Kimono Rosa
Kimono Rosa – Ratgeber & Wissenswertes
Ein Kimono Rosa gehört in Japan zum Frühling wie die Kirschblüte selbst: Sakura-iro, die Farbe der Blütenblätter, ist der bekannteste von mehr als einem Dutzend benannter Rosatöne, die von blassem Ikkon-zome über das Ibisrosa Toki-iro bis zum kräftigen Päonienrosa Botan-iro reichen. Anders als tiefes Karmesin war helles Rosa nie eine verbotene Farbe; es entstand aus wenigen Färbedurchgängen mit Färberdistel und stand damit allen Ständen offen. Am Kaiserhof der Heian-Zeit trugen Frauen wie Männer im Frühjahr rosafarbene Schichtungen, und noch heute markiert ein rosa Kimono das Mädchenfest am 3. März, die Volljährigkeitsfeier und die Kirschblütenzeit.
Außerhalb Japans ist Rosa die häufigste Farbe für Kimono-Morgenmäntel aus Satin und Seide, für Brautjungfern-Kimonos und leichte Strandjacken. Dieser Text behandelt beide Welten: die japanische Farbsymbolik, die traditionellen Färbemethoden, die benannten Nuancen, die Zuordnung zu Jahreszeit, Anlass und Alter, die Kombination mit Obi und Accessoires, die Unterschiede zwischen Damen-, Herren- und Kindermodellen sowie die Pflege heller Stoffe, die Flecken und Vergrauen schneller zeigen als jede andere Farbe.
Kimono Rosa: von Sakura-iro bis Toki-iro
Das Japanische kennt kein einzelnes Grundwort für Rosa. Die Farbe wird über ihre Vorbilder in der Natur benannt: Sakura (Kirschblüte), Momo (Pfirsichblüte), Toki (Nipponibis), Nadeshiko (Prachtnelke), Botan (Päonie), Tsutsuji (Azalee). Erst in der Neuzeit setzte sich Momo-iro als allgemeiner Begriff durch. Diese Benennung nach Pflanzen und Tieren hat eine Folge für die Kleidung: Jeder Rosaton trägt automatisch eine Jahreszeit und eine Bedeutung mit sich. Sakura-iro gehört in den April, Nadeshiko-iro in den Spätsommer, Kōbai-iro in den Februar.
In der Wirkung steht Rosa zwischen Rot und Weiß. Es übernimmt vom Rot die Festlichkeit, vom Weiß die Zurückhaltung. Ein rosa Kimono gilt daher als festlich, aber nicht als laut, und war historisch die Farbe, mit der man Rot tragen konnte, ohne gegen Kleidervorschriften zu verstoßen.
Kimono Rosa und der Nipponibis
Toki-iro, ein zartes Rosa mit gelblichem Unterton, ist nach den Schwungfedern des Nipponibis (Nipponia nippon) benannt, die im Flug rosa schimmern. Der Ton war in der Edo-Zeit für Unterkimonos und Haori-Futter beliebt, bei Männern wie bei Frauen. Da der Vogel in Japan im 20. Jahrhundert fast ausstarb, ist Toki-iro heute auch ein Symbol für bedrohte Natur; der Farbname blieb in der Kimono-Sprache erhalten.
Kimono Rosa in der Heian-Zeit: Kasane no Irome im Frühling
Die Hofdamen der Heian-Zeit trugen bis zu zwölf Schichten ungemusterter Seide (Jūnihitoe). Farbe entstand durch die Abfolge der Schichten, die an Kragen, Ärmeln und Saum sichtbar wurde. Für das Frühjahr sind zahlreiche rosafarbene Kombinationen überliefert; die Überlieferungen weichen je nach Quelle in Details ab, folgende Zuordnungen sind verbreitet:
- Sakura: Weiß außen über Rosa oder Rot innen, sodass die Unterfarbe durch die dünne Oberseide schimmert wie eine Blüte im Gegenlicht; getragen von Februar bis zum Ende der Blüte.
- Ume: Weiß über Karmesin, für Januar und Februar, wenn die Pflaume blüht.
- Momo: Rosa über Hellgrün oder Rosa über Rosa in abgestufter Tiefe, für den dritten Monat.
- Nadeshiko: Rosa über Hellviolett oder Blassgrün, für Sommer und Frühherbst.
- Hagi: Rosa oder Rotviolett über Grün, für den Herbst.
Wichtig ist, dass Rosa in der Kasane-Ordnung fast immer mit Weiß oder Grün gepaart wurde. Diese beiden Begleitfarben gelten bis heute als die natürlichen Partner eines rosa Kimonos.
