Filtern
Sortieren nach

Kimono Kleid – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Kimono Kleid ist ein Kleid, das Schnittmerkmale des japanischen Kimonos übernimmt: angeschnittene oder weite rechteckige Ärmel, einen überkreuzten V-Ausschnitt mit Wickelfront und meist einen Bindegürtel in der Taille. Anders als der Kimono selbst, der ein Überwurf über Untergewand und Unterwäsche ist, wird das Kimonokleid als eigenständiges Kleidungsstück getragen; es ist am Ausschnitt blickdicht geschlossen, hat eine festgelegte Länge und häufig Konfektionsgrößen, Abnäher oder Seitennähte mit Taillierung. Im Handel reicht die Spanne vom knielangen Wickelkleid aus Viskose über das Tunikakleid mit Fledermausärmeln bis zum bodenlangen Abendkleid aus Seidensatin.

Die folgenden Abschnitte erklären, wie sich das Kimonokleid vom Kimono, vom Yukata und vom Kaftan unterscheidet, wie es sich seit dem Japonismus um 1900 entwickelt hat, welche Schnitte, Längen, Ärmel, Ausschnitte und Verschlüsse vorkommen, wie ein Wickelkleid gebunden wird, welche Stoffe zu welchem Anlass passen, wie Größen in Zentimetern zu lesen sind und wie das Kleid gepflegt wird. Häufige Fragen und ein Glossar schließen den Überblick ab.

Kimono Kleid: Definition und Merkmale

Ein Kleid gilt als Kimonokleid, wenn es mindestens zwei der folgenden Merkmale aufweist: Kimonoärmel ohne Schulternaht oder mit rechteckigem, weitem Ärmel; eine Wickelfront, bei der die linke Seite über der rechten liegt; einen geraden Kimonokragen, der als schmale Blende vom Nacken bis zum Saum oder bis zur Taille läuft; einen Bindegürtel oder Obi-ähnlichen Stoffgürtel. Fehlen alle Merkmale außer dem Ärmel, spricht man eher von einem Kleid mit Kimonoärmeln; fehlt der Ärmel, aber Wickelfront und Gürtel sind vorhanden, handelt es sich um ein gewöhnliches Wickelkleid.

Was ein Kimono Kleid vom Kimono unterscheidet

Der Kimono ist eine Überbekleidung ohne Größen, die aus geraden Bahnen genäht und durch Wickeln und Binden an den Körper angepasst wird; er wird über einem Untergewand getragen und mit dem Obi gehalten. Das Kimonokleid ist ein geschnittenes Kleid mit festen Maßen, das ohne weitere Schicht getragen wird und dessen Vorderteile fest vernäht, geknöpft oder durch Innenband gesichert sind. Ein Kimono kann offen getragen werden, ein Kimonokleid nicht. Wer ein Kleidungsstück sucht, das über anderer Kleidung liegt, findet die passenden Formen unter Kimono Damen.

Kimono Kleid Damen: Geschichte vom Japonismus bis heute

Die Verbindung von Kimonoschnitt und westlichem Kleid ist rund 120 Jahre alt und in mehreren Wellen entstanden, die jeweils andere Merkmale des Kimonos aufgriffen.

Kimonokleider um 1900: Poiret, Fortuny und das Ende des Korsetts

Nach der Weltausstellung in Paris 1867 und der Öffnung Japans gelangten Kimonos, Holzschnitte und Seidenstoffe in großer Zahl nach Europa. Um 1906 entwarf Paul Poiret Mäntel und Kleider mit angeschnittenen Ärmeln und geradem Fall, die ohne Korsett getragen wurden; Mariano Fortuny und Madeleine Vionnet nutzten den geraden Kimonoschnitt und die Faltentechnik für Abendkleider. Der Kimonoärmel, damals „manche kimono“ genannt, wurde in den 1910er-Jahren zum Standardbegriff der Schneiderei für den Ärmel ohne Armkugel.

