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Kimono Große Größen – Ratgeber & Wissenswertes

Kimono Große Größen bezeichnet Kimonos, Kimonojacken und Kimonomäntel, die in den Konfektionsgrößen 44 bis 58 (Damen) beziehungsweise 56 bis 68 (Herren) gefertigt werden und deren Schnitt auf größere Körpermaße abgestimmt ist. Der Kimono eignet sich konstruktionsbedingt für diesen Größenbereich: Er wird aus geraden Stoffbahnen genäht, hat keine Abnäher, keine fest definierte Taille und wird durch Wickeln und Binden an den Körper angepasst statt durch eine feste Weite. Entscheidend sind deshalb nicht Brust- oder Hüftumfang allein, sondern die Rückenbreite, die Ärmelweite, die Gesamtlänge und die Länge des Gürtels.

Dieser Text erklärt, welche Schnittformen für große Größen infrage kommen, wie Rückenbreite und Ärmellänge gemessen werden, welche Maße in Zentimetern den einzelnen Konfektionsgrößen entsprechen, welche Materialien fließend fallen und wie sich Damen- und Herrenmodelle unterscheiden. Ergänzt werden Hinweise zu Gürtel, Länge, Anlass, Pflege und Änderung sowie ein Glossar und häufige Fragen.

Was bedeutet Kimono Große Größen: Definition und Größenbereich

Im deutschen Handel beginnt der Bereich der großen Größen bei Damen ab Konfektionsgröße 44 (Brustumfang etwa 100 cm), bei Herren ab Größe 56 (Brustumfang etwa 112 cm). Ein Kimono in großen Größen unterscheidet sich von einem Standardmodell nicht nur durch proportional vergrößerte Maße: Rückenbreite, Armloch und Ärmelweite wachsen stärker als die Länge, der Gürtel wird länger, und die Überlappung der Vorderteile bleibt erhalten, damit der Kimono geschlossen getragen werden kann. Zum Begriff zählen:

  • lange Kimonos in Knöchel- oder Wadenlänge, offen oder gewickelt getragen,
  • kurze Kimonojacken in Hüft- bis Oberschenkellänge,
  • Kimonomäntel aus festeren Stoffen für Übergangszeit und Winter,
  • Kimono-Bademäntel und Morgenmäntel in Wickelform,
  • traditionelle japanische Kimonos und Yukata in den japanischen Größen 3L bis 6L.

Kimono Große Größen: Warum sich der traditionelle Schnitt eignet

Der japanische Kimono wird aus einem Tanmono, einer Stoffbahn von etwa 36 bis 40 cm Breite, genäht. Rückenteil, Vorderteile und Ärmel bestehen aus geraden Rechtecken, die an den Seiten und in der Rückenmitte zusammengefügt werden. Es gibt keine Schulternaht im westlichen Sinn, keine Abnäher und keinen Reißverschluss. Die Weite entsteht durch Übereinanderschlagen der Vorderteile, die Länge wird bei Damen durch den Ohashori-Umschlag auf Hüfthöhe eingestellt. Diese Bauweise erlaubt es, denselben Kimono für einen Bereich von mehreren Konfektionsgrößen zu tragen, sofern die Rückenbreite ausreicht.

Gerader Schnitt beim Kimono Große Größen

Westlich gefertigte Kimonojacken übernehmen den geraden Schnitt, verwenden aber breitere Stoffbahnen von 140 bis 150 cm, sodass Rücken und Vorderteile aus jeweils einem Stück bestehen können. Für große Größen wird die Rückenbreite auf 60 bis 75 cm erweitert, ohne dass die Länge im gleichen Verhältnis wächst. Dadurch bleibt der Ärmelansatz auf oder knapp über der Schulter und rutscht nicht auf den Oberarm.

Wickelverschluss und Weite beim Kimono Große Größen

Weil ein Kimono nicht geknöpft, sondern gewickelt wird, gibt es keinen festen Umfang. Die Vorderteile überlappen bei kleineren Größen um 30 bis 40 cm, bei großen Größen sollte die Überlappung mindestens 20 cm betragen, damit der Kimono beim Sitzen und Gehen geschlossen bleibt. Modelle, die offen über einem Top oder Kleid getragen werden, brauchen diese Überlappung nicht; hier zählt allein die Rückenbreite.