Kimono Rosa färben: Usubeni, Ikkon-zome und Sakura-zome
Rosa entstand in Japan überwiegend aus denselben Pflanzen wie Rot, nur in geringerer Konzentration. Die Zahl der Färbedurchgänge bestimmte den Ton und damit den Preis.
Ikkon-zome: der Kimono Rosa aus einem einzigen Färbegang
Ikkon-zome bedeutet wörtlich „Färbung aus einem Krug“. Der Stoff wurde nur einmal in ein schwaches Färberdistelbad getaucht und erhielt ein blasses, leicht gelbliches Rosa. Weil dafür wenig Beni nötig war, gehörte Ikkon-zome zu den erlaubten Farben (Yurushi-iro) und war die zugängliche Form des kostbaren Karmesins. In der höfischen Dichtung der Heian-Zeit steht Ikkon-zome für eine flüchtige, leichte Zuneigung, im Gegensatz zum tiefen Karmesin (Kurenai) einer großen Liebe. Dickere Schichten ergaben Usubeni (blasses Beni) und schließlich das kräftige Beni-iro.
Sakura-zome: Kimono Rosa aus Kirschrinde
Sakura-zome ist eine Färbung aus Rinde und Zweigen des Kirschbaums, nicht aus den Blüten, die kaum Farbstoff enthalten. Zweige, die kurz vor der Blüte geschnitten werden, liefern einen rosa-braunen Farbton, weil der Baum zu dieser Zeit die für die Blüte bestimmten Farbstoffe in der Rinde sammelt. Nach der Blüte färbt dieselbe Rinde bräunlich. Sakura-zome ist ein gedecktes, warmes Rosa mit Erdton und wurde vor allem im 20. Jahrhundert durch Textilkünstlerinnen wieder verbreitet; historisch spielte es eine kleinere Rolle als Beni.
Suō und Ume: weitere Wege zum rosa Kimono
Sappanholz (Suō) ergab mit schwacher Alaunbeize ein Altrosa mit Braunstich, das günstiger war als Beni und häufig für Futter verwendet wurde. Pflaumenrinde (Ume-zome) liefert ähnlich wie Kirschrinde rosa-braune Töne. Mit synthetischen Farbstoffen, die ab der Meiji-Zeit nach Japan kamen, wurden kräftige, klare Rosatöne wie Botan-iro erstmals lichtecht und bezahlbar; seither ist Rosa auf Yukata und Alltagskimonos weit verbreitet.
Rosatöne des Kimono Rosa: Nuancen mit Namen
| Japanischer Name | Nuance | Vorbild in der Natur | Jahreszeit und Verwendung |
|---|---|---|---|
| Sakura-iro | Sehr helles, kühles Rosa | Kirschblüte | März bis April; Furisode, Hōmongi, Obiage |
| Usuzakura | Fast weißes Rosa | Blasse Kirschblüte | Frühling; Unterkimono, Futter |
| Momo-iro | Klares Mittelrosa | Pfirsichblüte | 3. März (Mädchenfest); Kinderkimonos |
| Toki-iro | Zartes Rosa mit Gelbstich | Schwungfedern des Nipponibis | Ganzjährig; Haori-Futter, Nagajuban |
| Ikkon-zome | Blasses, gelbliches Rosa | Einmaliges Färberdistelbad | Historisch erlaubte Alltagsfarbe |
| Usubeni | Helles Karmesinrosa | Dünnes Beni | Frühling; Komon, Obijime |
| Nadeshiko-iro | Kühles Rosa mit Violettstich | Prachtnelke | Spätsommer, Herbst; Hitoe-Kimonos |
| Kōbai-iro | Rotstichiges Rosa | Rote Pflaumenblüte | Januar bis Februar; Neujahrskimonos |
| Botan-iro | Kräftiges, leuchtendes Rosa | Päonie | Frühsommer; Furisode, moderne Yukata |
| Tsutsuji-iro | Leuchtendes Rosa-Magenta | Azalee | Mai; junge Trägerinnen |
| Sakura-nezumi | Graustichiges Altrosa | „Kirschblüten-Grau“ | Ganzjährig; Teezeremonie, reifere Trägerinnen |
| Akebono-iro | Rosa-Orange | Morgendämmerung | Frühling; Obi, Accessoires |
Kimono Rosa in kühlen und warmen Nuancen
Sakura-iro, Nadeshiko-iro und Sakura-nezumi enthalten einen Blau- oder Grauanteil und wirken kühl. Toki-iro, Akebono-iro und Sakura-zome enthalten Gelb und wirken warm. Diese Unterscheidung entscheidet über die Begleitfarben: Kühle Rosatöne vertragen Silber, Grau, Weiß und kühles Grün; warme Rosatöne verlangen Gold, Creme, Braun und Olivgrün.
