Sommer Kimono
Sommer Kimono – Ratgeber & Wissenswertes
Ein Sommer Kimono ist ein leichtes, offen geschnittenes Kleidungsstück mit weiten Ärmeln, das bei warmen Temperaturen über Alltagskleidung getragen wird: über einem Top mit Hose, über einem Trägerkleid oder über einer Bluse an kühleren Abenden. Anders als der Strandkimono ist er nicht für Nässe gedacht, sondern für Hitze in der Stadt, im Büro, im Zug und im Straßencafé. Er besteht aus blickdichten, atmungsaktiven Geweben wie Leinen, Baumwolle, Viskosekrepp, Lyocell oder dünner Seide, hat sauber verarbeitete Kanten und lässt sich sowohl offen als auch mit Gürtel tragen.
Der folgende Text erklärt, was einen Sommerkimono von anderen Kimonoformen unterscheidet, welche Fasern bei 25 bis 35 Grad tatsächlich kühlen, wie das Prinzip der Schichtung an heißen Tagen funktioniert, welche Längen und Ärmelformen üblich sind, wie sich Größen in Zentimetern bemessen, wie Schweiß, Deodorant und Knitterfalten aus den empfindlichen Sommerstoffen wieder herausgehen und wie die japanische Kleidungstradition selbst mit Sommerhitze umgeht. Häufige Fragen und ein Glossar schließen den Text ab.
Was ist ein Sommer Kimono?
Der Begriff Sommer Kimono bezeichnet im deutschen Sprachraum zwei Dinge. Erstens einen westlichen Überwurf im Kimonoschnitt, der für die warme Jahreszeit aus leichten Stoffen gefertigt ist. Zweitens, in der japanischen Kleidungstradition, den ungefütterten Kimono, der von Juni bis September getragen wird und sich in Stoff und Webart deutlich vom gefütterten Winterkimono unterscheidet. Beide Bedeutungen teilen dasselbe Prinzip: eine einlagige, luftdurchlässige Hülle, die den Körper bedeckt, ohne Wärme zu stauen.
Im Alltag ist mit dem Wort fast immer die erste Bedeutung gemeint. Ein solcher Kimono hat eine T-förmige Silhouette, keine Knöpfe, einen offenen Vorderteil und Ärmel, die deutlich weiter sind als bei einer Bluse oder Strickjacke. Er ersetzt in den Monaten Mai bis September die Übergangsjacke, den Blazer oder den Cardigan und übernimmt deren Funktion, ohne deren Wärme zu erzeugen.
Kimono Sommer und Badeüberwurf: Der Unterschied
Die beiden Begriffe werden häufig gleichgesetzt, meinen aber unterschiedliche Kleidungsstücke. Ein Strandkimono ist auf Bademode zugeschnitten: halbtransparent, oft aus Chiffon oder Viskosevoile, mit einfachen Rollsäumen, gedacht für nasse Haut und schnelles Trocknen. Ein Sommerkimono für die Stadt ist blickdichter, hat verstürzte oder mit Schrägband eingefasste Kanten und besteht aus Stoffen, die auch über Unterwäsche oder einem dünnen Top nichts durchscheinen lassen. Er wird nicht nass, muss also nicht schnell trocknen, soll aber Schweiß aufnehmen und ableiten.
Praktisch heißt das: Ein Sommerkimono kann am Strand getragen werden, wirkt dort aber schwerer als nötig; ein Strandkimono kann in der Stadt getragen werden, wirkt dort aber schnell wie Bademode. Die Übersicht Strand Kimono Damen beschreibt die Variante für Pool und Meer im Detail.
Sommer Kimono Damen: Warum das Schichten bei Hitze funktioniert
Dass eine zusätzliche Kleidungsschicht bei Hitze kühlen kann, klingt zunächst widersprüchlich. Das Prinzip ist aus heißen Regionen bekannt: Ein weites, luftdurchlässiges Gewand hält direkte Sonnenstrahlung von der Haut fern, erzeugt bei jeder Bewegung einen Luftzug zwischen Stoff und Körper und verteilt Schweiß über eine größere Fläche, wo er schneller verdunstet. Voraussetzung ist, dass der Stoff nicht am Körper anliegt und Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Ein Sommer Kimono Damen erfüllt genau diese Bedingungen: Die weiten Ärmel und der offene Vorderteil lassen Luft zirkulieren, der Stoff liegt nur an Schultern und Rücken auf, und Naturfasern wie Leinen oder Baumwolle nehmen Schweiß auf, statt ihn auf der Haut stehen zu lassen. In klimatisierten Räumen, im Zug oder in der Abendkühle übernimmt derselbe Kimono die entgegengesetzte Aufgabe und verhindert das Frösteln nach dem Wechsel von 32 Grad draußen auf 21 Grad drinnen.