Schnittformen beim Kimono Große Größen im Vergleich

Drei Grundformen kommen in großen Größen vor. Sie unterscheiden sich in Länge, Fall und Verwendung.

Kimono Große Größen in gerader Form

Die gerade Form entspricht dem japanischen Vorbild: gleiche Weite an Schulter, Hüfte und Saum. Sie fällt bei fließenden Stoffen senkrecht und betont keine Körperpartie. In großen Größen ist sie die häufigste Form für lange Kimonos und Kimonomäntel.

Kimono Große Größen mit A-Linie

Bei der A-Linie wird der Saum um 20 bis 40 cm weiter geschnitten als die Schulter. Der Kimono fällt nach unten hin ausgestellt und bietet mehr Bewegungsfreiheit im Schritt. Diese Form findet sich vor allem bei Strandkimonos und Kimonokleidern aus leichtem Stoff.

Kurze Kimono Jacke Damen in großen Größen

Die kurze Form endet auf Hüft- bis Oberschenkelhöhe (Rückenlänge 65 bis 85 cm). Sie wird offen über Hose oder Rock getragen und ersetzt eine Strickjacke oder einen Blazer. Bei großen Größen ist auf ein ausreichend tiefes Armloch zu achten, damit die Jacke beim Heben der Arme nicht hochrutscht. Weitere Modelle dieser Länge sind in der Kategorie Kimono Jacke Damen zusammengefasst.

Rückenbreite beim Kimono Große Größen: Messen und Maße in cm

Die Rückenbreite ist das wichtigste Maß eines Kimono in großen Größen. Sie wird am Kleidungsstück flach liegend von Ärmelansatz zu Ärmelansatz auf Höhe der Schulterblätter gemessen; beim japanischen Kimono heißt dieses Maß Yuki-Hälfte beziehungsweise Sodetsuke-Abstand. Am Körper wird die Rückenbreite zwischen den äußeren Schulterpunkten gemessen und für einen Kimono um 4 bis 8 cm Bewegungszugabe erweitert. Ist die Rückenbreite zu gering, spannt der Stoff zwischen den Schulterblättern, und die Ärmel ziehen nach hinten. Ist sie zu groß, rutscht der Ärmelansatz auf den Oberarm, was bei einem Kimono im Unterschied zu einer Bluse tolerierbar ist, weil der Ärmel ohnehin weit fällt.

  • Größe 44–46: Rückenbreite am Kleidungsstück etwa 56–60 cm
  • Größe 48–50: etwa 60–64 cm
  • Größe 52–54: etwa 64–68 cm
  • Größe 56–58: etwa 68–72 cm

Ärmellängen und Ärmelweite beim Kimono Große Größen

Kimonoärmel werden nicht wie bei Hemden am Armloch angesetzt, sondern als rechteckige Taschen an den Körper genäht. Ihre Länge wird von der Rückenmitte über die Schulter bis zum Ärmelsaum gemessen (Yuki). Bei westlichen Kimonojacken wird stattdessen die Ärmellänge von der Schulter aus angegeben. Für große Größen gilt: Der Ärmel sollte den Oberarm vollständig bedecken und am Ellbogen oder Handgelenk enden; Dreiviertelärmel enden 10 bis 15 cm unter dem Ellbogen.

Kimono Große Größen mit Dreiviertelarm

Der Dreiviertelarm ist in großen Größen die häufigste Ärmellänge, weil er das Handgelenk frei lässt und bei weitem Ärmelsaum nicht in Speisen oder Waschbecken hängt. Gemessen von der Schulter liegt er bei 40 bis 48 cm. Die Ärmelweite am Saum beträgt bei weiten Modellen 40 bis 60 cm Umfang.

