Japanischer Kimono Damen
Japanischer Kimono Damen – Ratgeber & Wissenswertes
Ein japanischer Kimono Damen unterscheidet sich vom Herrenmodell nicht nur in Farbe und Muster, sondern im Aufbau: Er wird länger genäht als die Trägerin groß ist und auf Hüfthöhe zur Ohashori umgeschlagen, seine Ärmel sind unter dem Arm offen, der Kragen wird im Nacken zurückgezogen, und der breite Obi sitzt auf der Taille statt auf der Hüfte. Dazu kommt ein fein abgestuftes System aus Ärmellängen, Wappen, Musteranordnungen und Farben, das in Japan Alter, Familienstand und Anlass der Trägerin sichtbar macht, vom Furisode der Zwanzigjährigen bis zum schwarzen Tomesode der Brautmutter.
Dieser Text behandelt ausschließlich das Damengewand: seine Geschichte, die Kimonoarten für Frauen und ihre Rangfolge, Braut- und Trauerkimono, Seide und andere Stoffe, Farben nach Alter, den Obi mit seinen Knoten, Unterbau und Zubehör, das Anziehen, die Bewegung im Gewand, Größen in Zentimetern, den Kauf gebrauchter Stücke, Pflege sowie die Anlässe, zu denen Japanerinnen heute Kimono tragen.
Japanischer Kimono Damen: Definition und Merkmale
Als japanischer Kimono Damen gilt das lange Wickelgewand (Nagagi) für Frauen, das über einem Untergewand mit sichtbarem Kragen getragen und mit einem Obi von 30 cm Breite geschlossen wird. Fünf Merkmale kennzeichnen den weiblichen Schnitt: die Ohashori (der Stoffumschlag unter dem Obi), die Furi (offene Ärmelunterseiten), die Miyatsuguchi (Achselöffnungen), der Emon-Nuki (der vom Nacken abgerückte Kragen) und eine Gesamtlänge, die der Körpergröße entspricht. Alle diese Merkmale fehlen beim Herrenkimono.
Japanische Kimono Damen und Herren: Unterschiede im Schnitt
| Merkmal | Damenkimono | Herrenkimono |
|---|---|---|
| Gesamtlänge (Mitake) | etwa Körpergröße, mit Ohashori getragen | Körpergröße minus 25–30 cm, ohne Umschlag |
| Ärmel | 49 cm Standard, 85–115 cm beim Furisode, unten offen | etwa 50 cm, seitlich zugenäht |
| Achsel | offen (Miyatsuguchi) | geschlossen |
| Kragen | im Nacken eine Faust breit abgerückt | am Nacken anliegend |
| Obi | 30 cm breit auf der Taille, dekorativer Knoten | 9–10 cm breit auf der Hüfte, flacher Knoten |
| Untergewand | Nagajuban mit austauschbarem Han-Eri | Nagajuban mit schlichtem Kragen |
| Farben | alle, nach Alter und Anlass abgestuft | überwiegend dunkel und gedeckt |
Traditioneller Kimono Damen im Alltag und zu Zeremonien
Ein traditioneller Kimono Damen ist heute vor allem Zeremonienkleidung: Volljährigkeitsfeier, Hochzeit, Trauerfeier, Teezeremonie, Schuleintritt und Abschluss der Kinder. Im Alltag tragen ihn Frauen in Kimonozirkeln, Angestellte von Ryokan und traditionellen Restaurants, Lehrerinnen der Teewege und Blumensteckkunst sowie Geisha und Maiko. Für den Alltag gelten Komon, Tsumugi und Wollkimono; für Zeremonien Furisode, Tomesode, Hōmongi und Iromuji.
Japanischer Kimono Damen in der Geschichte: Kosode, Edo-Zeit, Meiji-Zeit
Kimono Damen Japan: vom Kosode der Heian-Zeit zum Gewand der Edo-Zeit
Am Heian-Hof (794–1185) trugen Frauen das mehrlagige Jūnihitoe, unter dem das Kosode als Unterkleid lag. Vom 14. Jahrhundert an stieg das Kosode zum Obergewand auf. In der Edo-Zeit (1603–1868) wurden die Damenärmel länger, der Obi wuchs von einer schmalen Kordel zu einem 30 cm breiten Band, und die Frauen begannen, das Gewand länger als ihre Körpergröße zu nähen: Im Haus schleppte der Saum, im Freien wurde er hochgerafft und mit einem Band fixiert. Daraus entstand die Ohashori, die seit der Meiji-Zeit fest zum Damenkimono gehört. Die Kleiderordnungen der Edo-Zeit prägten außerdem den Geschmack für gedeckte Töne und feine Muster, der bis heute als Iki (unaufdringliche Eleganz) bezeichnet wird.