Kimono Rosa und Rang: eine erlaubte Farbe für alle
Im höfischen Farbsystem, das auf das Rangsystem von 603 zurückgeht, waren nur die tiefen Färbungen von Karmesin und Violett den obersten Rängen vorbehalten. Blasses Karmesin, also Rosa, zählte zu den Yurushi-iro und durfte ohne Erlaubnis getragen werden. Dadurch wurde Rosa zur Farbe, in der sich niedrigere Hofränge und später die Stadtbevölkerung dem festlichen Rot annähern konnten. In der Edo-Zeit, als Kaufleuten auffällige Farben an der Außenseite verboten waren, erschienen Rosatöne wie Toki-iro im Futter und im Unterkimono. Sichtbar wurde das Rosa nur an Kragen und Ärmelsaum, was dem Ideal des zurückhaltenden Edo-Geschmacks (Iki) entsprach.
Kimono Rosa nach Jahreszeit
Rosa ist die Frühlingsfarbe schlechthin, kommt aber in gedeckten und violettstichigen Varianten das ganze Jahr über vor.
Kimono Rosa zur Kirschblüte
Von Ende Februar bis April werden Sakura-iro und Usuzakura getragen, bevorzugt mit Kirschblütenmustern oder als Ton in Ton. Nach dem Grundsatz Sakidori, dem Vorwegnehmen der Jahreszeit, beginnt man vor der Blüte und legt die Farbe ab, sobald die Bäume in voller Blüte stehen. Ein Ton-in-Ton-Kimono ohne erkennbares Blütenmotiv darf länger getragen werden als ein Kimono mit naturgetreuen Kirschzweigen.
Kimono Rosa zum Hinamatsuri
Am 3. März, dem Mädchenfest (Hinamatsuri, auch Pfirsichblütenfest), ist Rosa die Leitfarbe. Die dreifarbigen Reiskuchen Hishimochi zeigen Rosa, Weiß und Grün, gedeutet als Pfirsichblüte, Schnee und junges Gras. Mädchen tragen an diesem Tag häufig rosa Kimonos oder Kinderkimonos mit Pfirsichblüten. Dieselbe Dreifarbigkeit gilt als sichere Kombination für einen rosa Kimono: weißer Kragen, grüner Obi oder Obijime.
Kimono Rosa im Herbst und Winter
Nadeshiko-iro und Hagi-Rosa gehören zu den sieben Herbstgräsern und werden von August bis Oktober getragen. Kōbai-iro leitet im Januar und Februar mit der Pflaumenblüte das neue Jahr ein. Sakura-nezumi, das graustichige Altrosa, ist an keine Jahreszeit gebunden und die übliche Wahl für die Teezeremonie im Winter.
Kimono Rosa im Yukata-Schnitt für den Sommer
Rosa Yukata sind eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts; klassische Yukata waren indigoblau und weiß. Mit synthetischen Farbstoffen kamen rosa Grundtöne mit weißen Blüten oder weiße Grundtöne mit rosa Päonien und Prunkwinden hinzu. Der rosa Yukata wird mit einem schmalen Hanhaba-Obi in Dunkelblau, Grün oder Gelb getragen und gehört zu Sommerfesten, Feuerwerken und Aufenthalten in Thermalbädern. Er besteht aus ungefütterter Baumwolle, wird ohne Unterkimono direkt über Unterwäsche getragen und kann bei 30 °C gewaschen werden; die erste Wäsche erfolgt getrennt, weil rosa Baumwolle in den ersten Durchgängen Farbe abgibt.