Kimono Große Größen mit langem Arm

Der lange Ärmel endet am Handgelenk, gemessen von der Schulter bei 55 bis 62 cm. Bei japanischen Kimonos in großen Größen (Yuki 70 bis 76 cm) hängt der Ärmelbeutel 45 bis 60 cm nach unten; bei westlichen Modellen sind Fledermausärmel verbreitet, die ohne Naht in das Rückenteil übergehen und die Rückenbreite automatisch mitwachsen lassen.

Größentabelle Kimono Große Größen: 44 bis 58 in cm

Die folgende Tabelle gibt Orientierungswerte für lange Damenkimonos und Kimonojacken. Körpermaße beziehen sich auf den Körper, Kleidungsmaße auf das flach liegende Kleidungsstück. Abweichungen zwischen Herstellern von 2 bis 5 cm sind üblich.

Größe (DE) Brustumfang Taillenumfang Hüftumfang Rückenbreite Ärmel ab Schulter (lang) Gürtellänge
44 100–104 cm 84–88 cm 108–112 cm 56–58 cm 56 cm 190–200 cm
46 104–108 cm 88–92 cm 112–116 cm 58–60 cm 56–57 cm 200–210 cm
48 108–112 cm 92–97 cm 116–120 cm 60–62 cm 57 cm 210–220 cm
50 112–117 cm 97–102 cm 120–124 cm 62–64 cm 57–58 cm 220–230 cm
52 117–122 cm 102–107 cm 124–128 cm 64–66 cm 58 cm 230–240 cm
54 122–127 cm 107–112 cm 128–132 cm 66–68 cm 58–59 cm 240–250 cm
56 127–132 cm 112–117 cm 132–136 cm 68–70 cm 59 cm 250–260 cm
58 132–137 cm 117–122 cm 136–140 cm 70–72 cm 59–60 cm 260–270 cm

Die Gesamtlänge eines langen Kimono hängt von der Körpergröße ab, nicht von der Konfektionsgröße: Bei 160 bis 170 cm Körpergröße liegt eine knöchellange Rückenlänge bei 130 bis 140 cm, eine wadenlange bei 105 bis 115 cm. Ausführliche Angaben zu langen Modellen stehen in der Kategorie Kimono Damen Lang.

Kimono Damen Große Größen: Besonderheiten im Damenschnitt

Ein Kimono Damen Große Größen unterscheidet sich vom Herrenmodell in Länge, Ärmelform und Position des Gürtels. Der Damenkimono wird traditionell länger geschnitten als die Körpergröße und auf Hüfthöhe umgeschlagen; westliche Damenmodelle verzichten auf den Umschlag und werden in der endgültigen Länge genäht. Die Ärmel sind bei Damen tiefer und offener (Furi, die Öffnung unter der Achsel), der Gürtel sitzt in der Taille oder knapp darüber. Bei großen Größen kommt hinzu, dass viele Modelle einen leicht verlängerten Vorderteil erhalten, damit der Saum über der Brust nicht nach oben zieht; diese Vorderlängenzugabe liegt bei 2 bis 4 cm. Eine Übersicht aller Damenmodelle unabhängig von der Größe gibt die Kategorie Kimono Damen.

Kimono Damen Große Größen: Taille, Brust und Fall des Stoffs

Ein Wickelgürtel in der Taille teilt die Silhouette; wird er stattdessen knapp unter der Brust gebunden (Empire-Höhe), fällt der Stoff darunter gerade und ohne Zug. Beide Positionen sind beim Kimono möglich, weil keine feste Taille eingearbeitet ist. Bei einem großen Brustumfang muss der Ausschnitt tief genug sein (V-Ausschnitt 25 bis 35 cm ab Schulter), damit die Vorderteile flach liegen und nicht abstehen.

Kimono Große Größen für Herren: Unterschiede zum Damenmodell

Der Herrenkimono wird in der Körperlänge genäht und nicht umgeschlagen; er endet am Knöchel. Die Ärmel sind unter der Achsel geschlossen, der Gürtel (Kaku-Obi oder Stoffgürtel) sitzt tief auf der Hüfte, unterhalb des Bauchs. Für große Größen ist das ein Vorteil: Der Gürtel liegt an der schmalsten Stelle unter dem Bauch an und der Kimono wird darüber locker geführt. Herrenmodelle westlicher Fertigung, etwa Kimono-Bademäntel und Kimonojacken, verwenden Größen von 56 bis 68 oder XL bis 5XL; die Rückenbreite liegt bei 64 bis 80 cm, die Ärmellänge ab Schulter bei 60 bis 66 cm. Die Kategorie Kimono Herren führt Modelle aller Größen für Männer.