Japanische Kimonos Damen der Taishō- und Shōwa-Zeit: Meisen und Moderne
Während Männer nach 1868 rasch zu westlicher Kleidung wechselten, blieb der Kimono für Frauen bis in die 1950er-Jahre Alltagskleidung. Die Taishō-Zeit (1912–1926) brachte den Meisen, einen maschinell gewebten, günstigen Seidenkimono mit großen Art-déco-Mustern, und den Hakama als Schuluniform für Mädchen. In der Nachkriegszeit wurde der Damenkimono zur Anlasskleidung, und Kimonoschulen (Kitsuke-Kyōshitsu) übernahmen die Vermittlung des Anziehens, das zuvor in der Familie gelehrt worden war.
Japanische Kimonos Damen nach Formalität: von Furisode bis Komon
Japanische Kimonos Damen werden nach Rangstufen unterschieden, die sich aus Ärmellänge, Musteranordnung, Anzahl der Wappen und Material ergeben. Die Rangfolge entscheidet, welches Gewand zu welchem Anlass getragen werden darf.
Furisode: japanischer Kimono Damen für Unverheiratete
Der Furisode mit seinen 85 bis 115 cm langen Ärmeln ist das formellste Gewand unverheirateter Frauen. Die langen Ärmel galten in der Edo-Zeit als Zeichen der Jugend und dienten in der Volkskunde als Mittel, Zuneigung zu signalisieren. Getragen wird er zur Volljährigkeitsfeier, als Gast auf Hochzeiten und zur Abschlussfeier. Die Muster sind großflächig, sitzen hoch am Körper und laufen über die Nähte. Nach der Heirat werden die Ärmel traditionell gekürzt, sodass aus dem Furisode ein Hōmongi wird.
Kurotomesode und Irotomesode: traditioneller Kimono Damen für Verheiratete
Der Kurotomesode ist schwarz, trägt fünf Wappen und ein Muster nur unterhalb der Taille; dazu gehören ein goldener oder silberner Fukuro-Obi, weiße Obiage und Obijime und weiße Tabi. Die Mütter des Brautpaars und enge verheiratete Verwandte tragen ihn zur Hochzeit. Der Irotomesode in einer anderen Grundfarbe mit ein, drei oder fünf Wappen ist die Alternative für weniger enge Verwandte, für Unverheiratete zu formellen Anlässen und für Empfänge bei Hofe oder in Botschaften.
Hōmongi und Tsukesage: japanische Kimono Damen für Empfänge und Feiern
Der Hōmongi zeigt ein durchgehendes Bild über Schulter, Ärmel und Saum und ist der vielseitigste halbformelle Damenkimono: Hochzeitsempfang, Theater, Neujahrsempfang, Schuleintritt der Kinder, Teezeremonie. Der Tsukesage hat kleinere, nach oben zeigende Muster, die an den Nähten nicht anschließen, und steht eine Stufe darunter. Beide werden mit Fukuro-Obi oder gehobenem Nagoya-Obi getragen, das Han-Eri ist weiß oder dezent bestickt.
Iromuji, Komon und Tsumugi: Kimono Damen Japan im Alltag
Der einfarbige Iromuji wird mit einem Wappen halbformell und ist der Kimono der Teezeremonie; ohne Wappen ist er Stadtkleidung. Der Komon mit Allover-Muster ist der klassische Ausgehkimono für Restaurant, Einkauf und Unterricht. Der Edo-Komon aus winzigen Punkten wirkt einfarbig und wird mit Wappen wie ein Iromuji behandelt. Tsumugi aus handgesponnener Seide ist trotz hoher Preise Freizeitkleidung, weil das Muster gewebt statt gefärbt ist. Der Yukata aus Baumwolle steht am Ende der Skala und wird im Beitrag zum Yukata behandelt.