Kimono Rosa: Anlässe von Shichi-go-san bis Seijin-shiki
| Anlass | Trägerin oder Träger | Kimono-Typ in Rosa | Typischer Ton |
|---|---|---|---|
| Shichi-go-san (15. November) | Mädchen mit 3 und 7 Jahren | Kinderkimono mit Hifu-Weste | Momo-iro, Botan-iro |
| Hinamatsuri (3. März) | Mädchen | Kinderkimono, Yukata-Schnitt | Momo-iro |
| Seijin-shiki (Januar) | Zwanzigjährige Frauen | Furisode | Sakura-iro, Botan-iro, Tsutsuji-iro |
| Abschlussfeier (März) | Studentinnen | Furisode oder Komon mit Hakama | Sakura-iro zu Ebicha-Hakama |
| Hochzeit als Gast | Frauen | Hōmongi, Tsukesage | Usuzakura, Toki-iro |
| Teezeremonie | Frauen | Iromuji (einfarbig) | Sakura-nezumi, Usubeni |
| Sommerfest | Frauen, Mädchen | Yukata | Botan-iro auf Weiß, Momo-iro |
| Brautvorbereitung, Brautjungfern | Westlicher Kontext | Kimono-Morgenmantel aus Satin | Altrosa, Puderrosa |
Muster auf dem Kimono Rosa
Ein heller Grund trägt sowohl zarte als auch kräftige Motive. Auf Sakura-iro erscheinen klassisch Kirschblüten in Weiß und Dunkelrosa, Temari-Bälle, Schmetterlinge, Fächer und fließendes Wasser. Auf Momo-iro sind bei Kinderkimonos Pfirsichblüten, Kraniche und Glöckchen üblich. Ein eigenes Kapitel bildet die Kanoko-Shibori: Die abgebundenen weißen Punkte auf rosafarbenem Grund gehören zu den bekanntesten Bildern der Kimono-Kultur und erscheinen auf Obiage, Furisode und Kinderkimonos. Auf westlichen Modellen dominieren großformatige Blütendrucke, Kraniche und Pfauen; ein Blumen Kimono auf rosafarbenem Grund ist die häufigste Variante der Kimonojacke im Frühjahr und Sommer.
Kimono Rosa mit Kanoko-Shibori
Kanoko bedeutet Rehkitz; die weißen Punkte auf farbigem Grund erinnern an das Fleckenmuster im Fell junger Rehe. Für die Technik wird jeder Punkt einzeln mit Faden abgebunden, bevor der Stoff gefärbt wird; ein Ärmel kann mehrere tausend Abbindungen enthalten. Auf rosafarbenem Grund wirkt Kanoko besonders weich, weil der Kontrast zwischen Weiß und Rosa geringer ist als bei Rot oder Violett. In der Edo-Zeit war vollflächige Kanoko-Shibori (Sō-Kanoko) so aufwendig, dass sie zeitweise verboten wurde; Stoffe mit gedruckten Kanoko-Imitationen (Kata-Kanoko) entstanden als erlaubter Ersatz. Beim Kauf erkennt man echte Shibori an der reliefartigen Oberfläche und an den leicht unregelmäßigen Punkten, während gedruckte Kanoko flach und gleichmäßig sind.
Kimono Rosa mit Obi kombinieren
Rosa braucht einen Obi, der Struktur gibt, ohne die Leichtigkeit zu zerstören. Die Kasane-Tradition und die Hishimochi-Farben liefern die Vorlagen.
- Rosa mit Weiß, Elfenbein oder Silber: Die leichteste Kombination für Frühling und Hochzeiten; Silberbrokat zu kühlem Sakura-iro.
- Rosa mit Grün: Moosgrün, Blattgrün oder Matcha-Grün als Komplementärfarbe; erinnert an Kirschblüte und Blatt, alltagstauglich.
- Rosa mit Grau oder Taupe: Beruhigt kräftiges Rosa, passend für die Teezeremonie und reifere Trägerinnen.
- Rosa mit Dunkelblau oder Marine: Kontrastreich und modern; verbreitet bei Yukata.
- Rosa mit Gold: Nur bei warmen Rosatönen und formellen Anlässen, etwa Furisode zur Volljährigkeit.
- Rosa mit Rot: Wird gemieden, da die Töne zu nah beieinanderliegen und die Fläche verschwimmt; Ausnahme ist ein dunkler Enji-Obijime als schmaler Akzent.
Obijime und Obiage in Grün oder Weiß vervollständigen die Dreiheit. Bei westlichen Kimonojacken ersetzt ein schmaler Stoffgürtel den Obi; zu Altrosa passen Creme, Taupe und Olivgrün.
Kimono Rosa als Farbakzent auf anderen Grundfarben
Rosa wird häufiger als Akzent denn als Grundfarbe getragen: als Obiage zu einem grauen oder dunkelblauen Kimono, als Futter, das am Saum aufblitzt, oder als Kragen des Unterkimonos. Bei Kombinationen mit einem Kimono Rot übernimmt Rosa die Rolle der aufhellenden Zwischenfarbe im Obiage, nicht die des Obi.
Rosa Kimono als Morgenmantel und Bademantel
Im deutschsprachigen Raum bezeichnet ein rosa Kimono in den meisten Fällen einen Morgenmantel im Kimonoschnitt: gerade Ärmel, Wickelfront, Stoffgürtel in Taillenhöhe, Länge zwischen Oberschenkel und Wade. Das Modell hat sich als Kleidung für den Morgen der Hochzeit, für Brautjungfern und für Aufenthalte im Bad etabliert. Der Kimono Morgenmantel Damen aus Satin ist die verbreitetste Form, gefolgt von Seide, Baumwolle und Frottee.