Merkmal Damen (44–58) Herren (56–68)
Gürtelposition Taille oder unter der Brust Hüfte, unter dem Bauch
Ärmel Unter der Achsel offen (Furi), oft weiter Unter der Achsel geschlossen, schmaler
Länge Traditionell mit Umschlag, westlich ohne Immer ohne Umschlag
Rückenbreite 56–72 cm 64–80 cm
Ausschnitt V-Ausschnitt, Nacken leicht abgesetzt Am Nacken anliegend
Gürtellänge 190–270 cm 220–300 cm

Fließende Materialien für den Kimono Große Größen

Der Fall des Stoffs entscheidet bei großen Größen stärker als bei kleinen darüber, ob ein Kimono senkrecht fällt oder absteht. Fließende Stoffe mit geringer Biegesteifigkeit legen sich an den Körper, ohne sich abzuzeichnen; steife Stoffe bilden Volumen. Die folgende Tabelle ordnet gängige Materialien nach Fall, Gewicht und Eignung.

Material Gewicht (g/m²) Fall Jahreszeit Eignung für große Größen
Viskose (Webware) 100–140 Sehr fließend Frühjahr–Herbst Sehr gut, fällt senkrecht
Musselin (Baumwoll-Doppelgaze) 110–150 Weich, leicht knittrig Sommer Gut, luftig, kein Kleben
Seide (Crêpe de Chine, Satin) 60–110 Sehr fließend Ganzjährig Sehr gut, zeigt Nahtlinien
Polyester-Satin 90–130 Fließend, glänzend Ganzjährig Gut, wenig atmungsaktiv
Leinen 150–220 Trocken, leicht steif Sommer Mittel, baut Volumen auf
Baumwolle (Popeline, Batist) 90–140 Glatt, mäßig fließend Sommer Gut bei Batist, mittel bei Popeline
Samt (Viskose- oder Baumwollsamt) 250–350 Schwer, fließend Herbst–Winter Gut, betont durch Gewicht die Länge
Chiffon 40–70 Sehr leicht, durchscheinend Sommer Gut über Kleidung, nicht blickdicht

Kimono Große Größen aus Viskose, Musselin und Seide

Drei Materialien werden für große Größen besonders häufig verarbeitet, weil sie leicht sind und sich der Körperform anpassen, ohne aufzutragen.

Kimono Große Größen aus Viskose

Viskose ist eine Zellulosefaser mit glatter Oberfläche und hohem Feuchtigkeitsaufnahmevermögen. Sie fällt schwer und senkrecht, kühlt auf der Haut und knittert mäßig. Nass verliert sie an Festigkeit, weshalb sie schonend gewaschen wird. Für lange Kimonos ist Viskose-Webware mit 120 bis 140 g/m² üblich.

Kimono Große Größen aus Musselin

Musselin besteht aus zwei locker verbundenen Baumwollgazelagen. Er ist luftig, saugfähig und wird mit jeder Wäsche weicher. Die leicht gekräuselte Oberfläche verhindert, dass der Stoff bei Wärme klebt. Ein Musselin Kimono in großen Größen eignet sich für Sommer, Strand und als Hauskleidung.

Kimono Große Größen aus Seide

Seide ist leicht, temperaturausgleichend und fließt stark. Crêpe de Chine mit matter Oberfläche ist blickdichter als Seidensatin und zeichnet Konturen weniger nach. Für große Größen werden Seidenkimonos oft gefüttert oder doppellagig gearbeitet, was den Fall beruhigt und die Nähte verdeckt.