| Kimonoart | Familienstand | Wappen | Passender Obi | Han-Eri | Zōri |
|---|---|---|---|---|---|
| Furisode | unverheiratet | 0 | Fukuro-Obi, dekorativer Knoten | bestickt, farbig | hoch, Gold/Silber oder Emaille |
| Kurotomesode | verheiratet | 5 | Fukuro-Obi Gold/Silber, Nijūdaiko | weiß | hoch, Gold/Silber |
| Irotomesode | alle | 1, 3 oder 5 | Fukuro-Obi, Nijūdaiko | weiß | hoch, Gold/Silber |
| Hōmongi | alle | 0 oder 1 | Fukuro-Obi oder edler Nagoya-Obi | weiß, dezent bestickt | mittelhoch |
| Tsukesage | alle | 0 oder 1 | Fukuro- oder Nagoya-Obi | weiß | mittelhoch |
| Iromuji | alle | 0 oder 1 | Nagoya-Obi, zur Teezeremonie gedeckt | weiß | mittelhoch, schlicht |
| Komon | alle | 0 | Nagoya- oder Hanhaba-Obi | weiß oder farbig | niedrig, farbig |
| Tsumugi | alle | 0 | Nagoya-Obi, gewebt | farbig erlaubt | niedrig, auch Geta |
| Mofuku | alle | 5 | schwarzer Nagoya-Obi | weiß | schwarz, flach |
Japanischer Kimono Damen zur Hochzeit: Shiromuku, Uchikake, Hikifurisode
Die japanische Braut hat drei traditionelle Gewänder zur Auswahl, die häufig nacheinander getragen werden. Das Shiromuku ist vollständig weiß, vom Untergewand über den Kakeshita-Kimono bis zum gepolsterten, schleppenden Übergewand (Uchikake) und der Haube Wataboshi oder dem Kopfschmuck Tsunokakushi; Weiß steht für die Bereitschaft, die Farben der neuen Familie anzunehmen. Der Iro-Uchikake ist die farbige Variante des Übergewandes, meist rot, gold oder schwarz mit Kranichen, Kiefern und Fächern, und wird offen über einem Kakeshita getragen. Der Hikifurisode (Ohikizuri) ist ein Furisode mit schleppendem Saum, der ohne Ohashori getragen wird; die schwarze Variante war in der Edo-Zeit das Hochzeitsgewand der Samurai-Töchter. Westliche Interpretationen, lange helle Kimonomäntel für standesamtliche Feiern und Sessions, sind im Beitrag zum Braut Kimono beschrieben.
Mofuku: japanischer Kimono Damen zur Trauer
Der Mofuku ist ein schwarzer, einfarbiger Kimono mit fünf Wappen, der von engen Angehörigen bei Beerdigungen und Trauerfeiern getragen wird. Dazu gehören ein schwarzer Nagoya-Obi, schwarze Obiage und Obijime, ein weißes Han-Eri, weiße Tabi und schwarze, flache Zōri. Entferntere Angehörige und Trauergäste tragen gedeckte Farben (Grau, Dunkelviolett, Dunkelblau) mit schwarzem Obi. Der Unterschied zum Kurotomesode besteht darin, dass der Mofuku unterhalb der Taille kein Muster trägt.
Japanischer Kimono Damen Seide: Chirimen, Rinzu, Tsumugi, Ro und Sha
Ein japanischer Kimono Damen Seide ist der Normalfall für alle Gewänder ab Komon aufwärts. Innerhalb der Seide unterscheiden sich die Gewebe deutlich in Glanz, Griff, Fall und Pflege:
| Seidengewebe | Oberfläche | Verwendung | Saison | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Chirimen | Krepp mit feiner Körnung, matter Glanz | Furisode, Hōmongi, Iromuji, Komon | Oktober bis Mai | läuft bei Nässe ein, schwerer Fall |
| Rinzu | Damast mit gewebtem Ton-in-Ton-Muster | Iromuji, Furisode, Untergewänder | Oktober bis Mai | glatt, leichter Glanz, kühl auf der Haut |
| Habutae | glatte Leinwandbindung | Kurotomesode, Mofuku, Futter | Oktober bis Mai | leicht, sehr glatt |
| Tsumugi | matt, fest, leicht unregelmäßig | Freizeitkimono | Oktober bis Mai, leichte Qualitäten als Hitoe | wird mit dem Tragen weicher |
| Ro | Drehergewebe mit Querstreifen aus Löchern | Sommerkimono, Sommer-Nagajuban, Han-Eri | Juli und August | halbtransparent |
| Sha | gleichmäßig durchbrochenes Drehergewebe | Sommerkimono, Sommer-Haori | Juli und August | transparenter als Ro |
Japanischer Kimono Damen Seide erkennen: Glanz, Griff, Brennprobe
Seide zeigt einen weichen, nicht spiegelnden Glanz, fühlt sich kühl und trocken an und knistert leise, wenn man sie zwischen den Fingern reibt (Kinunari). Polyester glänzt härter, erwärmt sich schnell in der Hand und lädt sich elektrostatisch auf. Bei Vintage-Stücken hilft die Brennprobe an einem Faden aus dem Saum: Seide verbrennt langsam mit Geruch nach verbranntem Haar und hinterlässt zerreibbare Asche, Polyester schmilzt zu einer harten Perle. Gewebte Herkunftssiegel am Stoffende (Tanmono-Ende, oft im Saum eingenäht) nennen Region und Gewebe.
