Kimonos und für weiße Unterkimonos (Nagajuban) verwendet, im Westen ist er die typische Qualität für leichte Morgenmäntel und bedruckte Kimonojacken. Habotai gibt es in Gewichten von etwa 5 bis 16 Momme.

Chirimen: Kreppseide im Kimono aus Seide

Chirimen (縮緬) ist Kreppseide. Die Schussfäden werden abwechselnd links- und rechtsherum stark gezwirnt und ziehen sich beim Entbasten zusammen, wodurch die typisch gekörnte, leicht raue Oberfläche entsteht. Chirimen ist schwerer und blickdichter als Habotai, knittert wenig und fällt schwer. Er ist der klassische Stoff für gefärbte Festkimonos wie Hōmongi oder Komon. Feiner Krepp aus Tango heißt Tango-Chirimen, gröberer Krepp Oni-Chirimen.

Rinzu: Damast für den festlichen Seiden Kimono

Rinzu (綸子) ist Seidendamast: eine Atlas- oder Köperbindung, in die durch Bindungswechsel Muster eingewebt sind, oft Blüten, Wellen oder das Sayagata-Muster (verkettete Hakenkreuze als Glückssymbol). Der Stoff ist glatt und glänzend, die Muster erscheinen Ton in Ton. Rinzu wird für Furisode, Brautkimonos und festliche Unterkleidung verwendet.

Tsumugi: Rohseide für den Damen Kimono Seide im Alltag

Tsumugi (紬) ist eine Rohseide aus handgesponnenen Fäden, die aus beschädigten oder doppelten Kokons gewonnen werden, die sich nicht abhaspeln lassen. Die Fäden sind unregelmäßig dick, der Stoff ist fest, matt und fühlt sich fast wie Baumwolle an. Tsumugi-Kimonos gelten in Japan als Alltagskimonos von hohem Rang, nicht als Festkleidung. Bekannte Herkunftsorte sind Yūki, Ōshima und Shiozawa.

Gewebe Bindung Oberfläche Gewicht Typische Verwendung
Habotai Leinwand, ungezwirnt glatt, matt glänzend leicht (5–16 Momme) Futter, Nagajuban, Morgenmäntel
Chirimen Leinwand, Kreppschuss gekörnt, matt mittel bis schwer Hōmongi, Komon, Tomesode
Rinzu Atlas/Köper mit Muster glatt, glänzend, Ton in Ton mittel Furisode, Brautkimono
Tsumugi Leinwand, handgesponnen fest, matt, unregelmäßig mittel bis schwer Alltagskimono
Seidensatin (Charmeuse) Atlas hochglänzend, Rückseite matt 16–22 Momme Morgenmantel, Kimonokleid
Crêpe de Chine Leinwand, Kreppschuss fein gekörnt, dezent glänzend 12–16 Momme Kimonobluse, Kimonojacke

Seiden Kimono: Momme und Gewicht verstehen

Bei Seide wird das Flächengewicht traditionell in Momme (Abkürzung mm) angegeben, einer japanischen Gewichtseinheit. Ein Momme entspricht 3,75 Gramm; bezogen auf Stoff bedeutet 1 Momme, dass ein Stück von 100 Yard Länge und 45 Zoll Breite 1 Momme wiegt. Umgerechnet entspricht 1 Momme etwa 4,3 Gramm pro Quadratmeter. Je höher die Momme-Zahl, desto dichter, blickdichter, schwerer und in der Regel langlebiger ist der Stoff.