Kimono Kleid in der Mode seit den 1970er-Jahren

In den 1970er-Jahren griffen Entwerfer wie Kenzo Takada und später Issey Miyake, Yohji Yamamoto und Rei Kawakubo den Kimonoschnitt erneut auf, diesmal mit Blick auf die geometrische Konstruktion aus Rechtecken. Parallel entstand aus dem Wickelkleid, das Diane von Fürstenberg 1974 populär machte, die Verbindung von Wickelfront und Kimonoärmel, die bis heute den größten Teil der als Kimonokleid verkauften Modelle ausmacht. Seit den 2010er-Jahren kommen Maxikleider mit Kimonoärmeln aus Viskose und Satin hinzu, die zwischen Strand, Festival und Abend getragen werden.

Kimono Kleid Schnitte: Wickelkleid, Tunika, Kaftan, Maxikleid

Die Bezeichnung Kimonokleid deckt mehrere Schnittfamilien ab, die sich in Konstruktion, Weite und Verschluss unterscheiden.

Schnitt Konstruktion Weite Verschluss Typische Länge
Wickelkleid mit Kimonoärmeln Überlappende Vorderteile, Gürtel durch seitlichen Schlitz geführt Anliegend in Taille, weit im Rock Bindegürtel, oft Innenband Knie bis Wade
Tunikakleid Gerade oder leicht ausgestellt, Kimonoärmel angeschnitten Locker, ohne Taillennaht Über den Kopf, V-Ausschnitt Oberschenkel bis Knie
Kaftankleid Sehr weit, seitlich geschlossen, Fledermausärmel Sehr weit, Gürtel optional Über den Kopf Wade bis Boden
Kimono-Etuikleid Schmaler Rock, Kimonoärmel bis Ellbogen Anliegend Reißverschluss im Rücken Knie
Kimono-Maxikleid Wickel- oder Tunikafront, langer Rock, häufig Seitenschlitze Locker bis fließend Bindegürtel oder Kordel Knöchel bis Boden
Kimono-Hemdblusenkleid Durchgehende Knopfleiste, Kimonoärmel, Kragenblende Gerade, Gürtel optional Knöpfe Knie bis Wade

Das Wickelkleid ist die verbreitetste Form, weil es die Wickelfront des Kimonos am deutlichsten übernimmt. Tunika- und Kaftankleider betonen dagegen den Ärmel und den geraden Fall; ihr kurzes Gegenstück ist die Kimonobluse, die unter Kimono Bluse beschrieben ist.

Kimono Kleid lang, midi oder kurz: Längen in Zentimetern

Die Länge wird als Rückenlänge von der Halsnaht bis zum Saum angegeben. Die drei Längenklassen verschieben sich mit der Körpergröße; die folgende Übersicht nennt Richtwerte.

Körpergröße Kurz (Oberschenkel bis Knie) Midi (Wade) Lang (Knöchel bis Boden)
155 cm 82–92 cm 105–115 cm 125–134 cm
160 cm 85–95 cm 108–118 cm 128–138 cm
165 cm 88–98 cm 112–122 cm 132–142 cm
170 cm 90–100 cm 115–125 cm 136–146 cm
175 cm 93–103 cm 119–129 cm 140–150 cm
180 cm 96–106 cm 122–132 cm 144–155 cm

Ein langes Kimonokleid endet knöchellang mit 3 bis 5 cm Bodenfreiheit oder bodenlang mit Absatzschuhen. Bei Wickelmodellen ist zusätzlich die Überlappung im Rock zu beachten: Je länger das Kleid, desto weiter öffnet sich der Wickel beim Gehen, weshalb lange Wickelkleider häufig einen Innenrock oder eine breitere Überlappung von 30 cm und mehr haben. Die Midilänge ist die anlassneutralste, weil sie Büro, Tag und Abend abdeckt.

Kimonoärmel am Kleid: Formen und Längen

Der Ärmel ist das Merkmal, das dem Kleid seinen Namen gibt. Im Schneiderhandwerk bezeichnet Kimonoärmel jeden Ärmel, der ohne Armkugel aus dem Vorder- und Rückenteil herausgeschnitten wird. Beim Kleid kommen vier Ausprägungen vor.

