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Kimono Damen Kurz – Ratgeber & Wissenswertes

Ein Kimono Damen kurz endet zwischen Taille und Oberschenkelmitte und verhält sich im Alltag wie eine leichte Jacke: Er wird offen über Shirt, Bluse oder Kleid getragen, lässt sich mit einem schmalen Gürtel schließen und behindert weder beim Sitzen noch beim Radfahren. Vorbild ist der japanische Haori, die hüftlange Überjacke, die seit der Edo-Zeit über dem Kimono getragen wird und deren gerader Schnitt mit weiten Ärmeln in die westliche Kimonojacke, die Kimonobluse und den kurzen Kimonocardigan eingegangen ist. Im Handel umfasst die Bezeichnung Modelle von etwa 55 bis 90 cm Rückenlänge aus Viskose, Baumwolle, Leinen, Seide, Satin oder Strick.

Die folgenden Abschnitte erklären, welche Längen als kurz gelten, welche japanischen und westlichen Formen es gibt, wie Schnitt, Ärmel und Größen in Zentimetern zu lesen sind, welche Materialien zu welcher Jahreszeit passen, wie ein kurzer Kimono getragen, gebunden, kombiniert und gepflegt wird und worin er sich vom langen Kimono, vom Haori, vom Bolero und vom Blazer unterscheidet. Häufige Fragen und ein Glossar schließen den Überblick ab.

Kimono Damen Kurz: Definition und Längen in Zentimetern

Als kurz gilt ein Damenkimono, dessen Rückenlänge von der Halsnaht bis zum Saum unter etwa 90 cm liegt. Bei einer Körpergröße von 165 cm entspricht das der Oberschenkelmitte; die Untergrenze bilden taillenkurze Modelle um 55 cm. Knielange Modelle von 90 bis 110 cm werden im Handel uneinheitlich mal als kurz, mal als mittellang geführt und sind hier nicht gemeint.

Kurzer Kimono in drei Längen: Taille, Hüfte, Oberschenkel

  • Taillenkurz (55–65 cm): Der Saum endet auf Höhe der Taille oder knapp darunter; die Form ähnelt einem Bolero mit Kimonoärmeln und lässt sich über Kleidern mit hoher Taille tragen.
  • Hüftlang (65–78 cm): Der Saum bedeckt die Hüfte; das ist die Länge des klassischen Haori und der meisten Kimonojacken.
  • Oberschenkellang (78–90 cm): Der Saum reicht bis zur Oberschenkelmitte; diese Länge bedeckt den Po und eignet sich über Leggings und schmalen Hosen.

Die Angabe der Rückenlänge ist verlässlicher als die Bezeichnung „kurz“, denn dasselbe Modell fällt bei 158 cm Körpergröße oberschenkellang und bei 178 cm hüftlang aus.

Kurzer Kimono in Japan: Haori, Happi, Hanten und Michiyuki

Die japanische Kleidung kennt mehrere kurze Kimonoformen, die sich in Anlass, Material und Verschluss unterscheiden. Sie sind die historischen Vorlagen für alles, was heute als kurzer Kimono verkauft wird.

Haori: die klassische kurze Kimonojacke

Der Haori ist eine hüft- bis oberschenkellange Jacke mit Kimonoärmeln, die offen über dem Kimono getragen und vorne mit einer geflochtenen Kordel, dem Haori-himo, zusammengehalten wird. Anders als der Kimono wird er nicht überlappt, sondern hängt gerade herunter; der Kragen ist nach außen umgelegt. Ursprünglich ein Männerkleidungsstück der Samurai, wurde der Haori ab der Meiji-Zeit auch von Frauen getragen, zunächst von Geisha in Tokio, später allgemein. Damen-Haori haben oft ein bedrucktes Seidenfutter und sind mit 75 bis 95 cm länger als die heutigen Männermodelle.

