Kimono Blau
Kimono Blau – Ratgeber & Wissenswertes
Ein Kimono Blau ist in Japan die Kleidung des Alltags: Als der britische Chemiker Robert William Atkinson in den 1870er-Jahren an der Universität Tokio lehrte, prägte er für das allgegenwärtige Indigo der Straßen, Läden und Arbeitskleidung den Begriff „Japan Blue“. Bauern, Handwerker, Feuerwehrleute und Kaufleute trugen Blau, weil Indigo als einziger Farbstoff Baumwolle ohne Beize dauerhaft färbt und weil die Kleidergesetze der Edo-Zeit dem einfachen Volk kaum andere Farben ließen. Zugleich trugen Samurai das fast schwarze Kachi-iro, die „Siegesfarbe“, an Rüstung und Gewand. Ein blauer Kimono reicht damit vom hellsten Kamenozoki, dem „Blick in den Krug“, bis zum tiefen Kon der Männerkimonos.
Dieser Text beschreibt die Indigopflanze Tade-ai und die Fermentation zu Sukumo, die Abstufung der Blautöne nach Färbetiefe, die Bedeutung von Blau in Rang und Alltag, Yukata und Arbeitskleidung in Indigo, die typischen Muster, die Kombination mit Obi, die Unterschiede zwischen Damen- und Herrenmodellen, die Wirkung auf Teint und Figur sowie die Pflege, denn Indigo färbt beim Tragen und Waschen ab. Größentabellen, ein Vergleich mit Yukata, Samue und Jinbei, häufige Fragen und ein Glossar ergänzen die Übersicht.
Kimono Blau: Japan Blue und die Farbe des Volkes
Das japanische Wort Ao bezeichnete ursprünglich sowohl Blau als auch Grün; noch heute heißt die grüne Ampel Ao-shingō. Für den Farbstoff und das damit gefärbte Blau steht dagegen das Wort Ai, Indigo. Indigo kam über China und Korea nach Japan und wird seit der Nara-Zeit (8. Jahrhundert) nachweislich verwendet; im Schatzhaus Shōsōin in Nara sind indigogefärbte Textilien aus dieser Zeit erhalten. Seine große Verbreitung erlebte das Blau aber erst in der Edo-Zeit (1603–1868), als sich Baumwolle als Alltagsstoff durchsetzte. Baumwolle nimmt die meisten Pflanzenfarben schlecht an, Indigo dagegen legt sich ohne Beize um die Faser. So wurde der blaue Kimono zur Standardkleidung der Städte und Dörfer, und der Indigoanbau in der Provinz Awa (heute Tokushima) zu einem der größten Wirtschaftszweige des Landes.
Kimono Blau und die Kleidergesetze der Edo-Zeit
Die Sparsamkeitsedikte des Shōgunats, besonders die Kansei-Reform (1787–1793) und die Tenpō-Reform (1841–1843), untersagten Kaufleuten und Handwerkern auffällige Farben und Seide. Erlaubt blieben Indigo, Braun und Grau, woraus sich die Redewendung von den „48 Brauntönen und 100 Grautönen“ (Shijūhatcha Hyakunezumi) entwickelte. Blau war in dieser Palette die einzige klare Farbe, weshalb die Stadtbevölkerung sie in unzähligen Abstufungen und Mustern variierte. Streifen (Shima), Karos (Kōshi), Kasuri und feine Schablonenmuster auf Indigo sind das Ergebnis dieser Einschränkung.
Kimono Blau und Indigo: die Pflanze Tade-ai
Der japanische Färberknöterich Tade-ai (Persicaria tinctoria) ist eine einjährige Pflanze, die im Frühjahr gesät und im Hochsommer ein- bis zweimal geschnitten wird. Der Farbstoff liegt in den Blättern als farblose Vorstufe (Indican) vor und wird erst durch Fermentation und Luftkontakt zu blauem Indigo. Die Verarbeitung dauert vom Schnitt bis zum fertigen Färbebad mehrere Monate.
Sukumo: fermentierte Blätter für den Kimono Blau
Die geernteten Blätter werden getrocknet, von den Stängeln getrennt und ab Herbst in einem Erdhaus aufgeschichtet. Über etwa hundert Tage werden sie regelmäßig gewendet und befeuchtet; die Masse erhitzt sich durch Bakterientätigkeit auf über 60 °C und verwandelt sich in Sukumo, einen dunklen, erdigen Kompost mit konzentriertem Farbstoff. Die Sukumo-Herstellung ist ein eigener Beruf; die Hersteller in Tokushima heißen Aishi. Ihr Produkt, das Awa-ai, galt in der Edo-Zeit als Maßstab für Qualität.