Gürtel und Bindung beim Kimono Große Größen

Der Gürtel bestimmt beim Kimono Sitz und Länge. Bei großen Größen ist die Gürtellänge das Maß, das am häufigsten nicht ausreicht: Ein Stoffgürtel muss den Taillen- oder Hüftumfang zweimal umrunden und zusätzlich 60 bis 80 cm für Knoten und Enden bieten. Daraus ergibt sich die in der Größentabelle angegebene Länge von 190 bis 270 cm. Angenähte Gürtel an der Seitennaht sind bei großen Größen ungünstig, weil sie die Bindeposition festlegen; lose Gürtel in Schlaufen lassen sich in Taillen- oder Hüfthöhe tragen.

Kimono Gürtel für große Größen: Breite und Länge

Ein schmaler Gürtel (3 bis 5 cm) schneidet bei weichem Stoff ein; ein breiter Stoffgürtel (8 bis 12 cm) oder ein Obi-ähnlicher Gürtel (15 bis 20 cm) verteilt den Druck und glättet den Übergang zwischen Ober- und Unterkörper. Getrennt erhältliche Gürtel in verschiedenen Längen und Breiten führt die Kategorie Kimono Gürtel.

Bindeposition beim Kimono Große Größen

Drei Positionen sind üblich: unter der Brust (der Stoff fällt gerade und berührt den Bauch nicht), in der natürlichen Taille (betont die schmalste Stelle) und auf der Hüfte (traditionell bei Herren, bei Damen bei kurzen Jacken). Wer den Kimono offen trägt, verzichtet auf den Gürtel oder lässt ihn hinten locker gebunden hängen.

Kimono Große Größen richtig anziehen und wickeln

Die Reihenfolge ist für alle Größen gleich; bei großen Größen ist vor allem darauf zu achten, dass die Vorderteile ausreichend überlappen und der Gürtel nicht zu straff sitzt.

  1. Kimono über die Schultern legen und beide Vorderkanten in Brusthöhe greifen; die Rückenmittelnaht sitzt mittig über der Wirbelsäule.
  2. Die rechte Vorderseite an den Körper legen, dann die linke Vorderseite darüber (links liegt außen, hidari-mae). Die Überlappung soll mindestens 20 cm betragen.
  3. Bei einem Kimono mit Innenband dieses an der Seitennaht schließen, damit die Wickelung beim Binden des Gürtels nicht verrutscht.
  4. Gürtel in der gewünschten Höhe anlegen, hinten kreuzen, vorne oder seitlich binden; zwischen Gürtel und Körper sollen zwei Finger Platz bleiben.
  5. Den Stoff oberhalb des Gürtels leicht nach oben ziehen, sodass er etwas übersteht (blousen); das entlastet den Gürtel und verhindert Spannung über der Brust.
  6. Ausschnitt und Kragen glatt streichen; bei langen Modellen den Saum prüfen: er soll vorne und hinten auf gleicher Höhe liegen.

Länge des Kimono Große Größen: kurz, midi, lang

Die Länge wird beim Kimono als Rückenlänge vom Nackenpunkt bis zum Saum gemessen. Kurze Modelle enden auf der Hüfte (65 bis 85 cm), Midi-Modelle am Knie oder an der Wade (95 bis 115 cm), lange Modelle am Knöchel (125 bis 145 cm). Für große Größen gilt: Je länger der Kimono, desto senkrechter die Linie und desto weniger Gewicht bekommt die Querteilung durch den Gürtel. Kurze Modelle enden idealerweise nicht an der breitesten Stelle der Hüfte, sondern darüber oder darunter. Die Proportion von Ärmellänge zu Gesamtlänge bleibt bei allen Längen gleich: Der Ärmelsaum sollte bei einer kurzen Jacke nicht unter dem Jackensaum hängen.

Kimono Große Größen als Kimonokleid und Kimonomantel

Zwei Sonderformen sind in großen Größen verbreitet. Das Kimonokleid ist ein Wickelkleid mit Kimonoärmeln, das geschlossen getragen wird und den Gürtel als festen Bestandteil hat; es wird meist in Midi-Länge aus Viskose oder Jersey gefertigt und hat eine Überlappung von 25 bis 35 cm, damit der Rock beim Gehen geschlossen bleibt. Der Kimonomantel übernimmt den Kimonoschnitt für Übergangszeit und Winter: Wollmischung, Samt oder gesteppte Baumwolle, Rückenlänge 100 bis 130 cm, Rückenbreite 4 bis 6 cm weiter als beim Sommerkimono, damit ein Pullover darunter passt. Beide Formen folgen den gleichen Maßregeln wie der klassische Kimono; die Rückenbreite bleibt das entscheidende Maß, und der Gürtel wird als loser Stoffgürtel in Schlaufen geführt, damit die Bindehöhe frei wählbar bleibt.