  • Klassischer Kimonoärmel: Angeschnitten, mit Unterarmnaht, mäßig weit; am Ellbogen oder Handgelenk endend. Erlaubt schmale Silhouetten, weil die Weite unter dem Arm begrenzt bleibt.
  • Rechteckiger Kimonoärmel (japanische Form): Angesetzt, gerade, 30 bis 50 cm weit, unten offen oder mit Ärmelsack; nahe am Original, typisch für Maxikleider und Abendmodelle.
  • Fledermausärmel: Der Ärmel beginnt an der Taille und verjüngt sich zum Handgelenk; viel Weite am Oberkörper, schmal am Arm; für Tunika- und Kaftankleider.
  • Kurzer Kimonoärmel (Kappärmel): Endet am Oberarm, angeschnitten; für Sommerkleider und Etuikleider.

Für die Ärmellänge gilt bei angeschnittenen Ärmeln das Maß von der Halsnaht über die Schulter bis zum Ärmelsaum, weil keine Schulternaht als Bezugspunkt vorhanden ist. Dreiviertelärmel liegen bei 55 bis 60 cm, lange Ärmel bei 70 bis 78 cm nach diesem Maß.

Kimono Kleid Damen: Ausschnitt, Kragen und Verschluss

Der Ausschnitt bestimmt, wie stark das Kleid an den Kimono erinnert. Drei Kragenformen sind üblich: der überkreuzte V-Ausschnitt mit schmaler Blende, der den Kimonokragen nachbildet; der tiefe Wickelausschnitt ohne Blende, der eher dem Wickelkleid entstammt; und der gerade Kragen mit Stehkragenansatz, der bei Hemdblusenkleidern vorkommt. Die Tiefe des V-Ausschnitts wird von der Halsnaht senkrecht bis zum Kreuzungspunkt gemessen; 18 bis 22 cm gelten als moderat, ab 25 cm als tief.

Beim Verschluss unterscheidet man echte Wickelkleider, bei denen der Gürtel das Kleid tatsächlich schließt, von Scheinwickelkleidern, bei denen die Front fest vernäht ist und der Gürtel nur dekorativ wirkt. Echte Wickelkleider lassen sich in der Weite anpassen, verrutschen aber beim Sitzen; Scheinwickelkleider bleiben in Form, haben dafür aber eine feste Größe. Hinweise auf ein echtes Wickelkleid sind ein Schlitz in der Seitennaht, durch den der Gürtel geführt wird, und ein Innenband, das die untere Lage hält.

Kimono Kleid mit Gürtel oder Obi: Taille und Bindung

Der Gürtel formt die Taille und entscheidet über die Proportion. Drei Varianten sind gebräuchlich: der schmale Bindegürtel aus dem Kleiderstoff (3 bis 6 cm breit), der breite Stoffgürtel oder Obi-Gürtel (8 bis 20 cm breit, hinten oder vorne gebunden) und der lose Ledergürtel, der vor allem zu Tunikakleidern getragen wird. Beim traditionellen Kimono sitzt der Obi hoch, direkt unter der Brust bis zur Taille; beim Kimonokleid liegt der Gürtel in der natürlichen Taille oder leicht darüber. Übersichten zu Obi-Gürteln und Bindegürteln bietet Kimono Gürtel.

Wickelkleid im Kimono-Stil binden: Schritt für Schritt

  1. Das Kleid wie eine Jacke anziehen, beide Vorderteile locker vor dem Körper halten.
  2. Das rechte Vorderteil (von der Trägerin aus) nach links um den Körper führen und den daran befestigten Gürtel durch den Schlitz in der linken Seitennaht ziehen; falls ein Innenband vorhanden ist, dieses an der Innenseite verknoten.
  3. Das linke Vorderteil darüberlegen, so dass links über rechts liegt, wie beim Kimono. Den Ausschnitt so weit schließen, wie gewünscht.
  4. Beide Gürtelenden hinten um die Taille führen und vorne oder seitlich auf der linken Hüfte zu einer flachen Schleife oder einem Doppelknoten binden; die Enden hängen nach unten.
  5. Den Stoff oberhalb des Gürtels leicht nach oben ziehen, damit die Taille frei fällt und der Ausschnitt nicht spannt; den Wickel im Rock so ausrichten, dass die Überlappung mittig oder leicht links liegt.

Bei breiten Obi-Gürteln wird der Knoten meist hinten gesetzt und die Gürtelenden werden unter dem Gürtel verstaut; vorne bleibt die Fläche glatt.

Kimono Kleid Stoffe: Viskose, Seide, Satin, Jersey, Leinen

Das Material bestimmt Fall, Sitz der Wickelfront und Anlass. Weil das Kleid direkt auf der Haut getragen wird, spielen Blickdichte und Trageklima eine größere Rolle als beim Kimono als Überwurf.