Momme Gramm pro m² (gerundet) Charakter Eignung beim Kimono
6–8 26–34 hauchdünn, leicht transparent Schals, Futter, sehr leichte Überwürfe
10–12 43–52 dünn, fließend, leicht durchscheinend in hellen Farben leichte Kimonojacke, Strandkimono
14–16 60–69 blickdicht, weich, alltagstauglich Morgenmantel, Kimonobluse, kurzer Seidenkimono
19–22 82–95 schwer fallend, robust, deutlicher Glanz bei Satin langer Seidenkimono, Kimonokleid
25–30 108–129 sehr schwer, steif fallend Brautkimono, Uchikake, Obi

Für einen Damenkimono aus Seide, der als Kleidungsstück und nicht nur als Überwurf getragen wird, sind 16 bis 19 Momme ein sinnvoller Bereich: blickdicht, aber noch leicht genug, dass die Ärmel fallen statt zu stehen.

Kimono Seide und Klima: Atmungsaktivität und Thermoregulation

Seidenfibroin ist ein Protein und ähnelt in seinem Aufbau der menschlichen Haut. Die Faser kann bis zu etwa 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen, und gibt diese Feuchtigkeit schnell wieder ab. Deshalb wirkt ein Kimono aus Seide bei Wärme kühlend: Schweiß wird aufgenommen und verdunstet an der Oberfläche. Bei Kälte dagegen halten die im Faden eingeschlossenen Luftpolster die Körperwärme zurück, was Seide auch als Unterkleidung im Winter brauchbar macht.

Weitere Eigenschaften der Faser: Seide ist reißfest, aber empfindlich gegen Scheuern, weshalb Nähte und Ärmelkanten zuerst verschleißen. Sie lädt sich elektrostatisch auf, besonders in trockener Heizungsluft. Sie ist empfindlich gegen UV-Licht, das die Faser vergilben lässt und schwächt, sowie gegen Schweiß, Parfum, Deodorant und alkalische Waschmittel. Seide ist von Natur aus schwer entflammbar und riecht beim Verbrennen nach verbranntem Haar, was der einfachste Echtheitstest ist.

Tombé und Griff: warum ein Kimono aus Seide anders fällt

Der Fall eines Stoffes hängt von Gewicht, Fadenfeinheit, Bindung und Steifigkeit ab. Seidenfäden sind sehr fein, ein einzelner Kokonfaden misst nur etwa 10 bis 13 Mikrometer, und dadurch sind Seidengewebe bei gleichem Flächengewicht geschmeidiger als Baumwolle. Ein Seidenkimono legt sich in weiche, lange Falten, die Ärmel schwingen bei Bewegung nach, der Rücken liegt glatt an. Krepp wie Chirimen fällt schwerer und gerader, Habotai leichter und beweglicher, Seidensatin fließend mit deutlichem Lichtreflex an den Faltenkanten.

Der Griff, also das Gefühl beim Anfassen, wird in Japan mit eigenen Wörtern beschrieben: Habotai ist „nameraka“ (glatt), Chirimen hat „shibo“ (Kreppkörnung), Tsumugi ist „kōshi“ (fest). Für die Wahl eines Damenkimonos aus Seide bedeutet das: Wer einen fließenden Morgenmantel sucht, greift zu Habotai oder Satin; wer eine Jacke möchte, die Form hält, zu Chirimen oder Tsumugi.

Kimono Seide Damen: Schnitte und Längen

Ein Kimono Damen Seide wird im Handel in drei Grundformen angeboten: als kurze Jacke bis Hüfte oder Oberschenkel, als knielanges Modell und als langer, waden- oder bodenlanger Kimono. Dazu kommen Sonderformen wie das Kimonokleid mit Gürtel und die Kimonobluse mit verkürzten Ärmeln.

Seiden Kimono lang

Ein langer Seidenkimono reicht von der Schulter bis zur Wade oder zum Boden, in der Regel 120 bis 145 cm Rückenlänge. Er wird als Morgenmantel, als Überwurf zu Abendkleidern oder offen über Hose und Top getragen. Weil der Stoff leicht ist, staut sich auch bei voller Länge keine Wärme. Bei Modellen ab 19 Momme fällt der Saum gerade, leichtere Qualitäten schwingen stärker. Mehr zu Längen und Proportionen steht unter Kimono Damen lang.