Kimono Rosa aus Satin oder Baumwolle: Unterschiede
- Satin (Polyester): Glänzend, kühl auf der Haut, sehr farbecht, knitterarm; nimmt keine Feuchtigkeit auf und eignet sich daher nicht als Bademantel nach der Dusche. Ein Kimono Satin Damen in Rosa wird bei 30 °C im Schonprogramm gewaschen.
- Seide: Weicher Glanz, temperaturausgleichend; Rosa wirkt auf Seide tiefer; Handwäsche oder Reinigung.
- Baumwolle (Batist, Musselin, Waffelpiqué): Matt, saugfähig, waschbar bei 40 °C; Rosa verblasst bei häufigem Waschen langsam.
- Frottee: Saugfähig, schwer; als Kimono Bademantel Damen in Rosa mit breitem Schalkragen oder Kimonokragen.
Kimono Rosa als Brautkimono und für Brautjungfern
In der japanischen Hochzeit ist Rosa eine Farbe des Iro-Uchikake, des farbigen Überkimonos, den die Braut nach dem weißen Shiromuku beim Kleiderwechsel trägt. Rosa Uchikake zeigen Kirschblüten, Kraniche und Fächer in Gold- und Silberstickerei auf Sakura-iro oder Usubeni und gelten als sanftere Alternative zum roten Modell. Im westlichen Kontext hat sich der rosa Kimono in anderer Form etabliert: als Morgenmantel für die Vorbereitung am Hochzeitsmorgen, den Braut und Brautjungfern in abgestuften Rosatönen tragen, häufig mit Stickerei des Vornamens auf der Brust. Üblich ist, dass die Braut Weiß oder Elfenbein trägt und die Brautjungfern Altrosa, Puderrosa oder Mauve. Ein Braut Kimono in Rosa aus Seide oder Satin wird nach der Hochzeit als gewöhnlicher Morgenmantel weitergetragen; Spitzenbesatz an Ärmeln und Saum ist die häufigste Verzierung.
Kimono Rosa als Strandkimono und Jacke
Leichte Kimonojacken in Rosa aus Chiffon, Viskose oder Baumwoll-Voile werden über Badebekleidung, Jeans oder einfarbigen Kleidern offen getragen. Übliche Längen sind 70 bis 85 cm für kurze Modelle und 110 bis 135 cm für lange Modelle. Ein kurzer Schnitt wie beim Kimono Damen Kurz eignet sich für hohe Taillen und Sommerkleider, ein langer Schnitt als Ersatz für einen Sommermantel. Transparente Rosatöne wirken auf gebräunter Haut deutlicher als auf heller; auf sehr heller Haut verschwimmt Puderrosa mit dem Hautton.
Kimono Rosa: Materialien im Vergleich
Der Stoff bestimmt, wie ein Rosaton erscheint: Glanz vertieft ihn, matte Oberflächen lassen ihn pudriger wirken.
| Material | Wirkung des Rosatons | Typisches Modell | Pflege |
|---|---|---|---|
| Seide | Tief, leicht changierend | Furisode, Hōmongi, Morgenmantel | Reinigung oder kalte Handwäsche |
| Polyestersatin | Glänzend, kühl | Morgenmantel, Brautjungfern-Kimono | 30 °C Schonprogramm, nicht schleudern |
| Baumwolle | Matt, pudrig | Yukata, Kinderkimono, Bademantel | 30 bis 40 °C, erste Wäschen separat |
| Musselin | Weich, leicht meliert | Morgenmantel, Sommerjacke | 30 °C, knittert, nicht bügeln nötig |
| Viskose | Fließend, klar | Kimonojacke, Strandkimono | 30 °C Handwäsche, nass empfindlich |
| Chiffon (Polyester) | Transparent, aufgehellt | Strandkimono | 30 °C, Wäschenetz |
| Frottee | Matt, gedeckt | Bademantel im Kimonoschnitt | 40 bis 60 °C, farbecht nach ersten Wäschen |
Kimono Rosa für Kinder
Rosa ist die klassische Farbe des Mädchenkimonos. Der traditionelle Kinderkimono wird mit Falten an Schulter (Kata-age) und Taille (Koshi-age) auf Größe genäht und mit dem Wachstum ausgelassen. Zum Shichi-go-san tragen Dreijährige eine ärmellose Weste (Hifu) über dem Kimono, Siebenjährige erstmals einen richtigen Obi. Westliche Kinderkimonos in Rosa sind meist Yukata-Schnitte aus Baumwolle oder kurze Morgenmäntel; ein Kimono Kinder in Rosa wird nach Körpergröße in Schritten von 10 cm gewählt (Größen 98 bis 152 entsprechen etwa der Länge von Schulter bis Knöchel minus 10 bis 15 cm).