Materialien für den Kimono Sommer: Was bei Hitze kühlt
Bei Hitze entscheidet die Faser darüber, ob ein Kleidungsstück kühlt oder wärmt. Drei Eigenschaften sind messbar: die Feuchtigkeitsaufnahme, die Wärmeleitfähigkeit und das Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter. Für einen Kimono im Sommer gelten Stoffe zwischen 80 und 160 g/m² als geeignet; darüber wird das Teil zur Jacke.
Leinen: Kimono Sommer mit der höchsten Kühlwirkung
Leinen leitet Wärme besser als jede andere Naturfaser, nimmt bis zu einem Fünftel seines Gewichts an Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen, und gibt sie schnell wieder ab. Es steht leicht vom Körper ab, statt anzuliegen. Nachteile sind das starke Knittern und die vergleichsweise steife Haptik neuer Ware, die erst nach mehreren Wäschen weicher wird. Einzelheiten zur Faser stehen unter Leinen Kimono.
Kimono Sommer aus Baumwolle: Batist, Voile, Musselin, Seersucker
Baumwolle nimmt Feuchtigkeit gut auf, trocknet aber langsamer als Leinen. Für den Sommer kommen die dünnen Bindungen infrage: Batist ist glatt und dicht, Voile leicht transparent, Musselin gekreppt und luftig, Seersucker durch seine gewellte Oberfläche berührt die Haut nur punktuell. Dichter Baumwollpopeline ist für heiße Tage zu schwer. Mehr zu den Baumwollvarianten unter Kimono Baumwolle Damen.
Viskosekrepp und Lyocell für den Kimono Damen Sommer
Viskose fällt weich und liegt kühl auf, weil sie Wärme gut ableitet. Als Krepp gewebt bekommt sie eine körnige Oberfläche, die weniger am Körper klebt und weniger knittert als glatte Viskose. Lyocell, oft unter dem Markennamen Tencel geführt, ist eine Zellulosefaser mit ähnlicher Kühlwirkung, aber höherer Nassfestigkeit und geringerer Knitterneigung.
Kimono Damen Sommer aus Seide: Habotai, Crêpe de Chine, Seidenchiffon
Seide ist leicht, temperaturausgleichend und nimmt Feuchtigkeit auf, ohne sich klamm anzufühlen. Dünne Qualitäten wie Habotai oder Crêpe de Chine mit 8 bis 16 Momme wiegen 35 bis 70 g/m² und sind damit die leichtesten blickdichten Stoffe überhaupt. Seide ist allerdings empfindlich gegenüber Schweiß, Deodorant und Sonnenlicht und verlangt Handwäsche oder Reinigung. Die Übersicht Kimono Seide Damen geht auf die Pflege ein.
| Stoff | Flächengewicht | Feuchtigkeitsaufnahme | Knitterneigung | Blickdichte | Geeignet bis |
|---|---|---|---|---|---|
| Leinen, leicht | 120–160 g/m² | sehr hoch | sehr hoch | hoch | über 35 °C |
| Baumwollbatist | 70–100 g/m² | hoch | mittel | mittel bis hoch | über 35 °C |
| Musselin | 90–120 g/m² | hoch | hoch, gewollt | mittel | über 35 °C |
| Seersucker | 100–130 g/m² | hoch | gering | hoch | über 35 °C |
| Viskosekrepp | 110–140 g/m² | hoch | gering bis mittel | hoch | etwa 32 °C |
| Lyocell | 110–150 g/m² | hoch | gering | hoch | etwa 32 °C |
| Seide Habotai | 35–60 g/m² | mittel bis hoch | mittel | mittel | über 35 °C |
| Polyesterchiffon | 50–80 g/m² | sehr gering | gering | gering | etwa 28 °C |
Kimono Damen Sommer: Welche Stoffe bei Hitze stören
Für einen Kimono Damen Sommer sind einige Materialien ungeeignet, auch wenn sie leicht aussehen. Polyester und Polyamid nehmen kaum Feuchtigkeit auf; Schweiß bleibt auf der Haut, der Stoff klebt. Satin aus Polyester glänzt zwar sommerlich, wirkt aber wie eine Folie. Samt, Jacquard mit Metallfäden und gefütterte Modelle gehören in die Übergangszeit. Auch dichte Baumwollköper und schwere Leinenqualitäten über 200 g/m² stauen Wärme unter den Armen. Ein Blick auf das Etikett ist verlässlicher als die Optik: Steht dort Polyester an erster Stelle, kühlt das Teil nicht.