Japanische Kimono Damen aus Wolle, Baumwolle, Hanf und Polyester
Neben Seide gibt es japanische Kimono Damen aus vier weiteren Materialien. Wollkimonos aus der Nachkriegszeit sind warm, ungefüttert und Alltagskleidung für den Winter, allerdings anfällig für Motten. Baumwollkimonos umfassen Yukata, Kasuri-Gewebe und Kimonos aus Baumwoll-Chijimi für den Frühsommer; sie sind waschbar und knittern. Hanf- und Ramiekimonos (Asa) wie Ojiya-Chijimi oder Echigo-Jōfu sind die kühlsten Sommergewänder, wirken steif und werden ohne Futter getragen. Polyesterkimonos sind waschbar, farbecht und für Regen, Reisen und den Unterricht praktisch; sie stauen bei Hitze Wärme und knistern nicht. Für den Einstieg und für häufiges Tragen sind Polyester und Baumwolle sinnvoll, für Zeremonien bleibt Seide üblich.
Japanischer Kimono Damen: Farben und Muster nach Alter und Anlass
Farbe und Musterplatzierung sind beim japanischen Damenkimono altersgebunden, wenn auch die Regeln heute lockerer ausgelegt werden. Junge Frauen tragen kräftige Rot-, Rosa-, Orange- und Hellblautöne mit großen, hoch platzierten Mustern; mit zunehmendem Alter werden die Grundfarben gedeckter (Beige, Grau, Violett, Moosgrün, Dunkelblau), die Muster kleiner und rutschen Richtung Saum. Ältere Frauen wählen Iromuji und Edo-Komon in gedämpften Tönen. Traditionelle Farbharmonien (Kasane no Irome) kombinieren Grundfarbe, Obi, Obiage und Obijime nach Jahreszeit: helles Rosa mit Grün im Frühling, Blau und Weiß im Sommer, Rostrot und Ocker im Herbst, Weiß und Dunkelrot im Winter. Wichtige Damenmotive sind Kirschblüte, Pflaume, Chrysantheme, Pfingstrose (Botan), Glyzinie (Fuji), Kranich, Fächer (Ōgi), Handbälle (Temari) und Schleppkarren (Goshoguruma).
Traditioneller Kimono Damen im Jahreslauf: Awase, Hitoe, Usumono
Ein traditioneller Kimono Damen wird nach dem Kalender gewechselt. Von Oktober bis Mai wird der gefütterte Awase getragen, im Juni und September der ungefütterte Hitoe, im Juli und August der durchscheinende Usumono aus Ro, Sha oder Hanf. Obi, Nagajuban, Han-Eri und Obiage folgen demselben Rhythmus: Im Sommer bestehen sie aus Ro oder Sha, im Winter aus Chirimen und Rinzu. Muster werden der Saison vorausgeschickt, also Pflaume im Januar, Kirsche im März, Iris im Mai, Ahorn im Oktober. Ganzjährige Muster wie Wellen, Schildpatt, Kranich und Kiefer umgehen diese Bindung.
Japanischer Kimono Damen und Obi: Fukuro, Nagoya, Hanhaba
Der Damenobi ist etwa 30 cm breit, wird zweimal um die Taille gewickelt und hinten zu einem Knoten geformt. Drei Typen decken fast alle Anlässe ab. Der Fukuro-Obi (4,2–4,5 m, einseitig gemustert) gehört zu Furisode, Tomesode und Hōmongi. Der Nagoya-Obi (etwa 3,6 m, vorne bereits halbiert genäht) gehört zu Iromuji, Komon und Tsumugi. Der Hanhaba-Obi (15–17 cm breit) gehört zu Yukata und legeren Komon. Gemustert oder gewebt, mit Gold oder ohne: Je mehr Gold- und Silberfäden, desto formeller der Obi. Alle Obi-Arten, Längen und Herrenmodelle sind im Beitrag zum Kimono Gürtel zusammengefasst.
Otaiko, Nijūdaiko und Fukura-Suzume: Knoten am Damenkimono
Der Otaiko („Trommel“) ist der Standardknoten des Nagoya-Obi: ein flaches Kissen auf dem Rücken, dessen Größe mit dem Alter kleiner wird. Der Nijūdaiko ist die doppelte Version mit dem Fukuro-Obi für formelle Anlässe. Zum Furisode gehören dekorative Knoten wie Fukura-Suzume (plusteriger Spatz), Tateya (stehender Pfeil) oder Bunko-Varianten, die eine zweite Person voraussetzen. Zum Hanhaba-Obi passen Bunko und Kai-no-kuchi. Obimakura (Kissen), Obiage (Seidentuch) und Obijime (Kordel) halten den Knoten in Form.
Zubehör für japanische Kimonos Damen: Obiage, Obijime, Han-Eri, Kanzashi, Zōri
- Obiage: Seidentuch, das das Obimakura verdeckt und oben aus dem Obi schaut; Shibori-Obiage in Rot zum Furisode, weiß zum Tomesode, gedeckt zum Komon. Bei älteren Frauen fast verborgen, bei jungen breiter sichtbar.