Kimono Rosa für Herren
In der Geschichte Japans war Rosa keine weibliche Farbe. Heian-Adlige beiderlei Geschlechts trugen Sakura-Schichtungen im Frühling, und in der Edo-Zeit war Toki-iro für Herren-Nagajuban und Haori-Futter üblich. Die Zuordnung von Rosa zu Mädchen kam erst im 20. Jahrhundert mit westlichen Konventionen nach Japan. Heute ist ein rosa Herrenkimono an der Außenseite selten; Rosa erscheint als Haori-Futter, als Kragen des Unterkimonos oder als Haori-Kordel. Westliche Kimonojacken für Herren in Rosa finden sich in der Festival- und Streetwear-Mode, meist in Altrosa oder Lachs, offen über weißem oder schwarzem T-Shirt getragen, mit geradem Schnitt von 70 bis 90 cm Länge und ohne Gürtel.
Kimono Rosa, Teint und Figur: sachliche Kriterien
Helles Rosa reflektiert wenig Farbe auf das Gesicht und wirkt deshalb bei fast allen Hauttönen aufhellend. Kühle Rosatöne (Sakura, Nadeshiko, Altrosa mit Grau) passen zu kühlem Hautunterton mit bläulichen Venen und aschigem oder schwarzem Haar; warme Rosatöne (Lachs, Toki, Pfirsich) zu warmem Hautunterton mit grünlichen Venen und goldenem, rotem oder braunem Haar. Sehr helle Haut verschwimmt mit Puderrosa und gewinnt Kontur durch Botan-iro oder einen dunklen Obi; dunkle Haut lässt sowohl blasses als auch kräftiges Rosa klar erscheinen.
Zur Figur: Pastelltöne treten optisch weniger nach vorn als gesättigtes Rot, lassen große Flächen aber heller und damit weiter erscheinen. Ein dunkler Obi oder Gürtel gliedert die Fläche in der Taille; vertikale Muster strecken. Bei Morgenmänteln aus glänzendem Satin verstärkt der Glanz Rundungen, matte Baumwolle und Musselin gleichen sie aus.
Kimono Rosa waschen: Flecken, Vergrauen und Abfärben
Helle Rosatöne zeigen drei typische Probleme: Sie nehmen Flecken von Make-up, Sonnencreme und Selbstbräuner sichtbar an, sie vergrauen durch falsches Waschen, und sie färben in den ersten Wäschen auf Weißes ab. Folgende Schritte helfen:
- Rosa nie mit Weiß waschen, auch nicht nach vielen Wäschen; ein einzelner rosa Kimono kann eine weiße Ladung tönen.
- Rosa nicht mit dunklen Farben waschen, da Fasern und gelöste Farbstoffe das Rosa vergrauen lassen; ideal ist eine Ladung aus hellen Buntfarben.
- Bei 30 °C im Schonprogramm, auf links, mit Flüssigwaschmittel für Buntwäsche ohne Bleichmittel und ohne optische Aufheller; Aufheller verschieben Pastelltöne ins Bläuliche.
- Make-up- und Sonnencremeflecken vor der Wäsche mit Gallseife oder Flüssigwaschmittel auf der Rückseite anlösen, nicht reiben.
- Selbstbräunerflecken so früh wie möglich mit kaltem Wasser ausspülen; nach dem Trocknen sind sie meist dauerhaft.
- Satin und Seide nicht schleudern; in ein Handtuch rollen und liegend oder auf dem Bügel trocknen.
- Im Schatten trocknen; Sonnenlicht bleicht Rosa ungleichmäßig und lässt Falten heller werden als glatte Flächen.
- Bei niedriger Temperatur auf links bügeln; Satin mit Bügeltuch, Seide leicht feucht.
Kimono Rosa aus Seide: Handwäsche
Rosa Seide kann, sofern nicht handbemalt oder mit Shibori gefärbt, kalt von Hand gewaschen werden: wenige Minuten in kaltem Wasser mit Seidenwaschmittel bewegen, ohne Einweichen, ausspülen, in ein Handtuch drücken, flach trocknen. Wasserflecken vermeidet man, indem das ganze Stück gleichmäßig nass wird; punktuelles Anfeuchten hinterlässt Ränder, die auf hellem Rosa deutlich sichtbar sind.