Seiden Kimono in Hüftlänge

Ein kurzer Seidenkimono endet auf Hüfthöhe oder am oberen Oberschenkel, meist bei 65 bis 85 cm Rückenlänge. Er ersetzt im Sommer eine Strickjacke, wird zu Jeans oder Röcken getragen und ist als bedruckter Habotai die häufigste Form der westlichen Kimonojacke. Kurze Modelle haben oft schmalere Ärmel, damit sie unter einen Mantel passen. Weitere Schnitte sind unter Kimono Damen kurz beschrieben.

Ärmelformen beim Seidenkimono Damen

Japanische Seidenkimonos haben rechteckige Ärmel (Sode), die unter dem Arm offen sind; bei Furisode hängen sie bis 114 cm herab. Westliche Seidenkimonos verwenden meist Fledermausärmel, die aus einem Stück mit dem Vorderteil geschnitten sind, oder gerade Dreiviertelärmel mit etwa 20 bis 30 cm Weite. Für das Tragen über Blusen sind weite Ärmel bequemer, für die Arbeit am Schreibtisch schmalere.

Japanischer Kimono aus Seide: Furisode, Tomesode, Hōmongi, Komon

In Japan bestimmt nicht nur der Stoff, sondern auch Muster, Ärmellänge und Wappenzahl den Rang eines Kimonos. Fast alle formellen Kimonos für Frauen sind aus Seide.

  • Furisode – Kimono mit sehr langen Schwingärmeln für unverheiratete Frauen, getragen zur Volljährigkeitsfeier und auf Hochzeiten von Gästen; meist Rinzu oder Chirimen mit großflächigen Mustern.
  • Kurotomesode – schwarzer Kimono mit fünf Familienwappen und Muster nur unterhalb der Taille; formellster Kimono verheirateter Frauen, getragen von Müttern des Brautpaars.
  • Irotomesode – farbige Variante des Tomesode mit ein bis fünf Wappen.
  • Hōmongi – „Besuchskimono“ mit über die Nähte laufendem Muster, halbformell, für Empfänge und Teezeremonien.
  • Tsukesage – ähnlich dem Hōmongi, das Muster läuft aber nicht über die Nähte; etwas weniger formell.
  • Komon – Kimono mit kleinem, sich wiederholendem Muster; Alltagskimono aus Seide für Stadt und Restaurant.
  • Iromuji – einfarbiger Seidenkimono ohne Muster, oft aus Rinzu; mit einem Wappen zur Teezeremonie geeignet.
  • Uchikake – schwerer, gefütterter Brautüberkimono mit wattiertem Saum, der offen über dem weißen Shiromuku getragen wird.

Die Unterschiede zu Yukata (ungefütterter Baumwollkimono für den Sommer), Haori (hüft- bis knielange Kimonojacke, offen getragen) und Nagajuban (Unterkimono) sind unter Japanischer Kimono Damen ausführlicher beschrieben.

Färbung und Muster: Seide Kimono mit Yūzen, Shibori und Kasuri

Seide nimmt Säurefarbstoffe und Pflanzenfarben besonders gut auf, weshalb sich auf ihr feine Farbverläufe und detailreiche Motive umsetzen lassen. Drei traditionelle Techniken prägen japanische Seidenkimonos.

Yūzen: handgemalte Muster auf dem Seidenkimono Damen

Beim Yūzen-Färben werden Motive mit einer Reispaste als Reservage auf den weißen Stoff gezeichnet, dann von Hand mit Pinseln koloriert und schließlich gedämpft, um die Farbe zu fixieren. Nach dem Auswaschen der Paste bleiben feine weiße Konturlinien um jedes Motiv. Kyō-Yūzen aus Kyōto ist farbenreich und mit Gold verziert, Kaga-Yūzen aus Kanazawa realistischer und mit fünf Grundfarben.