Schnitte und Längen beim Sommer Kimono
Die Länge bestimmt, wie viel Luft am Körper zirkuliert und mit welcher Kleidung sich der Kimono kombinieren lässt. Drei Klassen sind üblich.
Kurzer Sommerkimono als Jackenersatz
Modelle mit 55 bis 75 cm Rückenlänge enden an der Hüfte und ersetzen im Sommer die Jeansjacke oder den Blazer. Sie passen über Hosen mit hohem Bund, Röcke und Kleider und schränken die Bewegung beim Radfahren oder Treppensteigen nicht ein. Die Ärmel sind meist dreiviertellang, damit sie nicht in Kaffeetassen oder Tastaturen hängen. Vergleichbare Schnitte aus dichteren Stoffen finden sich unter Kimono Jacke Damen.
Knielanger Kimono Sommer
Mit 90 bis 105 cm Rückenlänge reicht der Kimono bis zum Knie und wirkt über einem kurzen Kleid oder über Shorts wie ein Mantel ohne Gewicht. Diese Länge ist für die Stadt die vielseitigste, weil sie sowohl offen als auch gegürtet funktioniert und beim Sitzen nicht auf dem Boden liegt.
Kimono lang Sommer: Bis zum Knöchel
Ein Kimono lang Sommer misst 120 bis 140 cm und fällt bis zur Wade oder zum Knöchel. Aus Leinen oder Viskosekrepp wird er zum Sommermantel: Er bedeckt die Beine vor Sonne, bleibt aber durch die seitlichen Schlitze und den offenen Vorderteil luftig. Mit Gürtel getragen ersetzt er ein Maxikleid, darunter genügen ein Unterkleid oder Top und Shorts. Die Sammlung Kimono Damen lang zeigt die Bandbreite dieser Länge.
Ärmelformen beim Kimono Sommer
Weite Ärmel sind bei Hitze kein Zierrat, sondern Funktion: Sie bilden bei jeder Armbewegung einen Blasebalg, der warme Luft aus dem Kimono drückt und kühlere nachströmen lässt. Rechteckige Kimonoärmel mit 30 bis 45 cm Öffnung leisten das am besten. Fledermausärmel schließen sich zum Handgelenk hin und lassen weniger Luft durch, sitzen dafür beim Tragen einer Tasche über der Schulter ruhiger. Kurze Ärmel bis zum Ellbogen halten die Unterarme frei und sind in Büros mit Klimaanlage angenehmer als völlig ärmellose Westen, weil sie den Zug an den Schultern abfangen.
Farben und Muster: Kimono Sommer in hellen Tönen
Helle Farben reflektieren Sonnenlicht und erwärmen sich langsamer als dunkle. Weiß, Ecru, Sand, Hellblau und Pastelltöne sind deshalb bei Sommerkimonos verbreitet. Der Effekt ist bei direkter Sonne messbar, im Schatten und in Innenräumen vernachlässigbar. Dunkle Farben wie Schwarz oder Marine haben dafür zwei Vorteile: Sie lassen weniger UV-Strahlung auf die Haut und zeigen Schweißränder nicht. Wer viel in der prallen Sonne unterwegs ist, wählt hell; wer sich vor allem in der Stadt zwischen Gebäuden bewegt, kann frei wählen.