Stoff Fall Blickdichte Pflege Typischer Einsatz
Viskose (gewebt) Fließend, weich Mittel bis hoch, je nach Gewicht Schonwäsche 30 °C, liegend trocknen Alltag, Sommer, Büro
Viskosejersey Fließend, dehnbar Hoch Schonwäsche 30 °C Wickelkleid, Reise
Seide (Crêpe de Chine, Satin) Sehr fließend, glänzend Mittel Handwäsche kalt oder Reinigung Abend, Hochzeitsgast
Polyestersatin Glatt, etwas steifer Hoch Schonwäsche 30 °C Abend, Feier
Baumwollpopeline, Batist Steht leicht ab, klar Mittel bis hoch Buntwäsche 30–40 °C Sommer, Tag
Leinen, Leinenmischung Gerade, knittert Mittel Buntwäsche 30–40 °C Sommer, Urlaub
Chiffon (gefüttert) Leicht, schwingend Nur mit Futter Handwäsche Abend, Sommerfeier
Samt, Jacquard Schwer, in breiten Falten Hoch Reinigung Herbst, Winter, Abend

Für Wickelkleider eignen sich Stoffe mit etwas Gewicht (Viskose ab 130 g/m², Jersey ab 180 g/m²), weil leichte Stoffe an der Überlappung aufklaffen. Für Tunika- und Kaftankleider sind leichtere Gewebe möglich. Zu den Eigenschaften der Seiden- und Satinqualitäten informieren Kimono Seide Damen und Kimono Satin Damen.

Festliche Kimonokleider: Merkmale für Abend und Feier

Ob ein Kimonokleid als festlich wahrgenommen wird, hängt weniger vom Schnitt als von Stoff, Farbe, Länge und Detailverzicht ab. Als Merkmale eines eleganten Kimonokleids wie dem Kimono Kleid Elegant gelten: glänzende oder matt schimmernde Stoffe (Seidensatin, Crêpe, Duchesse), einfarbige oder großflächig gemusterte Flächen ohne Kleinmuster, Midi- oder Maxilänge, ein Gürtel aus demselben Stoff statt Leder, und Ärmel, die mindestens den Ellbogen bedecken. Fransen, Häkelborten und Baumwolldrucke ordnen das Kleid dagegen dem Tag zu.

Das Kimonokleid als Hochzeitsgast

Als Gast einer Hochzeit ist das Kimonokleid in Midi- oder Maxilänge aus Satin, Crêpe oder gefüttertem Chiffon üblich, in Farben außer Weiß, Creme und Elfenbein. Ein Wickelkleid mit moderatem V-Ausschnitt und Dreiviertelärmeln deckt kirchliche und standesamtliche Trauungen gleichermaßen ab. Zur Braut selbst gehört der Kimonoschnitt eher als Morgenmantel für die Vorbereitung oder als Überwurf; Näheres unter Braut Kimono.

Kimono Kleid lang als Abendkleid

Ein Kimono Kleid lang aus Seiden- oder Polyestersatin mit rechteckigen Ärmeln und Obi-Gürtel ersetzt das klassische Abendkleid. Die Rückenlänge liegt bei 135 bis 150 cm, häufig mit Seitenschlitz bis zum Knie für die Schrittfreiheit. Weil der gerade Fall die Figur nicht formt, sind Gürtelhöhe und Schuhabsatz die einzigen Stellschrauben für die Proportion; ein Gürtel knapp über der Taille und ein Absatz von 5 bis 7 cm strecken die Silhouette. Für Überwürfe in dieser Länge siehe Kimono Damen Lang.

Kimono Kleid im Alltag und im Büro

Für den Alltag sind knie- bis wadenlange Wickel- und Tunikakleider aus Viskose, Jersey oder Baumwolle üblich. Im Büro gelten die üblichen Regeln für Kleider: blickdichter Stoff, V-Ausschnitt nicht tiefer als 22 cm, Ärmel mindestens bis zum Oberarm, Länge mindestens knapp über dem Knie. Ein Kimonokleid mit angeschnittenen Ärmeln lässt sich unter einem Blazer nur tragen, wenn die Ärmel schmal sind; zu weiten Ärmeln passt eine ärmellose Weste oder ein offener Mantel besser. Praktisch sind Modelle mit Scheinwickel oder Innenband, weil sie beim Sitzen nicht verrutschen.