- Obijime: geflochtene Kordel (Kumihimo) über der Obi-Mitte; flach geflochten (Hira-uchi) formell, rund (Maru-uchi) leger, mit Gold zum Tomesode.
- Obidome: Brosche auf dem Obijime, nur zu Komon, Tsumugi und Hōmongi, nicht zur Teezeremonie.
- Han-Eri: austauschbarer Halbkragen des Nagajuban; weiß zu formellen Kimonos, farbig oder bestickt zu Furisode und Komon.
- Date-Eri: zusätzlicher schmaler Zierkragen zwischen Han-Eri und Kimonokragen bei Furisode und Hōmongi.
- Tabi: weiße Baumwollsocken mit vier oder fünf Metallhaken (Kohaze); farbige Tabi nur zu legeren Kimonos.
- Zōri: Je höher die Sohle und je heller oder goldener der Bezug, desto formeller. Zum Tsumugi und Komon sind niedrige, farbige Zōri oder Geta üblich.
- Tasche: kleine Handtasche im Set mit den Zōri zu formellen Anlässen, Beutel (Kinchaku) oder Korbtasche zu Yukata und Komon.
- Kanzashi: Haarschmuck aus Lack, Schildpatt, Perlmutt oder Seidenblumen (Tsumami-Kanzashi zum Furisode).
- Haori und Michiyuki: Überjacke und Mantel für draußen; der Michiyuki wird im Haus abgelegt, der Haori darf angezogen bleiben.
Japanischer Kimono Damen von innen: Nagajuban, Hadajuban, Susoyoke, Koshihimo
Unter dem Kimono liegen mehrere Schichten, die den Stoff schützen, die Silhouette glätten und den Kragen tragen. Zuunterst kommen Hadajuban (Unterhemd aus Baumwolle oder Gaze) und Susoyoke (Wickelunterrock) oder ein einteiliger Kimono-Slip. Darüber liegt der Nagajuban aus Seide, Polyester oder Baumwolle mit Han-Eri und Kragenversteifung (Eri-Shin); sein Kragen ist am Hals 1–2 cm sichtbar und sein Saum bleibt 2–3 cm kürzer als der Kimono. Zum Fixieren dienen zwei bis drei Koshihimo (Bänder aus Musselin oder Seide), ein Datejime (breite Binde aus Hakata-Seide oder Polyester) für Nagajuban und Kimono, ein Korin-Belt (Gummiband mit Clips) für den Kragen und die Obiita als Versteifung unter dem Obi. Frauen mit ausgeprägter Taille polstern Taille und Kreuz mit Handtüchern oder einem Hosei-Pad, damit der Obi glatt aufliegt und der Kimono zylindrisch fällt.
Japanischer Kimono Damen anziehen: Schritt für Schritt
Das Anziehen (Kitsuke) folgt einer festen Reihenfolge. Alle Teile werden vorher bereitgelegt, der Obi bereits mit Obimakura und Obiage vorbereitet:
- Tabi anziehen, danach Hadajuban und Susoyoke; Polster anlegen.
- Nagajuban überziehen, Rückennaht zentrieren, Kragen im Nacken eine Faust breit abrücken, vorne im spitzen Winkel kreuzen, mit Koshihimo und Datejime fixieren.
- Kimono überwerfen, Kragen am Nagajuban-Kragen ausrichten, beide Kragenenden auf gleicher Höhe fassen und den Saum auf Knöchelhöhe anheben.
- Rechte Bahn schließen, dabei den Saum vorne rechts leicht anheben; linke Bahn darüber, Saumkante vorne links 2–3 cm höher als hinten.
- Ersten Koshihimo auf der Hüfte fest binden, Stoff darüber glatt herunterziehen und zur Ohashori ordnen; sie soll 5–7 cm unter dem Obi sichtbar bleiben und waagerecht verlaufen.
- Durch die Miyatsuguchi den Rücken glätten, den Kimono-Kragen so legen, dass der Nagajuban-Kragen 1–2 cm zeigt; Korin-Belt einsetzen, zweiten Koshihimo unter der Brust binden, Datejime darüber.
- Obiita einschieben, Obi anlegen, Knoten binden, Obimakura einsetzen, Obiage einstecken, Obijime mittig verknoten.
- Abschließende Kontrolle im Spiegel: Kragenöffnung, Ohashori, Saumhöhe, Sitz des Knotens.