Ai-date: das Färbebad für den Kimono ansetzen
Sukumo allein färbt nicht. In einem in den Boden eingelassenen Bottich wird es mit Holzaschenlauge, Kalk, Weizenkleie und häufig etwas Sake angesetzt. Bakterien reduzieren das unlösliche Indigo in einer alkalischen Lösung zu gelbgrünem Leuko-Indigo, das sich an die Faser binden kann. Dieser Vorgang heißt Ai-date, „das Indigo aufstellen“, und braucht bei natürlicher Fermentation ein bis zwei Wochen. Ein lebendes Bad wird täglich gerührt, gefüttert und auf Temperatur gehalten; es kann mehrere Monate genutzt werden.
Tauchen und Oxidieren: So entsteht der Kimono Blau Schicht für Schicht
Der Stoff wird für wenige Minuten in das Bad getaucht, herausgezogen und an der Luft ausgebreitet. Innerhalb von Sekunden wechselt die Farbe von Gelbgrün über Grün zu Blau, weil der Sauerstoff das Leuko-Indigo zurück in unlösliches Indigo verwandelt, das jetzt in der Faser eingeschlossen ist. Jeder Tauchgang fügt eine dünne Schicht hinzu. Helle Töne brauchen ein bis drei Tauchgänge, ein tiefes Kon zwanzig und mehr. Zwischen den Gängen wird der Stoff gewaschen, damit sich keine lose Farbe ablagert.
Blautöne des Kimono Blau: vom Kamenozoki bis zum Kachi-iro
Die japanischen Namen für Blau ordnen sich nach der Zahl der Tauchgänge. Anders als bei Rot, wo die Nuance von der Pflanze abhängt, beschreibt die Skala des Indigos eine einzige Farbe in aufsteigender Tiefe.
| Japanischer Name | Nuance | Herkunft des Namens | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| Kamenozoki | Hellstes Blau, fast weiß | „Blick in den Krug“, ein einziger kurzer Tauchgang | Futter, Sommer-Unterkimono |
| Mizu-iro | Helles Wasserblau | Wasser | Sommerkimonos, Obiage |
| Asagi | Helles Blau mit Grünstich | „Blasse Zwiebel“ | Haori der Shinsengumi, Yukata, Obi |
| Hanada | Klares Mittelblau | Tagblume (Tsuyukusa) | Frühsommerkimonos, Komon |
| Ai-iro | Sattes Indigoblau | Indigo | Yukata, Arbeitskimonos, Kasuri |
| Kon | Dunkles Marineblau | Chinesisches Zeichen für „tiefes Blau“ | Herrenkimonos, Hakama, Schuluniformen |
| Tetsukon | Marine mit Grauanteil | „Eisen-Kon“ | Herren-Haori, Winterkimonos |
| Kachi-iro | Fast schwarzes Blau | „Geschlagen“ (durch Stampfen verdichtet), gleichlautend mit „Sieg“ | Rüstungsschnüre, formelle Herrenkleidung |
| Nando-iro | Graublau | Vorratskammer | Alltagskimonos, ältere Träger |
| Ruri-iro | Leuchtendes Lapisblau | Lapislazuli | Moderne Furisode, Obi |
| Sora-iro | Himmelblau | Himmel | Frühjahrskimonos, Kinderkimonos |
| Gunjō | Ultramarin | Mineralpigment für Malerei | Gemalte Yūzen-Motive, Obi |
Kimono Blau: Warum die Tiefe zählt
Weil alle Töne aus demselben Farbstoff stammen, lassen sich verschiedene Blautöne auf einem Kimono und einem Obi problemlos kombinieren; sie unterscheiden sich nur in der Sättigung. Diese Eigenschaft nutzt der Kasuri, bei dem vorgefärbte Fäden in unterschiedlicher Tiefe verwoben werden, ebenso wie der Yukata, bei dem weiße Motive auf Ai-iro und hellblaue Schatten in Mizu-iro nebeneinanderstehen.
Kimono Blau am Hof und in der Kasane no Irome
In der höfischen Farbordnung der Heian-Zeit spielte Blau eine kleinere Rolle als Rot und Violett, weil Indigo als Farbe des Volkes galt und der leuchtende Ton der Tagblume (Tsuyukusa) nicht lichtecht war. Dennoch sind blaue Schichtungen überliefert: Die Kombination Hanada setzte Mittelblau über Hellblau für den Sommer, Fuji stellte helles Violett über Grün für den Spätfrühling, und Kōri (Eis) schichtete Weiß über blasses Blau für den Winter. Tsuyukusa-Blau wurde außerdem als vorübergehende Vorzeichnung für Yūzen-Muster verwendet, weil es sich mit Wasser rückstandslos auswaschen lässt; dieses Aobana-Blau ist bis heute die Vorzeichenfarbe der Färber.