Auf Reisen hat das Kimonokleid aus Viskosejersey oder Crêpe zwei Vorteile: Es knittert wenig und deckt mit einem Gürtelwechsel Tag und Abend ab. Ein Kleid mit 130 g/m² in Midilänge wiegt etwa 300 bis 400 g und lässt sich gerollt verstauen. Für den Alltag mit Kindern oder Fahrrad sind Tunikaschnitte ohne offene Wickelfront und Längen bis zum Knie praktischer als Wickelkleider, deren Rock beim Bücken oder Treten aufgeht. Taschen in den Seitennähten sind bei Kimonokleidern selten, weil sie den geraden Fall stören; wenn vorhanden, sitzen sie auf Hüfthöhe unterhalb des Gürtels.

Kimonokleid im Sommer und in der Übergangszeit

Im Sommer sind ungefütterte Kimonokleider aus Baumwollbatist, Leinen, dünner Viskose oder Musselin verbreitet, meist mit kurzen oder Dreiviertelärmeln. Der weite Ärmel lässt Luft an den Oberkörper, der Wickel lässt sich lockern. In der Übergangszeit kommen Viskosejersey, dichtere Viskose und leichte Wollmischungen mit langen Ärmeln infrage, kombiniert mit Strumpfhose und Stiefeletten. Im Winter wird das Kimonokleid vor allem aus Samt oder Jacquard für Abende getragen, im Alltag ist es wegen der weiten Ärmel unter Mänteln unpraktisch.

Kimono Kleid Größen: Maße in Zentimetern

Kimonokleider werden in Konfektionsgrößen angeboten; Einheitsgrößen kommen nur bei sehr weiten Kaftanschnitten vor. Weil die Ärmel angeschnitten sind, fehlt das Schultermaß; wichtig sind Brust, Taille, Hüfte und die Länge.

Konfektionsgröße Brustumfang Taillenumfang Hüftumfang Rückenlänge Midi (Richtwert)
34 80–84 cm 62–66 cm 88–92 cm 112–116 cm
36 84–88 cm 66–70 cm 92–96 cm 113–117 cm
38 88–92 cm 70–74 cm 96–100 cm 114–118 cm
40 92–96 cm 74–78 cm 100–104 cm 115–119 cm
42 96–100 cm 78–82 cm 104–108 cm 116–120 cm
44 100–104 cm 82–86 cm 108–112 cm 117–121 cm
46 104–110 cm 86–92 cm 112–117 cm 118–122 cm
48 110–116 cm 92–98 cm 117–122 cm 119–123 cm

Bei echten Wickelkleidern richtet sich die Größe nach der Hüfte, weil der Gürtel Brust und Taille ausgleicht. Bei Scheinwickel- und Etuikleidern ist der Brustumfang maßgeblich. Wer zwischen zwei Größen liegt, wählt beim Wickelkleid die kleinere, beim Tunikakleid die Größe, die zum Hüftumfang passt.

Kimono Kleid für kleine, große und kurvige Figuren

Der Kimonoschnitt verhält sich bei verschiedenen Körperformen anders als das eingesetzte Ärmelkleid, weil die Schulterlinie nicht betont wird und die Weite unter dem Arm liegt.

Kimonokleid unter 160 cm Körpergröße

Bei kleineren Frauen wirken lange, weite Ärmel schnell überproportioniert. Geeigneter sind Dreiviertelärmel, ein Gürtel in der natürlichen Taille und Längen bis zur Wadenmitte, also Rückenlängen bis etwa 115 cm. Maxilängen funktionieren mit Absatz und Seitenschlitz.

Kimonokleid ab 175 cm Körpergröße

Ab 175 cm fällt eine Standard-Midilänge von 115 cm bereits knielang aus; gesucht werden Rückenlängen ab 122 cm für Midi und ab 140 cm für Maxi. Lange rechteckige Ärmel und breite Obi-Gürtel sind hier proportional stimmig.