Ohashori und Emon am Damenkimono richtig einstellen
Die Ohashori soll eine glatte, waagerechte Stoffbahn bilden; Falten werden zur Seite in die Achselöffnungen geschoben. Zu wenig Ohashori bedeutet, dass der Kimono zu kurz ist; zu viel wird nach innen umgelegt. Der Emon-Nuki (Kragenabstand im Nacken) ist bei formellen Kimonos weiter, bei legeren enger und bei älteren Frauen kleiner als bei jungen. Der vordere Kreuzungspunkt der Kragen liegt in der Schlüsselbeingrube.
Traditioneller Kimono Damen richtig tragen: Gehen, Sitzen, Treppen, Auto
Die Bewegung im Kimono folgt der Enge des Saums und der Empfindlichkeit des Obi-Knotens. Gegangen wird mit kurzen Schritten und leicht einwärts gestellten Füßen, die Hand hält beim Ausschreiten die vordere Bahn zusammen. Auf Treppen wird der Saum vorne mit einer Hand leicht angehoben, der Ärmel mit der anderen zusammengerafft. Beim Sitzen wird der Saum unter den Knien nach vorne geschoben und der Rücken nicht angelehnt, damit der Knoten nicht plattgedrückt wird; im Auto steigt man rückwärts ein und zieht die Beine nach. Beim Heben der Arme hält die andere Hand den Ärmel am Handgelenk, damit der Unterarm bedeckt bleibt. Auf der Toilette werden die Bahnen von außen nach innen einzeln hochgeklappt und mit Klammern fixiert.
Japanischer Kimono Damen: Größentabelle in Zentimetern
Ein japanischer Kimono Damen wird nach fünf Maßen genäht: Mitake (Gesamtlänge, etwa Körpergröße), Yuki (Rückenmitte bis Handgelenk, etwa 0,4 × Körpergröße + 2 cm), Sodetake (Ärmellänge nach unten, 49 cm Standard), Mae-haba (vordere Bahnbreite, 24–25 cm) und Ushiro-haba (hintere Bahnbreite, 29–30 cm). Dazu kommt der Kurikoshi, ein Zuschlag von 2–3 cm am Rückenkragen, der den Emon-Nuki ermöglicht.
| Größe | Körpergröße | Mitake | Yuki | Sodetake | Hüftumfang bis |
|---|---|---|---|---|---|
| S | 148–155 cm | 152–156 cm | 62–64 cm | 49 cm | 88 cm |
| M | 155–162 cm | 158–163 cm | 64–66 cm | 49 cm | 94 cm |
| L | 161–168 cm | 164–169 cm | 66–68 cm | 49 cm | 100 cm |
| LL | 167–174 cm | 170–175 cm | 68–70 cm | 49 cm | 106 cm |
| 3L | 170–176 cm | 172–177 cm | 68–71 cm | 49 cm | 112 cm |
Kimono Damen Japan: Maße bei Vintage-Stücken
Vintage-Kimonos aus der Zeit vor 1960 sind meist für Frauen von 150–155 cm Körpergröße genäht: Mitake 148–155 cm, Yuki 60–63 cm. Eine zu kurze Mitake lässt sich mit einer kleineren Ohashori bis etwa 10 cm ausgleichen, eine zu kurze Yuki nur durch Herauslassen der Nahtzugabe an Ärmel und Schulter (bis 3–4 cm). Bei Hüftumfängen über 100 cm reicht die Überlappung nicht mehr, und die Seitennaht zeigt sich vorne.
Japanische Kimonos Damen gebraucht kaufen: worauf achten
Gebrauchte japanische Kimonos Damen sind der übliche Einstieg, weil das Angebot groß ist und Seidenqualität günstig zu haben ist. Objektive Prüfpunkte:
- Maße: Mitake und Yuki mit der eigenen Körpergröße abgleichen; Sodetake und Wappenanzahl zum geplanten Anlass passen.
- Flecken: Vergilbung (Kibami) an Kragen, Saum und Achseln, Stockflecken im Futter, Wasserränder auf Chirimen; Futterflecken sind harmloser als Außenflecken.
- Geruch: Kampfer- und Naphthalingeruch verfliegt beim Lüften, Schimmelgeruch nicht.
- Nähte: Handnaht mit langen Stichen erlaubt Umarbeitung; ausgefranste oder brüchige Nahtstellen an den Ärmeln sind Zeichen von spröder Seide.
- Futter: rotes Momi-Futter weist auf Vorkriegsware hin; weißes Habutae-Futter auf Nachkriegsware.
- Material: Seide oder Polyester per Griff und Brennprobe klären; Herkunftssiegel im Saum suchen.
- Vollständigkeit: Obi, Nagajuban, Obiage, Obijime, Tabi und Zōri kommen hinzu, wenn sie nicht im Set sind.
Japanischer Kimono Damen Seide pflegen: Lüften, Flecken, Araihari
- Nach dem Tragen auf dem Kimonobügel im Schatten mehrere Stunden auslüften; Nagajuban und Obi getrennt aufhängen.