Kimono Blau bei den Samurai: Kachi-iro
Kachi-iro entsteht, wenn Stoff nach vielen Tauchgängen zusätzlich geklopft wird, um die Fasern zu verdichten und den Farbstoff zu fixieren; das Wort Kachi (schlagen, klopfen) klingt wie Kachi (Sieg). Krieger schätzten den Gleichklang und verwendeten Kachi-iro für die Schnürung der Rüstung (Odoshi), für Unterkleidung und für Hakama. Das tiefe Blau war zugleich praktisch: Es zeigte Schmutz kaum, und dem Indigo wurde nachgesagt, Wunden vor Entzündung zu schützen und Insekten fernzuhalten. Wissenschaftlich ist eine geringe antibakterielle Wirkung des Indigos belegt, die traditionelle Zuschreibung geht allerdings weit darüber hinaus.
Kimono Blau als Arbeitskleidung: Noragi, Sashiko und Boro
Auf dem Land war der blaue Baumwollkimono über Jahrhunderte die einzige Kleidung. Noragi bezeichnet die Feldkleidung aus Indigo-Baumwolle: kurze Kimonojacken, Monpe-Hosen und Schürzen. Da Baumwolle im Norden Japans nicht wuchs und teuer war, wurde jedes Stück geflickt und mit weiterem Stoff verstärkt; die mehrlagigen, über Generationen geflickten Textilien heißen Boro. Ihre unterschiedlich verblassten Blautöne gelten heute als eigene Ästhetik und werden gesammelt.
Sashiko auf dem Kimono Blau
Sashiko ist die Verstärkungsstickerei mit weißem Baumwollgarn in Vorstich auf blauem Grund. Sie hielt mehrere Stofflagen zusammen, isolierte gegen Kälte und schützte vor Abrieb. Feuerwehrjacken (Hikeshi-banten) der Edo-Zeit waren vollständig mit Sashiko gesteppt und wurden vor dem Einsatz mit Wasser getränkt. Aus der Funktion entwickelten sich geometrische Muster wie Asanoha (Hanfblatt), Seigaiha (Wellen) und Shippō (verkettete Kreise), die heute auch als reine Zierstickerei auf Kimonojacken erscheinen.
Kasuri: der gewebte Kimono Blau
Beim Kasuri werden Kett- oder Schussfäden vor dem Weben abschnittsweise abgebunden und in Indigo gefärbt. Die weißen, leicht verwischten Stellen ergeben im Gewebe Kreuze, Pfeile, Schildkrötenpanzer oder stilisierte Blüten. Kurume-Kasuri aus Kyūshū, Bingo-Kasuri aus Hiroshima und Iyo-Kasuri aus Ehime sind die bekanntesten Herkunftsbezeichnungen. Kasuri-Kimonos in Indigo waren die Alltagskleidung der Frauen auf dem Land und in den Kleinstädten bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.
Kimono Blau im Sommer: Yukata in Indigo und Weiß
Der klassische Yukata ist blau und weiß. Ursprünglich ein Badegewand (Yukatabira) aus Leinen, wurde er in der Edo-Zeit zum Sommerkimono aus Baumwolle, den man nach dem Bad und an Festabenden trug. Zwei Grundtypen gibt es bis heute: weiße Muster auf indigoblauem Grund (Kon-ji) für den Abend, weil sie in der Dämmerung leuchten, und blaue Muster auf weißem Grund (Shiro-ji) für den Tag, weil sie kühler wirken. Traditionelle Yukata-Motive sind Prunkwinde, Goldfisch, Libelle, Bambus und geometrische Muster.
Chūsen: der gegossene Kimono Blau
Chūsen ist das Färbeverfahren der meisten traditionellen Yukata. Der Baumwollstoff wird in Lagen von etwa einem Meter gefaltet, eine Papierschablone wird auf jede Lage gelegt und mit Reispaste abgedeckt. Anschließend wird die Farbe von oben durch alle Lagen gegossen und von unten abgesaugt, sodass Vorder- und Rückseite gleich stark gefärbt sind. Chūsen-Yukata erkennt man daran, dass das Muster beidseitig gleich kräftig erscheint und die Ränder minimal unscharf sind.