Der Formalitätsgrad eines Haori richtet sich nach Stoff und Wappen: Ein schwarzer Haori mit ein bis fünf Familienwappen (Mon) galt bis in die 1960er-Jahre als formelle Oberbekleidung von Müttern bei Einschulungen und Hochzeiten, ein gemusterter Haori aus Tsumugi-Seide oder Wolle als Alltagsjacke. In Innenräumen wird der Haori im Gegensatz zum Mantel nicht abgelegt, weil er als Teil des Ensembles gilt. Gebrauchte Damen-Haori aus Japan sind heute die häufigste Quelle für kurze Seidenkimonos in Europa; ihre Yuki liegt meist zwischen 62 und 66 cm, was einer westlichen Größe 36 bis 40 entspricht.

Happi und Hanten: Kimono kurz für Fest und Winter

Der Happi ist eine hüftlange Baumwolljacke mit geraden Ärmeln, häufig indigoblau mit weißem Schriftzeichen oder Wappen auf dem Rücken; er wird bei Festen (Matsuri) und von Handwerkern getragen und mit einem schmalen Gürtel geschlossen. Der Hanten ist die wattierte Winterjacke im Haori-Schnitt, mit Baumwollfüllung und ohne Kordel, die traditionell im Haus getragen wird. Der Michiyuki schließlich ist ein Kimonomantel mit rechteckigem Ausschnitt und Knopfleiste; seine kurze Variante endet auf Oberschenkelhöhe und dient als Wetterschutz über dem Kimono.

Kimono Kurz Damen im Westen: Kimonojacke, Kimonobluse, Kimonocardigan

Westliche Modelle übernehmen den Haori-Schnitt, verändern aber Stoffe, Verschlüsse und Details. Die folgende Tabelle ordnet die geläufigen Formen ein.

Form Rückenlänge Typische Stoffe Verschluss Merkmale
Kimonojacke 65–85 cm Viskose, Baumwolle, Leinen, Satin Offen oder Bindegürtel Gerade Kanten, angeschnittene oder angesetzte Ärmel, oft Taschen
Kimonobluse 55–70 cm Viskose, Seide, Crêpe Wickel, Knopf oder Innenband Geschlossen tragbar, V-Ausschnitt, blusenartiger Stoff
Kurzer Kimonocardigan 60–80 cm Chiffon, Musselin, Strick Offen Leicht, oft Fransen oder Spitze, Sommer und Strand
Kimono-Bolero 50–60 cm Satin, Spitze, Jersey Offen oder Haken Endet über der Taille, zu Kleidern
Kurzer Haori (Import oder Nachbildung) 75–95 cm Seide, Wolle, Polyester Haori-himo Umgelegter Kragen, gefüttert, Muster oft innen
Kimonoblazer 65–80 cm Wollmischung, Crêpe Offen oder ein Knopf Kimonoärmel mit Blazerrevers, Bürotauglich

Der Übergang zwischen diesen Formen ist fließend. Ein Kimono kurz Damen aus Crêpe mit Innenband kann als Bluse getragen werden, ein hüftlanger Cardigan aus Strick als Jacke. Kimonojacke und Kimonobluse sind die verbreitetsten Formen; beide werden unter Kimono Jacke Damen und Kimono Bluse gesondert behandelt. Der Unterschied liegt darin, ob das Stück allein getragen werden kann (Bluse) oder als Überteil gedacht ist (Jacke).

Damen Kimono Kurz: Schnitt und Ärmelformen

Der kurze Kimono besteht im einfachsten Fall aus zwei Vorderteilen, einem Rückenteil, zwei Ärmeln und einer Kragenblende. Weil keine Abnäher vorhanden sind, ergibt sich die Passform aus der Weite der Teile und aus der Art, wie die Ärmel angesetzt sind.

  • Angeschnittener Ärmel: Ärmel und Vorder- oder Rückenteil aus einem Stück, ohne Schulternaht; ergibt die typische T-Form und eine tiefe Armkugel, die sich unter dem Arm faltet.
  • Angesetzter Rechteckärmel: Mit Schulternaht, rechteckiger Ärmel von 30 bis 45 cm Weite; nahe am japanischen Original und leicht zu nähen.
  • Überschnittene Schulter mit Fledermausärmel: Ärmel läuft von der Taille zur Hand; viel Weite unter dem Arm, enger am Handgelenk.
  • Kimonoärmel mit Bündchen: Weiter Ärmel, am Handgelenk durch Bündchen oder Gummizug zusammengefasst; bei Strickmodellen üblich.