Kimono Große Größen nach Anlass: Strand, Alltag, Abend, Haus

Der Kimono wird in großen Größen für dieselben Anlässe getragen wie in kleinen; Unterschiede ergeben sich nur in Material und Länge.

  • Strand und Bad: Chiffon, Musselin oder Viskose in Midi- oder Maxilänge, offen über Badebekleidung; Modelle unter Strand Kimono Damen sind meist in A-Linie geschnitten.
  • Alltag: kurze oder mittellange Kimonojacke aus Viskose oder Baumwolle über Shirt und Hose, offen getragen.
  • Abend: langer Kimono aus Seide, Satin oder Samt, gewickelt und gegürtet oder offen über einem Kleid.
  • Haus: Kimono-Bademantel aus Frottee oder Waffelpiqué, Morgenmantel aus Satin oder Musselin; Modelle dieser Art führt die Kategorie Kimono Bademantel Damen.

Kimono Große Größen im Sommer und im Winter

Im Sommer sind Chiffon, Musselin, Batist und leichte Viskose (unter 140 g/m²) geeignet; sie lassen Luft durch und trocknen schnell. Der Kimono wird offen getragen, damit Luft zirkuliert. Für Übergangszeit und Winter kommen Samt, gefütterte Viskose, Wollmischungen und gesteppte Baumwolle infrage; der Kimono wird dann geschlossen getragen und ersetzt eine Jacke oder einen Mantel. Bei Wintermodellen in großen Größen ist das Armloch weiter zu schneiden, weil unter dem Kimono ein Pullover Platz finden muss; die Rückenbreite wächst dann um weitere 4 bis 6 cm.

Muster und Farben beim Kimono Große Größen: optische Wirkung

Muster und Farbe verändern die Wahrnehmung von Proportionen nach messbaren Regeln der Gestaltung. Senkrechte Linien und durchgehende Längsmuster strecken optisch; waagerechte Streifen und Bordüren auf Hüfthöhe teilen die Silhouette. Großflächige Muster (Rapport über 20 cm) wirken auf großen Flächen ruhiger als kleinteilige, weil weniger Musterwiederholungen sichtbar sind; kleine Muster erzeugen eine gleichmäßige, flächige Textur. Dunkle Farben absorbieren Licht und lassen Konturen zurücktreten, helle Farben zeigen Falten und Nähte deutlicher. Diese Regeln gelten unabhängig von der Konfektionsgröße; sie sind Gestaltungsprinzipien, keine Vorschriften.

Japanischer Kimono in großen Größen: Yukata und Kimono aus Japan

Traditionelle japanische Kimonos und Yukata werden in den Größen S bis LL und darüber hinaus in 3L bis 6L (Herren) beziehungsweise als Ōkii-Size (Damen) gefertigt. Weil der Kimono aus einer Stoffbahn von 36 bis 40 cm Breite genäht wird, ist die Rückenbreite konstruktiv begrenzt: Zwei Bahnen ergeben maximal etwa 72 bis 78 cm Rückenbreite. Für größere Maße werden breitere Stoffbahnen (Kingu-Saizu-Tanmono, etwa 42 bis 45 cm) oder Einsätze verwendet. Die Länge wird beim Damenkimono über den Ohashori-Umschlag eingestellt; bei großem Hüftumfang wird der Umschlag kürzer und der Kimono sollte 5 bis 10 cm länger als die Körpergröße sein. Der Yukata als ungefütterter Baumwollkimono ist in großen Größen leichter zu tragen als der gefütterte Kimono, weil weniger Stoff am Körper liegt.