Shibori: Abbindefärbung beim Kimono

Shibori ist Abbindefärbung: Der Stoff wird abgebunden, abgenäht, gefaltet oder um Holzstäbe gewickelt und dann gefärbt, sodass die abgedeckten Stellen weiß bleiben. Die feinste Form, Kanoko-Shibori, besteht aus tausenden von Hand abgebundenen Punkten und wird für Furisode und Obiage verwendet.

Kasuri: vorgefärbte Fäden im Kimono

Bei Kasuri werden die Fäden schon vor dem Weben abschnittsweise gefärbt, sodass beim Weben leicht verschwommene Muster entstehen. Ōshima-Tsumugi ist die bekannteste Kasuri-Seide; ihre dunkelbraune bis schwarze Farbe entsteht durch Färben mit Sharinbai-Rinde und eisenhaltigem Schlamm.

Kimono Seide im Vergleich zu Satin, Baumwolle, Musselin, Leinen und Samt

Ob Seide, Satin, Baumwolle, Musselin, Leinen oder Samt die richtige Wahl ist, hängt von Jahreszeit, Anlass und Pflegebereitschaft ab. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Eigenschaften gegenüber.

Stoff Faser Gewicht (g/m²) Atmungsaktivität Glanz Knitterneigung Pflege
Seide (Habotai, Chirimen) Naturfaser, tierisch 35–95 sehr hoch matt bis seidig mittel Handwäsche kalt oder Reinigung
Kimono Satin Damen meist Polyester, selten Seide 80–150 gering (Polyester) hochglänzend gering Maschine 30 °C
Kimono Baumwolle Damen Naturfaser, pflanzlich 100–200 hoch matt hoch Maschine 30–40 °C
Musselin Kimono Baumwolle, doppellagig 120–180 sehr hoch matt, gekreppt gewollt knittrig Maschine 30–40 °C
Leinen Kimono Naturfaser, pflanzlich 130–250 sehr hoch matt sehr hoch Maschine 30–40 °C
Samt Kimono Baumwolle, Viskose oder Polyester 200–350 gering bis mittel Florglanz gering Reinigung oder Handwäsche

Seide ist der leichteste dieser Stoffe und zugleich der mit dem breitesten Temperaturbereich. Ihre Nachteile liegen in der Pflege: Wasserflecken, Schweißränder und Sonnenlicht setzen ihr stärker zu als jedem der anderen Materialien.

Kimono aus Seide nach Jahreszeit

In Japan ist die Kimonogarderobe streng nach Jahreszeiten geordnet. Von Oktober bis Mai wird der gefütterte Awase-Kimono getragen, im Juni und September der ungefütterte Hitoe, im Juli und August der durchbrochene Usumono aus Seidengaze (Ro oder Sha). Diese Ordnung lässt sich auf westliche Seidenkimonos übertragen:

  • Frühling und Herbst – ungefütterter Seidenkimono aus 16 bis 19 Momme als leichte Jacke über Shirt oder Bluse.
  • Sommer – Habotai oder Crêpe de Chine unter 14 Momme, offen getragen; als Überwurf am Wasser ist Seide empfindlicher gegen Salzwasser und Sonnencreme als Viskose oder Baumwolle.
  • Winter – gefütterter Seidenkimono oder Seide als Innenlage unter einem Wollmantel; als Morgenmantel im geheizten Raum ganzjährig.

Anlässe für den Seiden Kimono Damen

Der Seidenkimono deckt eine ungewöhnlich große Spanne ab, weil er je nach Schnitt Unterwäsche, Hauskleidung oder Abendgarderobe sein kann.