Kurzer Kimono Damen mit Dreiviertelarm oder langem Arm

Dreiviertelärmel enden 5 bis 10 cm unter dem Ellbogen und sind bei kurzen Kimonos die Regel, weil sie die Proportion zur kurzen Rückenlänge wahren und beim Arbeiten nicht stören. Lange Ärmel bis zum Handgelenk finden sich bei Winter- und Bürokimonos aus dichteren Stoffen. Kurze Ärmel bis zum Oberarm sind selten und verwandeln den Kimono in eine Weste mit Ärmelansatz. Für die Ärmellänge gilt das Maß von der Halsnaht über die Schulter bis zum Ärmelsaum, weil bei angeschnittenen Ärmeln keine Schulternaht als Bezugspunkt vorhanden ist.

Kimonos Damen Kurz: Größen und Maße

Kurze Kimonos werden entweder in Konfektionsgrößen oder als Einheitsgröße angeboten. Weil der Schnitt nicht am Körper anliegt, decken Einheitsgrößen häufig die Größen 36 bis 42 ab; darüber wird die Ärmelspannweite zu kurz und die Vorderkanten klaffen. Die Tabelle nennt übliche Maße flach liegend gemessen.

Konfektionsgröße Brustumfang Körper Halbe Brustweite Kimono Rückenlänge (hüftlang) Ärmelspannweite Halsnaht–Saum (¾)
34–36 (S) 80–88 cm 52–56 cm 66–70 cm 52–55 cm
38–40 (M) 88–96 cm 56–60 cm 68–72 cm 54–57 cm
42–44 (L) 96–104 cm 60–64 cm 70–74 cm 56–59 cm
46–48 (XL) 104–112 cm 64–69 cm 72–76 cm 58–61 cm
50–52 (XXL) 112–120 cm 69–74 cm 74–78 cm 60–63 cm

Die halbe Brustweite des Kimonos sollte den halben Körperumfang um mindestens 8 cm übertreffen, damit die Vorderteile bei offenem Tragen nicht nach hinten rutschen. Bei Wickelmodellen mit Gürtel sind 12 bis 15 cm Zugabe üblich, damit die Überlappung geschlossen bleibt. Wer zwischen zwei Größen liegt, wählt beim kurzen Kimono die kleinere, wenn er offen getragen wird, und die größere, wenn er über Pullovern oder geschlossen getragen werden soll.

Kimono kurz nach Körpergröße: welche Länge passt

Da die Rückenlänge fest ist, verschiebt sich der Saum mit der Körpergröße. Die folgende Übersicht zeigt, auf welcher Höhe ein Modell mit einer bestimmten Rückenlänge endet.

Körpergröße Taille bei ca. Hüfte bei ca. Oberschenkelmitte bei ca.
155 cm 36–38 cm 58–62 cm 74–78 cm
160 cm 37–39 cm 60–64 cm 76–80 cm
165 cm 38–41 cm 62–66 cm 78–83 cm
170 cm 40–42 cm 64–68 cm 81–86 cm
175 cm 41–44 cm 66–70 cm 84–89 cm
180 cm 42–45 cm 68–72 cm 86–92 cm

Die Werte sind Richtwerte, gemessen ab dem siebten Halswirbel. Ein Kimono mit 70 cm Rückenlänge endet bei 160 cm Körpergröße also knapp unter der Hüfte, bei 180 cm auf Hüfthöhe. Wer den Po bedeckt haben möchte, orientiert sich an der Spalte Oberschenkelmitte; wer ein Kleid mit Taillennaht darunter trägt, an der Spalte Taille.

Kimono Damen Kurz aus Baumwolle, Viskose, Seide und Strick: Materialien

Bei kurzen Modellen kommt weniger Stoff in Bewegung als bei langen, daher sind auch festere und schwerere Gewebe tragbar, die bei Bodenlänge zu steif wirken würden. Die gängigen Materialien im Vergleich:

  • Viskose und Modal: Fließend, kühl, farbintensiv bedruckbar; die häufigste Faser für Kimonojacken. Nass empfindlich, daher schonend waschen.
  • Baumwolle (Popeline, Batist, Musselin): Atmungsaktiv, formstabil, pflegeleicht; Popeline steht leicht ab, Musselin fällt weich. Details unter Kimono Baumwolle Damen.
  • Leinen und Leinenmischungen: Kühl, fest, knittert deutlich; für Sommerjacken in Naturtönen.
  • Seide (Crêpe de Chine, Habotai, Twill): Leicht, glänzend, temperaturausgleichend; für Abendjacken und Haori-Nachbildungen. Handwäsche oder Reinigung.
  • Satin aus Polyester: Glatt, glänzend, knitterarm; für gemusterte Modelle im Haori-Stil, die häufig gewaschen werden.
  • Strick (Baumwolle, Viskose, Wollmischung): Dehnbar, warm; als Kimonocardigan für Übergang und Winter, meist mit Bündchen.
  • Chiffon und Georgette: Transparent, sehr leicht; für Sommer- und Festivalmodelle mit Fransen.
  • Samt und Cord: Warm, schwer, mit Flor; für Herbst- und Winterjacken, nicht bügeln.

Für ein Modell, das das ganze Jahr über getragen werden soll, ist Viskose mit einem Flächengewicht von 120 bis 160 g/m² oder Baumwollpopeline um 130 g/m² die verbreitetste Wahl. Chiffon unter 80 g/m² bleibt dem Sommer vorbehalten, Samt über 250 g/m² dem Winter.

Kurzer Kimono für Sommer, Übergang und Winter

Die Jahreszeit bestimmt Stoff, Futter und Ärmellänge. Anders als beim traditionellen Kimono, der nach dem japanischen Kalender zwischen gefütterter und ungefütterter Ausführung wechselt, gibt es beim westlichen kurzen Kimono keine festen Regeln; die Materialwahl folgt der Temperatur.

  • Sommer: Chiffon, Musselin, Leinen, dünne Viskose; ungefüttert, Dreiviertelarm, offen getragen; als Sonnenschutz für Schultern und Oberarme über Trägertops.
  • Frühling und Herbst: Viskose, Baumwollpopeline, leichter Strick, Satin; über langärmligen Shirts oder dünnen Pullovern; mit Gürtel als Ersatz für eine leichte Jacke bei 15 bis 22 °C.
  • Winter: Wattierter Hanten-Schnitt, Wollstrick, Samt, gefütterter Jacquard; im Haus oder unter dem Mantel; lange Ärmel mit Bündchen halten Wärme.

Ein kurzer Kimono aus Strick oder wattiertem Stoff ersetzt im Winter die Strickjacke; als Außenjacke bei Temperaturen unter 10 °C ist er wegen der offenen Front und der weiten Ärmel ungeeignet.

Kimono Damen Kurz richtig tragen: offen, gegürtet, mit Haori-Himo

Der kurze Kimono kennt drei Tragweisen, die die Silhouette unterschiedlich beeinflussen. Offen getragen fällt er in zwei senkrechten Bahnen und lässt das Oberteil darunter sichtbar; das ist die Standardform der Kimonojacke. Gegürtet wird die Taille betont und der Kimono wirkt wie eine Wickelbluse; dazu dient ein schmaler Bindegürtel aus dem Oberstoff, ein Ledergürtel oder ein Obi-ähnlicher Stoffgürtel von 6 bis 10 cm Breite. Mit Haori-Kordel bleiben die Vorderkanten parallel und werden nur auf Brusthöhe zusammengehalten; diese Tragweise stammt vom japanischen Original und passt zu Modellen mit umgelegtem Kragen.

Haori-Kordel am kurzen Kimono binden

  1. Die beiden Kordelhälften werden an den kleinen Schlaufen (Chikara-nuno) an den Innenkanten des Kragens befestigt, etwa auf Höhe des Brustbeins.
  2. Die Kordeln vorne zusammenführen; die linke Kordel über die rechte legen und einmal durchstecken, wie beim ersten Schritt eines Schnürsenkelknotens.
  3. Aus beiden Enden je eine Schlaufe formen und zu einer flachen Schleife binden, deren Quasten nach unten hängen; die Schleife soll waagerecht liegen und etwa 8 bis 10 cm breit sein.
  4. Vor dem Ablegen der Jacke wird die Kordel nicht geöffnet, sondern aus den Schlaufen ausgehakt, damit der Knoten erhalten bleibt.