Größe (JP) Körpergröße Brustumfang Hüftumfang Yuki (Rückenmitte bis Ärmelsaum) Entspricht etwa (DE Damen)
LL 160–170 cm 96–104 cm 100–108 cm 68–70 cm 44–46
3L 160–172 cm 104–112 cm 108–116 cm 70–72 cm 48–50
4L 160–172 cm 112–120 cm 116–124 cm 72–74 cm 52–54
5L 160–175 cm 120–128 cm 124–132 cm 74–76 cm 56–58

Kimono Große Größen pflegen und waschen

Die Pflege richtet sich nach dem Material, nicht nach der Größe. Ein größerer Kimono braucht jedoch mehr Platz in Trommel und beim Trocknen: Ein langer Kimono in Größe 54 aus Viskose wiegt trocken 400 bis 600 g und nimmt im Wollwaschgang die Hälfte einer 7-kg-Trommel ein. Grundregeln:

  • Viskose, Musselin und Baumwolle: 30 °C Schonwaschgang, im Wäschenetz, nicht schleudern über 600 Umdrehungen.
  • Seide und Samt: Handwäsche kalt oder chemische Reinigung, nicht wringen, liegend trocknen.
  • Polyester-Satin: 30 °C, Wäschenetz, Bügeln auf niedrigster Stufe von links.
  • Lange Kimonos hängend über zwei parallele Leinen oder über einen breiten Bügel trocknen, damit das Gewicht des nassen Stoffs die Schultern nicht ausdehnt.
  • Gürtel separat waschen und flach trocknen; er verzieht sich sonst und wird kürzer.

Kimono Große Größen ändern und anpassen

Weil der Kimono aus geraden Bahnen besteht, ist er leichter zu ändern als ein tailliertes Kleidungsstück. Übliche Anpassungen bei großen Größen sind das Verlängern des Gürtels durch ein angesetztes Stück aus demselben oder einem kontrastierenden Stoff, das Kürzen der Ärmel am Saum, das Kürzen der Gesamtlänge und das Versetzen von Gürtelschlaufen. Das Erweitern der Rückenbreite ist nur möglich, wenn die Nahtzugaben an den Seitennähten mindestens 2 cm betragen; japanische Kimonos haben dafür breite Nahtzugaben von 3 bis 5 cm, westliche Modelle meist nur 1 cm. Ein Rückeneinsatz (Keil) aus passendem Stoff erweitert die Rückenbreite um 8 bis 12 cm, ist aber am Rücken sichtbar.

Häufige Fragen zu Kimono Große Größen

Welche Größe entspricht Kimono Große Größen in cm?

Bei Damen beginnt der Bereich mit Größe 44 (Brustumfang etwa 100 cm) und reicht bis 58 (Brustumfang etwa 135 cm). Die Rückenbreite des Kleidungsstücks liegt zwischen 56 und 72 cm, die Gürtellänge zwischen 190 und 270 cm. Herrenmodelle beginnen bei Größe 56 mit etwa 112 cm Brustumfang und 64 cm Rückenbreite.

Welches Maß ist beim Kimono Große Größen am wichtigsten?

Die Rückenbreite. Weil der Kimono gewickelt wird, spielt der Umfang eine geringere Rolle als bei geknöpfter Kleidung; spannt der Stoff jedoch zwischen den Schulterblättern, ziehen die Ärmel nach hinten und der Kimono sitzt nicht. Danach folgen Gürtellänge und Ärmellänge. Die Gesamtlänge hängt von der Körpergröße ab.

Welcher Stoff fällt beim Kimono Große Größen am besten?

Fließende Stoffe mit geringem Eigenvolumen: Viskose-Webware, Musselin, Crêpe de Chine aus Seide und Polyester-Satin. Sie legen sich in senkrechte Falten und bauen kein Volumen auf. Leinen und feste Baumwollpopeline stehen eher ab; Samt fällt durch sein Gewicht gut, ist aber auf Herbst und Winter beschränkt.

Kann ein Kimono Damen Große Größen offen getragen werden?