  1. Zu Hause – als Morgenmantel über dem Nachthemd oder Pyjama; hier sind Habotai und Seidensatin üblich.
  2. Im Alltag – kurzer, bedruckter Seidenkimono zu Jeans, Leinenhose oder Midirock, offen oder mit schmalem Gürtel.
  3. Im Büro – einfarbiger Seidenkimono in Blazerlänge über Bluse oder Rollkragen, Ärmel dreiviertellang.
  4. Abends – langer Seidenkimono in dunkler Farbe über Slipdress oder Hosenanzug, mit Obi-ähnlichem Gürtel.
  5. Hochzeit – als Überwurf der Braut beim Ankleiden oder als Gästemantel.
  6. Reise – Seide wiegt wenig und braucht kaum Platz; geknittert wird sie durch Aufhängen im Bad wieder glatt.

Seidenkimono Damen richtig waschen

Die häufigste Ursache für beschädigte Seidenkimonos ist falsches Waschen: zu heiß, zu alkalisch, zu viel Reibung. Grundsätzlich gilt: Zuerst das Pflegeetikett lesen. Ein bedruckter Habotai-Kimono verträgt oft eine vorsichtige Handwäsche, ein Chirimen-Kimono mit Yūzen-Färbung gehört in die chemische Reinigung, weil Krepp in Wasser bis zu 30 Prozent einläuft.

Handwäsche Schritt für Schritt beim Kimono Seide

  1. Kimono auf Farbechtheit prüfen: Eine unauffällige Stelle mit einem feuchten weißen Tuch abtupfen. Färbt das Tuch ab, nicht waschen.
  2. Becken mit kaltem bis lauwarmem Wasser (maximal 30 °C) füllen und ein pH-neutrales Seidenwaschmittel oder mildes Shampoo einrühren; kein Vollwaschmittel, keine Bleiche, keine Enzyme.
  3. Kimono einlegen und höchstens drei bis fünf Minuten sanft bewegen; nicht reiben, nicht wringen, nicht einweichen lassen.
  4. Mit klarem kaltem Wasser spülen, bis kein Schaum mehr austritt. Ein Schuss Haushaltsessig im letzten Spülwasser (etwa ein Esslöffel pro Liter) neutralisiert Waschmittelreste und frischt Farben auf.
  5. Kimono flach auf ein Handtuch legen, aufrollen und leicht andrücken, um Wasser zu entfernen.

Maschinenwäsche: Kimono Damen Seide im Wäschenetz

Nur wenn das Etikett es erlaubt: Kimono auf links drehen, in ein Wäschenetz legen, Programm Seide oder Wolle bei 30 °C, Schleuderzahl höchstens 400 bis 600 Umdrehungen, flüssiges Seidenwaschmittel ohne optische Aufheller. Nicht zusammen mit Reißverschlüssen oder Handtüchern waschen, die scheuern.

Chemische Reinigung für den Kimono

Kimonos aus Chirimen, Rinzu, Tsumugi, gefütterte Seidenkimonos und alle Stücke mit Handmalerei, Goldfäden oder Stickerei gehören in die Reinigung. In Japan gibt es dafür ein eigenes Verfahren, Araihari: Der Kimono wird komplett aufgetrennt, die Bahnen werden gewaschen, auf Bretter gespannt getrocknet und neu zusammengenäht. Westliche Reinigungen arbeiten mit Perchlorethylen oder Kohlenwasserstoff; beides ist für Seide unproblematisch, wenn der Kimono nicht heiß gedämpft wird.

Kimono Seide trocknen und bügeln

Seide darf nie in den Wäschetrockner und nie in die Sonne. Die Faser verliert in nassem Zustand etwa 20 Prozent ihrer Reißfestigkeit und wird durch Hitze und UV-Licht brüchig und gelb.

  • Kimono auf einem breiten, gepolsterten Bügel im Schatten oder im Zimmer aufhängen; die Ärmel über einen zweiten Bügel oder eine Stange legen, damit sie nicht ausleiern.
  • Alternativ flach auf einem Trockengestell mit Handtuchunterlage trocknen, besonders bei schweren, langen Modellen.
  • Bügeln, solange der Stoff noch leicht feucht ist, auf links, Stufe Seide (110 bis 130 °C), ohne Dampf direkt auf den Stoff; Dampf hinterlässt auf Seide Wasserflecken.
  • Ein dünnes Baumwolltuch zwischen Bügeleisen und Kimono legen. Krepp (Chirimen) nicht bügeln, sondern nur aushängen lassen, sonst verliert er die Körnung.