Bei westlichen Kimonojacken ohne Schlaufen lässt sich eine Kordel oder ein schmales Band von innen mit zwei Handstichen befestigen, wenn diese Tragweise gewünscht ist.

Kimono kurz kombinieren: Hose, Rock, Kleid

Die kurze Länge lässt sich mit den meisten Unterteilen tragen, weil der Saum die Hüftlinie nicht überschneidet. Einige Proportionsregeln erleichtern die Auswahl.

  • Hosen: Zu schmalen Hosen und Jeans bilden die offenen Bahnen einen Kontrast zur geraden Beinlinie; zu weiten Hosen mit hoher Taille passt ein taillenkurzer oder gegürteter Kimono, damit die Weite nicht doppelt auftritt.
  • Röcke: Bei Bleistiftröcken darf der Kimono hüftlang sein; bei ausgestellten Midiröcken sitzt der Saum besser oberhalb der Hüfte, weil sonst die Taille verschwindet.
  • Kleider: Über schmalen Kleidern und Trägerkleidern funktioniert jede kurze Länge; über Wickelkleidern mit eigener Bindung ist ein offener Kimono ohne Gürtel ruhiger.
  • Oberteile: Enge Shirts, Tops und dünne Rollkragenpullover tragen unter den weiten Ärmeln nicht auf; voluminöse Pullover schieben sich in den Ärmeln zusammen.

Farblich verhält sich der kurze Kimono wie eine Strickjacke: Ein gemustertes Modell verlangt einfarbige Kleidung in einer der Musterfarben, ein einfarbiges Modell verträgt Muster darunter.

Kimono Kurz Damen im Büro, auf Reisen und beim Festival

Die kurze Form ist die alltagstauglichste Kimonovariante. Drei Situationen zeigen, worauf es jeweils ankommt.

Kurzer Kimono Damen im Büro

Im Büro ersetzt ein kurzer Kimono aus blickdichtem Crêpe, Viskose oder Wollmischung den Blazer oder die Strickjacke. Einfarbige Modelle in Dunkelblau, Schwarz, Beige oder Grau und Dreiviertelärmel, die am Schreibtisch nicht stören, sind hier üblich; Fransen, Transparenz und großflächige Prints gelten in konservativen Umgebungen als Freizeitmerkmale. Ein Kimonoblazer mit Revers vereint beide Formen.

Kimono kurz auf Reisen: Gewicht und Packmaß

Ein kurzer Kimono aus Viskose wiegt 150 bis 250 g und lässt sich auf die Größe eines T-Shirts rollen. Er dient im Flugzeug als Decke für die Schultern, am Zielort als Jacke für den Abend und im Hotel als leichter Morgenmantel. Knitterarme Stoffe wie Polyestersatin, Crêpe oder Strick sind für die Reise praktischer als Leinen; Viskose glättet sich beim Aufhängen im Bad über Nacht.

Kimono Damen kurz beim Festival

Auf Festivals werden kurze, gemusterte Modelle mit Fransen, Stickerei oder Häkelborte getragen, häufig aus Chiffon oder Baumwolle; die kurze Länge verhindert, dass der Saum im Gras oder Matsch schleift. Wichtig sind waschbare Stoffe und eine Länge, die auch über Shorts den Po nicht vollständig bedeckt, damit die Beinlinie erhalten bleibt. Eigene Übersichten bieten Festival Kimono und Boho Kimono.

Kimono kurz oder lang: Unterschiede im Überblick

Die Wahl zwischen kurz und lang entscheidet über Anlass, Handhabung und Pflegeaufwand. Die Tabelle stellt die beiden Längen gegenüber.