Bei Mustern dominieren Blumen, Blätter, Streifen und geometrische Drucke. Kleinteilige Muster kaschieren Knitterfalten in Leinen und Musselin; großflächige Prints wirken auf glatten Stoffen wie Viskose oder Seide besser. Bei bedruckter Viskose lohnt ein Blick auf die Rückseite: Ist das Muster dort deutlich blasser, handelt es sich um einen Oberflächendruck, der bei häufigem Waschen schneller ausbleicht als ein durchgefärbtes Gewebe. Gewebte Streifen aus Leinen oder Baumwolle behalten ihre Farbe länger als gedruckte.
Größen beim Sommer Kimono Damen in Zentimetern
Ein Sommer Kimono Damen wird meist in Sammelgrößen angeboten, da der Schnitt weder an der Brust noch an der Taille anliegt. Relevant sind die Rückenlänge, die Spannweite von Ärmelsaum zu Ärmelsaum, die Brustweite im flach liegenden Zustand und die Ärmelöffnung. Die folgenden Werte sind übliche Bereiche.
| Größe | DE-Konfektion | Brustweite flach | Rückenlänge kurz | Rückenlänge lang | Spannweite |
|---|---|---|---|---|---|
| XS/S | 34–36 | 56–60 cm | 58–64 cm | 118–126 cm | 128–138 cm |
| M | 38–40 | 60–64 cm | 60–66 cm | 122–130 cm | 134–144 cm |
| L | 42–44 | 64–69 cm | 62–68 cm | 126–134 cm | 140–150 cm |
| XL | 46–48 | 69–75 cm | 64–70 cm | 130–138 cm | 146–156 cm |
| XXL | 50–52 | 75–81 cm | 66–72 cm | 132–140 cm | 152–162 cm |
Die Brustweite flach ist die Breite des Kimonos direkt unter den Ärmeln, gemessen von Seitennaht zu Seitennaht; verdoppelt ergibt sie den Umfang. Für ein luftiges Tragegefühl sollte dieser Umfang mindestens 15 bis 20 cm über dem eigenen Brustumfang liegen. Wer den Kimono gegürtet tragen möchte, braucht eher 25 cm Zugabe, damit oberhalb des Gürtels Stoff zum Blousen bleibt.
Kimono Sommer tragen: Offen, gegürtet, geknotet
Ein Kimono im Sommer wird auf drei Arten getragen, die sich je nach Temperatur und Anlass abwechseln lassen.
- Offen: Die Vorderkanten hängen frei. Diese Form lässt am meisten Luft an den Körper und eignet sich für Temperaturen über 28 Grad. Darunter sollten Top oder Kleid einfarbig sein, damit der Kimono nicht mit dem Muster konkurriert.
- Gegürtet: Die linke Seite wird über die rechte gelegt und ein Stoffgürtel oder ein schmaler Ledergürtel in der Taille geschlossen. Der Kimono wird zum Kleid oder zur Tunika. Der Stoff oberhalb des Gürtels wird leicht nach oben gezogen, damit er locker fällt.
- Vorne geknotet: Bei kurzen Modellen werden die beiden Vorderkanten auf Hüfthöhe verknotet. Das verkürzt den Kimono optisch, hält ihn beim Radfahren an Ort und Stelle und betont die Taille ohne Gürtel.
Zum Anziehen wird der Kimono wie eine Jacke übergestreift. Anders als beim japanischen Original gibt es keine Wickelregel, allerdings behalten viele Trägerinnen die japanische Reihenfolge links über rechts bei, weil rechts über links in Japan Verstorbenen vorbehalten ist.
Kimono Sommer kombinieren: Büro, Stadt, Abend
Für das Büro funktioniert ein knielanger Sommerkimono aus Leinen oder Viskosekrepp in Ecru, Marine oder Schwarz über einer schmalen Hose und einem einfarbigen Top; er ersetzt den Blazer, ohne bei 30 Grad zu wärmen. Für die Stadt sind kurze, gemusterte Modelle über Jeans oder Shorts üblich, zu Sandalen oder Sneakern. Am Abend wird ein langer Kimono aus Seide oder Viskose mit Gürtel zum Kleid; darunter ein Unterkleid in Hautfarbe oder Schwarz.
Zwei Regeln haben sich bewährt: Ein gemusterter Kimono braucht einfarbige Kleidung darunter, ein einfarbiger Kimono verträgt Muster. Und die Länge des Kimonos sollte sich von der Länge des Teils darunter deutlich unterscheiden: kurzer Kimono über langem Kleid, langer Kimono über kurzem Kleid oder Shorts. Gleiche Längen wirken, als wäre der Kimono ein zweites Kleid.