Arimatsu-Shibori: abgebundenes Blau auf dem Kimono
In Arimatsu und Narumi bei Nagoya entstand ab dem 17. Jahrhundert die Baumwoll-Shibori für Yukata. Der Stoff wird gefaltet, genäht, gewickelt oder um Stäbe gebunden und dann in Indigo getaucht; die abgebundenen Stellen bleiben weiß. Über hundert Abbindetechniken sind dokumentiert, von Kumo-Shibori (Spinnennetz) bis Arashi-Shibori (Sturm, diagonale Linien). Shibori-Yukata haben eine plastische, gekräuselte Oberfläche, die nicht glatt gebügelt wird.
Muster auf dem Kimono Blau
Weil Blau die erlaubte Farbe des Volkes war, entstand auf blauem Grund die größte Vielfalt geometrischer Muster.
- Shima (Streifen): Längsstreifen in zwei oder drei Blautönen; feine Streifen (Sensuji) gelten als elegant, breite als ländlich.
- Kōshi (Karo): Gitter aus Kett- und Schussstreifen; die Gröbe des Karos richtete sich nach Beruf und Region.
- Asanoha (Hanfblatt): Sechseckiges Sternmuster, für Kinderkleidung, weil Hanf schnell und gerade wächst.
- Seigaiha (Wellen): Überlappende Halbkreise, Symbol für Ruhe und Beständigkeit; klassisch auf Indigo.
- Kasuri-Motive: Kreuze, Pfeilfedern (Yagasuri), Schildkrötenpanzer, Spatzen.
- Karakusa (Ranken): Endlose Arabeske, Symbol für Fortdauer; auf Furoshiki und Yukata.
- Yukata-Motive: Prunkwinde, Goldfisch, Libelle, Fächer, Bambus, Wasser.
Florale Bildmuster im Yūzen-Stil auf blauem Grund sind bei formellen Damenkimonos verbreitet; ein Kon-Hōmongi mit Chrysanthemen oder Kranichen gilt als Winterkleidung für Empfänge.
Kimono Blau nach Jahreszeit
Blau ist die einzige Farbe, die in Japan in jeder Jahreszeit als angemessen gilt; nur die Tiefe wechselt.
- Frühling (März bis Mai): Sora-iro und Hanada zu Kirsch- und Glyzinienmotiven.
- Frühsommer (Juni): Hanada und Asagi zu Hortensie (Ajisai) und Schwertlilie; ungefütterte Hitoe-Kimonos.
- Hochsommer (Juli, August): Kamenozoki, Mizu-iro und Ai-iro auf Yukata, Ro- und Sha-Geweben; Wassermotive.
- Herbst (September bis November): Ai-iro und Kon zu Herbstgräsern und Mond; Rückkehr zu gefütterten Kimonos.
- Winter (Dezember bis Februar): Kon, Tetsukon und Kachi-iro; Kombination mit Weiß als Schnee-Motiv.
Kimono Blau mit Obi kombinieren
Ein blauer Kimono ist die neutralste Grundlage der japanischen Garderobe. Die Kombinationen richten sich nach der Tiefe des Blaus.
- Blau mit Weiß oder Ecru: Die klassische Yukata-Kombination; frisch, für den Sommer und den Tag.
- Blau mit Senfgelb (Karashi) oder Ocker: Komplementärkontrast, der Indigo wärmt; die häufigste Alltagswahl zu Kasuri und Komon.
- Blau mit Rot: Roter Hanhaba-Obi zu indigoblauem Yukata, besonders bei jungen Trägerinnen; ein schmaler roter Obijime zu Kon.
- Blau mit Gold oder Silber: Kon-Hōmongi mit Brokat-Obi für formelle Anlässe; Silber zu kühlem Ai-iro, Gold zu Kon.
- Blau mit Grau oder Taupe: Zurückhaltend, für Teezeremonie und Herrenkimonos.
- Blau mit Blau: Möglich in deutlich verschiedenen Tiefen, etwa Asagi-Obi zu Kon-Kimono; erzeugt die geschichtete Wirkung des Kasuri.
Bei westlichen Kimonojacken in Blau übernimmt ein Gürtel in Ecru, Cognac-Braun oder Senfgelb die Rolle des Obi. Unter einer offenen Indigo-Jacke bewähren sich Weiß, Ecru und Grau als Basis; ein weiteres Blau darunter ist nur sinnvoll, wenn es deutlich heller oder dunkler ausfällt, sonst verschmelzen Jacke und Oberteil zu einer Fläche. Braune Lederschuhe und -taschen ergänzen Indigo nach demselben Prinzip wie der Karashi-Obi, nämlich über den warmen Gegenpol.