- Flecken nicht mit Wasser behandeln; Seide bekommt Ränder, Chirimen zieht sich zusammen. Schweiß am Kragen mit Benzin-Fleckenwasser abtupfen oder in die Fachreinigung (Shimi-nuki) geben.
- Entlang der Nähte falten (Hondatami), in Tatōshi-Papier legen, flach in einer Kommode oder einer Box aufbewahren; nicht dauerhaft hängen, weil die Schultern ausleiern.
- Ein- bis zweimal im Jahr an trockenen Tagen auslegen (Mushiboshi); Tatōshi alle zwei bis drei Jahre wechseln.
- Mottenschutz getrennt vom Stoff, Sorten nicht mischen; keine Plastikhüllen, weil sich Feuchtigkeit staut.
- Han-Eri nach dem Tragen abtrennen und waschen; es ist der Teil, der am schnellsten verschmutzt.
- Für die Grundreinigung Araihari: Auftrennen, Waschen der Bahnen, Spannen, Stärken, Neunähen; gleichzeitig können Maße geändert und Futter erneuert werden.
- Polyester- und Baumwollkimonos im Wäschenetz bei 30 °C waschen, auf dem Kimonobügel trocknen, leicht feucht bügeln.
Weitere Hinweise zur Pflege von Seide, auch für westlich geschnittene Modelle, stehen im Beitrag zur Kimono Seide Damen.
Kimono Damen Japan heute: Seijin-shiki, Hochzeiten, Teezeremonie, Abschlussfeier
Japanerinnen tragen den Kimono heute zu einer überschaubaren Zahl von Anlässen: zur Volljährigkeitsfeier (Seijin-shiki) am zweiten Montag im Januar im Furisode, zu Hochzeiten als Braut, Mutter oder Gast, zu Shichi-go-san und zum Schuleintritt der Kinder im Hōmongi oder hellen Iromuji, zur Teezeremonie im Iromuji, zum Neujahrsbesuch im Schrein, zu Trauerfeiern im Mofuku, zu Sommerfesten im Yukata und zur Universitätsabschlussfeier. Dazu kommen Kimonozirkel, Kabuki- und Nō-Besuche, bei denen ein Komon oder Tsumugi üblich ist.
Hakama und Furisode: japanische Kimono Damen bei der Abschlussfeier
Zur Abschlussfeier der Universität (Sotsugyō-shiki) tragen viele Studentinnen einen Kofurisode oder Nisho-Sode-Kimono mit einem Hakama in Bordeaux, Dunkelgrün oder Marineblau, dazu Stiefel oder Zōri. Die Kombination geht auf die Schuluniform der Mädchenschulen der Meiji- und Taishō-Zeit zurück. Der Hakama wird über dem Kimono um die Taille gebunden, der Kimono darunter kürzer als sonst getragen.
Japanischer Kimono Damen außerhalb Japans: Original, Vintage und westliche Schnitte
Außerhalb Japans wird der Begriff für drei unterschiedliche Dinge verwendet: den originalen Damenkimono mit Obi, wie in diesem Text beschrieben; Vintage-Seidenkimonos, die offen als Mantel über westlicher Kleidung getragen werden; und westlich geschnittene Kimonojacken, Kimonokleider und Kimonoblusen, die den Ärmelschnitt zitieren, aber keinen Wickelverschluss und keinen Obi haben. Die beiden letzten Gruppen sind unter Kimono Damen und Kimono Damen Lang beschrieben. Wer das Original tragen möchte, braucht neben dem Gewand mindestens Nagajuban, Obi, zwei Koshihimo, Datejime, Obiita, Obimakura, Obiage, Obijime und Tabi. Das Gegenstück für Männer mit Kaku-Obi, Haori und Hakama behandelt der Beitrag zum Japanischer Kimono Herren, den Überblick über alle Gewänder der Beitrag zum Japanischer Kimono.
Häufige Fragen: Japanischer Kimono Damen
Welcher japanische Kimono Damen passt zu welchem Alter?
Bis etwa Mitte zwanzig und unverheiratet: Furisode zu formellen Anlässen, Komon in kräftigen Farben im Alltag. Verheiratet oder ab Ende zwanzig: Hōmongi, Tsukesage, Iromuji, Tomesode. Ab fünfzig: gedeckte Farben, kleinere Muster, kleinerer Otaiko und engerer Emon. Die Grenzen sind heute fließend; entscheidend bleibt die Kombination aus Farbe, Muster und Ärmellänge.
Wie lang müssen die Ärmel bei einem traditionellen Damenkimono sein?