Sommer Kimono für Herren
Der Sommerkimono ist nicht auf Damenmode beschränkt. Für Herren gibt es kurze, gerade geschnittene Modelle im Stil der japanischen Haori-Jacke aus Leinen oder Baumwolle, meist in Schwarz, Indigo, Grau oder Naturweiß, die offen über T-Shirt und Chino getragen werden. Auch der Jinbei, ein zweiteiliger japanischer Hausanzug aus Baumwolle oder Hanf mit kurzer Jacke und kurzer Hose, ist eine Sommerform des Kimonos, die im Alltag und im Garten getragen wird. Beide unterscheiden sich vom Damenmodell durch schmalere Ärmel und kürzere Längen zwischen 70 und 85 cm.
Kimono Sommer nach alter Tradition: Hitoe, Ro und Sha
Die japanische Kleidungstradition kennt ein festes Jahreszeitensystem, das Koromogae genannt wird: Anfang Juni und Anfang Oktober wechselt die Garderobe. Der gefütterte Kimono, Awase, wird von Oktober bis Mai getragen. Im Juni und September folgt der Hitoe, ein ungefütterter Kimono aus denselben Webarten, nur einlagig. Im Juli und August werden die Sommerwebarten getragen: Ro, eine Seidengaze mit regelmäßig eingewebten offenen Streifen, und Sha, eine gleichmäßig durchbrochene, netzartige Gaze. Beide sind halbtransparent, lassen Luft durch und zeigen den Nagajuban, das Untergewand, farblich durchschimmern.
Daneben steht der Yukata, der ungefütterte Baumwollkimono für Feste und den Abend, der ohne Untergewand direkt auf der Haut getragen wird. Er ist das japanische Kleidungsstück, das dem westlichen Sommerkimono funktional am nächsten kommt. Die Details stehen unter Yukata.
| Bezeichnung | Aufbau | Material | Tragezeit in Japan | Entsprechung im Westen |
|---|---|---|---|---|
| Awase | gefüttert, zweilagig | Seide, Wolle, Polyester | Oktober bis Mai | Kimonomantel, gefütterte Kimonojacke |
| Hitoe | ungefüttert, einlagig | Seide, Baumwolle, Leinen | Juni und September | Sommerkimono aus dichtem Stoff |
| Ro | Gaze mit offenen Querstreifen | Seide, Polyester | Juli und August | Sommerkimono aus Voile oder Seidenchiffon |
| Sha | gleichmäßig durchbrochene Gaze | Seide, Polyester | Juli und August | Sommerkimono aus Netzgewebe oder Musselin |
| Yukata | ungefüttert, ohne Untergewand | Baumwolle, Baumwoll-Leinen | Sommerabende, Feste | Sommerkimono aus Baumwolle, Kimonokleid |
| Jinbei | zweiteilig, Jacke und kurze Hose | Baumwolle, Hanf | Sommer, zu Hause | Kimono-Set |
Kimono Sommer pflegen: Schweiß, Deodorant und Sonnencreme
Sommerstoffe werden häufiger gewaschen als Winterkleidung, weil Schweiß und Deodorant direkt in den Stoff gehen. Einige Regeln verhindern Schäden.
- Deodorantränder unter den Armen entstehen durch Aluminiumsalze, die mit Schweiß reagieren. Sie werden vor dem Waschen mit Zitronensäure- oder Essiglösung eingeweicht, nicht mit heißem Wasser, das die Rückstände fixiert.
- Schweißflecken auf Seide sofort mit kaltem Wasser ausspülen; eingetrocknet zersetzen sie die Faser und hinterlassen gelbe Ränder.
- Leinen und Baumwolle vertragen 30 bis 40 Grad in der Maschine, Viskose und Lyocell 30 Grad im Schonwaschgang, Seide Handwäsche bei maximal 30 Grad mit Feinwaschmittel.
- Sonnencreme auf dem Kragen wird wie ein Fettfleck behandelt: mit flüssigem Waschmittel vorbehandeln, dann normal waschen.