Kimono Kleid in großen Größen

Für Größen ab 46 sind Wickelkleider mit Innenband und Tunikakleider mit Gürtel am tragbarsten: Die Wickelfront lässt sich an Brust und Hüfte anpassen, der angeschnittene Ärmel drückt nicht an der Achsel. Wichtig sind ein Hüftumfang des Kleides von mindestens 10 cm über dem Körpermaß und eine Überlappung im Rock von 25 cm und mehr. Modelle in diesen Größen sind unter Kimono Große Größen zusammengefasst.

Kimono Kleid, Kimono, Yukata und Kaftan: Unterschiede

Vier Kleidungsstücke werden im Handel unter ähnlichen Namen geführt, obwohl sie in Konstruktion und Tragweise verschieden sind.

Merkmal Kimonokleid Kimono Yukata Kaftan
Kategorie Kleid Überbekleidung Sommer-Hauskimono Weites Kleid oder Überwurf
Wird getragen Allein, auf der Haut Über Untergewand Auf der Haut oder über Unterwäsche Allein oder über Bademode
Größen Konfektionsgrößen Nach Körpermaßen, ohne Größen S/M/L nach Körpergröße Meist Einheitsgröße
Verschluss Gürtel, Knopf, Reißverschluss Koshihimo und Obi Hanhaba-Obi Keiner oder Kordel
Ärmel Angeschnitten oder rechteckig Rechteckig mit Ärmelsack Rechteckig, kürzer Fledermaus oder weit
Länge Knie bis Boden Körperlänge, gerafft Knöchel Wade bis Boden
Herkunft Westliche Mode ab 1900 Japan Japan Naher Osten, Nordafrika

Der Kaftan ist dem Kimonokleid am nächsten, unterscheidet sich aber durch den fehlenden Wickel und den meist geschlossenen, über den Kopf gezogenen Schnitt. Der Yukata ist ein vollständiger Kimono aus Baumwolle und kein Kleid, auch wenn er auf der Haut getragen wird.

Kimonokleid mit Muster: Blumen, Kraniche, Streifen, uni

Muster verändern die Wirkung des geraden Schnitts erheblich. Großflächige Blumen- und Kranichmotive im Stil japanischer Yūzen-Färbungen betonen die Fläche des Rocks und der Ärmel und sind bei Maxikleidern verbreitet. Kleinrapporte wie Komon-Punkte, Wellen (Seigaiha) oder feine Streifen wirken ruhiger und eignen sich für Büro und Tag. Einfarbige Kleider in Schwarz, Dunkelblau, Bordeaux oder Smaragd sind die Regel bei Abendmodellen. Bei Wickelkleidern läuft das Muster an der Überlappung sichtbar aufeinander; ein Rapport, der an der Vorderkante nicht gespiegelt wird, ist ein Hinweis auf günstigere Verarbeitung. Bordüren am Saum und an den Ärmelkanten stammen vom Kimonoärmel und betonen die rechteckige Form.

Kimono Kleid pflegen: Waschen, Bügeln, Aufbewahren

Die Pflege richtet sich nach dem Stoff und nach der Konstruktion. Wickelkleider mit langem Gürtel und Kleider mit weiten Ärmeln benötigen in der Maschine ein Wäschenetz, damit sich Gürtel und Ärmel nicht um die Trommel wickeln.

  • Viskose, Jersey: Schonwaschgang 30 °C, kurz schleudern, liegend trocknen, feucht von links bügeln; Jersey nicht aufhängen, weil er sich längt.
  • Baumwolle, Leinen: Buntwäsche 30 bis 40 °C, feucht bügeln; Leinen wird mit jeder Wäsche weicher.
  • Polyestersatin: Schonwaschgang 30 °C, hängend trocknen, kaum Bügelbedarf, niedrige Temperatur.
  • Samt, Jacquard, gefütterte Modelle: Reinigung; Samt nur dämpfen.

Kimonokleid aus Seide waschen

Seidenkleider werden in kaltem Wasser mit Seidenwaschmittel von Hand gewaschen, höchstens fünf Minuten, ohne Reiben oder Wringen. Danach in einem Handtuch ausdrücken, im Schatten liegend oder auf einem gepolsterten Bügel trocknen und leicht feucht von links bei niedriger Temperatur bügeln. Deo- und Parfümflecken sollten vor dem Waschen mit kaltem Wasser ausgetupft werden, weil Wärme sie fixiert. Zur Aufbewahrung eignet sich ein breiter, gepolsterter Bügel; Wickelkleider werden mit lose verknotetem Gürtel gehängt, damit der Gürtel nicht am Boden schleift.