Kimono Rosa lagern
Helles Rosa vergilbt bei Kontakt mit säurehaltigem Papier, Holz und Kunststofffolie. Traditionelle Kimonos werden in säurefreies Tatōshi-Papier gefaltet und in Paulownia-Kommoden aufbewahrt, die Feuchtigkeit regulieren. Westliche Morgenmäntel und Jacken hängen auf breiten, gepolsterten Bügeln in einem Baumwollbeutel, nicht in Plastikhüllen aus der Reinigung. Rosa nicht direkt neben dunkle oder rote Stücke legen, da bei Feuchtigkeit Farbe übergehen kann. Lavendel und Zedernholz gegen Motten; Naphthalin meiden. Vor dem Einlagern sollte jedes Stück gewaschen oder gereinigt sein, denn unsichtbare Rückstände von Schweiß, Parfüm und Kosmetik oxidieren mit der Zeit und erscheinen auf hellem Rosa als gelbliche Flecken, die sich später kaum noch entfernen lassen.
Kimono Rosa: Größen und Maße
Für Morgenmäntel und Kimonojacken zählen Rückenlänge, Brustweite und Ärmellänge; für traditionelle Kimonos die Körpergröße.
| Größe | Konfektion Damen | Morgenmantel Länge (cm) | Jacke kurz (cm) | Brustweite (cm) | Ärmellänge ab Schulter (cm) |
|---|---|---|---|---|---|
| XS | 32–34 | 88–95 | 66–70 | 96–104 | 38–42 |
| S | 36 | 90–97 | 68–72 | 104–110 | 40–44 |
| M | 38–40 | 92–100 | 70–75 | 110–120 | 42–46 |
| L | 42–44 | 95–103 | 72–78 | 120–130 | 44–48 |
| XL | 46–48 | 98–106 | 75–80 | 130–140 | 46–50 |
| XXL | 50–52 | 100–108 | 78–83 | 140–150 | 48–52 |
Traditionelle Furisode und Hōmongi: Gesamtlänge etwa gleich der Körpergröße, Yuki-Länge (Rückenmitte bis Ärmelsaum) etwa 0,4 × Körpergröße plus 2 bis 3 cm. Kinderkimonos werden nach Körpergröße gewählt und über Falten angepasst.
Kimono Rosa, Kimono Rot und Blumenkimono: die Abgrenzung
Ein rosa Kimono unterscheidet sich vom roten nicht nur im Ton, sondern in der Bedeutung: Rot steht für Schutz, Lebenskraft und den Ausnahmetag, Rosa für Frühling, Jugend und Zurückhaltung; Rot war in der Tiefe verboten, Rosa war erlaubt. Vom Blumenkimono unterscheidet sich der rosa Kimono durch das Kriterium: Der eine ist über die Farbe definiert und kann einfarbig sein, der andere über das Muster und kann jede Grundfarbe haben. Ein rosa Kimono mit Kirschblüten gehört zu beiden Gruppen.
Häufige Fragen zu Kimono Rosa
Was bedeutet ein Kimono Rosa in Japan?
Rosa steht für Frühling, Kirschblüte, Jugend und zurückhaltende Festlichkeit. Es war historisch die erlaubte, helle Form des kostbaren Karmesins und damit die Farbe, in der alle Stände Rot tragen konnten. Heute ist Rosa die Farbe des Mädchenfests am 3. März, vieler Furisode zur Volljährigkeit und der Kirschblütenzeit.
Zu welcher Jahreszeit trägt man einen Kimono Rosa?
Vor allem von Februar bis April, passend zur Pflaumen- und Kirschblüte. Violettstichige Rosatöne wie Nadeshiko-iro gehören in Spätsommer und Herbst, Kōbai-iro in den Januar. Graustichiges Altrosa (Sakura-nezumi) ist ganzjährig üblich, besonders für die Teezeremonie. Westliche Morgenmäntel und Jacken in Rosa kennen keine Saisonregel.
Welcher Obi passt zu einem Kimono Rosa?
Weiß, Elfenbein oder Silber für formelle Anlässe und Frühling; Grün in allen Abstufungen als Komplementärfarbe; Grau oder Taupe für die Teezeremonie; Dunkelblau für Yukata. Gold nur zu warmen Rosatönen bei Furisode. Ein roter Obi wird gemieden, weil die Töne verschwimmen.
Färbt ein Kimono Rosa beim Waschen ab?
Ja, vor allem in den ersten Wäschen und bei Satin oder Baumwolle mit kräftigem Ton. Rosa gehört nie zur Weißwäsche und nicht zur dunklen Wäsche, sondern zu hellen Buntfarben. Kaltes Wasser, kurzes Programm, Flüssigwaschmittel ohne Aufheller und Trocknen im Schatten halten die Farbe stabil.
Ist ein Kimono Rosa nur für junge Frauen gedacht?