- Nicht in der Sonne trocknen; Viskose, Seide und gefärbtes Leinen bleichen aus. Auf einem Bügel im Schatten trocknen die Stoffe in ein bis drei Stunden.
- Helle Kimonos getrennt von dunkler Wäsche waschen, weil dünne Stoffe Farbe aus anderen Textilien besonders leicht aufnehmen.
Knitterfalten beim Kimono Sommer: Was hilft
Leinen, Musselin und Baumwollbatist knittern, das gehört zur Faser. Drei Methoden reduzieren die Falten: Den Kimono nach dem Waschen nass in Form ziehen und auf einem breiten Bügel trocknen; ihn im Bad aufhängen, während geduscht wird, weil der Dampf die Fasern entspannt; oder ihn leicht feucht bei mittlerer Temperatur bügeln. Viskosekrepp und Seersucker müssen nicht gebügelt werden; Viskose wird bei niedriger Temperatur von links gebügelt, Seide mit einem Tuch dazwischen. Für die Reise wird der Kimono gerollt statt gefaltet und am Zielort sofort aufgehängt.
Sommerkimono in der Übergangszeit
Ein Kimono aus Leinen oder Viskosekrepp ist nicht auf Juli und August beschränkt. Im Mai, Juni und September, wenn die Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad liegen, funktioniert er als zweite Schicht über einem langärmligen Shirt oder einer dünnen Bluse. Erst unter 15 Grad wird ein gefütterter Kimonomantel oder eine Kimonojacke aus dichterem Stoff nötig. Wer den Kimono ganzjährig nutzen möchte, wählt ein mittleres Flächengewicht um 150 g/m² in einer neutralen Farbe. An wechselhaften Tagen mit Schauern ist Leinen im Vorteil: Es nimmt Regentropfen auf, ohne dass der Stoff sofort durchnässt, und trocknet beim Weitergehen am Körper. Viskose dagegen zieht sich bei Regen zusammen und zeigt Wasserflecken, bis sie vollständig getrocknet ist.
Kimono Sommer auf Reisen: Packen und Kombinieren
Für Städtereisen im Sommer ersetzt ein einziger Kimono mehrere Teile: tagsüber offen über Top und Shorts, abends gegürtet über einem Unterkleid, im klimatisierten Museum geschlossen als Jacke. Ein knielanges Modell aus Viskosekrepp oder einer Leinen-Viskose-Mischung in einer neutralen Farbe lässt sich mit allem kombinieren, was sonst im Koffer liegt. Gerollt statt gefaltet wiegt es 150 bis 250 Gramm und braucht weniger Platz als ein T-Shirt. Am Zielort wird der Kimono sofort aufgehängt; Falten aus dem Koffer hängen sich in Leinen über Nacht nur teilweise aus, in Viskosekrepp fast vollständig. Für Länder mit Kleidungsregeln an religiösen Stätten bedeckt ein langer Kimono Schultern und Knie, ohne dass ein zusätzliches Tuch nötig wird.
Kimono Damen Sommer: Kaufkriterien
Die Auswahl lässt sich an messbaren Punkten festmachen.
- Faser: Naturfasern oder Zellulosefasern an erster Stelle des Etiketts; Polyesteranteil unter 20 Prozent.
- Flächengewicht: 80 bis 160 g/m². Fehlt die Angabe, hilft die Gegenlichtprobe: Der Stoff sollte Licht durchlassen, aber keine Konturen zeigen.
- Kanten: Verstürzte oder eingefasste Vorderkanten liegen flach; einfache Rollsäume wellen sich nach dem Waschen.
- Rückenlänge: in Zentimetern mit der eigenen Körpergröße abgleichen.
- Ärmelöffnung: mindestens 30 cm für Luftzirkulation, höchstens 45 cm, damit die Ärmel nicht überall hängen bleiben.
- Gürtel: Ein angenähter Stoffgürtel geht nicht verloren, ein loser lässt sich gegen einen Ledergürtel tauschen.
- Waschbarkeit: Maschinenwäsche bei 30 Grad ist bei täglichem Tragen im Sommer praktischer als Handwäsche oder Reinigung.