Kimonokleid kombinieren: Schuhe, Jacke, Accessoires

Der gerade Fall und die weiten Ärmel bestimmen, welche Ergänzungen sinnvoll sind.

  • Schuhe: Zu Midi- und Maxilängen passen Absatz und Sandalen mit schmaler Form; flache Schuhe verkürzen bei Maxilänge. Zu kurzen Tunikakleidern sind flache Sandalen und Sneaker üblich.
  • Jacke oder Mantel: Über weiten Kimonoärmeln funktionieren nur weite Mantelärmel, Capes oder ärmellose Westen. Enge Blazer passen nur zu schmalen angeschnittenen Ärmeln.
  • Gürtel: Ein Wechsel vom Stoffgürtel zum Ledergürtel verändert den Charakter vom Abend zum Tag; ein breiter Obi-Gürtel in Kontrastfarbe betont die Taille.
  • Schmuck: Der V-Ausschnitt lässt Raum für eine Kette mittlerer Länge; weite Ärmel verdecken Armbänder, sichtbar bleiben Ringe und Ohrringe.

Beim traditionellen japanischen Kimono werden keine Halsketten getragen und der Nacken bleibt frei; diese Regel gilt für das westliche Kimonokleid nicht.

Kimonokleid selbst nähen: Schnittteile und Stoffbedarf

Ein Tunikakleid mit angeschnittenen Kimonoärmeln gehört zu den einfachsten Kleidern, weil Vorder- und Rückenteil je aus einem Stück bestehen und nur Schulter-, Ärmel- und Seitennähte geschlossen werden. Für Größe 38 bis 40 in Knielänge werden bei 140 cm Stoffbreite etwa 2,2 bis 2,6 m benötigt, für Midilänge 2,8 bis 3,2 m, für Maxilänge 3,5 bis 4 m. Ein Wickelkleid braucht wegen der doppelten Vorderteile und des Gürtels zusätzlich 0,8 bis 1,2 m. Der V-Ausschnitt wird mit einem Schrägband oder einer 4 bis 6 cm breiten Kragenblende versäubert, die vom Nacken bis zur Taille läuft; der Gürtel wird aus einem 8 bis 12 cm breiten und 200 bis 240 cm langen Streifen doppelt gelegt genäht. Bei angeschnittenen Ärmeln ist eine Ärmelweite von mindestens 40 cm Umfang am Oberarm nötig, damit die Naht unter dem Arm nicht reißt.

Häufige Fragen zu Kimono Kleid

Was genau ist ein Kimono Kleid?

Ein Kimonokleid ist ein westliches Kleid mit Merkmalen des japanischen Kimonos: angeschnittene oder rechteckige weite Ärmel, meist eine überkreuzte Wickelfront und ein Bindegürtel. Es wird allein getragen, hat Konfektionsgrößen und eine feste Länge. Der Kimono selbst ist dagegen ein Überwurf über einem Untergewand, ohne Größen, der durch Wickeln und den Obi am Körper gehalten wird.

Wie lang ist ein Kimono Kleid lang geschnitten?

Ein langes Kimonokleid misst je nach Körpergröße 125 bis 155 cm Rückenlänge und endet knöchellang mit 3 bis 5 cm Bodenfreiheit oder bodenlang mit Absatz. Bei 165 cm Körpergröße entspricht das etwa 132 bis 142 cm. Lange Wickelkleider haben meist einen Seitenschlitz oder eine breite Überlappung, damit der Rock beim Gehen nicht zu weit aufgeht.

Welche Größe passt bei einem Kimono Kleid Damen mit Wickelfront?

Bei echten Wickelkleidern richtet sich die Größe nach dem Hüftumfang, weil der Gürtel Brust und Taille ausgleicht; wer zwischen zwei Größen liegt, wählt die kleinere. Bei Scheinwickelkleidern mit fest vernähter Front und bei Etuikleidern ist der Brustumfang maßgeblich. Die Ärmelspannweite von der Halsnaht bis zum Ärmelsaum sollte bei Dreiviertelarm 55 bis 60 cm betragen.