Merkmal Kurzer Kimono (55–90 cm) Langer Kimono (ab 110 cm)
Charakter Jacke, Cardigan, Bluse Mantel, Überwurf, Morgenmantel
Bewegungsfreiheit Uneingeschränkt, auch Fahrrad und Treppe Schlitze oder Bodenfreiheit nötig
Stoffbedarf 1,5 bis 2 m bei 140 cm Breite 2,5 bis 4 m
Gewicht 150 bis 400 g 250 bis 800 g
Typische Unterteile Jeans, Shorts, Röcke, Kleider Schmale Hosen, Kleider, Bademode
Anlässe Alltag, Büro, Reise, Festival Strand, Abend, Zuhause, Hochzeit
Wirkung Betont Hüfte und Taille, verkürzt den Oberkörper optisch Streckt, betont die Vertikale
Pflege Schnell gewaschen, hängend getrocknet Mehr Fläche, längeres Trocknen, Saum verschmutzt

Die lange Form ist unter Kimono Damen Lang beschrieben, die Gesamtübersicht aller Formen unter Kimono Damen.

Kurzer Kimono, Haori, Bolero und Blazer: Abgrenzung

Vier Kleidungsstücke ähneln sich auf den ersten Blick und werden im Handel häufig vermischt.

  • Kurzer Kimono (westlich): Gerader Schnitt, weite Ärmel, offene Front, Bindegürtel möglich, meist ungefüttert, bedruckt.
  • Haori (japanisch): Ebenfalls gerade, aber mit umgelegtem Kragen, Haori-himo, Futter und Ärmeln mit hängendem Ärmelsack (Tamoto); wird nie gegürtet.
  • Bolero: Endet über der Taille, oft mit eingesetzten schmalen Ärmeln und gerundeten Vorderkanten; kein Kimonoärmel.
  • Blazer: Tailliert, mit Schulterpolstern, Revers, eingesetzten Ärmeln und Knopfverschluss; der Kimonoblazer übernimmt nur den Ärmel.

Ein Kriterium für die Zuordnung ist die Schulter: Der Kimono und der Haori haben keine geformte Schulter, Bolero und Blazer schon. Das zweite Kriterium ist der Verschluss: Kordel beim Haori, Gürtel oder nichts beim Kimono, Knopf oder Haken bei Bolero und Blazer.

Kimono Damen Kurz mit Muster: Prints, Stickerei, Fransen

Weil die kurze Länge weniger Fläche bietet als die lange, wirken großformatige Muster gedrängter und kleinteilige Muster ruhiger. Im Handel dominieren drei Gestaltungsarten.

  • Bedruckte Stoffe: Blumen, Paisley, Kranich- und Wellenmotive, geometrische Rapporte; beim Digitaldruck ist die Innenseite heller, beim Rotationsdruck durchgefärbt.
  • Stickerei: Blüten, Drachen oder Kraniche auf Satin oder Samt, häufig auf dem Rückenteil; schwerere Modelle, die eher gegürtet als offen getragen werden.
  • Fransen, Quasten, Häkelborten: Am Saum und an den Ärmelkanten; verlängern optisch und schwingen bei Bewegung, verhaken sich aber an Taschen und Gurten.

Beim japanischen Haori sitzt das aufwendigste Muster traditionell innen im Futter (Haura) und außen ist der Stoff schlicht; diese Umkehrung geht auf die Kleiderordnungen der Edo-Zeit zurück, die auffälligen Luxus nach außen untersagten. Bei einfarbigen kurzen Kimonos entscheidet die Webstruktur über die Wirkung: Crêpe wirkt matt, Satin glänzend, Leinen körnig.

Damen Kimono Kurz pflegen: Waschen, Bügeln, Aufbewahren

Die Pflege richtet sich nach dem Material; die kurze Form ist dabei unkomplizierter als die lange, weil weniger Gewicht an den Nähten zieht und das Stück in jede Trommel passt.

Kimono kurz waschen nach Material

  • Viskose, Modal: Schonwaschgang 30 °C, Wäschenetz, kurzes Schleudern, liegend oder auf breitem Bügel trocknen, feucht bügeln auf Stufe 1 bis 2.
  • Baumwolle, Leinen: Buntwäsche 30 bis 40 °C, auf links, Leinen feucht bügeln auf Stufe 3.
  • Seide: Handwäsche kalt mit Seidenwaschmittel, nicht wringen, im Handtuch ausdrücken, im Schatten trocknen, von links bügeln auf Stufe 1.
  • Polyestersatin: Schonwaschgang 30 °C, niedrige Schleuderzahl, hängend trocknen, Bügeln meist unnötig.
  • Strick: Wollwaschgang oder Handwäsche, liegend trocknen, nicht aufhängen.
  • Samt, bestickte Modelle: Reinigung oder vorsichtige Handwäsche, Stickerei nicht reiben, über Dampf glätten.