Sommerkimono, Cardigan, Blazer und Bluse im Vergleich
Die Alternativen zum Sommerkimono erfüllen dieselbe Aufgabe, eine leichte Schicht über dem Oberteil zu bilden, tun das aber unterschiedlich. Ein Strickcardigan aus Baumwolle ist elastisch und liegt am Körper an, was Wärme staut. Ein Sommerblazer aus Leinen hat Schulterpolster, Futter und Revers, ist formeller, aber wärmer. Eine offene Bluse ist dem Kimono am nächsten, hat aber schmale Ärmel mit Manschetten und einen Kragen. Der Kimono ist von diesen vier Teilen das luftigste, weil er nirgends anliegt, und das am wenigsten formelle, weil er weder Kragen noch Knöpfe hat.
Sommerkimono selbst nähen
Der Schnitt besteht aus Rechtecken und ist ohne Schnittmuster umsetzbar. Für ein knielanges Modell werden etwa 2,5 Meter Stoff bei 140 cm Breite benötigt: ein Rückenteil, zwei Vorderteile mit jeweils der halben Rückenbreite plus Übertritt, zwei rechteckige Ärmel und ein langer Streifen für die Vorderkantenblende. Leinen und Baumwolle sind für den Anfang einfacher zu verarbeiten als Viskose oder Seide, die beim Zuschneiden verrutschen. Alle Kanten werden mit französischen Nähten oder Schrägband versäubert, damit sie sich beim Waschen nicht ausfransen.
Häufige Fragen zu Sommer Kimono
Ist ein Kimono im Sommer nicht zu warm?
Nein, sofern Stoff und Schnitt stimmen. Ein weiter, offener Kimono aus Leinen, Baumwolle oder Viskose liegt nur an Schultern und Rücken an, lässt bei jeder Bewegung Luft zirkulieren und hält direkte Sonne von der Haut fern. Er kühlt dadurch eher, als dass er wärmt. Zu warm wird es nur mit Polyester, Futter oder Stoffen über 200 g/m².
Welcher Stoff ist für einen Sommer Kimono am besten?
Leinen kühlt am stärksten und nimmt am meisten Feuchtigkeit auf, knittert aber. Baumwollbatist und Musselin sind weicher und pflegeleichter. Viskosekrepp und Lyocell fallen fließend und knittern kaum. Seide ist am leichtesten, verlangt aber Handwäsche. Für den täglichen Gebrauch in der Stadt ist eine Leinen-Viskose-Mischung oder Viskosekrepp der beste Kompromiss aus Kühlung, Fall und Pflege.
Was trägt man unter einem Kimono Damen Sommer?
Unter einem offenen Kimono ein einfarbiges Top, Trägershirt oder Trägerkleid; unter einem gegürteten langen Kimono ein Unterkleid in Hautfarbe oder Schwarz, das etwa 10 cm kürzer ist als der Kimono. Bei dünnen Stoffen sollte die Kleidung darunter nicht gemustert sein, weil das Muster durchscheint. Ein BH in Hautfarbe ist unter hellen Kimonos unauffälliger als Weiß.
Kann ein Sommerkimono im Büro getragen werden?
Ja, in Büros ohne strenge Kleiderordnung. Am ehesten passen knielange, einfarbige Modelle aus Leinen oder Viskosekrepp in Ecru, Marine, Grau oder Schwarz, kombiniert mit schmaler Hose und schlichtem Top. Stark gemusterte oder transparente Kimonos wirken nach Freizeit. Ein Vorteil gegenüber dem Blazer ist die Klimaanlage: Der Kimono lässt sich bei Kälte schließen, bei Hitze ablegen.
Wie lang sollte ein Kimono lang Sommer sein?
Ein Kimono lang Sommer endet zwischen Wadenmitte und Knöchel, also bei 120 bis 140 cm Rückenlänge, abhängig von der Körpergröße. Er sollte beim Gehen nicht am Boden schleifen, aber unter dem Knie enden, damit er als Mantel wirkt. Bei Körpergrößen unter 162 cm sind 115 bis 120 cm passend, über 175 cm braucht es 135 cm oder mehr.
Wie unterscheidet sich ein Kimono Sommer von einem Strandkimono?
Der Strandkimono ist dünner, meist halbtransparent, mit einfachen Säumen und für nasse Haut gedacht. Der Sommerkimono für die Stadt ist blickdicht, sauberer verarbeitet und aus Stoffen, die Schweiß aufnehmen statt schnell zu trocknen. Ein Strandkimono über Alltagskleidung wirkt schnell wie Bademode; ein Sommerkimono am Strand ist schwerer als nötig, aber tragbar.