Kimono Blau für Herren
Blau ist die Grundfarbe des Herrenkimonos. Während Schwarz dem formellen Montsuki mit fünf Wappen vorbehalten ist, decken Kon, Tetsukon, Nando-iro und Ai-iro den gesamten halbformellen und informellen Bereich ab. Der Herren-Kimono Herren hat kürzere, an der Seite geschlossene Ärmel, keine Ohashori-Falte und wird mit einem schmalen Kaku-Obi von 8 bis 10 cm Breite auf Hüfthöhe gebunden. Zum blauen Kimono gehört ein Haori in Grau, Braun oder dunklerem Blau und für formelle Anlässe eine gestreifte Hakama. Blaue Herren-Yukata zeigen Streifen, Karos, Schriftzeichen oder Libellen; großflächige Blumen sind unüblich.
Westliche Kimonojacken für Herren in Blau bestehen aus Baumwolle, Leinen oder Denim, sind 70 bis 90 cm lang und werden offen über T-Shirt oder Hemd getragen. Ein Kimono Jacke Herren in Indigo mit Sashiko-Stickerei ist die verbreitetste Form; ein Kimono Baumwolle Herren in Kon-Blau dient als leichter Sommermantel oder Hausmantel.
Kimono Blau für Herren: Größen
| Größe | Körpergröße (cm) | Kimonolänge traditionell (cm) | Yuki (cm) | Jacke westlich Länge (cm) | Brustweite Jacke (cm) |
|---|---|---|---|---|---|
| S | 160–167 | 135–140 | 66–68 | 72–76 | 108–114 |
| M | 167–174 | 140–145 | 68–71 | 76–80 | 114–120 |
| L | 174–181 | 145–150 | 71–74 | 80–84 | 120–128 |
| LL | 181–188 | 150–155 | 74–77 | 84–88 | 128–136 |
| 3L | 188–195 | 155–160 | 77–80 | 88–92 | 136–144 |
Die traditionelle Herrenlänge entspricht etwa der Körpergröße minus 25 bis 30 cm, weil der Herrenkimono ohne Falte auf Knöchelhöhe endet.
Kimono Blau für Damen
Bei Frauen deckt Blau den Bereich vom Yukata über den Komon bis zum formellen Hōmongi ab. Kon-Komon mit kleinem weißem Muster ist die Stadtkleidung schlechthin, Ai-Kasuri die ländliche Alltagskleidung, Ruri-iro-Furisode eine moderne Variante für die Volljährigkeitsfeier. Ein Kimono Baumwolle Damen in Indigo entspricht in Schnitt und Stoff dem Yukata und wird im Sommer ohne Unterkimono, in der Übergangszeit mit Nagajuban getragen. Westliche Kimonojacken für Damen in Blau reichen von Denim-Modellen über bedruckte Viskose bis zu Leinen; ein Leinen Kimono in Hellblau ist die typische Sommerjacke.
Kimono Blau: Unterschiede Damen und Herren
- Ton: Damen alle Tiefen von Kamenozoki bis Kon; Herren überwiegend Kon bis Kachi-iro.
- Muster: Damen Blüten, Wasser, Kasuri, Shibori; Herren Streifen, Karo, Schriftzeichen, kleine geometrische Muster.
- Obi: Damen breiter Nagoya- oder Hanhaba-Obi in Kontrastfarbe; Herren schmaler Kaku-Obi in Grau, Braun oder Schwarz.
- Länge: Damen mit Ohashori-Falte (Kimono länger als Körpergröße); Herren ohne Falte.
- Westliche Jacke: Damen 70 bis 135 cm, häufig Viskose; Herren 70 bis 90 cm, häufig Baumwolle und Leinen.
Kimono Blau, Teint und Figur: sachliche Kriterien
Dunkles Blau gilt farbtheoretisch als neutrale Farbe, die mit nahezu jedem Hautton harmoniert, weil sie weder Rot- noch Gelbanteile im Gesicht verstärkt. Kon und Tetsukon wirken auf heller Haut kontrastreich und auf dunkler Haut ruhig. Helle Blautöne wie Mizu-iro und Asagi reflektieren kühles Licht; bei sehr blassem, kühlem Hautton können sie den Teint fahl erscheinen lassen, während sie bei warmem und gebräuntem Teint frisch wirken. Blau in Gesichtsnähe mildert gerötete Haut, weil es als Komplementärfarbe zu Orange und Rot wahrgenommen wird.