Kann man ein Kimono Kleid zur Hochzeit tragen?

Als Gast ja, in Midi- oder Maxilänge aus Satin, Crêpe oder gefüttertem Chiffon und in jeder Farbe außer Weiß, Creme und Elfenbein. Ein Wickelkleid mit moderatem Ausschnitt und Ärmeln bis zum Ellbogen passt zu kirchlichen und standesamtlichen Feiern. Für die Braut selbst ist der Kimonoschnitt eher als Morgenmantel für die Vorbereitung üblich als für das Brautkleid.

Wie bindet man den Gürtel am Kimono Kleid richtig?

Bei Wickelkleidern wird zuerst das rechte Vorderteil nach links geführt und der Gürtel durch den Seitenschlitz gezogen, dann das linke Vorderteil darübergelegt, so dass links über rechts liegt. Die Gürtelenden werden hinten herumgeführt und vorne oder auf der linken Hüfte zu einer flachen Schleife oder einem Doppelknoten gebunden. Breite Obi-Gürtel werden meist hinten geknotet.

Welcher Stoff ist für ein Kimono Kleid im Sommer am besten?

Für den Sommer eignen sich Baumwollbatist, Leinen, Musselin und dünne Viskose, weil sie atmungsaktiv sind und schnell trocknen. Für Wickelmodelle sollte der Stoff mindestens 120 g/m² wiegen, damit die Überlappung nicht aufklafft; Tunika- und Kaftanschnitte vertragen leichtere Gewebe. Seide ist kühl, aber empfindlich gegen Schweiß und Sonnencreme.

Lässt sich ein Kimono Kleid im Büro tragen?

Ja, wenn der Stoff blickdicht ist, der V-Ausschnitt nicht tiefer als etwa 22 cm reicht, die Ärmel mindestens den Oberarm bedecken und die Länge knapp über dem Knie oder länger liegt. Modelle mit Scheinwickel oder Innenband sind praktischer, weil sie beim Sitzen nicht verrutschen. Zu weiten Ärmeln passt eine ärmellose Weste besser als ein Blazer.

Glossar: Begriffe rund um das Kimono Kleid

  • Angeschnittener Ärmel – Ärmel, der ohne Armkugel aus dem Rumpfteil herausgeschnitten ist; im Schneiderhandwerk als Kimonoärmel bezeichnet.
  • Fledermausärmel – Ärmel mit sehr tiefem Armansatz, der von der Taille zum Handgelenk schmaler wird.
  • Innenband – Band an der Innenseite eines Wickelkleids, das die untere Stofflage hält.
  • Kaftan – weites, gerades Kleid nahöstlicher Herkunft, oft ohne Verschluss.
  • Kimonokragen – schmale, gerade Kragenblende, die vom Nacken über die Vorderkanten läuft.
  • Obi-Gürtel – breiter Stoffgürtel nach dem Vorbild des japanischen Obi.
  • Rückenlänge – Maß von der Halsnaht bis zum Saum.
  • Scheinwickel – fest vernähte Wickeloptik ohne verstellbare Überlappung.
  • Tunikakleid – gerades, über den Kopf gezogenes Kleid ohne Taillennaht.
  • Überlappung – Breite, mit der das obere Vorderteil das untere überdeckt.
  • Wickelkleid – Kleid, dessen Vorderteile übereinandergelegt und mit Gürtel geschlossen werden.
  • Yukata – ungefütterter japanischer Baumwollkimono für den Sommer.

Kimono Kleid: das Wichtigste in Kürze

Ein Kimono Kleid verbindet Kimonoärmel, Wickelfront und Bindegürtel mit der Konstruktion eines westlichen Kleides. Es gibt Wickel-, Tunika-, Kaftan- und Maxiformen in Längen von 85 bis 155 cm, aus Viskose und Baumwolle für den Tag, aus Seide, Satin und Crêpe für den Abend. Die Größe richtet sich beim Wickelkleid nach der Hüfte, sonst nach der Brust; die Länge nach Körpergröße und Anlass. Vom Kimono unterscheidet es sich dadurch, dass es allein getragen wird und feste Maße hat, vom Kaftan durch die Wickelfront, vom Yukata durch Herkunft und Konstruktion.