Standard sind 49 cm Ärmellänge nach unten (Sodetake). Furisode haben 85 cm (Kofurisode), 100 cm (Chūfurisode) oder 114 cm (Ōfurisode). Ältere Frauen lassen die Ärmel auf 46–47 cm kürzen. Die Yuki, die Spannweite von der Rückenmitte bis zum Handgelenk, soll das Handgelenk knapp bedecken und liegt bei 62–70 cm.
Japanischer Kimono Damen: was zieht man darunter an?
Hadajuban und Susoyoke oder einen Kimono-Slip, darüber den Nagajuban mit Han-Eri. Ein nahtloser, flacher BH ohne Bügel oder ein Kimono-BH, der die Brust flach hält, verhindert Falten unter dem Obi. Strumpfhosen werden nicht getragen, im Winter ersatzweise kniekurze Leggings unter der Susoyoke.
Kann man einen Kimono Damen Japan allein anziehen?
Ja, mit Übung. Komon, Iromuji und Hōmongi mit Nagoya- oder Fukuro-Obi und Otaiko lassen sich nach einigen Wochen Training allein in 30–40 Minuten anlegen. Furisode mit dekorativem Knoten, Tomesode mit Nijūdaiko und Brautkimonos werden in der Regel von einer Ankleiderin (Kitsuke-shi) angelegt.
Wie viel kostet ein japanischer Kimono Damen Seide?
Gebrauchte Komon und Tsumugi aus Seide sind vergleichsweise günstig, gebrauchte Furisode und Hōmongi liegen deutlich darüber, neue handgefärbte Yūzen-Gewänder und Yūki- oder Ōshima-Tsumugi aus Werkstätten erreichen fünfstellige Eurobeträge. Der Obi kostet häufig ebenso viel wie der Kimono, das übrige Zubehör summiert sich zusätzlich.
Traditioneller Kimono Damen für Nichtjapanerinnen: ist das angemessen?
Ja, in Japan wird das als Wertschätzung wahrgenommen, sofern das Gewand korrekt getragen wird: links über rechts, passende Länge und Formalität, kein Kostümcharakter. Verleihgeschäfte in Kyoto, Tokio und Kanazawa und Kimonoschulen richten sich ausdrücklich an Besucherinnen.
Welche Schuhe gehören zum japanischen Damenkimono?
Zōri mit weißen Tabi. Zu Furisode und Tomesode hohe Zōri mit Gold- oder Silberbezug, zu Hōmongi und Iromuji mittelhohe in Pastelltönen, zu Komon und Tsumugi niedrige farbige Zōri oder Geta. Zum Yukata Geta ohne Tabi. Westliche Schuhe passen nur zum Hakama bei der Abschlussfeier und in der Kombinationsmode junger Trägerinnen.
Glossar: Japanischer Kimono Damen von A bis Z
- Date-Eri: schmaler Zierkragen zwischen Han-Eri und Kimonokragen.
- Emon-Nuki: der im Nacken abgerückte Kragen des Damenkimono.
- Furi: offene Ärmelunterseite; Furisode: Kimono mit langen Ärmeln.
- Han-Eri: austauschbarer Halbkragen des Nagajuban.
- Hikifurisode: Furisode mit Schleppe, Hochzeitsgewand.
- Kitsuke: das Anziehen des Kimono; Kitsuke-shi: Ankleiderin.
- Kurikoshi: Zuschlag am Rückenkragen für den Emon-Nuki.
- Kurotomesode / Irotomesode: formelle Kimonos verheirateter Frauen, schwarz oder farbig.
- Miyatsuguchi: Achselöffnung des Damenkimono.
- Mofuku: schwarzer Trauerkimono mit fünf Wappen.
- Obiage / Obijime / Obidome: Seidentuch, Kordel und Brosche am Obi.
- Ohashori: Stoffumschlag auf Hüfthöhe.
- Shiromuku: weißes Brautgewand; Uchikake: schleppendes Übergewand der Braut.
- Sodetake: Ärmellänge nach unten; Yuki: Ärmelspannweite ab Rückenmitte.
- Susoyoke / Hadajuban: Unterrock und Unterhemd unter dem Nagajuban.
- Tsumami-Kanzashi: Haarschmuck aus gefalteten Seidenblüten.
Ein japanischer Kimono Damen ist damit ein Gewand mit klarer Grammatik: Ärmellänge, Wappen, Muster, Obi und Zubehör sagen, wer ihn wann trägt. Wer diese Grammatik kennt, kann ein Stück richtig einordnen, passend kombinieren, korrekt anlegen und so pflegen, dass es an die nächste Generation weitergegeben werden kann.



























































































