Seiden Kimono aufbewahren und vor Motten schützen

Seide ist eine Proteinfaser und damit Nahrung für die Larven der Kleidermotte (Tineola bisselliella) und des Pelzkäfers. Der Befall zeigt sich als kleine, unregelmäßige Löcher, meist an Stellen mit Schweiß- oder Essensresten.

  • Nur saubere Kimonos einlagern; Schweiß und Hautfette locken Motten an und verursachen gelbe Flecken.
  • Kurze Seidenkimonos auf breiten Bügeln hängen, lange Kimonos gefaltet liegend lagern, damit die Schultern nicht ausleiern.
  • Zedernholz, Lavendelsäckchen oder Kampferblätter zwischen die Kleidung legen; sie schrecken Motten ab, töten aber keine Larven. Alle drei bis vier Monate erneuern.
  • Kimonos nicht in Plastikhüllen aufbewahren; Seide muss atmen. Baumwollbeutel oder säurefreies Seidenpapier verwenden.
  • Zweimal im Jahr auslüften, in Japan Mushiboshi genannt: an einem trockenen Tag im Schatten aufhängen, Falten neu legen.

Tatōshi: die japanische Faltung für den Kimono

Japanische Kimonos werden nach einem festen Schema entlang der Nähte gefaltet (Hondatami) und in einem Tatōshi aufbewahrt, einer Hülle aus säurefreiem Washi-Papier mit Baumwollbändern. Das Papier nimmt Feuchtigkeit auf, schützt vor Licht und Staub und hält den Kimono flach. Für westliche Seidenkimonos genügt ein Baumwollbezug; das Prinzip bleibt gleich: entlang der Nähte falten, nicht quer durch bedruckte Flächen.

Flecken, Schweiß und Wasserränder auf dem Seide Kimono Damen

Seide reagiert auf lokale Feuchtigkeit mit Rändern, weil sich Farbstoff und Schlichte am Rand der nassen Stelle sammeln. Deshalb nie einen einzelnen Fleck mit Wasser auswaschen; entweder den ganzen Kimono waschen oder das Stück in die Reinigung geben.

  • Schweiß – nach dem Tragen auslüften, Achselbereich mit einem trockenen Tuch abtupfen; alte Schweißflecken lassen sich nur professionell entfernen.
  • Fett – Kartoffelmehl oder Talkum aufstreuen, einige Stunden einwirken lassen, ausbürsten; nicht reiben.
  • Make-up und Deodorant – häufigste Ursache für Flecken am Kragen; Kimono erst nach dem Schminken anziehen.
  • Parfum – enthält Alkohol, der Farbstoffe löst; nie direkt auf den Seidenkimono sprühen.
  • Wasserrand – den gesamten Bereich gleichmäßig anfeuchten und zum Rand hin trocknen lassen, dann bügeln.

Größen und Maße: Kimono Damen Seide lang und kurz

Weil ein Kimono nicht tailliert ist, sind die Größen weniger kritisch als bei einem Kleid. Entscheidend sind Schulterbreite, Rückenlänge und Ärmellänge. Ein Seidenkimono sollte an den Schultern nicht spannen, weil Seide an dieser Stelle bei Belastung einreißt. Die folgende Tabelle nennt übliche Fertigmaße; Abweichungen zwischen Herstellern von 2 bis 4 cm sind normal.