Zur Figur: Dunkles Blau tritt optisch zurück und lässt Flächen schmaler erscheinen als warme oder helle Farben; ein Kon-Kimono streckt die Silhouette. Helles Blau wirkt großflächig weiter. Längsstreifen (Shima) verlängern zusätzlich, Karos verbreitern. Bei zweifarbigen Yukata streckt ein dunkler Grund mit hellem Muster mehr als ein heller Grund mit dunklem Muster.
Materialien für den Kimono Blau
| Material | Aufnahme von Indigo und Blau | Typisches Modell | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Baumwolle | Sehr gut, ohne Beize | Yukata, Kasuri, Noragi, Sashiko-Jacke | Färbt bei ersten Wäschen ab, wird weicher |
| Leinen und Hanf | Gut, leicht ungleichmäßig | Sommerkimonos, Jinbei, Samue | Kühlend, knittert, patiniert |
| Seide | Gut, tiefer Glanz | Kon-Hōmongi, Komon, Obi | Reinigung erforderlich |
| Wolle | Gut | Winter-Komon, Herren-Ensemble | Mottenschutz nötig |
| Viskose | Nur mit synthetischem Farbstoff | Kimonojacke Damen | Fließend, nass empfindlich |
| Denim | Indigo, ringgefärbt | Westliche Kimonojacke | Verblasst wie Jeans, Abrieb an Kanten |
| Polyester | Nur synthetisch | Waschbare Kimonos, Yukata-Imitate | Farbecht, weniger atmungsaktiv |
Kimono Blau waschen: Abfärben und Aiochi
Indigo liegt als Pigment in und auf der Faser, nicht chemisch gebunden wie Reaktivfarbstoffe. Deshalb reibt es sich ab (auf Haut, helle Kleidung, Sitzmöbel) und löst sich beim Waschen. Dieses Nachlassen der Farbe heißt Aiochi und ist bei naturgefärbtem Indigo unvermeidlich; es gilt als Teil der Patina. Folgende Regeln begrenzen den Verlust:
- Vor dem ersten Tragen ein- bis zweimal allein in kaltem Wasser ohne Waschmittel spülen, bis das Wasser nur noch schwach blau ist.
- Immer separat oder mit anderen dunkelblauen Stücken waschen, nie mit Weiß, Hellem oder Rosa.
- Kalt bis 30 °C, kurzes Programm, auf links; neutrales Flüssigwaschmittel ohne Bleichmittel, ohne Enzyme und ohne optische Aufheller; stark alkalische Vollwaschmittel lösen Indigo schneller.
- Nicht einweichen; Indigo wandert im stehenden Wasser in helle Bereiche des Musters (weiße Yukata-Motive werden blaustichig).
- Nicht wringen, nicht im Trockner trocknen; sofort ausbreiten und im Schatten aufhängen. Nasser Indigo-Stoff färbt auf Holzbügel und helle Wäscheleinen ab.
- Bügeln auf links bei mittlerer Temperatur; Shibori nicht bügeln.
- Helle Innenkleidung und Unterwäsche in den ersten Wochen erwarten, dass sie blau verfärbt werden; Reibung an Kragen und Ärmeln ist am stärksten.
Kimono Blau aus Seide oder mit Yūzen
Blaue Seidenkimonos, ob indigogefärbt oder mit synthetischem Blau, werden nicht selbst gewaschen. Sie werden nach dem Tragen gelüftet, Flecken sofort mit einem trockenen Tuch abgetupft und einmal jährlich oder nach Bedarf zur Kimono-Reinigung gegeben, die den Stoff aufgetrennt (Arai-hari) oder als Ganzes reinigt.
Kimono Blau: Eigenschaften des Indigos im Alltag
Indigogefärbter Baumwolle werden traditionell mehrere Eigenschaften zugeschrieben: Sie soll Insekten und Schlangen abhalten, Gerüche mindern, die Faser vor UV-Licht schützen und Hautreizungen lindern. Ein Teil davon ist belegt: Indigo absorbiert UV-Strahlung, und tief gefärbte Baumwolle ist dichter und reißfester als ungefärbte, weil das Pigment die Faserzwischenräume füllt. Eine schwache antibakterielle Wirkung ist in Laborversuchen gezeigt worden. Die Wirkung gegen Schlangen und Insekten ist Überlieferung; sie erklärt aber, warum Feldarbeiter, Feuerwehrleute und Reisende in Japan über Jahrhunderte Blau bevorzugten.