Fransen und Quasten werden vor der Wäsche zusammengebunden oder das Stück wird in einen Kissenbezug gelegt, damit sie sich nicht verknoten. Zur Aufbewahrung genügt ein normaler Bügel; bei Seide und Viskose ein gepolsterter, damit die Schultern keine Beulen bekommen. Der Haori wird nach japanischer Art flach gefaltet: Ärmel nach hinten, Vorderteile nach innen, einmal quer.

Kimono kurz selbst nähen oder kürzen: Schnitt und Stoffbedarf

Der kurze Kimono gehört zu den einfachsten Kleidungsstücken, die sich ohne Schnittmuster nähen lassen, weil er nur aus Rechtecken besteht. Für eine hüftlange Kimonojacke in Größe 38 bis 42 mit Dreiviertelärmeln werden etwa 1,5 bis 1,8 m Stoff von 140 cm Breite benötigt: ein Rückenteil von 72 × 62 cm, zwei Vorderteile von 72 × 33 cm, zwei Ärmel von 40 × 60 cm und eine Kragenblende von 8 × 190 cm, jeweils mit Nahtzugabe. Alle Nähte verlaufen gerade; die Ärmel werden flach angesetzt, bevor die Seitennähte geschlossen werden.

Ein zu langer Kimono lässt sich auf die kurze Länge kürzen, wenn der Saum glatt abschließt und kein Muster oder keine Bordüre am Saum endet. Der Stoff wird auf die gewünschte Rückenlänge plus 3 cm Saumzugabe abgeschnitten, die Kante versäubert und mit einem 1,5 cm breiten Doppelsaum geschlossen. Bei Modellen mit Seitenschlitzen müssen die Schlitze neu gesetzt oder geschlossen werden; bei Wickelmodellen ist zu prüfen, ob die Gürtelschlaufen nach dem Kürzen noch auf Taillenhöhe sitzen.

Kimonos Damen Kurz in großen Größen

Für Größen ab 46 ist die kurze Form oft praktischer als die lange, weil der Saum auf Hüfthöhe endet und nicht mit der Schrittlänge konkurriert. Entscheidend sind drei Maße: eine halbe Brustweite, die den halben Körperumfang um mindestens 8 cm übertrifft, eine Ärmelweite von wenigstens 45 cm Umfang und eine Rückenlänge, die den Po bedeckt, wenn das gewünscht ist, also 78 bis 85 cm. Angeschnittene Ärmel sind weiter als angesetzte und drücken nicht unter der Achsel. Viskose und Baumwollmusselin fallen weich über die Hüfte; steife Popeline und Satin stehen ab. Modelle in diesen Größen sind unter Kimono Große Größen zusammengefasst.

Häufige Fragen zu Kimono Damen Kurz

Wie lang ist ein Kimono Damen kurz genau?

Kurz bedeutet im Handel eine Rückenlänge von etwa 55 bis 90 cm, gemessen von der Halsnaht bis zum Saum. Taillenkurze Modelle liegen bei 55 bis 65 cm, hüftlange bei 65 bis 78 cm, oberschenkellange bei 78 bis 90 cm. Auf welcher Körperstelle der Saum endet, hängt von der Körpergröße ab; die Zentimeterangabe ist deshalb aussagekräftiger als die Bezeichnung.

Was ist der Unterschied zwischen einem kurzen Kimono und einem Haori?

Der Haori ist die japanische Originalform: eine gefütterte Jacke mit umgelegtem Kragen, hängendem Ärmelsack und einer Kordel, die vorne auf Brusthöhe gebunden wird; er wird nie gegürtet und nie überlappt. Der westliche kurze Kimono übernimmt den geraden Schnitt und die weiten Ärmel, ist aber meist ungefüttert, ohne Kordel und wird offen oder mit Bindegürtel getragen.

Kann man einen kurzen Kimono geschlossen tragen?