Größe Konfektionsgröße (DE) Brustumfang Trägerin (cm) Brustweite Kimono (cm) Schulterbreite (cm) Rückenlänge kurz (cm) Rückenlänge lang (cm)
XS 32–34 78–84 100–106 38–40 65–72 118–125
S 36–38 84–90 106–112 40–42 68–75 120–128
M 38–40 90–96 112–118 42–44 70–78 122–130
L 42–44 96–104 118–126 44–46 72–80 125–133
XL 46–48 104–112 126–134 46–48 74–82 128–136
XXL 50–52 112–120 134–142 48–50 76–84 130–138

Ein Kimono Damen Seide lang sollte bei stehender Trägerin mindestens 5 cm über dem Boden enden, damit der Saum beim Gehen nicht aufscheuert. Für die Rückenlänge von der Halswurzel bis zum Saum gilt als Faustregel: Körpergröße minus 30 bis 35 cm für bodennahe Länge, minus 45 bis 50 cm für Wadenlänge.

Echte Seide erkennen: Kimono aus Seide oder Kunstseide?

Unter der Bezeichnung Seide Kimono werden auch Stoffe aus Polyester, Viskose oder Acetat verkauft, die glatt und glänzend aussehen. Folgende Merkmale unterscheiden echte Seide:

  • Etikett – nach EU-Textilkennzeichnungsverordnung muss die Faser genannt sein: „100 % Seide“ oder „Seide“. Begriffe wie „Seidenoptik“, „Satin“ oder „Kunstseide“ bedeuten keine Seide.
  • Glanz – Seide schimmert mehrfarbig und wechselt den Ton mit dem Lichteinfall; Polyester glänzt gleichmäßig weiß.
  • Griff – Seide fühlt sich zunächst kühl an und erwärmt sich schnell; Synthetik bleibt kühl oder fühlt sich nach kurzer Zeit klamm an.
  • Brenntest an einem losen Faden – Seide verkohlt langsam, riecht nach verbranntem Haar, hinterlässt zerreibbare Asche; Polyester schmilzt zu einer harten Perle und riecht chemisch.
  • Webkante und Knitter – zusammengedrückte Seide zeigt weiche Falten, die sich beim Aufhängen glätten; Acetat knittert scharf.

Häufige Fragen zu Kimono Seide

Wie viel Momme sollte ein Seiden Kimono haben?

Für Morgenmäntel und Alltagsjacken sind 16 bis 19 Momme üblich; der Stoff ist dann blickdicht, fällt weich und hält Nähte gut. Leichte Überwürfe für den Sommer haben 10 bis 14 Momme und sind in hellen Farben leicht durchscheinend. Stücke unter 10 Momme eignen sich eher als Schal oder Futter als für einen Kimono, der regelmäßig getragen wird.

Kann man einen Kimono aus Seide in der Waschmaschine waschen?

Nur wenn das Pflegeetikett es ausdrücklich erlaubt, und dann im Wäschenetz, auf links, im Seiden- oder Wollprogramm bei 30 °C mit niedriger Schleuderzahl und flüssigem Seidenwaschmittel. Kreppseide, Damast, gefütterte Kimonos und handgefärbte Stücke gehören in die chemische Reinigung, weil sie einlaufen oder ausbluten können.

Warum bekommt ein Kimono aus Seide gelbe Flecken?

Gelbe Verfärbungen entstehen durch Schweiß, Deodorant, Hautfett, Sonnenlicht und lange Lagerung ohne Auslüften. Die Proteinfaser oxidiert an diesen Stellen. Vorbeugen lässt sich durch Tragen eines Unterhemds, Auslüften nach dem Tragen, Lagerung im Dunkeln und Waschen vor dem Einlagern. Alte Vergilbungen sind meist nicht mehr vollständig zu entfernen.

Was ist der Unterschied zwischen Kimono Seide und Kimono Satin?

Seide bezeichnet die Faser, Satin eine Webart mit glänzender Oberfläche. Ein Satinkimono besteht meist aus Polyester, seltener aus Seide; ein Seidenkimono kann in Satinbindung gewebt sein (Charmeuse), häufiger aber in Leinwandbindung (Habotai) oder als Krepp. Seidenkimonos sind atmungsaktiver und leichter, Polyestersatin ist pflegeleichter und knittert kaum.