Ja. Offen getragen entfällt die Überlappung der Vorderteile, und der Kimono wirkt als senkrechte Linie über der darunter getragenen Kleidung. Entscheidend bleibt die Rückenbreite; der Gürtel kann weggelassen oder hinten locker gebunden werden. Diese Trageweise ist bei Strandkimonos und Kimonojacken üblich.

Wie lang muss der Gürtel beim Kimono Große Größen sein?

Der Gürtel soll den Umfang an der Bindestelle zweimal umrunden und 60 bis 80 cm Reserve für Knoten und Enden bieten. Bei einem Taillenumfang von 110 cm ergibt das etwa 280 bis 300 cm für eine doppelte Wicklung oder 170 bis 190 cm für eine einfache. Lose Gürtel lassen sich durch ein angesetztes Stück verlängern.

Unterscheidet sich ein Kimono Große Größen für Herren vom Damenmodell?

Ja, in drei Punkten: Der Herrenkimono wird in Körperlänge ohne Umschlag genäht, der Gürtel sitzt tief auf der Hüfte unter dem Bauch, und die Ärmel sind unter der Achsel geschlossen und schmaler. Die Rückenbreite liegt bei Herren zwischen 64 und 80 cm, die Gürtellänge zwischen 220 und 300 cm.

Gibt es japanische Kimonos in großen Größen?

Ja, japanische Hersteller fertigen Kimonos und Yukata in 3L bis 6L. Die Rückenbreite ist durch die Stoffbahnbreite von 36 bis 40 cm auf etwa 72 bis 78 cm begrenzt; für größere Maße werden breitere Bahnen oder Einsätze verwendet. Ein Yukata aus ungefütterter Baumwolle ist in großen Größen leichter zu tragen als ein gefütterter Kimono.

Lässt sich ein Kimono Große Größen weiter machen?

Nur begrenzt. Die Rückenbreite lässt sich um das Maß der Nahtzugaben an den Seitennähten erweitern, bei japanischen Kimonos um bis zu 6 bis 10 cm, bei westlichen Modellen meist um 2 cm. Ein eingesetzter Rückenkeil bringt 8 bis 12 cm, ist aber sichtbar. Gürtel, Ärmel und Länge sind dagegen einfach zu ändern.

Glossar zum Kimono Große Größen

  • Rückenbreite: Abstand zwischen den Ärmelansätzen auf Schulterblatthöhe, wichtigstes Maß beim Kimono.
  • Yuki (裄): Japanisches Maß von der Rückenmitte über die Schulter bis zum Ärmelsaum.
  • Tanmono (反物): Stoffbahn von etwa 36 bis 40 cm Breite und 12 m Länge, aus der ein Kimono genäht wird.
  • Ohashori (おはしょり): Umschlag auf Hüfthöhe, mit dem der Damenkimono auf Körperlänge eingestellt wird.
  • Furi (振り): Offene Ärmelseite unter der Achsel beim Damenkimono.
  • Hidari-mae (左前): Wickelregel: linke Seite außen über der rechten.
  • Kaku-Obi (角帯): Schmaler, fester Herrengürtel, tief auf der Hüfte gebunden.
  • Koshihimo (腰紐): Innenband, das die Wicklung vor dem Gürtel fixiert.
  • A-Linie: Schnitt mit zum Saum hin zunehmender Weite.
  • Fledermausärmel: Ärmel ohne Armlochnaht, der aus dem Rückenteil herauswächst.
  • Vorderlängenzugabe: Verlängerung des Vorderteils um 2 bis 4 cm, damit der Saum über der Brust gerade bleibt.
  • Grammatur (g/m²): Flächengewicht eines Stoffs; unter 140 g/m² gilt als leicht und fließend.

Zusammengefasst ist der Kimono Große Größen kein eigener Kleidungstyp, sondern der Kimono in seiner ursprünglichen Logik: gerade Bahnen, Wickelverschluss und ein Gürtel, der die Weite bestimmt. Wer Rückenbreite, Ärmellänge und Gürtellänge anhand der Tabelle prüft, ein fließendes Material wählt und die Bindeposition an die eigene Figur anpasst, erhält ein Kleidungsstück, das in Größe 44 wie in Größe 58 nach denselben Regeln sitzt.