Ja, wenn die Vorderteile ausreichend überlappen, also die halbe Brustweite den halben Körperumfang um 12 cm oder mehr übertrifft. Dann hält ein Bindegürtel aus Stoff oder ein schmaler Ledergürtel die Jacke geschlossen. Modelle mit knapper Weite klaffen beim Sitzen; sie sind für offenes Tragen gedacht. Kimonoblusen sind von vornherein zum Schließen konstruiert.

Welche Größe passt bei einem Kimono kurz Damen in Einheitsgröße?

Einheitsgrößen decken bei kurzen Kimonos meist die Konfektionsgrößen 36 bis 42 ab, entsprechend einem Brustumfang von 84 bis 100 cm. Verlässlich ist nur die Angabe der halben Brustweite und der Ärmelspannweite in Zentimetern. Liegt die halbe Brustweite unter 58 cm, wird das Modell ab Größe 42 knapp; liegt sie über 64 cm, wirkt es bei Größe 36 sehr weit.

Ist ein kurzer Kimono für den Winter geeignet?

Als Innenjacke ja: Modelle aus Wollstrick, Samt oder mit Wattierung im Hanten-Schnitt ersetzen die Strickjacke im Haus und im Büro. Als Außenjacke ist die kurze Form wegen der offenen Front und der weiten Ärmelöffnungen ungeeignet; sie wird dann unter einem Mantel getragen, was wegen der weiten Ärmel nur bei ebenfalls weiten Mantelärmeln funktioniert.

Welche Stoffe knittern beim Kimono kurz am wenigsten?

Polyestersatin, Crêpe aus Viskose oder Polyester, Strick und Wollmischungen knittern kaum. Leinen und Baumwollbatist knittern stark, Viskose mittel, Seide je nach Webart. Für Reisen und lange Sitzphasen sind Crêpe und Strick die praktischsten Materialien; Leinen wird bewusst mit leichter Knitterung getragen.

Passt ein Kimono Damen kurz zu einem Kleid?

Ja, die kurze Form ist über Kleidern die verbreitetste Kombination, weil der Saum die Silhouette des Kleides nicht verdeckt. Über Kleidern mit Taillennaht endet der Kimono idealerweise auf oder knapp über der Taille, über geraden Kleidern und Trägerkleidern darf er hüft- oder oberschenkellang sein. Zu Wickelkleidern mit eigener Bindung wird der Kimono offen ohne Gürtel getragen.

Glossar: Begriffe rund um den kurzen Kimono

  • Chikara-nuno – kleine Stoffschlaufen an der Innenkante des Haori-Kragens, an denen die Kordel befestigt wird.
  • Haori – hüft- bis oberschenkellange japanische Überjacke mit umgelegtem Kragen.
  • Haori-himo – geflochtene Kordel, die den Haori vorne zusammenhält.
  • Haura – dekoratives Futter auf der Innenseite des Haori.
  • Happi – hüftlange Baumwolljacke für Feste, oft mit Schriftzeichen auf dem Rücken.
  • Hanten – wattierte Winterjacke im Haori-Schnitt für den Hausgebrauch.
  • Kimonobluse – geschlossen tragbares Oberteil mit Kimonoärmeln.
  • Kimonojacke – westliche kurze Kimonoform als Überteil, offen oder mit Gürtel.
  • Michiyuki – Kimonomantel mit rechteckigem Ausschnitt und Knopfleiste.
  • Rückenlänge – Maß von der Halsnaht bis zum Saum.
  • Tamoto – hängender Ärmelsack unterhalb der Armöffnung beim japanischen Ärmel.
  • Yuki – Ärmelspannweite von der Rückenmitte bis zum Ärmelsaum.

Kimono Damen Kurz: das Wichtigste in Kürze

Ein Kimono Damen kurz misst 55 bis 90 cm Rückenlänge, folgt dem Schnitt des japanischen Haori und wird im Westen als Kimonojacke, Kimonobluse oder kurzer Cardigan getragen. Er lässt sich offen, gegürtet oder mit Kordel tragen, passt über Hosen, Röcke und Kleider und eignet sich für Büro, Reise und Festival. Die Größe ergibt sich aus halber Brustweite und Ärmelspannweite in Zentimetern, die passende Länge aus Körpergröße und gewünschter Saumhöhe, das Material aus Jahreszeit und Pflegeanspruch.