Wie oft muss ein Sommerkimono gewaschen werden?
Ein Kimono, der über einem Top getragen wird, berührt die Haut nur an Schultern, Nacken und Armen. Bei normaler Nutzung reicht eine Wäsche nach drei bis fünf Tragetagen; nach starkem Schwitzen oder bei Seide sofort. Zwischen den Wäschen hilft Lüften über Nacht am offenen Fenster, um Gerüche zu entfernen. Häufigeres Waschen als nötig lässt Farben verblassen und Leinen ausdünnen.
Passt ein Sommer Kimono Damen auch zu großen Größen?
Ja, der offene Schnitt liegt nirgends an und lässt sich in jeder Größe tragen. Entscheidend sind die Brustweite flach, die mindestens 8 bis 10 cm über dem halben Brustumfang liegen sollte, und die Spannweite, damit die Ärmel nicht an den Oberarmen spannen. Knielange Modelle mit Dreiviertelärmeln in einem fließenden Stoff wie Viskosekrepp strecken die Silhouette am stärksten.
Glossar: Begriffe rund um den Sommerkimono
- Awase: Gefütterter japanischer Kimono für die kühle Jahreszeit.
- Hitoe: Ungefütterter, einlagiger Kimono für Juni und September.
- Ro: Seidengaze mit offenen Querstreifen, Sommerwebart für Juli und August.
- Sha: Gleichmäßig durchbrochene, netzartige Gaze, ebenfalls für den Hochsommer.
- Koromogae: Der saisonale Garderobenwechsel in Japan, jeweils am 1. Juni und 1. Oktober.
- Yukata: Ungefütterter Baumwollkimono, ohne Untergewand getragen, für Sommerfeste und den Abend.
- Jinbei: Zweiteiliger Sommerhausanzug aus Jacke und kurzer Hose, meist aus Baumwolle oder Hanf.
- Haori: Hüftlange japanische Jacke, offen über dem Kimono getragen; Vorbild des westlichen kurzen Kimonos.
- Nagajuban: Untergewand unter dem japanischen Kimono, das den Oberstoff vor Schweiß schützt.
- Batist: Feines, dichtes, glattes Baumwollgewebe in Leinwandbindung.
- Seersucker: Baumwollgewebe mit gewellter Oberfläche, die nur punktuell auf der Haut liegt.
- Lyocell: Zellulosefaser mit hoher Feuchtigkeitsaufnahme und geringer Knitterneigung; Markenname Tencel.
- Momme: Gewichtseinheit für Seide; 1 Momme entspricht etwa 4,3 g/m².
- Flächengewicht: Gewicht eines Stoffs in Gramm pro Quadratmeter, Maß für Dichte und Wärme.
Sommer Kimono: Das Wichtigste in Kürze
Ein Sommer Kimono ist eine luftige Schicht für heiße Tage in der Stadt: offen, weit geschnitten, aus Leinen, Baumwolle, Viskosekrepp, Lyocell oder dünner Seide, blickdicht genug für den Alltag und leicht genug, um über 30 Grad nicht zu wärmen. Er unterscheidet sich vom Strandkimono durch Dichte und Verarbeitung, vom Cardigan und Blazer durch den fehlenden Körperkontakt. Kurze Modelle ersetzen die Jacke, knielange den Mantel, lange das Kleid. Wer auf Faser, Flächengewicht und Rückenlänge achtet, den Kimono nach dem Tragen lüftet und im Schatten trocknet, hat ein Kleidungsstück, das von Mai bis September fast täglich getragen werden kann.


















































































































































































