Kräftige, klare Töne wie Botan-iro und Tsutsuji-iro gelten in Japan als Farben junger Trägerinnen. Gedeckte Töne wie Sakura-nezumi, Toki-iro und Usuzakura werden in jedem Alter getragen, besonders zur Teezeremonie und zu Hochzeiten als Gast. Außerhalb Japans gibt es keine Altersregel; entscheidend ist die Abstimmung von Nuance und Begleitfarben.
Woraus besteht ein Kimono Rosa als Morgenmantel meistens?
Am häufigsten aus Polyestersatin, weil er glänzt, farbecht ist und wenig knittert. Seide bietet einen weicheren Glanz und Temperaturausgleich, verlangt aber Handwäsche. Baumwolle und Musselin sind saugfähig und pflegeleicht, Frottee ist die Wahl für den Bademantel. Die Länge liegt meist zwischen 90 und 110 cm.
Können Männer einen Kimono Rosa tragen?
Historisch ja: Heian-Adlige trugen Sakura-Schichtungen unabhängig vom Geschlecht, und Toki-iro war in der Edo-Zeit eine übliche Farbe für Herren-Unterkimonos und Haori-Futter. Heute erscheint Rosa beim Herrenkimono meist im Futter oder an der Haori-Kordel; westliche Kimonojacken für Herren in Altrosa oder Lachs gehören zur Festival- und Streetwear-Mode.
Wie lagert man einen Kimono Rosa, ohne dass er vergilbt?
In säurefreiem Papier oder einem Baumwollbeutel, nicht in Kunststoffhüllen, nicht direkt auf Holz. Dunkel und trocken aufbewahren, nicht neben roten oder dunklen Stücken. Einmal jährlich an einem trockenen, bewölkten Tag lüften. Vor dem Einlagern waschen oder reinigen, da unsichtbare Rückstände von Schweiß und Kosmetik mit der Zeit gelb werden.
Glossar zum Kimono Rosa
- Akebono-iro: Rosa-Orange der Morgendämmerung.
- Botan-iro: Kräftiges Päonienrosa.
- Hifu: Ärmellose Weste über dem Kinderkimono beim Shichi-go-san.
- Hinamatsuri: Mädchenfest am 3. März; Leitfarben Rosa, Weiß, Grün.
- Ikkon-zome: Blasses Rosa aus einem einzigen Färberdistelbad; erlaubte Farbe.
- Jūnihitoe: Zwölfschichtiges Hofgewand der Heian-Zeit.
- Kanoko-Shibori: Abbindetechnik mit weißen Punkten, klassisch auf rosafarbenem Grund.
- Kasane no Irome: Benannte Farbschichtungen des Heian-Hofes.
- Kōbai-iro: Rotstichiges Rosa der roten Pflaumenblüte.
- Momo-iro: Pfirsichblütenrosa; heute allgemeiner Begriff für Rosa.
- Nadeshiko-iro: Kühles Nelkenrosa; Herbstgras.
- Sakidori: Vorwegnehmen der Jahreszeit bei Farbe und Muster.
- Sakura-iro: Helles, kühles Kirschblütenrosa.
- Sakura-nezumi: Graustichiges Altrosa, ganzjährig tragbar.
- Sakura-zome: Färbung aus Kirschrinde und -zweigen.
- Toki-iro: Zartes Rosa nach den Schwungfedern des Nipponibis.
- Usubeni: Helles Karmesinrosa aus dünnem Beni.
- Yurushi-iro: Erlaubte Farben, zu denen alle Rosatöne zählten.
Kimono Rosa: das Wichtigste in Kürze
Ein Kimono Rosa verbindet die Festlichkeit des Rots mit der Zurückhaltung des Weiß. In Japan trägt jeder Rosaton den Namen einer Blüte, eines Vogels oder einer Tageszeit und damit eine Jahreszeit: Sakura im April, Momo am 3. März, Nadeshiko im Herbst, Kōbai im Februar. Rosa war stets erlaubt, wurde am Hof mit Weiß und Grün geschichtet und in der Edo-Zeit als Futter versteckt. Weiß, Grün, Grau und Dunkelblau sind die verlässlichen Partner im Obi. Im Westen steht der rosa Kimono meist für den Morgenmantel aus Satin oder Seide; seine Pflege verlangt Trennung von Weiß und Dunkel, kaltes Wasser, Schatten beim Trocknen und säurefreie Lagerung.










































































































