Kimono Blau lagern
Indigo ist lichtechter als Rot und Rosa, verblasst aber an Falten und Kanten durch Reibung. Traditionelle Kimonos werden flach gefaltet in Tatōshi-Papier aufbewahrt; zwischen blaue und helle Stücke gehört ein Baumwolltuch, weil Indigo bei Feuchtigkeit auf Nachbarn übergeht. Westliche Jacken hängen auf breiten Bügeln, nicht direkt neben weißen Hemden. Jährliches Lüften an einem trockenen Tag, Zedernholz gegen Motten bei Wolle. Ein Indigo-Kimono, der lange ungetragen liegt, kann einen leichten Grünstich an der Oberfläche entwickeln (Bronzieren); er verschwindet nach dem ersten Tragen und Waschen.
Kimono Blau, Yukata, Samue und Jinbei: die Unterschiede
Blau ist die Standardfarbe mehrerer japanischer Kleidungsstücke, die im Deutschen häufig zusammengefasst werden. Der Kimono im engeren Sinn ist das lange, mit Obi geschlossene Gewand; blau ist er Alltags- oder Herrenkleidung. Der Yukata ist die ungefütterte Baumwollversion für den Sommer. Der Samue ist die zweiteilige Arbeitskleidung buddhistischer Mönche, Jacke mit Bindebändern und weite Hose, fast immer in Kon oder Ai-iro, heute auch als Hauskleidung verbreitet. Der Jinbei ist die kurzärmelige Sommervariante mit kurzer Hose, häufig in Indigo mit Streifen oder Kasuri-Muster, aus Baumwolle oder Hanf. Ein Japanischer Kimono in Blau bezeichnet im Handel meist den Yukata-Schnitt oder eine Kimonojacke, seltener den formellen Seidenkimono.
Kimono Blau für Damen: Größen und Maße
| Größe | Konfektion | Körpergröße (cm) | Yukata-Länge (cm) | Jacke kurz (cm) | Jacke lang (cm) |
|---|---|---|---|---|---|
| S | 34–36 | 150–158 | 155–160 | 68–72 | 105–112 |
| M | 38–40 | 158–165 | 160–165 | 70–75 | 110–118 |
| L | 42–44 | 165–172 | 165–170 | 72–78 | 115–122 |
| XL | 46–48 | 168–175 | 168–172 | 75–80 | 118–125 |
| XXL | 50–52 | 168–175 | 168–172 | 78–83 | 120–128 |
Die Damen-Yukata-Länge entspricht der Körpergröße plus oder minus 5 cm; die Ohashori-Falte gleicht den Unterschied aus. Yuki: 0,4 × Körpergröße plus 2 bis 3 cm.
Häufige Fragen zu Kimono Blau
Warum ist der Kimono Blau in Japan so verbreitet?
Weil Indigo als einziger traditioneller Farbstoff Baumwolle ohne Beize dauerhaft färbt und weil die Kleidergesetze der Edo-Zeit dem einfachen Volk außer Indigo nur Braun und Grau erlaubten. Zusätzlich wurden dem Indigo praktische Eigenschaften zugeschrieben. Daraus entstand die Vielfalt an blauen Streifen, Karos, Kasuri und Yukata-Mustern, die Atkinson „Japan Blue“ nannte.
Färbt ein Kimono Blau aus Indigo ab?
Ja. Indigo liegt als Pigment in der Faser und reibt sich in den ersten Wochen auf Haut, helle Kleidung und Möbel ab; beim Waschen löst sich Farbe ins Wasser. Kaltes Vorspülen ohne Waschmittel, separates Waschen, kurze Programme und Trocknen im Schatten begrenzen das Abfärben. Synthetisch gefärbte blaue Kimonos aus Polyester färben kaum ab.
Welcher Obi passt zu einem Kimono Blau?
Weiß oder Ecru für Sommer und Yukata, Senfgelb oder Ocker als wärmender Komplementärkontrast im Alltag, Rot als jugendlicher Akzent zum Yukata, Gold oder Silber zum formellen Kon-Hōmongi, Grau oder Taupe für Teezeremonie und Herren. Blau zu Blau funktioniert bei deutlich verschiedener Tiefe.
Was ist beim Kimono Blau der Unterschied zwischen Ai-iro, Kon und Kachi-iro?
Alle drei sind Indigo in steigender Tiefe. Ai-iro ist das satte Mittelblau nach etwa zehn Tauchgängen, Kon das dunkle Marineblau nach zwanzig und mehr, Kachi-iro ein fast schwarzes Blau, das zusätzlich geklopft und verdichtet wurde. Ai-iro ist die Farbe der Yukata, Kon die der Herrenkimonos, Kachi-iro die der Samurai-Rüstungsschnüre.