Wie lang sollte ein Kimono Damen Seide sein?

Das hängt vom Verwendungszweck ab. Kurze Modelle enden bei 65 bis 85 cm Rückenlänge und ersetzen eine Jacke, knielange bei 90 bis 110 cm, lange Kimonos bei 120 bis 145 cm. Für einen bodennahen Saum gilt die Faustregel Körpergröße minus 30 bis 35 cm; der Saum sollte den Boden nicht berühren.

Ist ein Seiden Kimono im Sommer zu warm?

Nein. Seide nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie schnell ab, und leichte Qualitäten unter 14 Momme wiegen weniger als 60 g/m². Ein offen getragener Seidenkimono ist im Sommer kühler als eine Baumwollbluse. Empfindlich ist Seide allerdings gegen Sonnencreme, Salzwasser und direkte Sonne über mehrere Stunden.

Wie schützt man einen Seiden Kimono vor Motten?

Nur sauber einlagern, in Baumwollbeuteln oder säurefreiem Papier statt Plastik, mit Zedernholz oder Lavendel als Abschreckung, dunkel und trocken. Zweimal im Jahr auslüften und Falten neu legen. Bei Befall den Kimono für mindestens 72 Stunden bei minus 18 °C einfrieren, in einem Beutel verpackt, und danach den Schrank reinigen.

Woran erkennt man, ob ein Kimono wirklich aus Seide ist?

Am Etikett mit der Angabe „100 % Seide“, am mehrfarbigen, mit dem Licht wechselnden Schimmer, am zunächst kühlen, dann warmen Griff und im Zweifel am Brenntest eines losen Fadens: Seide riecht nach verbranntem Haar und hinterlässt zerreibbare Asche, Polyester schmilzt zu einer harten Kugel.

Glossar zum Kimono aus Seide

  • Awase – gefütterter Kimono für die kühle Jahreszeit (Oktober bis Mai).
  • Chirimen – Kreppseide mit gekörnter Oberfläche, Standardstoff für gefärbte Festkimonos.
  • Habotai – glatte, leichte Seide in Leinwandbindung; Futter- und Morgenmantelqualität.
  • Hitoe – ungefütterter Kimono für Juni und September.
  • Kasuri – Ikat-Technik, bei der die Fäden vor dem Weben gefärbt werden.
  • Momme – japanische Gewichtseinheit für Seide; 1 Momme ≈ 4,3 g/m² Stoff.
  • Nagajuban – Unterkimono, der zwischen Haut und Seidenkimono getragen wird und diesen vor Schweiß schützt.
  • Obi – breiter Gürtel des japanischen Kimonos; westliche Seidenkimonos haben meist einen schmalen Stoffgürtel.
  • Rinzu – Seidendamast mit eingewebten Ton-in-Ton-Mustern.
  • Ro und Sha – durchbrochene Seidengaze für Hochsommerkimonos.
  • Sericin – Seidenleim, der beim Entbasten entfernt wird.
  • Shibori – Abbindefärbung mit Punkt- oder Faltmustern.
  • Tatōshi – Papierhülle zur Aufbewahrung gefalteter Kimonos.
  • Tsumugi – handgesponnene Rohseide mit fester, matter Oberfläche.
  • Yūzen – Reservefärbetechnik mit Reispaste und Handmalerei.

Ein Kimono Seide für Damen verbindet ein sehr altes Material mit einem Schnitt, der sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat. Wer die Gewebeart, das Gewicht in Momme und die Pflegeregeln kennt, kann einen Seidenkimono über viele Jahre tragen: kalt waschen oder reinigen lassen, im Schatten trocknen, auf links bügeln, sauber und dunkel lagern und regelmäßig auslüften.