Ist ein Kimono Blau für Männer oder Frauen gedacht?
Für beide. Bei Männern ist Blau die Grundfarbe fast aller informellen und halbformellen Kimonos; bei Frauen ist es die Farbe des Yukata, des Komon und des Kasuri. Unterschiede liegen in der Tiefe (Herren dunkler), im Muster (Herren geometrisch, Damen auch floral) und im Obi (Herren schmal, Damen breit).
Zu welcher Jahreszeit passt ein Kimono Blau?
Zu jeder. Helle Töne wie Mizu-iro und Asagi gehören in den Sommer, Kon und Tetsukon in Herbst und Winter, Hanada und Sora-iro in Frühling und Frühsommer. Der Yukata in Indigo und Weiß ist auf Juli und August beschränkt, weil er ungefüttert ist und ohne Unterkimono getragen wird.
Wie erkennt man echten Indigo am Kimono Blau?
Naturgefärbtes Indigo hat leichte Unregelmäßigkeiten in der Fläche, riecht bei Feuchtigkeit erdig und färbt bei Reibung mit einem feuchten weißen Tuch schwach ab. Die Rückseite ist bei Chūsen und Aizome ebenso kräftig wie die Vorderseite. Synthetisches Indigo (bei Denim) verhält sich ähnlich, Reaktivfarbstoffe dagegen färben nicht ab und wirken vollkommen gleichmäßig.
Kann man einen Kimono Blau nachfärben?
Baumwolle, Leinen und Hanf lassen sich in einem Indigobad oder mit Textilfarbe für dunkle Töne gleichmäßig nachfärben; Nähte aus Polyestergarn bleiben dabei hell. Seide und Wolle brauchen andere Farbstoffe und werden besser einer Kimono-Reinigung überlassen, die auch ein Nachfärben (Some-naoshi) anbietet. Viskose und Polyester eignen sich nicht für Indigo.
Glossar zum Kimono Blau
- Ai / Aizome: Indigo, Indigofärbung.
- Ai-date: Ansetzen des Färbebads durch Fermentation.
- Aiochi: Nachlassen der Indigofarbe durch Waschen und Reibung.
- Aishi: Hersteller von Sukumo.
- Asagi: Helles Blau mit Grünstich; Farbe der Shinsengumi-Haori.
- Awa-ai: Indigo aus der Provinz Awa (Tokushima), historischer Qualitätsmaßstab.
- Boro: Über Generationen geflickte Indigotextilien.
- Chūsen: Gießfärbung durch mehrere Stofflagen, typisch für Yukata.
- Hanada: Klares Mittelblau, ursprünglich aus der Tagblume.
- Jinbei: Kurzärmelige Sommerkleidung aus Jacke und kurzer Hose.
- Kachi-iro: Fast schwarzes Indigo, „Siegesfarbe“ der Samurai.
- Kamenozoki: Hellstes Indigoblau, „Blick in den Krug“.
- Kasuri: Webtechnik mit vorgefärbten Fäden.
- Kon: Dunkles Marineblau.
- Noragi: Feldarbeitskleidung aus Indigo-Baumwolle.
- Samue: Zweiteilige Arbeitskleidung der Mönche, meist blau.
- Sashiko: Verstärkungsstickerei mit weißem Garn auf Indigo.
- Shibori: Abbindefärbung; Zentrum für Baumwolle ist Arimatsu.
- Sukumo: Fermentierte Indigoblätter, Ausgangsstoff des Färbebads.
- Tade-ai: Japanischer Färberknöterich (Persicaria tinctoria).
Kimono Blau: das Wichtigste in Kürze
Ein Kimono Blau steht in Japan für den Alltag, die Arbeit und die Männerkleidung, zugleich für die handwerkliche Kette von der Knöterichpflanze über den Sukumo-Kompost bis zum lebenden Färbebad. Die Tiefe des Blaus, vom Kamenozoki bis zum Kachi-iro, entsteht allein durch die Zahl der Tauchgänge und ordnet Ton, Jahreszeit und Anlass. Weiß, Senfgelb, Rot, Gold und Grau sind die Partner im Obi. Wer einen blauen Kimono aus Indigo trägt, rechnet mit Abfärben und Aiochi, wäscht ihn kalt und getrennt und lagert ihn fern von hellen Stoffen; dafür wird der Stoff mit jedem Tragen weicher und die Farbe ruhiger.








































































